Dienstag, 26. Januar 2010

monetäres vs. nicht monetäres System

Was ein monetäres System ist, wissen wir! Wir leben seit Menschengedenken in einem monetären System. Jeder, der eine Leistung bringt, wird diese mit Geld abgegolten. Damit kann er einkaufen, investieren und ein Vermögen anhäufen. Unser System ist auf Geld aufgebaut. Dadurch ist es in sich korrupt und impliziert eine Elitenbildung. Die Auswüchse kennen wir, die Armen werden ärmer, die Reichen reicher ...

Was ein nicht monetäres System ist, kann sich kaum jemand vorstellen. In einem nicht monetären System gibt es kein Geld! Damit kann ein nicht monetäres System nicht korrupt sein und impliziert auch keine Elitenbildung ... ausgenommen auf geistiger Ebene. Es gibt kein arm und kein reich mehr. Doch wie sollte ein derartiges System funktionieren?

Wir machen gerade eben die fatale Erfahrung, dass unser monetäres System durch die Korruption, durch die Gier und durch die Geld- und Machteliten zusammenbricht. Währungsreformen, Währungskollapse, ein weltweiter Finanz- und Wirtschaftscrash klopfen bereits an die Tür. Das System, das uns so vertraut ist, allerdings auf Illusion aufgebaut wurde, kollabiert. Kaum eine Währung, kaum ein Land, das nicht betroffen sein wird. Das monetäre System funktioniert nicht mehr, weil alle Grenzen überschritten wurden!

Mit der Ideologie des monetären Systems verhält es sich genauso, wie mit der Idealisierung der Demokratie. Eine Demokratie, also eine Staatsform, in der die Macht vom Volk ausgeht, gibt es kaum mehr. Fast diktatorisch, faschistisch regieren die gewählten Volksvertreter in den Regierungen und arbeiten nicht im Sinne des Volkes, sondern im Sinne von Lobbies. Damit wird eine ideale Staatsführung mit den Füssen getreten und ad absurdum geführt. Was bleibt sind verlogene, selbstherrliche Demokarturen - Diktaturen auf Zeit. Das heisst, das Volk hat alle paar Jahre die Möglichkeit, seinen Diktator auf Zeit selbst zu wählen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Parteien und deren Vertreter nur marginal. Es geht nicht ums Volk bzw. dessen Willen, sondern um Macht. Die tatsächlich Mächtigen sitzen hinter den Parteien im Dunkeln und ziehen die Fäden. Das Volk, die Wählrschaft soll und muss allerdings einen anderen Eindruck bekommen, deshalb wird die Realität verschleiert, das Volk manipuliert und der Staat mit seiner Regierung als väterlicher Beschützer präsentiert. Jedwede andere Staatsform muss demnach klarerweise verteufelt werden.

Genauso, wie man ein nicht monetäres System als unmöglich hinstellt. Nicht einmal so viel wert, darüber nachzudenken. Trotzdem scheint es aber die ulimative Lösung der ganzen Misere zu sein. Doch Vorsicht! Ein gleitender Übergang von einem monetären in ein nicht monetäres System ist nicht möglich! Denn jeder, der Macht und Vermögen besitzt, wird diese kaum kampflos aufgeben. Und wenn man die wirklichen Eliten betrachtet, so wird dieser Aspekt natürlich verständlich. Denn diese wären die grossen Verlierer! Gewinner würde die grosse Masse, das Volk sein. Doch wie würde das reagieren, wenn es von heute auf morgen nicht mehr manipuliert, ausgenutzt werden würde und ganz plötzlich frei, nämlich wirklich frei, wäre?

Ein nicht monetäres System muss dem Individum zeigen, dass es nicht mehr den individuellen Egoismus und dem Streben nach ewig mehr unterstützt, sondern dass durch die Gemeinschaft mehr möglich ist, als jeder Einzelne schaffen kann. Nach dem Motto: geht es allen gut, geht es auch mir gut! Wird die Individualität, die sowieso nur eine Illusion ist, aufgegeben und versucht man gemeinsam aus den vorhandenen Ressourcen zu schöpfen - ohne dass die Geld- oder Machteliten den Weg vorgeben, können ungeahnte Projekte entstehen, die heute noch als zu fiktionär abgetan werden.

