Freitag, 16. April 2010

Über den Tellerrand geschaut ... (Teil I)

Die Krise ist für die meisten noch nicht spürbar - weswegen sie auch keine unmittelbare Bedrohung darstellt. Laut einer veröffentlichten Umfrage glauben aber mehr als ein Drittel der österreichischen Bevölkerung, dass diese Krise noch nicht vorbei ist. Trotzdem versucht man dieses Thema soweit es geht zu verdrängen. Denn, wo ist die Krise wirklich? Noch funktioniert der Staat mit seinem aufgeblasenen Beamten- und Sozialsystem. Noch brauchen die meisten sich nicht einschränken, es gibt zwar eine spürbare Inflation, doch die vorrausgesagte Hyperinflation ist bis jetzt ausgeblieben. Medien und Politik versucht zu beruhigen, es sei alles im Griff und das Ärgste wird wohl schon überstanden sein.

Wer sich nicht wirklich für sowohl nationale und internationale Informationen abseits des Mainstreams interessiert, wer nicht wissen will, wie unser Geldsystem funktioniert und wer glaubt, Griechenland & Co sind sowieso weit weg, der kann noch immer keine wirkliche Krise erkennen können ...

Tatsache ist aber, dass wir seit Herbst 2008 direkt am Abgrund wandeln. Ein falscher Schritt und es geht ohne Netz und ohne Fallschirm abwärts. Das konnte bis jetzt mit gelungener Verzögerungstaktik erfolgreich verhindert werden. Und zwar mit rücksichtsloser und gigantischer Geldproduktion. Es wurden die Märkte geradezu überschwemmt mit neu erschaffenem Geld, das durch die Niedrigzinspolitik auch billig wie kaum zuvor war. Und sie griffen fast unverschämt alle zu. Ökonomische und währungspolitische Grundsätze wurden über Board geschmissen, plötzlich war alles das man retten wollte, systemrelevant und musste demnach mit Milliarden gestützt werden.

Vorher, vor 2008, hatten wir kaum eine Vorstellung, was eine bzw. hundert Milliarden sind - ausser die vielen Nullen. Und noch weniger konnten wir mit Billionen etwas anfangen. Heute sind sie in unseren Sprachgebrauch eingeflossen und wir täglich damit konfroniert, so als würde unsere Frau oder Partnerin sagen: "Ach Schatz, nimm doch beim Heimweg noch ein Päcken Butter mit!"

Wir haben vollkommen den Boden zur Realität verloren, wenn wir über dieses unglaubliche und gigantische Zahlenwerk nachdenken. Und fern der Realität können diese Zahlen, diese Summen auch keine echte Bedrohung für uns sein. Tut sich doch der Grossteil der Privaten mit der vergleichsweise niederen Summe von einer Million schwer, sich diesen Betrag vorstellen zu können. Und tausend dieser Millionen sind eben eine Millarde; tausend Milliarden wiederum, sind eine Billion ...

Staatsschulden gab es immer schon, solange wir zurückdenken können. Wir wissen, dass manchmal Staaten pleite gegangen sind, doch irgendwie ist es immer wieder weiter gegangen. Nun haben die Staatsverschuldungen Summen erreicht, die ausserhalb unserer Vorstellungskraft liegen. Nämlich im mehrstelligen Milliarden und teilweise sogar im Billionenbereich. Wunderbar lange, beeindruckende Zahlen, die uns aber zu wenig sagen, da wir uns die Verhältnismässigkeit nicht vorstellen können. Warum sollten heute ein paar Milliarden mehr eine echte Bedrohung sein, wenn sie das früher offensichtlich nicht waren? Was kaum einer sieht, ist die extreme Geschwindigkeit, mit der zur Zeit die Staatsschulden explodieren. Und kaum jemand macht sich Gedanken darüber - offensichtlich auch nicht die zuständigen Politiker - wie und vor allem wie lange dieser Schuldenberg braucht um samt Zinsen wieder abgetragen zu werden. Wer nachrechnet kommt auf eine Rückzahlung die noch Generationen betreffen wird. Aber nur, wenn ab jetzt keine neue Schulden mehr zusätzlich gemacht werden ...

