Samstag, 30. Januar 2010

Blair the Bliar

Es ist faszinierend, wie uns Politiker Unwahrheiten als Wahrheiten verkaufen wollen, uns lächelnd ins Gesicht lügen und dabei eine absolut vertrauenwürdige und eloquente Haltung einnehmen. So wie Tony Blair, auf der Insel schon Bliar (Anm: Liar heisst Lügner) genannt, gestern vor dem Irak Untersuchungsausschuss ...

Vor dem Gebäude demonstrierten rund 200 Personen, angeblich viele davon aus Familien, die Gefallene aus dem Irakkrieg zu verzeichnen hatten. Keine Entschuldigung, kein bedauern von Seitens des ehemaligen Premierministers. In der Anhörung im Untersuchungsausschuss war er der alte, vertrauenswürdige und eloquente Tony, wie in seinen besten Zeiten ... die schon sehr lange her sind!

"Ja, er würde genauso wieder handeln!", sagte er und erklärte, die Welt mit dem Terroranschlag am 11. September 2001 sich grundlegend geändert hatte. Ausserdem mussten er und Bush die Welt vor den Massenvernichtungswaffen des Saddam Husseins beschützen.

Geht man davon aus, dass jene Nationen, die nach westlichen Verständnis zu den reichsten und damit mächtigsten zählen, auch die besten und effizientesten Geheimdienste unterhalten. Dazu zähle ich den amrikanischen CIA, wie auch den britischen MI5. Diese beiden Organisationen haben in fast allen Intrigen, Krisen und Kriegen ihre Hände mittendrinnen. Sie haben Regime gestürzt, neue Regierungen installiert, Gegner vernichtet und Freunde aufgebaut. Kaum ein Furz, der von diesen nicht registriert wird.

Daher gibt es zu dem gestrigen Auftritt Bliars und seinen Ausführungen nur zwei Möglichkeiten:

Die so hochgepriesenen Geheimdienste haben sowohl bei 9/11 (samt US-Air Force, NORAD und US-Verteidigungsministerium) als auch bei den Vorbereitungen zum Irak-Krieg (alle vorgelegten Dokumente waren, wie später klar wurde, plumpe Fälschungen bzw. Fehleinschätzungen) total versagt, haben Gerüchte und Annahmen ihren Regierungen fälschlicherweise und bewusst als Realität und Tatsachen verkauft. Damit haben sie total versagt oder bewusst betrogen. Was haben sie zum damaligen Zeitpunkt tatsächlich gewusst und in wie weit waren sie und die Regierungen involviert?

Oder Tony Blair lügt. Er wusste, dass 9/11 nicht ein Anschlag fundamentalistischer Moslems mit Osama bin Laden an der Spitze war, sondern ein Anschlag von regierungsnahen, amerikanischen Organisationen gegen das amerikanische Volk, um einen neuen Krieg vom Zaun zu brechen, der nicht nötig wäre ... der Krieg gegen den Terror! Und er wusste damals, dass Saddam Hussein keine Massenvernichtungswaffen hatte, aber andere, vor allem wirtschaftliche und geopolitische Gründe der Amerikaner ausschlaggebend waren.

Denn die dritte Möglichkeit schliesse ich aus, nämlich dass Tony Blair so infantil und naiv war, dass er das beim Untersuchungsausschuss Gesagte auch wirklich glaubt und danach gehandelt hat. Denn dann wäre er während seiner Zeit als Premierminister ein ziemlich hoher Risikofaktor gewesen!





The day Tony Blair gave evidence to the Iraq war inquiry (youtube.com)

Tony Blair: "Würde die gleiche Entscheidung wieder treffen" (derstandard.at)
Untersuchungsausschuss – Blair führt Kritiker vor (welt.de)
Tony Blair verweigert der Nation das Sorry (spiegel.de)
Blair und der Irakkrieg - Einsame Entscheidung (sueddeutsche.de)



Anschlag hat "Risiko-Wahrnehmung verändert" - Der 11. September habe seine Sicht auf die Welt verändert - mit diesen Worten hat der ehemalige britische Premierminister Tony Blair den Einmarsch im Irak verteidigt. Demonstranten empörten sich vor dem Gebäude, in dem der Untersuchungsausschuss tagte, über den "illegalen Krieg" und fordern Konsequenzen. (tagesschau.de)






Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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9/11 terrorist attacks New York - Finale Untersuchung (hartgeld.com)



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