Montag, 17. Mai 2010

Ich, der linke Träumer ...

Bei all den Diskussionen rund um die bisher nicht vollzogene Währungsreform, den plötzlichen Kursschwenk der Euro-Politik, die nicht rückzahlbare Überschuldung der Staaten und Kommunen und die offensichlichen Lügen der Politiker, sollte man das Thema 2012 und das Ende unseres derzeitigen Systems nicht aus den Augen lassen.

Viel wurde und wird über 2012 geschrieben. Ein Medienhype, der alles zwischen Panik und Gleichgültigkeit auslösen kann. Nein, die Welt geht nicht unter, und ja, es wird sich Grundlegendes ändern.

Unser System treibt immer irrationalere Blüten, offensichtlich ein letztes Aufbäumen vor dem Zusammenbruch. Ein langsames, aber sicheres Sterben. Eliten wollen nochmals die absolute Kontrolle erringen und die ach so zuckersüsse Macht voll auskosten. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln und Risse entstehen, die so leicht nicht mehr gekittet werden können. Die Masse wird getäuscht und desinformiert, sie ist zusehens orientierungslos. Was ist überhaupt noch zu glauben? Wer hat recht? Was ist Wahrheit, was Lüge? Gibt es überhaupt Alternativen zu unserem mittlerweilen jahrhunderte altem System? Und warum funktioniert dieses immer noch?

Derzeit sucht jeder seinen Vorteil. Teils skrupellos mit allen Mitteln, im Kleinen wie im Grossen. Und doch unterliegen wir alle nur Illusionen. Illusionen von Wohlstand, Reichtum und Sicherheit. Illusionen, die nur dann Wirklichkeit werden können, wenn alle diese Möglichkeit haben, egal welche Herkunft, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung und Rasse. Das wird allerdings in diesem System, wo es eindeutig mehr Verlierer als Gewinner gibt, niemals möglich sein.

Unser System ist ein monetäres, es basiert auf Geld. Geld ist das allerwichtigste geworden. "Ohne Geld ka Musi!", sagt der Volksmund und unterstreicht die Hauptrolle der bunten Scheinchen, derer man kaum genug haben kann. Wer kein Geld hat, hat verloren. Das monetäre System ist einseitig und egoistisch. Und impliziert Korruption und Elitenbildung. Im Grunde menschenfeindlich und ungerecht. Nur ganz wenige haben viel zu viel, die Mehrheit hat viel zu wenig. Geld ist Macht und darum unterdrücken und nutzen die Reichen die Armen aus. Überall auf diesem Planeten. Geld versaut den Charakter ... zumindest meistens. Und Macht anscheinend noch mehr.

Vor kurzem las ich, ich sei auf Grund meiner Schreiberei ein Linker, der von einer besseren Welt träumt. Ok, aber was ist schlecht daran?

Der Mythos 2012 ist nicht irgendein Datum, entnommen einem alten Kalender, der nicht ganz zufällig am 21. Dezember jenes Jahres endet. 2012 ist das Symbol eines Zeitfensters weniger Jahre, in dem eine Entwicklung stattfinden wird, wie sich die Menschen das noch kaum vorstellen können und deshalb auch verdrängen oder in Abrede stellen. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben und unser System, innerhalb dem wir jetzt leben, wird sich ebenfalls ändern. Weltanschauungen und Ideologien zerbröseln jetzt schon. Nichts hat mehr Bestand. Warum sollten wir der Meinung sein, unser monetäres System würde weiter existieren?

Wir führen seit einiger Zeit so ziemlich alles ad absurdum. Nun haben wir einen Wirtschafts- und Finanzkrieg begonnen, der uns die finanzielle Existenz kosten kann. Aber halt, wir sind doch schon pleite ... Europa wie Amerika. Das letzte Aufbäumen vor dem Unvermeidlichen. Das Ende naht in Riesenschritten, der implementierte Herzschrittmacher wirkt euphorisch und das Sterben dauert noch an.

Statt dessen wir uns darüber Gedanken machen, wie wir ein gerechteres, menschenwürdigeres und ressourcenschonendes System realisieren können, operieren wir laufend das alte, das ohnehin nicht mehr funktioniert.

Wir müssen umdenken! Nicht in das grosse Wehklagen der globalen Milliarden- und Billionenverluste miteinstimmen, sich selbst und das faschistoide, dogmatische und korrupte System zu bemitleiden und betrauern, sondern diesen bevorstehenden Crash, der uns alle um unser Vermögen bringen wird, als Chance sehen, als die grösste Chance der Menschheit sehen, wirklich etwas zu verändern!

