Montag, 12. April 2010

Der Stoff aus dem Revolutionen sind

Gestern wurde von Jean-Claude Juncker, Vorsitzender der Euro-Gruppe, der Hilfsplan für die Griechenland-Rettung bekannt gegeben. Demzufolge werden 30 Milliarden Euro an Griechenland überwiesen. Zahler bzw. Kreditgeber sind der IWF und die Staaten der Euro-Zone.

Doch an dieser Pressemeldung stösst einiges bitter und faul auf. Entweder werden wir Zeugen eines grossen Betruges (was sich die EU leider leisten könnte) oder wir werden eben wieder einmal besonders dreist belogen.

Griechenland, ganz auf die arrogante Art, bedankt sich nicht, sondern stellt umgehend neue Forderungen, nämlich weitere 80 Milliarden Euro ...

Doch bleiben wir bei den am Wochenende beschlossenen 30 Milliarden. Diese Summe wird Griechenland zu einem Zinsatz von 5% geliehen. Ausser zusätzlich angeblich 10 Milliarden, welche vom IWF kommen, sind die EU-Staaten die Kreditgeber. Laut Aussage von EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn, der behauptet, der IWF gewährt zusätzliche Kredite ... also bleibt es anscheinend bei den Staaten der Euro-Zone, diese 30 Milliarden bereitzustellen.

Aber man weiss noch nicht genau, ob Griechenland überhaupt die Kredithilfe annehmen wird. Noch behaupten die Griechen, dass sie diesen Kredit nicht benötigen. Wir werden sehen, denn diese Woche versucht Griechenland mit Ausgabe von Staatsanleihen 1,2 Milliarden Euro aufzutreiben. Wer, bitte schön, sollte jetzt noch griechische Schrottpapiere kaufen?

Ok, nochmals zurück zu den 30 Milliarden, die die Staaten des Euroverbundes bereitstellen. Welche denn? Italien? Spanien? Portugal? Geben diese Staaten Staatsanleihen aus, um den griechischen Freunden zu helfen? Denn sie sind ebenso bankrott wie die Griechen!

Hier wird entweder das Volk gehörig betrogen, in dem man Staatsvermögen, also jenes Vermögen dass die Staatsbürger erwirtschaftet, dem jeweiligen Finanzminister überwiesen haben und dieser es bereits ausgegeben hat. Das heisst, die Geldsumme, die man nun den Griechen borgt, ist zum einen nicht vorhanden, zum anderen kaum irgendwann zurückzahlbar. Warum sollte Griechenland, nur weil die EU so grosszügig hilft, plötzlich ihre Geldmentalität ändern und beginnen zu sparen? Übrigens sollte Österreich 0,85 Milliarden und Deutschland als Spitzenreiter 8,3 Milliarden Euro bezahlen. Mit im Boot als Zahler auch Spanien (3,6 Mrd), italien (5,5 Mrd), Irland (0,5 Mrd) und Portugal (0,7 Mrd).

Wobei, das griechische Volk wird auf die Strasse gehen und rebellieren, wenn die Regierung die ersten notwendigen Sparmassnahmen umsetzen wird. Unruhen, mittlerweilen seit eineinhalb Jahren an der Tagesordnung am südlichen Balkan, können zu einem grossen und möglicherweise unbewältigbaren Problem der griechischen Regierung werden. Dafür wurde nun die Eu-Gend-Force, die europäische Polizeitruppe, die auf Demonstartionen, Unruhen und Aufstände trainiert wurde, in Bereitschaft versetzt.

Rund um den Griechenland-Bankrott wird offensichtlich von beiden Seiten gelogen, Tatsachen verschleiert, Fakten gefälscht und die Sache einerseits extrem hochgepielt, andererseits tiefgestapelt.

Wäre nur Griechenland pleite, würde es die EU, aber auch die Eurozone unbeschadet überstehen. Es würde, wie man jetzt sieht, sehr viel Geld kosten und der der Schaden wäre relativ. Doch Griechenland wird immer offensichtlicher zu einem europäischen Testlauf. Denn die anderen Staaten der Südschiene (PIGS), stehen nicht viel besser da, nur dort wird ungleich mehr Kapital benötigt!

Einige der von der EU vorgeschriebenen Massnahmen, darunter die fast Abschaffung des Bargeldverkehrs (ab Jänner 2011 ist jede Barzahlung über 1500 Euro verboten!) gelten jetzt schon als europäischer Testlauf und werden, sollten sie durchsetzbar sein, auf in allen anderen Ländern eingeführt werden. Die EU-Diktatoren setzen auf absolute Kontrolle. Es fragt sich nur, wann das Volk aufwacht und diese Faschisten zum Teufel jagt. Oder sind wir Europäer doch leidensfähiger als wir vermuten? Noch suhlt sich das Volk in Agonie und Ignoranz ... auch die politischen Oppositionen, die sonst wegen Nichtigkeiten laut aufschreien!

Kurz zusammengefasst: Griechenland alleine wäre kein allzu grosses Problem, allerdings der Anfangsstein eines europäischen Dominospiels. Wer kippt als nächstes und wie hoch ist dort der mittelfristige Kapitalbedarf? Mehrere Länder stehen an der Kippe, zu den Favoriten zählen in jedem Fall Spanien, Portugal und Irland. Doch auch EU-Länder, die nicht zum Euroverbund zählen, muss in allernächster Zeit geholfen werden: Grossbritannien, Lettland und die noch nicht EU-Länder am Balkan.