Kurz, es ist fast unmöglich für die meisten Staaten, diesen exorbitanten Schuldenberg jemals abtragen zu können! Im Gegenteil, seit einigen Jahren werden zusätzliche Schulden aufgenommen, damit aufgelaufene Zinsen bezahlt werden können. Legt man dies auf ein Unternehmen um, dann würde keine Bank mehr Kredite geben und eine Insolvenz wäre unumgänglich. Aber Staaten funktionieren nicht nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Sonst wäre ein so teurer Sozialstaat, wie wir ihn haben, kaum möglich.

Staaten haben natürlich Einnahmen. Dies sind Gebühren und Steuern. Diese fliessen in das Budget, also in die sogenannte Einnahmen- und Ausgabenrechnung. Das Budget wird jedes Jahr im Vorhinein beschlossen. Wenn dann während des Jahres einige Prognosen nicht stimmen, kann das Budget nicht eingehalten werden. Brechen zB. die Steuereinnahmen ein, so fehlt das im Budget bereits verplante Geld und der Staat muss entweder sparen, neue Steuern einführen, Steuern erhöhen oder neue Schulden machen.

Dieses Jahr kann das Budget bei weitem nicht eingehalten werden. Immer mehr Unternehmen werden insolvent, die Arbeitslosigkeit steigt, die Steuereinnahmen brechen drastisch ein. Das steht auch in allen Medien, ein allseits bekannter Umstand. Kurz, der Staat hat ein Problem. Dieses Problem kann, wie derzeit in Griechenland, so ausarten, dass die Beamten um ihr Gehalt zittern. Wenn nicht bald frisches Geld, also neue Schulden kommen, können diese Gehälter nicht mehr zur Gänze ausbezahlt werden.

Zusätzlich kommen immer wieder Unternehmen und im Besonderen Banken, die plötzlich enormen Kapitalnotstand aufweisen und beim Staat um Geld betteln. Beschliesst der Staat, dass die Bettler systemrelevant sind, fliesst auch entsprechend Geld. Der letzte Bettler war die Hypo Alpe Adria, die verstaatlicht wurde. Eine relativ kleine Bank, die als systemrelevant eingestuft wurde. Jetzt wird langsam ersichtlich, dass noch einige Milliarden benötigt werden. Das ist Geld aus Volksvermögen. Geld, das aus Steuern stammt. Geld, das im Budget nicht eingeplant wurde. Geld, das gar nicht vorhanden ist! Der Staat rettet mit Geld, das er nicht hat!

Wie lange ein solches Spiel gutgegehen kann, kann sich jeder vorstellen, der von Betriebswirtschaft ein klein wenig Ahnung hat. Irgendwann werden die Schulden so hoch sein, dass der Staat weder Schulden noch Zinsen zahlen kann, dadurch sinkt seine Bonität und kein vernünftiger Mensch oder Organisation ihm noch Geld leiht. Der Staatsbankrott ist da!

Da dieses Spiel der Staatsverschuldung schon jahrzehntelang geht und es im Prinzip ein gewaltiges Schneeballsystem ist und gleichzeit ein gigantischer Betrug am eigenen Volk, haben wir nun den Zeitpunkt erreicht, wo es heuer nach Island und Griechenland noch einige Staaten "erwischen" wird. Kanditaten dafür gibt es viele ... auch Österreich zählt zum weiteren Kreis.

Und doch, liebe Freunde, das ist nur eine Bedrohung von mehreren, weshalb man die Krise nicht ignorieren sollte. Der Staat, bisher der Garant für Sicherheit und Schutz, hat versagt. Gewisse Staaten, wir sprechen vor allem von den PIIGS-Staaten, werden relativ kurzfristig in der Pleite enden. Geholfen werden, so wie jetzt mit angeblichen 40 Milliarden (von denen nur ein kleiner Teil wenn überhaupt fliessen wird), kann dann nicht mehr. Zum einen wird der Kapitalbedarf noch höher sein und wer bitte, soll das bezahlen wollen und können? Mittelfristig stehen, sollte sich nicht Grundlegendes ändern, auch Österreich und Deutschland vor dem Bankrott. Darauf müssen wir uns vorbereiten. In jedem Fall, die Augen verschliessen und zu glauben, das kann bei uns nicht passieren, ist wohl ein wenig zu naiv! Und wie immer, der Leidtragende wird das Volk sein!

Schaut, meine lieben Freunde, was in Griechenland passiert und passieren wird. Die gleichen Verhältnisse werden auch bald bei uns herrschen. Pröll hat ja, sollte sich nicht wirklich etwas ändern, vor einem Staatsbankrott gewarnt. Das hat bisher noch nicht so eindeutig ein Politiker formuliert. Ich fasse es als Warnung auf, als Warnung vor dem was kommen wird ...

