Donnerstag, 27. Mai 2010

Unsere Politiker

Für mich wirklich unverständlich, warum wir, das Volk, unsere Politiker, die sich ach so integer, volksnah und nicht selten auch kumpelhaft geben, noch nicht davon gejagt haben. Ich schreibe oft, dass Politiker lügen - dies ist auch schon gerichtsanhängig geworden, allerdings meinte der Richter, das müsse man dieser Berufsgruppe zugestehen ...

Warum? Bis vor kurzem war die Welt bei uns und auch in den PIGS-Staaten noch völlig in Ordnung! Die Krise weitgehend vorbei, man wartete nur mehr auf den endgültigen Aufschwung, die Staatsfinanzen trotz Schulden fest im Griff, die Steuereinnahmen erwartungsgemäss und die Renten sowieso sicher!

Plötzlich, binnen Monatsfrist, ist alles anders! Fast alle europäischen Staaten stehen kurz vor der Pleite. Die Krise hat einen oder sogar mehrere Gänge zugeschalten und ein Ende ist nicht absehbar. Die Steuereinnahmen brechen drastisch ein, es werden neue Steuern und Erhöhungen existierenden Steuern kommen. Und sogar die Mainstreammedien machen sich Sorgen um die Renten, die überhaupt nicht sicher sind.

Vergleicht man die Aussagen diverser Politiker in den letzten 2 Jahren, so drehten sich diese, wie der Wind blies. Mal so, mal so, jedenfalls nie wirklich aussagekräftig. Aber nicht nur die Politiker, auch fast alle Experten und Spezialisten lagen völlig daneben. Ihren Statements zufolge, müsste das Kriserl schon lange einer kräftigen Konjunktur Platz gemacht haben ...

Nun stellt sich die Frage, sind Politiker

*) ... inkompetent, dass sie das wahre Ausmass der Realität nicht erfassen konnten?

*) ... falsch, lügen sie uns bewusst an und verheimlichen sie uns wie die Gegenwart und nahe Zukunft tatsächlich aussieht?

*) ... hilflos und wissen seit Monaten mit der Situation nicht umzugehen und versuchen Zeit zu gewinnen, weil irgend was wird schon zur Beruhigung passieren?

*) ... nur ausführende Marionetten von wirklichen Mächten dahinter?

Lieber Freund, such dir die Antwort selbst aus, es steckt ein wenig von allem darin! Auf ein Mal scheint ein wenig Bewegung ins Spiel gekommen zu sein und einige der Staaten präsentieren ein plötzliches und ausserordentliches Sparprogramm bzw. Massnahmen, noch mehr Steuern zu finden und/oder den Sozialstaat abzubauen. Die Situation hat sich die letzten Wochen und Monate dramatisch zugespitzt, ja, aber bekannt war sie seit Jahren. Vor allem denen, die mit den Daten und Fakten jonglieren. Das heisst, die extreme Überschuldung besteht nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren!

Nur, dass jetzt Sparprogramme fast nichts mehr nutzen, denn auch zum Umsetzen benötigt man das, was nicht mehr vorhanden ist - nämlich Zeit. Sparen ist nicht nur notwendig, sondern existentiell. Doch damit hätte man schon vor Jahren beginnen müssen.

In Österreich glaubte man noch voriges Jahr, die Gratiskindergärten quasi als Wahlzuckerl zu versprechen ... und auch einzuführen. Jetzt werden vom Finanzminister Steuererhöhungen nicht mehr ausgeschlossen, auch neue Steuern nicht! Auf der einen Seite wirft man immer noch Milliarden beim Fenster raus, auf der anderen Seite ist man gezwungen Sparmassnahmen umzusetzen.

Da aber immer irgendwelche wichtige Wahlen sind, darf die Partei und deren Vasallen keine allzu unpopulären Massnahmen setzen, sonst gewinnen möglicherweise die Konkurrenten einige Stimmen, nämlich die, die die umgesetzten Massnahmen kritisieren ...

Die aktuelle, sich extrem verschärfende Lage, zeigt in jedem Fall auf, die Politik ist verlogen, unkompetent, hilflos und der Feind des eigenen Volkes. Denn sonst hätte man schon lange wirklich entgegensteuern müssen. Wie schon erwähnt, die Krise ist nicht erst seit gestern.