Ohne einem globalen Zusammenbruch und dem Erreichen des Nullpunktes kann es keinen alternativen Neubeginn geben. Die Mächtigen und Reichen werden keinen Zentimeter ihrer Macht, keinen Cent ihres Vermögens freiwillig abtreten! Das ist aber notwendig, um ein neues System zu installieren, das keine Elitenbildung und keine Korruption enthält - ein nicht monetäres System.

Unser zur Verfügung stehendes Zeitfenster beträgt ungefähr ein Jahrzehnt. Ungefähr die Hälfte dieser Zeit benötigt der Niedergang unserer Welt, wie wir sie kennen. Die andere Hälfte benötigt die Installation des heute für die meisten noch undenkbaren und für viele unmöglichem Neuem. Eine Welt, die wir uns in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können. Eine Welt, die grundlegend anders sein wird und nach völlig anderen Grundsätzen funktioniert. Aber, es gibt sie schon, in den Köpfen weniger Vordenker, die klarerweise als Realitätsverweigerer, Träumer und Fantasten diskreditiert werden.

Doch was kann tatsächlich so unmöglich sein? Verabschieden wir uns von all den Doktrinen und Dogmen, wie sie an Universitäten gelehrt werden und bibelähnlichen, unangreifbaren Status erlangten. Oft schon in der Geschichte musste unser Weltbild grundlegend neu geordnet werden, weil man draufgekommen ist, dass die alten Ansichten grundlegend falsch waren. Ein gutes Beispiel ist der grosse Schnitt vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild. Selbst die damals stärkste Macht der Welt, der diese Änderung einen Erklärungsnotstand bescherte, konnte schlussendlich das Rad der Zeit nicht zurückdrehen und musste wider Willen akzeptieren - die Kirche.

Genauso wird das Schicksal alle Anhänger der ökonomischen Wissenschaften ereilen, die davon ausgehen, dass die Grundlage eines Zusammenlebens vieler Menschen und deren Leistungen der schnöde Mammon ist ...

Vieles und immer mehr deutet darauf hin, dass wir tatsächlich einem gigantischem Wandel unterzogen werden. Vielleicht haben sie recht, die alten Kulturen, die behaupten, dieses Phänomen wiederholt sich alle paar tausend Jahre. Wir, die modernen Menschen können gar nicht widersprechen, denn es gibt keine Erinnerungen und Aufzeichnungen, was sich tatsächlich vor 13.000 Jahren und früher abspielte. Wir wissen um die Legenden von Atlantis, doch es bleiben Legenden. Wir wissen um frühere Hochkulturen, von denen ganz wenige, äusserst verblüffende Artefakte und Schriften existieren (zB. die indischen Veden), doch wir können auf Grund unserer Weltanschauung und unseres begrenzten Wissens dies weder annehmen noch entsprechend deuten oder auslegen. Deshalb verbannen wir es in das Bereich der Märchen, Sagen und Legenden, bemühen uns kaum es zu entschlüsseln und bauen dadurch unsere ureigenen Illusionen aus.

Wir sollten jetzt die Zeichen der Zeit erkennen und uns schön langsam auf diese bevorstehenden, gewaltigen Veränderungen einstellen. 2012 wird nicht das Ende der Welt sein, sondern rund um dieses Datum der Beginn von etwas grundlegend Neuem. Liebe Freunde, positiver kann eine Botschaft und ein Ausblick nicht sein!

Dass dieser Wandel in eine wirklich Neue Welt auch das Zusammenbrechen der herrschenden Verhältnisse, Strukturen und Doktrine voraussetzt, muss angenommen werden. Wie schon so oft erwähnt, ein gleitender Übergang ist schlicht unmöglich!

Beziehen wir in unsere Denkweise und Weltanschauungen nicht nur das Ratio mit ein, sondern auch unser Herz. Nicht im Verstand sind all die notwendigen Lösungen enthalten, sondern im Herzen. Lassen wir das Experten- und Spezialistendenken mal beiseite, die diesen Wandel als unmöglich darstellen - ebenso wie seinerzeit die Kirche, als bekannt wurde, die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Universums.

Dass diese Thesen immer wahrscheinlicher werden, beweist die zur Zeit laufende Vernichtung dessen, was uns allen Jahrhunderte das Wichtigste war. Die Vernichtung von gigantischem Vermögen. Billiarden werden vernichtet, Billiarden die jemand besessen hat - wenn auch nur auf dem Papier. Doch bisher waren das nur Kinkelitzchen, gegen das was kommen wird. Und ausgeschlossen sind Kriege leider auch nicht, wie derzeit laufende Vorbereitungen zeigen.

