Mittwoch, 3. März 2010

Bauern sichern Lebensmittelmittelversorgung?

Vor einigen Monaten las ich auf diversen Webseiten über die Diskussion, ob Staaten wie Österreich oder Deutschland sich lebensmittelmässig in Krisen- oder Notzeiten selbst versorgen könnten. Viele haben damals geglaubt, ja, das wäre möglich.

Ich habe mit Bauern selbst gesprochen, habe recherchiert und bin zu einem schockierenden Ergebnis gekommen. Passiert nicht viel, das heisst, die Infrastruktur und Finanzstruktur bleibt bestehen, könnte es durch Veränderungen des Anbaus tatsächlich gelingen, in ein oder zwei Jahren das Land versorgen zu können. So müssten zB. die Ölpflanzen wieder verschwinden, statt dessen Gemüse angebaut werden, das auch benötigt wird. Wie gesagt, wenn die Infrastruktur erhalten bleibt.

Wenn allerdings durch einen Systemkollaps auch die Infrastruktur zusammenbricht, ist die Lebensmittelversorgung durch Bauern binnen kürzester Zeit nicht mehr möglich!

So benötigen viele Nutztiere spezielles Futter, ohne das sie entweder gar nicht lebensfähig sind oder zB. keine Milch mehr geben können. Kann dieses Futter nicht mehr geliefert werden, fällt meist der komplette Betrieb aus! Auch Zuchtbetriebe benötigen meist spezielles Kraftfutter, ohne dem der Betrieb nicht oder nur sehr schwer aufrechterhalten werden kann.

Auch bei Fruchtbauern, also jene Betriebe, die Getreide, Rüben, Mais, etc. anbauen, werden erhebliche Schwierigkeiten zu erwarten sein, da die meisten Feldfrüchte nicht reproduzierbar sind. Das heisst, die Bauern können nicht, so wie früher, aus den angebauten Früchten selbst den Samen für das nächste Jahr ziehen. Es sind fast ausschliesslich Züchtungen in Verwendung, wo dies unmöglich ist. Der Samen für die Aussaat muss jedes Jahr neu gekauft werden.

Dazu kommt, dass die meisten Bauern in der Schuldenfalle sitzen. Je grösser der Betrieb, desto mehr Schulden sind in der Regel vorhanden. Durch die jahrelangen Monokulturen sind auch die Böden oftmals ausgelaugt.

Die einzige Ausnahme sind kleine bis Kleinstbetriebe, die teilweise auch eigenständig vermarkten und die Biobauern, die zumindest ihren Samen teilweise selbst herstellen können. Österreich hat zwar europaweit den grössten Anteil an Biobauern, doch dies reicht bei weitem nicht aus, die Bevölkerung zu versorgen!

Umzustellen, das heisst, anderes Saatgut zu verwenden und andere Früchte zu ernten oder auf andere Tierzüchtungen umzusteigen, dauert Jahre! Binnen kurzer Zeit, wie ein Jahr bis zur nächsten Ernte, ist definitiv nicht möglich! Zum einen weil entsprechendes Saatgut fehlt bzw. traditionelle Rassen, die nach herkömmlicher Weise gefüttert werden können und nicht permanent auf einen Tierarzt angewiesen sind, ebenso kaum verfügbar sind!

Die Bauern haben in den letzten Jahrzehnten einen grossen Wandel durchgemacht und von gesunden, aber nicht sehr ertragreichen Mischbetrieben zu Spezialisten von Monokulturen geworden. Ohne entsprechende Technik und Einsatz von Wachstumsmittel bzw. -hilfen läuft nichts mehr! Und mit diesem Wandel ist auch ein wichtiger Teil des früheren Wissens verloren gegangen, das, wenn es wieder benötigt wird, nur mühsam rekonstruiert werden muss. Es wurde auf maximalen Ertrag und maximalen Gewinn umgestellt. Vom Saatguthersteller bis hin zum Bauern. Diese Entwicklung ist nur sehr schwer umkehrbar!

Damit wird klar, wie wichtig ein privates Krisenlager werden kann! ... wenn die Grundversorgung nicht mehr gesichert ist. Auch der eigene kleine "grüne Fleck", auf dem man selbst Gemüse pflanzen kann, wird enorm wichtig werden. Damit man überhaupt seine Familie versorgen und durchbringen kann. Dass es zu Versorgungsschwierigkeiten bis hin zum Zusammenbruch der Infrastruktur kommen wird, zeichnet sich immer deutlicher ab, wenn der grosse Knall kommt. Und glaube nicht, mein lieber Freund, dass dann der Staat helfen kann! Er ist schon jetzt, wo es noch ein Kriserl ist, heillos überfordert. Dann, wenn die Strukturen zusammenbrechen, bricht auch der Staat weitgehend zusammen.







