Freitag, 29. Januar 2010

Radikale und drastische Veränderungen müssen kommen

Wenn wir unser System, das wir über Jahrhunderte aufgebaut haben und dessen Motor Geld und Profit ist, näher betrachten und vor allem die Auswüchse analysieren, so müssen wir logischerweise zu dem Schluss kommen, dass nur radikale und tiefgreifende Veränderungen unser System vor dem finalen Kollaps retten können.

Nicht nur, dass Geld bzw. Vermögen vollkommen ungerecht aufgeteilt ist - nur wenige Familien und Clans besitzen den Grossteil des globalen Vermögens - es zielt alles darauf ab, dass korrupte Organisationen, dazu zählen auch die Banken und Finanzkonzerne, noch reicher werden, zu Lasten dem Rest der Welt. Also zu Lasten unser aller!

Es steckt nicht nur ein Wurm in unserem System, es fault von innen her, lockt noch mehr Würmer an und pervertiert sich selbst. Denk nach, lieber Freund, was man nur mit dem Militärbudget der USA oder allen Militärbudgets der Welt finanzieren kann. Es müsste keine Armut geben, keinen Hunger, keine Wasserknappheit, und, und, und ... Alleine die USA verprasst pro Jahr weit über 500 Milliarden US-Dollar mit ihren fragwürdigen Kriegen, ihren Übertretungen der Menschenrechte und der Aufrechterhaltung der grössten Militärmacht der Erde, mit Militärbasen auf allen 6 Kontinenten (inkl. Antarktis) und sogar im Weltall.

Dabei gibt es in den USA über 35 Millionen Foodstamps-Empfänger (Menschen die Lebensmittelmarken verwenden), die Zeltstädte vor den Metropolen wachsen, es gibt nach wie vor kein funktionierendes Gesundheitssystem und Sozialsystem. Der Rechtsstaat wurde zu Gunsten faschistischer Willkür aufgegeben und die Bürger durch den "Patriot Act" weitgehend entrechtet.

Warum ich wieder einmal auf die USA einschlage? Weil sie das wohl krassteste Beispiel menschenunwürdiger, total verfehlter Elitenpolitik ist, wo nur wenige wirklich profitieren. Natürlich sind die meisten westlichen Industriestaaten auf den Spuren der USA und verwandeln ehemalige Demokratien, in denen Politiker noch Moral- und Ehrvorstellungen hatten (zumindest ansatzweise), in totalitäre Polizeistaaten. Ein Phänomen unserer Zeit, das kaum aufzuhalten ist, denn dadurch wird die Macht der Regierenden immer grösser.

Es ist wohl schon 30 Jahre her, als ich Orwells "1984" las, dessen Roman eine dunkle Zukunft prophezeihte. Aber 1984 war schon, wir befinden uns heute in einer weit diffizileren Welt, in der man über die rüpelhaften, teilweise infanilen Stasi- und KGB-Methoden der 70er bis 90er Jahre bloss ein belustigendes Lächeln übrig hat. Heute haben die Polizei und Geheimdienste nicht nur 1984, sondern auch Stasi und KGB weit hinter sich gelassen. Der Überwachungs- und Kontrollstaat, der sich suspekter Weise noch immer erlaubt, Demokratie zu heissen, ist schon traurige Realität geworden.

Die Manipulationen und Lügen nehmen in beängstigendem Ausmass zu, Menschenrecht und Menschenwürde werden äusserst grosszügig ausgelegt und Freiheit ist ein Wort auf einem Stück Papier. Politiker mutierten von Staatsmännern (und -frauen) zu unumschränkten Herrschern, setzen sich über den Willen des Volkes einfach hinweg und was tut das Volk dagegen? Es lässt sich manipulieren, denkt kaum nach, lässt sich die ehemalige Freiheit stückchenweise nehmen, lächelt dazu und ist froh, wenn man ihm ein kleines Stück materiellen Wohlstand zugesteht ... oder besser formuliert, erlaubt.

Die Medien, beeinflusst von den Spindoctors, Think Tanks und Meinungsmachern in den Regierungen spielen fröhlich das Spiel mit, nicht bewusst, was sie dem Volk damit aufbürden. Hinterfragender und investigativer Journalismus liegt schon lange am Zentralfriedhof der Zeit und nicht einmal in einem Ehrengrab. Nicht hinterfragtes Kopieren der Agenturmeldungen unterstützt die Machenschaften der Mächtigen. Steht doch auch viel Geld am Spiel und das will man kaum verpassen!

Stell dir vor, damit sind wir wieder bei den USA, das Volk wüsste, was ihre Regierung, inklusive der mächtigen Marionetten der Wall Street und der Rüstungskonzernen, tatsächlich macht und wie sie das gesamte Land gezielt in den Untergang steuern. Es wäre ein gewaltiger Volksaufstand die Folge und alle Verantwortlichen würden sofort aus dem Land vertrieben, sofern sie nicht gelyncht würden.

Vielleicht ahnen die US-Mächtigen erwas, vielleicht ist ihnen ihre perverse Politik auch bewusst. Jedenfalls haben sie das Gesetz so überarbeitet, dass nun auch ein Militäreinsatz gegen das eigene Volk möglich ist. Ausserdem bauten sie 100erte Lager, vergleichbar mit Konzentrationslagern, mit einem Fassungsvermögen von einigen Millionen Menschen. Heisst das, sie rechnen schon damit, dass das Volk "ungehorsam" wird? Welch absurde Situation, das Volk wählt ihren eigenen Henker!

Doch lachen wir nicht schadenfreudig über das Land jenseits des Atlaniks, bei uns in Europa sind zumindest die Weichen dorthin ebenso gestellt. Unser Zug des Lebens fährt uns in eine Zeit, die schwieriger, dunkler und menschenverachtender nicht sein kann. Selbst Hitler und Stalin werden uns noch wie kleine Lausbuben erscheinen. Unser Zeit hat die blutrünstigen Monster Gier und Macht losgelassen. Und es braucht schon einen "Siegfried", der diese Monster tötet und uns davor erlösen könnte. Vorerst ist allerdings keiner in Sicht und wir werden wohl oder übel aus Angst, Bequemlichkeit und perfekter Indoktrinierung noch lange zusehen, bis wir endlich aufstehen werden und das Pack davonjagen. So wie in den USA wissen auch unsere Mächtigen, dass dieser Tag unweigerlich kommen wird. Und sie bauen auch bei uns vor. Augenscheinlich arbeitet die Zeit für sie. Doch spät, vielleicht sogar erst dann, wenn alles verloren ist, wird das Volk aufstehen. Aber dann Gnade ihnen Gott!

Die Veränderungen, die unbedingt nötig sind, unser System nicht nur wieder zum Laufen zu bringen, sondern auch allen Menschen ein würdiges und gerechtes Dasein garantiert, betreffen alle Bereiche. Auch wenn wir nun einmal nicht visionär einfordern, was ohnehin normal sein sollte, werden wir enttäuscht. Denn die Elite hat es bisher nicht geschafft, unser System einigermassen zu stabilisieren. Da steht eine brisante Frage im Raum: "Wollen die Eliten überhaupt das System stabilisieren oder versprechen sie sich von einem Totalzusammenbruch noch mehr Vermögen und noch mehr Macht?" In welch skurriler, verlogener und destruktiver Welt leben wir eigentlich?



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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