Bisher konnte man von den dünnen Ressourcen leben und offensichtlich hoffen, es würde bald vorbei sein. Doch jetzt sind diese dünnen Ressourcen bereits bei weitem überzogen und die Lage wird immer ernster. Diverse plötzlich einberufene Krisensitzungen zeigen dies dramatisch auf.

Jetzt sollte jeder schon entsprechend vorgesorgt haben, denn das Scheitern unserer Damen und Herren in Nadelstreif wird immer offensichtlicher. Panikartig versuchen sie viel zu spät noch zu retten, was zu retten ist. Doch sowohl die Währung, wie auch der Staat sind bereits unrettbar verloren. Zulange wurde mit einem - zugegeben heute fast zynisch empfundenen - Lächeln zugewartet.

Eine besondere Ausrede, waren die Spekulaten, welche Europa in Trümmern sehen wollen, weil sie durch Wetten verdiennen würden. Grundsätzlich nichts illegales, zeigt es vor allem die Schwachstellen auf. Und diese auszunutzen, kann für sie sehr lukrativ sein. Doch keine Bange, mit dem US-Dollar sieht es auch nicht besser aus, auch die USA steht vor unbewältigbaren Problemen.

Sicher, man kann durch fast unendliches Gelddrucken Zeit gewinnen. Und ja, so einfach kann weder der Euro noch der Dollar crashen. Doch es sind nicht nur währungspolitische Faktoren zu berücksichtigen. Denn wenn das Volk der eigenen Währung nicht mehr vertraut und daraus flüchtet, bricht jede Währung zusammen. Und zumindest Ansätze eines sogenannten Crack Up Booms, also die Flucht in Realwerte, sind hier und jenseits des Atlantiks zu beobachten.

Ich fühle mich jedenfalls von meinen/unseren demokratisch gewählten Volksvertretern verraten. Egal ob sie Fischer, Pröll, Faymann oder sonst wie heissen. In Deutschland ist es nicht anders. Auch dort sind diese sich selbst überschätzenden, arroganten und verlogenen Volksfeinde aktiv, den Staat möglichst schnell zu ruinieren.

Allerdings befürchte ich, in Österreich und noch mehr in Deutschland, dass die Politiker selbst nur marionettenhafte Sklaven der tatsächlich Mächtigen sind und teilweise gar nicht anders agieren können. Sie bekommen ihre Befehle. Sie sind ausschliesslich ausführende Organe. Der arrogante, sich bescheiden gebende Raiffeisen-Onkel lässt grüssen. Ohne ihn geht zum Beispiel in der ÖVP gar nichts. Jeder schwarze Politiker, der sich nicht daran hält, hat ausgedient. So gesehen wird unsere aktuelle Lage wieder erklärbar, alle Macht kommt aus den Banken und den Konzernen - den Lobbies. Denn sonst würden auch viele Politikerentscheidungen und Gesetzgebungen nicht zustande kommen.

Was wir daraus lernen sollten? Traue keinem dieser Zunft, glaube kein Wort, das sie sagen ... es kommt immer anders. Auch wenn sie jetzt beschwören, der Euro sei gerettet, man vertraue dem Euro und man bewältige die Krise. Glaub mir, kein Wort daran ist wahr!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:







So will Europa den nächsten Finanzcrash vermeiden (spiegel.de)
Das EU-Rettungspaket ist ein Banken-Rettungspaket (tagesspiegel.de)
Warum der Euro weiter fällt (handelsblatt.com)
Containing contagion: Germany should quit the Euro (delawareonline.com)
Der Bevölkerung wird’s genommen und den Bankstern gegeben (alles-schallundrauch.blogspot.com)
Der Immobilienmarkt gerät aus den Fugen (welt.de)
Inflation macht Österreicher zu Verlierern (biallo.at)
Gähnende Leere in den Stadtkassen (kurier.at)
Neunkirchen: Bürgermeister und Vize sprechen von "Ruin der Stadt" (meinbezirk.at)
Deutschland bleibt auf neuen Anleihen sitzen (handelsblatt.com)
Bilderberger Roland Koch bereitet Kanzlerschaft vor (oliverjanich.de)
Das sind die 50 überflüssigsten Behörden Deutschlands (bild.de)
Schweizer Doppelbürger geben ihren US-Pass ab (bernerzeitung.ch)
Griechenland: Minister jagt Finanzbeamte aus dem Amt (handelsblatt.com)
Politik drängt Spaniens Zombiebanken zu Fusionen (wirtschaftsfacts.de)
Italien besiegelt milliardenschweres Sparpaket (spiegel.de)
IWF diktiert Schock Programm für Rumänien (wsws.org)