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



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UK´s Mangel an Glaubwürdigkeit belastet Pfund - Der ehemalige britische Zentralbanker Willem Buiter geht mit Großbritanniens Regierung abermals hart ins Gericht und wirft den politischen Entscheidern vor, die dramatische Finanzsituation des Königreichs mit allerlei Bilanztricks, die denjenigen des einst untergegangenen amerikanischen Energieriesen Enron in kaum etwas nachstünden, zu verschleiern. UK ginge es bei Licht besehen nicht viel besser als Griechenland, die Politik habe jedwedes Vertrauen verspielt. Dieser Aspekt zeige sich insbesondere am derzeitigen Sturzflug des britischen Pfund Sterlings. (wirtschaftsfacts.de)

Warum Großbritannien im Schlamassel steckt - Seit Tagen fällt das Pfund. Die britische Währung rutschte zum ersten Mal seit zehn Monaten unter die Marke von 1,50 $. Der Kapitalmarkt fürchtet sich vor einem Patt bei den Wahlen und horrenden Schulden. FTD.de zeigt die Probleme auf. (ftd.de)

Zugenagelte Schaufenster in Großbritannien - Was für die Briten selbst schon kaum mehr zu übersehen war, ist jetzt offiziell bestätigt: Die Anzahl leerstehender Geschäfte, die die Haupteinkaufstraßen verschandeln, wächst zunehmend. Einer Erhebung nach stehen 12,4 Prozent der Läden in den Stadtzentren Großbritanniens leer. Damit hat sich die Anzahl der Leerstände seit 2007 mehr als verdreifacht. (kopp-verlag.de)

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CLG geht von HAARP Erdbeben in Chile aus: Großer Feuerball? Lori Price, die Herausgeberin von Citizens for Legitimate Government (CLG) hat am 27. Februar 2010 in Breaking News mit einem Wort in Klammern impliziert, dass HAARP in Chiles monumentales 8.8 Erdbeben involviert gewesen sein könnte. CLG betont, dass HAARP heute einhergeht, mit einer wachsenden Zahl von Wissenschaftlern und öffentlicher Wahrnehmung des HAARP und seiner Fähigkeit des Geoengineerings, um „natürliche Katastrophen“ für politische Vorteile auszulösen. (infokriegernews.de)

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Kommentare:

PeWi hat gesagt…

Interessanter Post. Mein Gefühl wurde bestätigt. Die Milchseen sind auch eine Folge der Hochleistungstiere. Die Bauern sägen sich mit ihnen den Ast ab, auf dem sie sitzen. Man kann nur hoffen, dass wir das Szenario der Selbstversorgung nicht testen müssen.

bernd hat gesagt…

Aus meiner Sicht ist die Situation viel schlimmer, als hier dargestellt: agrartechnische Bodennutzung!

- Raps, riesige Flächen
- Amflora ( demnächst )
- ...

Lebensmittelversorgung ist dadurch, dass Argarbetriebe industriellen Strukturen dienen, Benchmarks durch den Finanzsektor auferlegt bekommen, nebensächlich. Entscheidend ist der Gewinn! Und der wird immer öfter gegenüber der Lebensmittelversorgung bevorzugt.

Ach ja: das schöne Wörtchen "Landschaftspflege" dient doch nur darum, den Subventionsfluss nicht auszutrocknen!

bauchstimme hat gesagt…

Gestern war ein Radiobeitrag über Gemeinschaftsgärten in Radio Steiermark zu hören. In den Lebenswerkstätten Stainz entsteht 2010 ein Nachbarschaftsgarten, wo genau dieses Wissen um Aussaat, Pflege, Erhaltung und Saatgutgewinnung oder Verarbeitung von Gemüse oder Obst weiter gegeben wird. Schulen und das Altersheim sind aktiv in den Garten mit einbezogen. Privatpersonen können Beete zur Eigennutzung "mieten".

Das Grundstück dafür stellt die Marktgemeinde Stainz dem Verein zur Verfügung. Weitere grundsätzliche Ressourcen wie Saatgut werden von unterschiedlichen Firmen gesponsert. Tja und bestimmte Besonderheiten sind eben selbst mit zu bringen. Jetzt im Frühjahr wird als erstes ein Lehmhaus als Geräteschuppen gebaut werden. Heute Abend ab 19:30 Uhr ist Gartentreffen im Vereinslokal am Hauptplatz 9 in 8510 Stainz.
http://www.lebenswerkstaetten-stainz.at

Alleine das Wissen um den Anbau von Lebensmitteln ist von Bedeutung, um sich selbst versorgen zu können. Mein persönliches Krisenlager enthält vor allem biologisches sortenechtes Saatgut.

JoHy hat gesagt…

über Stainz und das Projekt der Lebenswerkstätten habe ich schon am 28. Oktober 2009 berichtet: http://schnittpunkt2012.blogspot.com/2009/10/eine-nachahmenswerte-initiative.html

Johannes