Mittwoch, 20. Januar 2010

Sind Zustände wie jetzt in Haiti auch bei uns bald möglich?

Die Medien schreiben über unhaltbare Zustände. Plünderungen, Raub und Diebstahl prägen das Stadtbild. Jugendliche Banden ziehen durch die Stadt und terrorisieren die Bevölkerung, derweil Hilfsorganisationen und Militär versuchen Hilfsgüter auszuteilen. Dennoch bleibt bisher ein grosser Teil der Bevölkerung ohne Medikamente, Wasser und Nahrungsmittel. Andere wiederum nehmen sich offen, was sie irgendwie - auch mit Gewalt - bekommen können!

In einigen Foren und auf diversen Webseiten wird die Frage gestellt, sind diese Zustände, wie sie jetzt auf Haiti herrschen, auch bei uns im Zuge des Niedergangs unseres Systems auch möglich, wenn die grosse Masse plötzlich durch den Zusammenbruch der uns bekannten Infrastruktur von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts steht?

Im Prinzip sind solche Zustände sehr wahrscheinlich. Doch bei uns wird einiges anders sein. Zum einen wird es keine Hilfslieferungen geben! Von wo auch, es wird weitgehend die gesamte westliche Welt davon betroffen sein. Zum anderen gab es auf Haiti schon längere Zeit eine relativ hohe Verbrechensrate und Bandenbildungen. Dadurch ist schnell eine gewisse Hemmschwelle überschritten und Waffen, seien es auch nur Messer oder Schlagwaffen, schnell zur Hand.

Bei uns werden zum Grossteil "normale Menschen" - so wie du und ich - auf die Strasse gehen. Es ist natürlich zu vermuten, dass es ebenfalls zu Bandenbildungen und Verbrechen kommen wird. Doch nicht in dieser extremen Form wie auf der Karibikinsel. Dort galt schon lange das Recht des Stärkeren.

Wie überlastet und hilflos die Polizei ist, beweist die Aufforderung an die Bevölkerung, Lynchjustiz auszuüben. Das heisst, es gibt quasi keine Rechtsgewalt mehr. Das droht bei uns auch. Solange es nur einzelne Aufmärsche, Demonstrationen und Kundgebungen geben wird, kann die Lage halbwegs unter Kontrolle gehalten werden. Wenn allerdings diese sich wie ein Flächenbrand im gesamten Land ausbreiten, ist die Exekutive, also Polizei und Militär mit Sicherheit überfordert, vor allem auch, weil gewisse Gebäude, Menschen und Organisationen besonders bewacht bzw. beschützt werden müssen. Dazu zählen alle Regierungsgebäude, alle Regierungsmitglieder, Banken inkl. Personal, Kunstsammlungen und alles was benötigt wird, um trotz Zusammenbruchs die noch verbleibenen Strukturen aufrecht zu erhalten und für die Sicherheit der Regierungen zu sorgen.

Dass es, wenn plötzlich auch der Hunger ein Thema wird, zu Plünderungen kommen wird, ist ebenfalls wahrscheinlich. Möglicherweise werden sich diese Szenarien in den verschiedenen Ländern auch unterschiedlich abspielen. So werden heissblütige Südländer sicherlich anders auftreten, als etwas ruhigere und besonnenere Nordländer (... könnte ich mir vorstellen).

Allerdings, was Haiti betrifft, es ist unglaublich, welche Interessen selbst bei solchen Katastrophen eine grosse Rolle spielen und die gesamte Hilfsleistung entscheidend beeinflussen. Irgendwie habe ich doch das Gefühl, die Amerikaner sind nicht ganz selbstlos auf der Insel. Ob es sich nicht vielleicht doch um eine unterschwellige Übernahme des Staates handelt, wird die Zeit danach zeigen ... wenn alle anderen Länder, die ebenfalls helfen, wieder weg sind. Strategisch ist Haiti gar nicht so uninteressant ...

Was mich allerdings hell auflachen liess, ist die Tatsache, das Bush jun. der Chef des amerikanischen Einsatzes ist. Jener Bush, der im eigenen Land nach einer, lange nicht so zerstörerischen, Flutwelle in New Orleans kläglich versagt hat. New Orleans liegt teilweise heute noch in Trümmern!