Fortsetzung folgt!







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Meldungen:



Deutschland: Steuereinnahmen brechen massiv ein (mmnews.de)
Euro - Jeder für sich (hartgeld.com)
Griechenland: So wird das deutsche Volk betrogen (kopp-verlag.de)
EU schlägt Alarm wegen Portugal (bernerzeitung.ch)
Pleite-Angst überträgt sich auf Portugal und Spanien (ftd.de)
EZB warnt vor Risiko für die Weltwirtschaft (derstandard.at)
BRIC-Staaten wollen Weltfinanz-System reformieren (derstandard.at)
China will Yuan nicht aufwerten (manager-magazin.de)
Megaverlust für Goldman-Sachs-Immofonds (derstandard.at)
USA: Der nächste Immobilien-Tsunami rollt (handelsblatt.com)
US-Banken gehen hart gegen Häuslebauer vor (ftd.de)
US-Foreclosures im März auf Allzeithoch (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)
Obamas Wirtschaftsbericht an den Kongress offenbart die schleichende Implosion der US-Wirtschaft (markusgaertner.wordpress.com)



„Der am besten organisierte Finanzschwindel aller Zeiten!“ - Interview mit Prof. Dr. Wilhelm Hankel. (dr-hankel.de)

Goldman Sachs: Betrug - Mega-Skandal erschüttert US-Bankenszene: US-Börsenaufsicht SEC wirft Goldman Sachs Betrug in Zusammenhang mit Subprimekrediten vor. Kurs bricht ein. Verwickelt: der Hedgefonds Paulson und Co. (mmnews.de)

“Gold-Paulson” in Goldman-Schurkerei verstrickt? Wie vormals immer einmal ausgeführt, nehmen wir eine äußerst distanzierte Haltung ein, wenn Großinvestoren und “Marktgurus” aller Coleur sich zusammen schließen, um einen bestimmten Anlagewert in den Himmel zu reden. Man erinnere sich nur, was im Jahr 2008 mit dem Ölpreis passierte nach dem Platzen seiner Preisblase. Seit heute stellt sich die Frage, ob der zum neuen “Gold-Papst” erklärte Hedgefondsgründer John Paulson in die unter Betrugsverdacht stehenden Geschäfte mit Collateralised Debt Obligations durch die Großbank Goldman Sachs involviert gewesen ist. Die US-Börsenaufsicht SEC hat heute jedenfalls Anklage erhoben. Die Goldman-Aktie stürzte in der Spitze um bis zu 13% ab. (wirtschaftsfacts.com)

„Griechenland muss pleitegehen“ - Den Griechen ist nicht zu helfen, meint Bert Flossbach. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt der Vermögensverwalter, warum eine Pleite für alle die beste Lösung wäre und der Schuldenstaat die Drachme wiedereinführen muss. Aber auch deutsche Sparer sollten sich nicht zu sicher sein. Sie müssen ihr Geld vor Inflation schützen. (handelsblatt.com)

Chinas Banken brauchen über 50 Milliarden Euro - Chinas Banken haben in den vergangenen Jahren recht großzügig Kredite vergeben. Nun geht ihnen nach eigener Aussage das Geld aus. Die vier größten Institute des Landes könnten in den kommenden fünf Jahren laut der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) umgerechnet rund 52 Mrd. Euro benötigen. (handelsblatt.com)

Fefes Terrorbarometer - Fefe hat auf seinem Blog ein meiner Meinung nach extrem tolles Tool eingebaut. Hier wird sehr deutlich, wann und in welchem Maß wir beeinflusst werden sollen. Laut der Beschreibung, wird in der Datenbank erfasst wie oft Terror in einer Anzahl x Artikeln verwendet wird. Aber seht selbst. (infokriegernews.de)

kostenloser Counter



Kommentare:

