Freitag, 8. Januar 2010

Realität - Fiktion - Manipulation 2/5

Ein Bereich, der uns allen jeden Tag in seiner vielfältigen, teilweise aggressiven und aufdringlichen Form begegnet und höchst manipulativ ist, ist die Werbung. Lange schon haben wir jene Zeit zurück gelassen, in der Produkte beworben wurden, mit ihren Vorteilen und Einsatzbereichen. Heute wird nur mehr Image transportiert.

Schau dir einmal bewusst einen Werbeblock im Fernsehen oder die Inserate einer Zeitschrift an. Es ist keine Werbung im herkömmlichen Sinne mehr, sondern die Vision eines Traumes ... hier wird Treibstoff der Marke XY als besonders umweltfreundlich verkauft, so als würden Blumen aus dem Auspuff quellen, anstatt der üblichen Abgase ... es werden Fertigmahlzeiten präsentiert, die alle ausschliesslich die Qualität aus Gourmettempeln aufweisen und das nonplusultra unserer Ernährung wären ... und alle Waschmittel waschen jedes Jahr noch reinigender, noch sauberer, noch weisser ...

Werbung ist Manipulation und Suggestion in höchstem und damit auch perfektem Masse. Kaum jemand durchschaut die Botschaften der Agenturen, die auf psychologischer Basis wirken, oftmals, auch wenn man sie als sinnlos oder blöd erachtet, teilweise enorme Breitenwirkung haben und oft auch direkt mit unserm Unterbewusstsein kommunizieren. Ein Produzent von Werbespots sagte einmal: "Es sind kleine Spielfilme, die Geschichten erzählen. Wir haben nur wenige Sekunden Zeit, aber der Zuseher sollte dadurch nachhaltig beeinflusst und postiv auf das Produkt bzw. auf die Marke reagieren. Wir schaffen Traumwelten und manipulieren, wenn wir unsere kurzen Geschichten erzählen. Schlussendlich möchte der Auftraggeber das Ergebnis mittelfristig an steigenden Verkaufszahlen ablesen können. Wir sind einerseits Künstler, andererseits Prostituierte, es geht nur um Unterhaltung und Profit!"

Als Begründer der suggestiven Propaganda gilt Joseph Goebbels, der seinerzeit der "Wahlkampfmanager" Hitlers war und mit aufwändigen Tricks, in kurzer Zeit einen Mythos schuf. Damit war eine neue Ära eingeleitet, aber es dauerte noch Jahrzehnte, bis diese suggestive Propaganda auch die Werbebranche einnahm. Ab nun hiess es nur mehr höher, weiter, besser, elitärer, etc. - oder auch blöder, dümmer und ausgefallener. Der Kreativität waren keine Grenzen mehr gesetzt. Egal wie die Werbung ausfiel, der Erfolg war nur vorhanden, wenn sich die beworbene Marke in die Gehirne der Konsumenten "einbrannte" und später auch für entsprechenden Umsatz bzw. Profit sorgte.

Plötzlich waren die Kosten für Werbefilme und Inseratfotografien in astronomische Höhen geklettert, man engagierte zuweilen auch erfolgreiche Spielfilmregisseure um die Umsetzung einer Idee möglichst zu perfektionieren.

War es früher so, dass genau definierte Artikel oder Dienstleistungen beworben wurden, so wandelte sich die Werbung hin zur Imagepropagandierung einer Marke.

Bis eine, im Grunde besonders manipulative Werbeart, entwickelt wurde. Es wurden Produkte erzeugt, die eigentlich kein Mensch benötigen würde. Damals, als die ersten Mobilfunktelefone auf den Markt kamen, war solch eine Situation gegeben. Es war eine neue, revolutionäre Technologie, welche die erstaunten Menschen kaum verstanden und als Spielzeug für Reiche abtaten ... denn es musste unheimlich teuer sein, solches (zugegeben, damlas noch ziemlich dickes und grosses Gerät) zu kaufen und damit zu telefonieren. Also war es Aufgabe der Werbeprofis, nicht ein Produkt oder eine Marke zu bewerben, sondern ein Bedürfnis zu schaffen. Es sollte langfristig jeder das Bedürfnis haben, ein Mobiltelefon zu kaufen und zu verwenden. Heute, knapp 20 Jahre später, kenne ich kaum jemanden, der nicht ein Mobiltelefon besitzt und damit rund um die Uhr, im besten Fall auch weltweit, erreichbar ist ...

Werbung führt uns in ein Traumland, in eine Illusion. Werbung zeigt uns eine Welt, oftmals eine perfekte Welt, die es allerdings nicht gibt. Ich kenne keine Hausfrau, die nur deshalb glücklich ist, weil das Waschmittel XY ihre Wäsche weisser wäscht ...

Es wird Image produziert, und viele Kinder und Teenager unserer Zeit sind fast manisch diesem Imagewahn verfallen und damit markenabhängig geworden, weil durch den Kauf und das Benutzen diverser Marken ein bestimmtes Lebensgefühl vermittelt wird. Gewisse Gruppen implizieren die Verwendung bestimmter Marken. Damit wird allerdings die Individualität beschnitten, aber das Zusammengehörigkeitsgefühl bestärkt. Man trägt wieder Uniform! Aber es sind nicht nur Kinder und Teenager, die auf den Schmäh der Werbung, der Propaganda hereinfallen. Jener Werbung, die manipulativ und suggestiv die Psyche des Menschen penetrieren und damit verdammt erfolgreich sind. Wir urteilen nach Äusserlichkeiten, nach dem Auto, der Kleidung, den Accessoires, dem Aussehen. Und wir tun alles um die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe zu unterstreichen.

Die Werbung mit ihrer Gefährlichkeit der vermittelnden Traumwelt, der Illusion ist damit auf gleicher Stufe zu sehen, wie die nicht minder gefährliche Welt der Film- und Fernsehindustrie. Auch hier werden wir in irreale Traumwelten versetzt. Im Gegensatz zu einem Buch, wo beim Lesen die eigene, individuelle Fantasie gefordert wird, setzt und das Kino oder der Fernseher ein "Fertiggericht" vor, das mit manipulativen Eigenschaften nicht geizt. Ich als Konsument brauche nicht mehr zu denken ...

Oftmals ist es eine perfekte Welt, in der alles stimmt und schlussendlich, auch wenn auf die Tränendrüse gedrückt wird, ein Happy-End suggeriert, im realen Leben wäre es genauso. Immer mehr Menschen verwechseln das Leben mit einem Spiel, das genauso funktioniert. Probleme, egal wie gravierend, sind plötzlich wie weggeblasen ... und alles ist wieder gut.

Ich bin der Überzeugung, die derzeitige Ignoranz der tatsächlichen Lage wird von Werbung und TV/Kino insofern beeinflusst, dass viele, besser gesagt die meisten Menschen nur ein gutes Ende, also das Ende der Krise und die Beibehaltung aller Systeme gleichsam erwarten oder gar keine andere Alternative als möglich betrachten ... ja, auch zuwenig nachdenken, sich zu wenig informieren. Dabei spielt auch die Angst, aus dieser suggerierten Traumwelt aussteigen zu müssen eine gewichtige Rolle. Es wird wieder gut, oder wie der immer erfolglosere Präsident der USA voriges Jahr dogmatisch propagierte: "Yes, we can!"

Fortsetzung folgt ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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1 Kommentar:

PeWi hat gesagt…

Ich habe kein Handy!