Den meines Erachtens grössten Fehler machen jene, die ohne darüber nachzudenken behaupten: "Dann arbeitet doch keiner mehr!" Ja, es mag ein verlockender Ansatz sein, zu sagen, die Gemeinschaft tut und ich schaue zu und profitiere davon. Wenn das die Mehrheit denkt, tritt Stillstand ein ... also wird sich - wohl oder übel - jeder irgendwie in das neue System einbringen. Vor allem auch, weil es plötzlich mehr Möglichkeiten und weniger Grenzen gibt! Auch im nicht monetären System wird Leistung, egal ob geistig oder manuell, in irgendeiner Form abgegolten. Fähige, gute, kreative und fleissige Menschen werden sicher mehr davon profitieren, als jene, die man heute Sozialschmarotzer nennt. Doch ein nicht monetäres system bietet in jedem Fall mehr Gerechtigkeit und mehr Menschenwürdigkeit.

Der Übergang von einem monetären in ein nicht monetäres System kann, wie schon erwähnt, nicht gleitend vor sich gehen. Jeder, der sich an Vermögen und Macht gewöhnt hat, wird kaum bereit sein, dies aufzugeben. Das ist aber eine der Vorraussetzungen. Ein nicht monetäres Sytem kann nur dann installiert werden, wenn das moenetäre System gescheitert und kollabiert ist. Das heisst, nachdem wir den Null-Punkt erreicht haben. Wenn Währungs- und Wirtschaftssysteme zusammengebrochen sind, wenn das Volk als grosser Verlierer die Eliten und deren Vermögen vernichtet, wenn durch einen weltweiten Crash alle Strukturen vernichtet wurden und nichts mehr geht. Dann könnte - ich sage ausdrücklich, könnte - sich ein nicht monetäres System bilden. Auch aus der Angst, wieder ein System zu installieren, das in sich korrupt und elitenbildend ist!

So wie derzeit die Lage ist, werden wir wohl bald dazu Gelegenheit haben, einen umfassenden Paradigmenwechsel zu erfahren und möglicherweise auch ein neues, menschenwürdigeres, ehrlicheres System aufzubauen ... ein nicht monetäres System. Dabei ist wirklich jeder eingeladen, sich schon heute darüber Gedanken zu machen ...







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



Markt für Nutzfahrzeuge bricht weg (maerkischeallgemeine.de)
Griechenland: Euro-Rausschmiss? (mmnews.de)
Ukraine muss sich vor möglicher Pleite retten (handelsblatt.com)
Lettland: Gepfändete Kfz als Exportschlager (diepresse.com)
Öffentlichkeit wird geschockt sein über Ausmaß des CRE-Dramas (infokriegernews.de)
Unabhängigkeit der US-Notenbank in Gefahr (20min.ch)
USA: 15 Unternehmen, die gehasst werden (econo-matrix.blogspot.com)

Staatsbankrott & Währungsreform (goldseiten.de)



Die spektakulärsten Staatsbankrotte - Der Staatsbankrott ein Ausnahmezustand? Weit gefehlt. Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt: Praktisch alle Länder waren schon einmal pleite – oder sogar mehrfach. Einige Staaten gingen in der Not sogar dazu über, Gläubiger zu exekutieren. Hier die spektakulärsten Fälle von Staatsbankrott. (handelsblatt.com)

China muss die Notbremse ziehen - Die halbherzigen Versuche, eine Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zu stoppen, reichen nicht aus. Die einzige Chance, einen Kollaps zu verhindern, ist eine Neubewertung der Währung. (ftd.de)

Der Euroraum gerät ins Wanken - In einem internen Papier wird erstmals der Zusammenhalt der Währungsunion infrage gestellt. Die Krise deckt auf, wie sehr Süd- und Nordeuropa wirtschaftlich auseinandergedriftet sind. (diepresse.com)