MIB hat gesagt…

Tausende Kommunen in ganz Europa verzocken Haushaltsetats in 3stelliger Milliardenhöhe und verschulden sich auf Jahrzehnte hinaus.
Weder Politiker noch Manager tragen ein signifikantes Risiko bei eigenen Fehlentscheidungen und der einzige Verlust, den sie fürchten müssen, ist das Gefühl, keinen Boden mehr unter den Füssen zu spüren, wenn sie mit ihrem goldenen Fallschirm in die Frühpension oder nächste Firma entschweben. Da, wo Regularien ein weiteres, ähnliches Versagen verhindern sollten, sieht der Gesetzgeber nur kopfschüttelnd zu. Wo systemischer Verstand walten sollte, findet man heutzutage nur noch eine systematische Duldung auch der größten Verbrechen gegen das Volk und dessen Vermögen. Börsenkurse durch Insiderhandel manipuliert? Nicht nachzuweisen! Weltweit Rohstoffbörsen geplündert und durch Papier ersetzt? Nur eine Fußnote der geduldigen Geschichte. Kommunale Milliarden mit Derivaten verzockt? Egal! Wir haben's ja. Ganze Länder schuldenversklavt? Aber gerne! Wenn es dem Säckel dient...
Und nationale Politik wird globalisiert. Negative Konsequenzen für den einzelnen Politiker? Keine! Volksverrat wird zudem noch gut bezahlt. Wir sind eine halbherzige Gesellschaft geworden. Lustgesteuert und selbstorientiert. Mitgefühl ja, aber bitte mit der nötigen Distanz; Konsequenzen wollen wir nicht mehr tragen. Nachhaltigkeit ist unpopulär. Wir sind eine Gesellschaft ohne Mass und Verstand geworden. Ein Volk ohne Vision! Ohne ethisch handelnde Vorbilder.
Als ob es so etwas wie essen-handeln-leben ohne Konsequenzen gäbe...
Oder unethisches Handeln ohne Opfer.
Wir sind eine passive, leistungsoptimierte, spaßzentrierte, gefühlsmanipulierte und halbherzkranke "Der-Zweck-heiligt-die-Mittel-Gesellschaft" geworden, die Gemeinwohl davon ableitet, wie gemein wir behandelt werden und welche Geschenke der Staat für uns bereit hält! Hauptsache die anderen tun mal was für uns. Die Hausnachbarn, die Volksnachbarn, die kontinentalen Nachbarn.
Dem Mitmenschen zu dienen, das klingt so unterwürfig und so sind wir einfach nicht. NICHT WIR! Und so setzen wir auch unser verbliebenes halbes Herz aufs Spiel. Wir sind Herrenmenschen, keine Diener.
Selbst im Niedergang unser Zivilisation denken wir am liebsten daran, welchen Schnitt wir mit dem Zusammenbruch machen können und welcher Ratgeber diesbezüglich der effizienteste ist. Diese Gier und Rücksichtslosigkeit sind auch die Zutaten für die höllische Suppe, die wir nun in stagflationären Portionen auslöffeln müssen. Der Kreis schließt sich nun. Das System wird keine Sieger erlauben. Denn das System sind WIR.

Maldek hat gesagt…

"Denn das System sind WIR."

Das ist ein Irrtum.
Wir sind ein Teil dieses "Systems".
Eines Systems zur Verteilung der Resourcen.

Dieses "System" is aufgebaut wie eine Pyramide.
Beruht auf dem Grundsatz Herr:Sklave

Und JA wir weißen sind als Volk im oberen Bereich dieser Pyramide zu finden.

Dieses "Grund-system" befindet sich in keiner ernsthaften Krise. Es ist nicht davon auszugehen, daß sich daran so schnell etwas ändert.

Innerhalb dieser Ebenen der Pyramide gibt es jedoch "Bausteine", wenn man so will. Ein solcher Baustein wäre das "Anglo-amerikanische Imperium", welches sich tatsächlich in der Endphase seines Lebenszyklus befindet.

Wer dessen Platz in der Pyramide einnehmen wird, ist etwas im Nebel. Viele meinen (nicht lachen) ein deutsches Kaiserreich wird in einigen Jahrzehnten diesen Platz einnehmen. Wir werden sehen.

Die Welt wird sich weiter drehen. Es ist durchaus legitim, die Trends der Zukunft zu deuten und sich selber entsprechend zu positionieren - besonders im Hinblick auf die Zukunft der eigenen Familie.

Ein paar Kilo Gold jetzt günstig eingekauft können durchaus für die Kinder/Enkel den Unterschied zwischen "Feldarbeiter" und "Gutsherr" ausmachen...

Betrachte die Geschichte. Über sagen wir 3000 Jahre+ und lernt daraus. Geschichte wiederholt sich. Warum sollte es diesmal anders sein?