Wer etwas zu essen hat, begibt sich in Gefahr (welt.de)
Haiti: Kampf bis aufs Messer (tagesspiegel.de)
Polizei ruft in Haiti zur Lynchjustiz auf (bernerzeitung.ch)
Wie heuchlerisch die US-Hilfe für Haiti ist (alles-schallundrauch.blogspot.com)
Haiti: die Hilfe-Katastrophe (mmnews.de)







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



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Desaströse Geldnot: Klamm, klammer, Kommunen (spiegel.de)
Griechenland hat doch Zahlungsprobleme (econo-matrix.blogspot.com)
China: Ein grosses Dubai? (heise.de)

Krisenprophet Max Otte: „Die Welt steht kurz vor dem Crash“ (krisenvorsorge.com)
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Der Jahrhundert-Betrug
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„Deutschland steht das Wasser bis zum Hals“ - Die Bundesbank hat Schwarz-Gelb in der Steuerdebatte vor falschen Erwartungen gewarnt. Er halte es für „mehr als verwegen“, wenn, wie das Äußerungen der Liberalen nahgelegen, die Regierung bei Steuersenkungen auf eine Selbstfinanzierung setze, sagte Bundesbank-Vorstand Fabritius. Vielmehr sei eine schnelle Haushaltskonsolidierung notwendig. (handelsblatt.com)

Preise auf britischer Insel steigen sprunghaft - Die Zeit des billigen Geldes könnte für großbritanniens Banken schon bald ein Ende haben: Die Inflation ist auf der Insel sprunghaft gestiegen und beträgt nun fast drei Prozent. Eine Kurskorrektur der Notenbank scheint unausweichlich. (handelsblatt.com)

Griechenland-Misere wird für Euro zur Dauerlast - Die EU-Finanzminister sind mit Athen nicht zufrieden und halten die Sparpläne für ungenügend. Am Devisenmarkt sorgt das für Kapriolen: Händler zweifeln den Reservestatus des Euro an und flüchten sich aus Mangel an Alternativen ins britische Pfund. (ftd.de)

Der verzweifelte Kampf um den Euro - Steigende Schulden, fehlender Reformwille, schwindende Wettbewerbsfähigkeit – die Finanzkrise legt die Schwächen der Währungsunion schonungslos offen. Wie lange hält der Euro das noch aus? (wiwo.de)

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Welt-Goldreserven - Wer hat wieviel Gold? Das "World Gold Council" mit einer Übersicht über die aktuellen Goldreserven der 100 wichtigsten Länder. Nach diesen Angaben lagern in den Zentralbanken der Welt rund 30000 Tonnen Gold. (mmnews.de)

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Kommentare:

divo hat gesagt…

Johannes, ich denke, dass in deutschen Städten mit hohem Ausländeranteil ordentlich Blut fließen dürfte. Werden diese Leute in die Schranken gewiesen - bzw. ausgewiesen, dann wird es ruhiger. Auf dem Land dürfte es generell nicht so dramatisch werden, weil es dort Anbauflächen gibt. Es wird alles davon abhängen, wieviele Menschen vorgesorgt haben und wieviele Vorräte seitens der Behörden angelegt wurden. Wenn es zu argen Nahrungsmittel und Wasserengpässen kommt, vielleicht noch gepaart mit Kälte und Stromausfall - dann wird es sehr viele Tote geben. Sowohl durch die Mangelsituation, als auch durch Verteilungskämpfe. Das beste in solchen Fällen ist sicher, nicht aus dem Haus zu gehen. Wir werden sehen.

chris hat gesagt…

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Haiti (nicht zum ersten Mal) Opfer eines HAARP Versuches geworden ist? Diese Anlage, die in Alaska in betrieb ist, wird nachgesagt, das sie u.A. mit Hilfe von Tönen, beim Durchdringen von Materie, diese so verändert, dass sie den grössten Teil der Schwerkraft nicht mehr ausgesetzt sind.

Eine solche Aktion, auf 100 Meter unter der Insel gerichtet, ein paar Sekunden würden reichen um ein Erdbeben auszulösen oder sogar Tsunamis??