Ruin oder Reinigung? Heute Griechenland, morgen die Ukraine und bald vielleicht Spanien: Viele Länder stehen nach dem internationalen Finanzcrash vor dem Staatsbankrott. Das klingt nach Inferno, aber was bedeutet es wirklich? Kommt dann der Uno-Gerichtsvollzieher und beschlagnahmt das Parlamentsgebäude? Wichtige Fragen rund um das Thema „Staatsfinanzen und Staatsbankrott“ – und die passenden Antworten. (handelsblatt.com)

Gefangen in der Endlosschleife eines Albtraums - Die nun drohenden Folgen der Finanzkrise sprengen unsere Vorstellungskraft. Die Abwehr-Reaktionen auf Barack Obamas Vorhaben, die Banken an die Kette zu legen, entspringen einer Unheil bringenden Quelle: Wir sind gefangen in der Endlosschleife eines Albtraums, in der die Ursachen der Krise fortlaufend neu reproduziert werden. (welt.de)

warnungen vor einem möglichen währungs-crash werden eindringlicher! die warnungen, dass es in europa, vor allem in der euro-zone zu erheblichen problemen kommen wird, kommen jetzt auch schon von der europäischen zentralbank. etliche staaten sind de facto schon bankrott, die eu sowie die ezb haben weitere zahlungen ausgeschlossen: "diese länder müssen jetzt mit ihren problemen selbst fertig werden!" es auch politisch kaum mehr vertretbar, dass staaten wie frankreich und deutschland, ebenso wie die anderen wenigen "noch netto zahler" für pleitestaaten und ihre jahrzehntelange politik zahlen müssen. denn auch in diesen staaten ist die überschuldung immens und geld mangelware. (survival-scout.at)

Debakel nach dem Orakel - Für Ben Bernanke wird es knapp: 15 Senatoren verweigern dem obersten US-Notenbanker die Zustimmung für eine weitere Amtszeit, ihn jetzt abzusägen wäre ein fataler Fehler. (derstandard.at)

Überfällige US-Finanzmarktreform - Falls es US-Präsident Obama gelingen sollte seine Ankündigungen vom letzten Donnerstag zur Reform des Bankensystems umzusetzen, dürfte das Bankster-System einen herben Schlag einstecken! Solange bleibt den Profiteuren eines unhaltbaren spekulativen Systems die Hoffnung, dass sich diese längst überfälligen Schritte zur strengen Regulierung im Geflecht von Bürokratie und Lobbyismus als wirkungslose Absichtserklärung entpuppen. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Terror und Freiheit - Anti-Terror-Maßnahmen und Freiheitsrechte – meist geht das eine zu Lasten des anderen. Die Bereitschaft, Freiheitsrechte mit dem Ziel verschärfter Sicherheitsmaßnahmen einzuschränken, steigt nach einem Anschlag oder vereitelten Anschlag phasenweise deutlich an. (mmnews.de)

Fiskalischer Ungehorsam - Je höher die Steuern und Abgaben, desto mehr Bürger schalten auf Boykott. Die Rechnung der Politiker, "höhere Steurn = höhere Einnahmen" erweist sich als Milchmädchenrechnung. Immer mehr Untertanen werden "fiskalisch ungehorsam". (mmnews.de)

kostenloser Counter



Kommentare:

divo hat gesagt…

Hallo Johannes,

schön dargestellt! Ich denke ebenfalls schon des längeren über alternative Gesellschaftsformen nach - bislang aber nur für mich alleine. Siehst Du eine Möglichkeit der vernetzten Zusammenarbeit? Ohne wird es nicht gehen und alleine erreicht man nichts. Wenn viele zusammenarbeiten sieht das aber schon anders aus. Wie denkst Du darüber?

Grüße
divo

bakunin hat gesagt…

hallo johannes,

gratuliere dir zu diesem gelungenen blog. bleibt zu wünschen, dass er auch genug leute erreicht. kurzzeitig gab es ja gebietsweise schon gemeinschaften in denen das geld abgeschafft wurde (siehe buenaventura durruti - cnt) und zwar zum wohle aller betroffenen.

@ divo: vernetzte zusammenarbeit heisst die losung, gruss bakunin71@yahoo.de