Wir laufen in eine Katastrophe, die wir alle nicht sehen wollen, aber sehen müssten. Wir vertrauen Lügner und Fantasten, nur um das zu retten, was ohnehin schon lange verloren ist. Es wird eine harte Zeit, in die wir driften. Und wenn nichts mehr geht, wenn wir den Nullpunkt erreicht haben, erst dann werden wir "erleuchtet", erst dann werden wir erkennen, wie wichtig es für den Fortbestand des Homo Sapiens sein wird, endlich ein System ohne Geld, ohne Krieg und ohne dem Recht des Stärkeren zu suchen, zu entwickeln und zu realisieren. Erst dann wird der Mensch Ruhe finden und in Freiheit und Würde leben können ... jeder Mensch auf diesen Planeten!

Ja, ja, jetzt kannst auch du, mein lieber Freund, mich einen linken Träumer nennen. Aber ich bitte dich, sei nicht so einfältig, das zu glauben, das jene sagen, die dieses System unter allen Umständen am Leben erhalten wollen. Sie spielen die selbe Rolle, wie seinerzeit der Vatikan, gegen die grundlegenden Erkenntnisse von Leuten wie Galileo Galilei und Kopernikus ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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„Schwierigste Situation seit dem Zweiten Weltkrieg“ - Für EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ist die Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht durchgestanden. Trichet sieht Rückschritte in die Zeit direkt nach der Lehman-Pleite – und spricht von der schlimmsten Lage seit den Weltkriegen. Der EZB-Chef nimmt daher die staatlichen Finanzaufsichten in die Pflicht. EU-Wirtschaftskommissar Rehn gibt allerdings die Devise „nichts überstürzen“ aus. (handelsblatt.com)

Wenn der Euro nur noch 1 Dollar wert wäre ... Vor einem Jahr wurde die Zukunft des Dollars als Leitwährung in Frage gestellt. 2010 steht der Euro unter Beschuss. Nach dem Fall auf den tiefsten Stand seit vier Jahren schließen Strategen einen Rutsch auf Dollar-Parität nicht mehr aus. (ftd.de)

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Rette sich wer kann - Die Rettungsmaßnahmen bedeuten lediglich Zeitgewinn. Nur die erfolgreiche Inflationierung verschafft etwas Luft! Gewinnen die Banken gegen die Nationalstaaten, in dem sie die Pleite dieser herbeiführen, heißt es nur noch: rette sich wer kann. (mmnews.de)

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Kommentare:

divo hat gesagt…

Johannes, du bist mit Sicherheit kein linker Träumer. Diesen Traum träumen viele - auch ich. Wenn überhaupt, kann man uns als menschliche Träumer bezeichnen.

Die linken Träumer sind diejenigen, die EUROpa um jeden Preis verteidigen wollen. Das aktuelle sozialistische Absurdistan, um es mit den Worten Michael Winklers zu sagen, wird nicht kampflos aufgeben. Die bislang immer noch intakten Mächte können alles mögliche anstellen - auch einen Krieg anzetteln. Ich hoffe für uns alle, dass wir möglichst kampflos die kommenden Jahre durchleben und überleben werden. Was kommen will, wird kommen, ob es den Menschen gefällt oder nicht. Ich für meinen Teil freue mich über jede (positive) Veränderung - und gegen negative Veränderungen kann ich auch nichts machen. Retten kann sich jeder nur selbst, durch innere und äußere Vorbereitung und Einstimmung auf das Kommende. let's do...

Übrigens: dein Stil gefällt mir - da schwingt viel Wehmut und Herz mit. Nicht so scharf und kämpferisch, wie der meine. Aber so bin ich eben.

lg
Dieter

V hat gesagt…

Woher nimmst du die Gewissheit, dass der Mayakalender 2012 wirklich endet und andererseits überhaupt die Bedeutung hat, die wir ihm zuschreiben?

Soweit ich weiß, gibt es unter wissenschaftskreisen eine Uneinigkeit über die Zeit. Einige meinen, er ist schon vor 600 jahren abgelaufen, andere sagen, es dauert noch ein paar hundert Jahre.

Und dazu kommt, dass wir doch gar nicht wissen können, welche bedeutung dahinter steht, da wir die Sprache nichteinmal 100% kennen und selbst die Nachfahren nicht mehr wissen, was früher abging.

Welcher Quellen hast du dich bedient?

nebelmaschine.at.vu hat gesagt…

Ich sehe das genauso Johannes.

Es muss und wird etwas passieren, denn unsere Zeit fühlt sich so falsch an.

antonia hat gesagt…

Sorry, aber die wren Linken findest du hier: http://tinyurl.com/37k7p46