Ich bin gespannt darauf, wie die deutsche Regierung folgendes erklären wird (aber nicht nur die deutsche Regierung ...): 6 Monate arbeiten die Deutschen für das Finanzamt, weitere 2 bis 4 Monate für die Finanzhilfen befreundeter Staaten und den Rest kann er sich dann als Gehalt einstecken und die eigenen Schulden bedienen. Was bleibt ist zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben ...

Auf jeden birgt der Griechenland-Bankrott einiges an Revolutionspotential, das durch weitere Staatspleiten angeheizt werden könnte. Irgendwann müssen ja die tiefsten Schläfer aufwachen. Mit uns, besser gesagt mit unserem Vermögen, das aus unserer nationalen Wirtschaftsleistung resultiert, wird gespielt, als wäre es nur ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, bei dem es um nichts geht. Nun werden offensichtlich bewusst jene Staaten aufs Spiel gesetzt, die noch keine grösseren Probleme haben. Doch damit auch die eigene Situation verschärfen werden.

Der Euro ist am Ende! Das wird immer klarer! Es kann keine Gewinner geben, nur Verlierer. Eine Währungsreform - zumindest jener sogenannten Geber- oder Zahlerländer gemeinsam - wird immer wahrscheinlicher. Denn nach der Griechenlandkrise kommen weitere und dann wird es wieder heissen, die Gemeinschaft muss zahlen ...







858 Millionen Euro sollen aus Österreich kommen (kleinezeitung.at)
Entscheidung zu Griechenland – doppelte Ohrfeige für deutsche Steuerzahler (kopp-verlag.de)
EU-Rettungspaket: "Griechen erkaufen sich nur Zeit" (diepresse.com)
30 Milliarden reichen für Griechenland nicht (mmnews.de)
Europas Banken befürchten Pleite der Athener Institute (handelsblatt.com)
Griechen wehren sich gegen Sparkurs (orf.at)
Der letzte Sargnagel (mmnews.de)
Griechenland lügt und lügt und lügt (verlorenegeneration.de)
Touristen bleiben weg (focus.de)
Griechenland: Europa in kriegsähnlichem Zustand (kollateralschaden.wordpress.com)
Griechenland in 10 …, 9 …, 8 …, 7 … Tagen bankrott? (kopp-verlag.de)
Europa: eine schrecklich nette Familie (frank-meyer.eu)



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Vortrag: Kommt heuer eine Währungsreform?

In eigener Sache: ich werde am 14. April 2010 im Café Hochl einen Vortrag für alle Interessierten über das Thema: "Kommt heuer eine Währungsreform?" halten. Im Besonderen werden diese Themenbereiche (und natürlich auch darüber hinaus) abgehandelt:

  • Der €uro ist am Ende
  • Wann kommt die Währungsreform?
  • Welche neue Währung kommt?
  • Entschulden die Staaten auf Kosten der Bürger?
  • Indizien erkennen
  • Wie kann ich mich vorbereiten?

die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 14. April 2010 um 19 Uhr im Café Hochl, 8020 Graz, Triesterstraße 162 (beim Eingang zum Zentralfriedhof) statt. Mein Vortrag wird etwa 120 Minuten dauern - Eintritt 7,50 €uro - Reservierungen unter: 0316.271744







Meldungen:



BIZ warnt, Staatsverschuldung ist am Siedepunkt und explodiert (alles-schallundrauch.blogspot.com)
UK: 500.000 leer stehende Häuser (wirtschaftsfacts.de)
China erstmals Handelsbilanz Defizit seit 6 Jahren (infokriegernews.de)
Mehr als nur kopieren – China auf der Überholspur (welt.de)
Boom in China droht die Inflationsrate auf 15 Prozent zu treiben (welt.de)

Katholische Kirche unbeliebter als Banken (manager-magazin.de)



Alarmstufe Rot: In den USA droht finanzieller Super-GAU - Die Vereinigten Staaten von Amerika als Mega-Griechenland des Westens. Schulden und Defizite als Angelegenheit der nationalen Sicherheit und jetzt auch noch das Platzen der Gewerbeimmobilienblase: 40 Prozent aller US-Banken sind in ihrer Existenz bedroht. (kopp-verlag.de)

Obama geht im Kampf gegen Arbeitslosigkeit Geld aus - Sowohl Republikaner als auc Demokraten kritisieren die enorme Staatsverschuldung der USA. Sie blockieren daher Mittel, die US-Präsident Obama im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit braucht. (diepresse.com)

»Die Interessen der deutschen Steuerzahler vertreten« – Eine Chronologie der Volksverdummung - Griechenland soll nun doch Gelder vom deutschen Steuerzahler bekommen, obwohl dies wochenlang von der Bundesregierung dementiert wurde. Volksverdummung oder Wählerbetrug? Eine Bestandsaufnahme. (kopp-verlag.de)

Der Rentner-Tsunami - Ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum angewiesen ist, braucht unter anderem eine gesunde Altersstruktur der Bevölkerung. Doch in den kommenden vier Jahrzehnten wird die deutsche Bevölkerung auf 70 Millionen sinken. Die Verrentung der Generation der Babyboomer führt in die Katastrophe. In China droht gar ein "Rentner-Tsunami". (mmnews.de)

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