Freitag, 2. April 2010

Im Namen Gottes!

Ich selbst verbrachte 5 Jahre in einem Ordensinternat in Wien. Natürlich war unsere Gymnasialzeit wie auch die Freizeit durch die Kirche geprägt. Besonders skurill empfand ich damals als 10 Jähriger den einstündigen "Aufklärungsunterricht" eines damals weit über 60ig jährigen Ordensbruder ...

Die intensive Konfrontation mit Religion, Katholizismus, Dogmen und strengster Disziplin liess - nach dem Abgang vom Pensionat - mich in eine Phase eintreten, möglichst alles über die katholische Kirche und das Christentum nachzulesen und die Zeit aufzuarbeiten. Nein, icch bin nicht missbraucht worden! Obwohl, heute empfinde ich das extrem enge Korsett des katholischen Vatikanismus sehr wohl als geistigen Missbrauch, als seelische Vergewaltigung bis hin zu einer fatalen Abhängigkeit einer äusserst widersprüchlichen Lehre.

Mein Onkel war Priester, allerdings auch Freidenker und hatte somit ziemliche Schwierigkeiten mit einer einengenden, absolut nicht offenen Welt, die einerseits vom barmherzigen, alles liebenden Gott spricht, andererseits Andersgläubige, Abtrünnige und Sünder verdammt.

Natürlich, wenn man sich mit dieser Welt auseinandersetzt, kommt man auf Buchautoren wie David Yallop oder Karl Heinz Deschner. Es geht auch in der Kirche, wie im realen Leben, ausschliesslich um Macht und Geld! Durch die nicht natürlichen, im Grunde lebensverachtenden Vorgaben der Kirche gegenüber seinen Mitarbeitern, im Zölibat sein Leben zu fristen und Frauen, aus welchem Grund auch immer, weitgehend auszuschliessen, schleichen sich Abartigkeiten ein, die jetzt offenbart werden und durch die Vielzahl der Opfer ans Tageslicht kommen.

Neben Pädophilie spielt auch Homosexualität eine grosse Rolle. Und natürlich auch die tunlichst versteckten Beziehungen zu Frauen. Doch bei sogenannten Pfarrerkindern hat sich die katholische Kirche immer grosszügig gezeigt. Solange die Beziehungen nicht publik wurden, sind sie geduldet worden und den Kindern, im Volksmund "Bastarde" genannt, wurde eine gute, wenn auch meist katholische, Ausbildung zuteil. Ein prominentes Beispiel ist die Vaterschaft eines Abtes eines grossen und bekannten Stiftes gewesen, dessen Sohn einer der bekanntesten Schifahrer der Welt wurde. Mittlerweilen schon verstorben, konnte er sich der Hilfe der Kirche immer sicher sein.

Obwohl es nicht neu ist, dass es in der Kirche immer wieder zu Missbräuchen und Übergriffen kam, Beispiele sind ja bekannt und Karl Heinz Deschner schrieb auch ein Buch über die Sexualgeschichte der Kirche, wurde alles getan um möglichst nichts verändern zu müssen, keine bestehenden Dogmen aufgeben zu müssen und alles wieder unter den Teppich der Schweigsamkeit und des Vergessens zu kehren. Zugegeben wurde nur unter Druck der Medien und der Öffentlichkeit.

Einige Fälle sind bekannt, wo die Vorgesetzten oder Hierarchieoberen vom Tun diverser Pädophile gewusst haben, doch ausser Versetzungen wurde nichts wirklich getan.

Wusstest du, dass im Zuge der Enthüllungen von David Yallop in seinem Buch "Im Namen Gottes", in dem er die Verbindungen zur Mafia offenlegte und drei Hauptverantwortliche präsentierte, die damals so gar nicht christlich und barmherzig agierten. Einer davon war Erzbischof Marcinkus, der als Wirtschaftsverbrecher vom vatikan versteckt wurde, da es einen internationalen haftbefehl gegen ihn gab. Es war offensichtlich, der Vatikan als oberste Instanz der katholischen Kirche war nicht an dem interessiert, was seine Vertreter inkusive des Kirchenobstersten, der Papst, offiziell predigten, sondern die Begehren waren nur zu irdischer Natur und reduzierten sich, wie schon erwähnt, auf Macht und Geld!

Auch jetzt wurde vorerst, auch vom Papst, versucht, alle Vorwürfe zu bagatelisieren oder sie gar nicht zu kommentieren. Erst als der Druck aus den medien und der Bevölkerung zu gross wurde, reagierte man ... allerdings nicht erhofft eindeutig, sondern sonderbar "schwammig". Erst in den letzten Tagen wurden tatsächliche Schuldeingeständisse gemacht und Kommissionen bestellt, um die teilweise jahrzehnte lang zurückliegenden Vorfälle aufarbeiten zu können. Schadenersatzzahlungen und Schmerzensgelder in Millionenhöhe werden fällig werden ... und somit das Problem aus der Welt schaffen. Zumindest aus der medialen Welt. Tatsächlich wird, wenn sich die Kirche nicht grundlegenden, radikalen Veränderungen unterwirft, bald wieder mit irgendwelchen Anschuldigungen konfrontiert werden. Der "Apparat" Vatikan ist überaltert, passt nicht in die offene, transparente Geisteshaltung unserer zukünftigen Zeit, lebt von einem widersprüchlichen Dogmatismus und einer Abhängigkeit seiner "Schäfchen" und lässt Andersdenkende und Andersgläubige immer noch verdammen und in der Hölle schmorren.

Das Christentum ist eine gute und tatsächlich heilige Sache. Doch nur abseits der Heiligen Schrift, die in Wahrheit nur ein Zeitdokument über Jahrhunderte ist, teilweise viel später und weitab des Geschehens geschrieben und einige Male angepasst wurde, und abseits des verlogenen, faschistoiden Vatikans.

Ich möchte allerdings nicht die Seelsorgearbeit der Priester und Ordensbrüder in Frage stellen, die sehr, sehr wichtig und eine der letzten Anlaufstellen für Verzweifelte und Suchende ist. Ich kenne einige Priester, schätze diese als Personen und Freunde und weiss um ihre Bemühungen, die teilweise selbstloser und barmherziger Natur sind. Ich prangere nur ein System an, das totalitär und dogmatisch aufgebaut ist, jegliche Grundsätze des wirklichen Christentums bewusst missachtet oder deren widerspricht und in dem es Machtkämpfe wie in unserer profanen, nicht katholischen Welt gibt ... und mit seinen Gläubigen, die in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, spielt - wie die Katze mit der Maus.

Pädophile und Missbrauchstäter gibt es in allen Gesellschaftsschichten. Das ist nicht nur Sache der Kirche. Doch man sollte dazu stehen, die Sache offen und transparent abhandeln, Gesetzesübertreter nicht verstecken, die Vorgänge nicht herunterspielen und endlich Veränderungen einleiten, so dass es in Zukunft nicht mehr so massiv und häufig dazu kommt. Das heisst, das Zölibat abschaffen, Sexualität nicht als Sünde sehen, sondern als natürlichen Trieb des Menschen und Frauen in das katholische System miteinzubeziehen. Nicht nur als Nonnen und Pfarrersköchinen, sondern direkt an der Front - als Priesterinnen und Bischöfe. Ich denke, erst dann wird trotz der Widersprüchlichkeit der Kirche an sich, sie wieder mehr Akzeptanz erreichen. Vorerst werden sich viele abwenden, was kein Wunder ist!

Denn, wir können auch unser Seelenheil ohne irgendwelche Religionen oder Sekten finden und wahrscheinlich schneller als in den Fängen des Vatikans ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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1 Kommentar:

GHH hat gesagt…

Die Bewertung der Pädophilie und anderer Mißbräuche von Abhängigen durch die rkK ist hier viel zu milde ausgefallen. Die Ursache liegt in der verschwommenen Erlaubnishaltung einer säkularen Einstellung, um nicht zu sagen des Unglaubens.
Die rkK muß an ihren Maßstäben selbst gemessen werden (wie es Jesus mit den Pharisäern gemacht hat), damit die Abgründe, damit die Infamie, damit die ganze Bösartigkeit dieses Apparates und seiner verantwortlichen Hierarchie für den Normalverbraucher, der ja heute ebenfalls ungläubig ist, unübersehbar und schmerzhaft deutlich wird.
Was mir besonders unangenehm aufgefallen ist, das ist die ebenso bekannte wie berüchtigte Denkfigur: "Der Führer hat nichts gewußt."
Wenn der VATIKAN als ein autonomes Gebilde dargestellt wird, das sich nicht um die Anliegen der Kirchenobersten, so auch des Papstes selbst, nicht kümmere, dann wird unterstellt, daß diese Leute besser sind als die scheinbar unbekannten Machthaber und Manager des Geldes im VATIKAN. Marcinkus ist nie und nimmer ohne Wissen der Hierarchie versteckt worden, sondern mit deren Billigung bzw. auf deren Geheiß. Es ist daher naiv und weltfremd anzunehmen, daß es im VATIKAN zwei Welten gäbe, eine gute - ausgerechnet mit RAT-zinger - und eine Böse, den Geldverwaltern. Aber es ist vermutlich nicht nur naiv, sondern dahinter verbirgt sich das Verlangen, es möge doch bitte schön alles nicht gar so schlimm sein, damit die eigene Erziehung in einem kath. Internat nicht gar so verkehrt gewesen ist.
Ich möchte dagegen halten: Es ist nicht nur so schlimm, sondern es ist alles noch viel schlimmer. Der Beweis liegt in der verbissenen Haltung dieses bayerischen Popen, der vor lauter stillschweigender Beteiligung an all den Skandalen nur noch die dritten Zähne zusammenbeißen und hoffen kann, es möge bald vorüber ein.
Wie die Geisteshaltung in diesem Apparat wirklich beschaffen ist, zeigt doch der Kommentar des obersten Teufelsaustreibers(!), daß diese Ereignisse, die die arme rkK betroffen haben, ein Werk des Antichristen seien!
Verblendung ist kein angemessener Ausdruck dafür, es ist religiöse Paranoia.
Erst wenn man erfaßt, daß dies ein angestellter Mitläufer des seit Martin Luther namhaft gemachten Antichristen von sich gegeben hat, kann man ermessen, mit wem man es in Gestalt dieser Kirche eigentlich zu tun hat.
Nicht der religiöse und bibelfeindliche Dogmatismus dieser Megakirche ist das Problem, sondern ihre kaum verhohlene Intention der Leitung aller Religionen plus (!) der säkularen Weltherrschaft - so wie sie es schon einmal 1000 Jahre lang gemacht hat.
Es wäre sehr naiv - und mit dieser Mahnung möchte ich schließen - zu glauben, das wolle oder das könne sie nicht mehr. Sie will und sie wird können. Ihre geheimen Aktionen hinter der Bühne sind schon seit Jahrzehnten darauf fokussiert, die alte Stellung wieder einzunehmen, und wenn man wissen will, wie das gehen soll, gebe ich diesen Hinweis:
Geld/Gold regiert die Welt, und was man in Verkennung der Realität noch immer als die alleinige Supermacht bezeichnet, wird der willige Gehilfe, ja der Büttel der römischen Kurie sein, nicht anders als der seit Jahrzehnten zielstrebig aufgebaute World Council of Churches. Das ist es, was die Welt zu erwarten hat: ein Regime, wie es das in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben hat.
Und es wird sich dann kaum jemand seiner vormals kritischen Haltung gegen Rom erinnern wollen, weil nämlich zuerst das Fre.... kommt und dann die Moral, wie ein bekannter Atheist es einmal treffend formuliert hat.