Donnerstag, 25. Februar 2010

20 Jahre Photoshop

Früher war es relativ aufwändig und verlangte spezielle Fähigkeiten, Fotos als "Beweise" zu fälschen. Ich hatte einmal ein Buch in der Hand, den Titel weiss ich nicht mehr, es beinhaltete jedenfalls die Bildmanipulation in der damaligen Sowjetunion. Dort wurden Politiker, wenn sie in Ungnade gefallen waren, einfach aus zeitgeschichtlichen Fotos wegretuschiert. Dabei kam es unfreiwillig zu wirklich schrägen Bildern, wo noch Füsse, Beine oder Hände ohne dazugehörige Körper und Gesichter sichtbar waren. Die Sowjets hatten die Fähigkeit der analogen, also manuellen Fotoretusche fast zur Perfektion gebracht.


Vor zwanzig Jahren wurde ein Computerprogramm entwickelt, das immer stärker in unser computerisiertes Leben einzog und heute in Zeiten digitaler Fotografie Standard geworden ist. Kaum ein Bild, das in der Werbung oder im Journalismus nicht damit behandelt wurde. Der Photoshop von Adobe.

Enorm die Möglichkeiten dieses mittlerweilen ziemlich umfangreichen und komplexen Programms, mittels Filter, Werkzeugen und PlugIns Fotos nicht nur aufzuwerten, sondern sie zu manipulieren und digitale Welten zu erschaffen.

Heute ist ein Foto, ein digitales Bild, keinerlei Beweis für etwas Existierendes oder Passiertes. Empfehlenswert sind die Bewerbe von Foto- und Grafikportalen, was wirklich alles möglich ist und in welch höchster Perfektion. "Photoshoppen" wurde zum geflügelten Wort, wenn es um Behübschung von Fotos geht.

Besonders unterhaltsam, neben den perfekten Kunstwerken diverser Bewerbe und Contests, ist der Blog PhotoshopDisasters, wo Ergebnisse gezeigt werden, die mehr oder weniger fehlerhaft sind. Wo durch den Ehrgeiz des Künstlers oder Grafikers ganze Körperpartien fehlen oder die Proportionen nicht mehr stimmen, wo Teile vergessen oder falsch wieder zusammengesetzt wurden.

So brachte u.a. auch die NÖN (Niederösterreichische Nachrichten) ein besonders schräges Bild in ihrer Druckausgabe, wo bei einem Bieranstich ein und die selbe Person - allerdings in zwei unterschiedlichen Ämtern einmal als Bürgermeister, einmal als Landtagsabgeordneter - doppelt am Foto sichtbar ist (politwatch.at)

Nein, Spass beiseite ... warum ich diesen Artikel auf Schnittpunkt2012 bringe? Ich bekomme viele Emails mit angehängten Fotos bzw. digitalen Bildern, die meist irgendetwas beweisen sollten! Seit es Photoshop gibt, ist kein Bild mehr ein Beweis! Das, nicht mehr und nicht weniger möchte ich damit sagen!

Und ich meine dies auch ganz und gar nicht negativ, denn ich bin selbst begeisteter Fotograf und bearbeite meine Bilder auch im Photoshop, um sie aufzuwerten oder sie bewusst zu verfälschen.



PhotoshopDisasters (photoshopdisasters.blogspot.com)



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)





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