In graphics: Eurozone in crisis (bbc.co.uk)



Geheime Vertragsklausel des europäischen Rettungspakets reißt die Weltwirtschaft in den Abgrund - Eine geheime Vertragsklausel in der Vereinbarung des europäischen USD 1 Billion Rettungspakets wird in Europa für mehr Schulden, für eine Verschlechterung der Weltwirtschaft und die massive Schwächung der Nationalstaaten sorgen und es ermöglichen, dass die Macht immer mehr in die Hände einiger weniger Supereliten gelangt. (propagandafront.de)

„Barroso hat den Euro in schweres Fahrwasser gebracht“ - Die harsche Kritik von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso an den Plänen der Bundesregierung zur Verschärfung des Euro-Stabilitätspakts sorgen für großen Unmut in Berlin. Finanzpolitiker von Union und FDP wiesen die Vorbehalte des Portugiesen deutlich zurück und erklärten die deutschen Vorschläge für den „richtigen Weg“ aus der Währungskrise. SPD und Grüne stärkten Barroso den Rücken. (handelsblatt.com)

Banken brauchen über eine Billion Dollar Kapital - Weltweit werden Banken bis zum Ende des nächsten Jahres wahrscheinlich einen Kapitalbedarf von mehr als 1,5 Billionen Dollar aufbauen. Einige werden wohl wieder Staatshilfe benötigen. (cash.ch)

Amerikaner bangen um Europas Banken - Normalerweise steht Europa nicht im Zentrum der US-Tagespolitik. Doch die Schuldenkrise ändert das: Finanzminister Geithner fliegt nach London, Frankfurt und Berlin. Ihm geht es um die Banken - und wohl auch um das deutsche Leerverkaufsverbot. (ftd.de)

Warum die Rückkehr zur D-Mark nicht unmöglich ist - Der Austritt aus dem Euro-Klub würde zwar große politische Verwerfungen provozieren, technisch wäre er jedoch durchaus machbar. Welche Konsequenzen hätte die Wiedereinführung der D-Mark? (wiwo.de)

Auswanderungsland Deutschland - Deutschland schrumpft - nicht nur, weil zu wenige Kinder auf die Welt kommen: Im zweiten Jahr in Folge verlassen mehr Menschen das Bundesgebiet als zuwandern. Die Republik sollte alarmiert sein - und sich selbstkritisch einige Fragen stellen. (sueddeutsche.de)

China vor Abbau europäischer Bonds? Erste US-Bond-Käufe seit 6 Monaten - Gestern Abend wurde bekannt, dass China seine Positionen in europäischen Staatsanleihen demnächst einer Überprüfung unterziehen könnte, um sich unter Umständen von etwaigen Investitionen zu trennen. Dagegen kletterten die gehaltenen Positionen Chinas in US-Schatzanleihen zum ersten Mal seit sechs Monaten um 2 Prozent. Der im März festgestellte Anstieg der gehaltenen Positionen von Ausländern in US-Staatsanleihen war mit $140,5 Milliarden überdies der höchste seit Beginn der Datenaufzeichnungen, wie das US-Finanzministerium bereits in der vergangenen Woche mitteilte. (wirtschaftsfacts.de)

Chinesen überprüfen ihre Euro-Anleihen-Strategie - Die marode Haushaltslage europäischer Staaten macht den Chinesen Sorgen. Daher beraten sie sich mit US-Bankern über ihre Euro-Anlagen. Experten gehen davon aus, dass die Chinesen ihre Investitionen zurückfahren. An der New Yorker Börse sorgte diese Nachricht für einen Kurssturz unter die 10.000-Punkte-Marke. (welt.de)

Nach der Krise, ist vor der Krise - Vollmundig wurde Allerorten bereits das Ende der Krise ausgerufen. Amerikas Wirtschaft habe das Tal hinter sich gelassen und Europa gehe gestärkt aus der Krise, etc. Werfen wir doch einen Blick hinter die Kulissen um uns einen etwas umfassenderen Einblick zu verschaffen. (infokriegernews.de)

kostenloser Counter



Keine Kommentare: