Mittwoch, 29. April 2009

Immobilien und die Krise

War man bisher überzeugt, dass Immobilien einen fast immerwährenden Wert behalten, so wird man vorsichtiger. Aber grundsätzlich muss man zwischen den verschiedenen Immobilien unterscheiden.

Für alle Immobilien gilt das Prinzip des freien Marktes: das Angebot und die Nachfrage regeln den Preis. Wenn viele Interessenten vorhanden sind, steigen die Preise auf Grund der erhöhten Nachfrage. Fehlen die Interessenten, dann geben auch die Preise nach.

Schauen wir uns die verschiedenen Immobilentypen an und blicken wir dabei auch ein wenig in die Zukunft:

Industrie- & Büroimmobilien: egal ob im urbanen oder suburbanen Gebiet, die Krise bringt Werksschliessungen, Büros werden stillgelegt, und auch die steigende Insolvenzwelle lässt viele Miet- und Kaufobjekte im Preis einbrechen. Die Talsohle ist noch lange nicht erreicht, denn es werden in den nächsten Monaten viele Objekte frei. Hinzu kommen neue Objekte, an denen noch gebaut wird. Viele Immobilienmakler nehmen keine gewerblichen Objekte mehr auf, da sie kaum zu verkaufen oder zu vermieten sind.

Mehrfamilienhäuser, Wohnhäuser, Zinshäuser: Wenn die Krise sich zum Crash entwickelt, Massenarbeitslosigkeit und Armut einzieht, werden, wie schon einmal gehabt, die Mieten per Gesetz eingefroren und damit leistbar. Dadurch werden allerdings viele Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten nicht mehr durchgeführt. Man muss aber auch bedenken, würde man jene Mieter, die nicht mehr zahlen können, hinauswerfen, stünden Hunderttausende auf der Strasse. Ausserdem ist eine leere Wohnung oder ein leeres Haus potentielles Ziel von Hausbesetzern, die es dann in Mengen geben wird. Nur, die zahlen überhaupt nichts und richten möglicherweise auch Schäden an, die zu Lasten des Eigentümers gehen werden. Fazit: Wohnraum wird sehr gefragt sein, doch Käufer wird es kaum geben. Auch die Häuser werden stark im Wert verlieren, denn verdienen kann man längere Zeit kaum damit.

Häuser mit Garten, kleine Bauernhöfe: Mit Verschärfung der Krise wird die Nachfrage dafür enorm steigen - zumindest von Leuten, die Vermögen besitzen und diese Immobilien nicht als Wertanlage, sondern als grosse Chance während der Krise sehen, sich teilweise selbst versorgen zu können, sei es durch Anbau von Obst und Gemüse oder durch Kleintierhaltung wie Hühner und Hasen. Hier könnte es zu keinem so grossen Wertverfall wie bei anderen Immobilientypen kommen. Die bisherigen Preise werden aber auch kaum zu halten sein.

Schrebergärten, Kleingärten: Diese Immobilien werden vor allem im urbanen Bereich eine enorme Konjunktur sehen. In der Regel können diese nur gemietet werden, meist langfristig. Nicht der Erholungsfaktor wird wie bisher im Vordergrund stehen, sondern, wie auch bei Häuser mit Garten, die teilweise Selbstversorgung. Ab Sommer wird es einen Run auf die Kleingärten geben, falls überhaupt noch welche angeboten werden! Hohe Ablösen werden unumgänglich sein!

Mittlere und grosse Bauernhöfe, landwirtschaftliche Nutzfläche, Wald: Wenn die Förderungen und Subventionen an die Bauern durch die EU aus Geldmangel eingestellt werden, werden viele Agrarier dicht machen müssen, da viele Bauern in der Kreditklemme stecken. Sie werden verkaufen müssen. Es wird eine regelrechte Schwemme am Markt geben ... ausser sie verstehen es, durch die Krise zu profitieren, sich selbst zu organisieren und ihre Produkte direkt zu vermarkten. Dann wird der Bauernstand einen gewaltigen, auch sozialen Aufschwung erleben. Das wird allerdings erst nach einiger Zeit passieren, denn die Umstellung am Agrarsektor geht nicht von heute auf morgen, sondern von Jahr zu Jahr. Landwirtschaftliche Nutzflächen werden (im kleinen auch für Private oder private Kollektive) äusserst interessant. Wenn der Import vieler Obst- und Gemüsesorten durch die Krise (zB. durch die Pleitewelle der Spediteure) ins Stocken kommen wird, kann selbst angebaut werden! Wälder werden, schon auf Grund der erhöhten Instandhaltungskosten durch Bewirtschaftung, sei es Jagd- oder Holzwirtschaft, eher im Preis fallen, die Nachfrage wird spärlich sein.

Jetzt in Immobilien zu investieren, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der falsche Zeitpunkt. Die meisten Preise werden noch gewaltig nach unten gehen. Mit Ausnahme der hier angeführten Häuser mit Gärten, kleinen Bauernhöfen und Schrebergärten. Abzuraten ist in jedem Fall ein Kauf durch einen Hypothekarkredit, das ist so wie Bluffen mit schlechten Karten - kann gut gehen, aber man auch gewaltig dabei auf die Schnauze fallen. Aber als Trost, dabei wirst du nicht alleine sein!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Deutsche Abwärtsspirale (kurier.at)
EU will Hedgefonds kontrollieren (kurier.at)
UBS-Konten in Mailand blockiert (bernerzeitung.ch)
Erste Einigung mit Chrysler Gläubigern (derstandard.at)
US-Staatsanleihenkurse (dasgelbeforum.de.org)
300 Traktoren verstopfen Wiener Ring (diepresse.com)
Milliardenverlust - Das Kommunalkredit-Desaster (diepresse.com)
Stresstest für Banken: Citigroup und Bank of America angeblich durchgefallen (faz.net)


Schillernde österreichische Familie will Opel kaufen - Frank Stronach, Chef des weltweit grössten Autozulieferers Magna zeigt Interesse am maroden Autobauer. Die deutsche Regierung ist erfreut – und rügt das Mutterhaus GM. (bernerzeitung.ch)

Gewerkschaft übernimmt Chrysler - Die US-Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW soll im Gegenzug für den Verzicht auf Lohn-Steigerungen und Pensions-Ansprüche 55 Prozent des US-Konzerns erhalten. (diepresse.com)
1121 Mrd. Euro und nichts dahinter - Pro-forma redet die Deutsche Bank mal eben mehr als die Hälfte ihrer Bilanzsumme klein. Aber warum existiert die dann überhaupt? (ftd.de)

Daimler spart - Daimler spart nun bei seinen Mitarbeitern, insgesamt soll die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich bei ca. 60'000 Mitarbeitern um 8,75% verkürzt werden. Die geplante Tariferhöhung soll auf Oktober verschoben werden und die Mitarbeitergewinnbeteiligung für 2008 von 1'900 Euro soll erst mal einbehalten werden. Selbst die Betriebsräte sehen laut Pressemeldungen keine Alternative in den Maßnahmen und haben im Gegenzug wenigstens eine Beschäftigungsgarantie bis 30. Juni 2010 heraus gehandelt. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

S&P Case Shiller weiter abwärts - Weiterhin höhlen die fallenden Immobilienpreise in den USA die Vermögen der privaten Haushalte aus und koppeln immer noch negativ auf das Konsumverhalten der Amerikaner zurück. Die heutigen neuen Daten zum S&P/Case-Shiller Häuserpreisindex für den Monat Februar 2009 zeigen weiter an, dass immer noch kein Ende der Immobilienkrise in Sicht ist und die USA sich mitten in einer schweren Rezession befinden! Der 10 Metropolen-Index ging mit -18,8% im Vergleich zum Vorjahresmonat in die Knie, im Januar waren es -19,4%! Der 20 Metropolen-Index brach um -18,6% zum Vorjahr ein, nach -19% im Januar 2009! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)



Dienstag, 28. April 2009

China - Retter oder ebenfalls Bankrotteur?

Schon seit einiger Zeit wird China in den Medien als Wirtschaftsmacht mit Sonderstatus behandelt. So, als würden sie die Krise bzw. den Crash nahezu unbeschadet überstehen. Ausserdem sieht man sie ob ihrer hohen Dollarreserven und US-Staatsanleihen als Retter der Vereinigten Staaten.

Die Wahrheit ist eine andere. Man darf nicht in den Glauben verfallen, dass die aktuellen Wirtschaftsdaten Chinas nicht manipuliert würden. Das wäre, als wandle sich der Saulus zum Paulus, noch dazu zum Wohl der gesamten Weltwirtschaft. Nein, China bekommt die Krise ebenfalls zu Spüren, auf Grund ihrer hohen Produktivität eben ein wenig später. Dafür wird es das Reich der Mitte viel stärker treffen, als viele glauben.

China ist nicht mehr und nicht weniger amerikafreundlich, wie früher. Sie haben nur erkannt, dass, wenn sie ihren hohen Standard halten wollen, Abnehmer für ihre Produkte brauchen. Und bisher war die USA der grösste Konsument der Welt, ein schier grenzenloser Markt. China eroberte - auch mit Hilfe von US-Konzernen, die ihre Produktion nach Asien verlegten - den amerikanischen Markt. Kaum ein Produkt, an dem nicht das übliche "Made in China" prangt. Bricht der amerikanische Markt zusammen, dann hat auch China ein grosses Problem. Denn die Chinesen müssen ihre produzierten Waren verkaufen, sonst schliessen die Fabriken. Seit Herbst 2008 haben angeblich unglaubliche 67.000 Fabriken in China bereits geschlossen und die Belegschaft gekündigt. Das heisst, auch in China bricht die Wirtschaft ein.

Man hat in den letzten Jahren, in denen man sich von der kommunistischen Planwirtschaft zum kapitalistischen Sozialismus entwickelte, sehr viele Arbeitsplätze geschaffen und zumindest für einen Teil der Bevölkerung einen Wohlstand erreicht. Wusstest du, dass es rund 80 Automobilfabriken in China gibt?

Der gewaltige Wirtschaftsaufschwung hatte viele Gründe, einige davon können mittelfristig allerdings enorme Probleme verursachen. China verfügt über schier grenzenloses, überaus billiges Menschenmaterial, einsetzbar als Arbeiter, die froh sind, wenn sie überhaupt einen Job bekommen und einige Yuan verdienen konnten - Millionen von Wanderarbeiter waren unterwegs, von extrem armen, ländlichen Strukturen in die Metropolen. Nun bricht der Export ein, Fabriken schliessen und Arbeitsplätze werden vernichtet - die Wanderarbeiter ziehen wieder nach Hause in die Armut. Hier baut sich ein gigantisches soziales Problem auf, das naturgemäss in Unruhen und Aufständen enden wird.

China hat kaum Gesetze zum Schutz der Umwelt. Fazit ist eine unglaubliche Verschmutzung von Flüssen, Seen, Luft und Land. Der urbane Smog ist gesundheitsgefährdend, Flüsse und Seen sind biologisch tot, das Grundwasser in vielen Gebieten ungeniessbar und der Dreck, der sich in der Landschaft ablagert, natürlich auch auf landwirtschaftlich genutzen Flächen, ist enorm. Diese Umweltprobleme zu reparieren würde Milliarden, wenn nicht Billionen kosten und Jahrzehnte dauern!

China ist, vor allem durch den Export der vergangenen Jahre zu einem gewaltigen Dollarvermögen gekommen. Man schätzt die Dollarreserven auf über 1,6 Billionen (in Zahlen: 1.600.000.000.000). Dazu kommt ein ebenso gewaltiges Vermögen an US-Staatsanleihen. Beides wollen China aber los werden, bevor dieses Vermögen wertlos ist. Die Dollarreserven benutzen die Chinesen um am Rohstoffmarkt einzukaufen. Die Staatsanleihen werden sie wohl noch einige Zeit halten, denn sonst kollabiert die USA - und das wäre nicht im Sinne eines Landes, das ebenso von den USA anhängig ist, wie die USA von China! China braucht die US-Konsumenten und die USA brauchen China als Finanzier! Eine wohl prekäre Situation für beide Staaten, die aber aufzeigt, wie vernetzt und damit abhängig wir alle in Wirklichkeit geworden sind.

Hinzu kommt eine nicht einschätzbare Unbekannte, nämlich die Manipulation aller Daten durch die chinesische Regierung. Dass diesbezüglich gelogen wird, gilt als sicher. Es wird eine sehr, sehr, sehr geschönte Variante der Wirtschaftszahlen vorgelegt. Offiziell gibt es noch keine Proteste und Demonstrationen im Land selbst. Tatsächlich gärt es bereits und Tumulte sind an der Tagesordnung, langfristig ist auch in China mit Aufständen zu rechnen. Aber Lügen und Manipulation waren in China immer schon alltäglich. Sogar die Kaiser verheimlichten die Zahl der Kriegstoten, Bauern schönten in Maos Zeit die Ernteerträge und Pressefreiheit hat es nie gegeben! Wenn allerdings die Chinesen organisiert aufstehen, mehr als eine Milliarde Menschen kann keine Armee und keine Regierung aufhalten ... wir werden es noch erleben!

Auch in China wurde - warum sollte es dort anders laufen - das Wirtschaftswunder auf Pump gebaut. Viele Betriebe, deren Exporte eingebrochen sind, müssen entschuldet werden oder zusperren. Nebenbei stehen noch gewaltige Ausgaben an, die teilweise noch nicht verdaut sind bzw. noch andauern: die olympischen Spiele und der Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Sichuan.

Gleichzeitig, weil eng an China gekoppelt, brechen auch andere asiatische Staaten ein: Thailand, Südkorea, Japan, Vietnam, Taiwan, Indonesien, Singapur ... nein, wir dürfen nicht an die asiatischen Retter hoffen. Sie kämpfen mit uns Seite an Seite ums Überleben, das heisst, sie fahren mit uns in die (Wirtschafts)Hölle! So gigantisch der Aufschwung war, so gefährlich und unheimlich wird der Abschwung ...


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Links zum Thema:


Die drei tickenden Zeitbomben - die Prognose 2009 - 2010 (finanzen.coart.de)






Meldungen:


Kreditkartenschulden: Neue Gefahr für Banken im Anmarsch (handelsblatt.com)
Wohnbaubanken in der Krise - Markt bricht ein (wirtschaftsblatt.at)
Fed wünscht Zins von minus fünf Prozent (ftd.de)
Raiffeisen hilft Deripaska aus der Patsche (kurier.at)
Daimler kauft sich frei (derstandard.at)
GM wirft sich Staat und Gäubigern an den Hals (derstandard.at)
Ford mit neuem Milliardenloch (derstandard.at)
Ferrari und Maserati spüren die Krise (derstandard.at)
Leasing-Branche im Sturm der Krise (handelsblatt.com)
Daimler erwägt Lohnkürzungen für 73.000 Mitarbeiter (spiegel.de)
Daimler kauft sich frei (derstandard.at)
Bauern leiden unter sinkenden Preisen (derstandard.at)
Grossbritannien vor dem Bankrott (goldseiten.de)
Staat rettet Kommunalkredit (kurier.at)

Air-Force-Stunt löst Panik in Manhattan aus (spiegel.de)

Es wird keine Staatspleiten geben (handelsblatt.com) ... ha, ha, ha, ha, ha



Die Goldman-Verschwörung - Die ehemalige Investmentbank Goldman Sachs, so wird gemunkelt, hat die Finanzkrise für das eigene Interesse gesteuert. Die Verschwörungstheorie findet neuerdings auch schon in den Mainstream-Medien einigen Widerhall: Das Wall Street Finanzhaus Goldman Sachs habe in den USA die Macht an sich gerissen und bestimme die Politik zu eigenen Gunsten. Die Finanzkrise und die öffentlichen Rettungsaktionen fördern vor allem die Interessen der ehemaligen Investmentbank. Neben maximalem Profit liegen diese darin, unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen und das US-amerikanische und in der Folge auch das globale Finanzsystem unter eigener Führung zu konsolidieren. (heise.de)

Blamage für die Propheten des Aufschwungs - "Wir haben das Schlimmste ausgestanden und werden uns schnell erholen": In der Großen Depression ab 1929 riefen vermeintliche Finanzexperten immer wieder das Ende des Abschwungs aus - und lagen auf fatale Weise daneben. Werden die Krisenmager von heute Lehren daraus ziehen? (spiegel.de)

USA fürchten Kreditkarten-Crash - Wer nur eine einzige Rate verpasst, wird oft mit Zinsen von 30 Prozent bestraft: Millionen US-Bürger ächzen unter zu hohen Kreditkartenschulden - das wird zur Gefahr für das gesamte Bankensystem. Präsident Obama ist alarmiert und will Visa, Mastercard und Co. nun zu fairen Konditionen zwingen. (spiegel.de)

Kurzupdate Deutsche Bank - Die Erträge (Umsätze) der Deutschen Bank sind im 1. Quartal 2009 um +56% angestiegen, auf 7,205 Mrd. Euro, nach 4,616 Mrd. Euro in Q1 2008! Im 4. Quartal 2008 waren die Erträge sogar mit -885 Millionen Euro negativ. Der Gewinn nach Steuern sprang auf 1,182 Mrd. Euro nach -4,814 Mrd. Euro. Verlust im Vorquartal (Q4 2008) und nach -141 Mio. Euro Verlust im 1. Quartal 2008! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Realitätsverlust beim CEO? - Die Deutsche Bank wieder mit 25% Eigenkapitalrendite vor Steuern, so lauten die Schlagzeilen einen Tag vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen zum 1. Quartal 2009. Josef Ackermann, der CEO der Deutschen Bank, lehnt sich selbstsicher weit heraus und verhöhnt indirekt die Konkurrenz: "man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen". (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Der US-Immobilienmarkt - Trotz Preiseinbruchs – US-Immobilien sind nicht billig! Perspektiven und Analyse des US-Immobilienmarktes. Ein übersättigter Markt trifft auf eine schwache Nachfrage. (mmnews.de)

Banken fürchten Moody’s - Den Banken droht eine Welle neuer Probleme aus strukturierten Wertpapieren. Die Ratingagentur Moody?s will in den nächsten Wochen die Ratings Tausender Wertpapiere drastisch herabstufen. Bundesfinanzminister Steinbrück ist alarmiert - die Bundesregierung legt beim Thema Bad Banks ein hohes Tempo vor. (handelsblatt.com)

Notenbanken bekämpfen Rekorddefizite - Die Fehlbeträge weltweit werden immer größer. Deutschland etwa droht eine Rekordneuverschuldung. Dass die Renditen auf Staatsanleihen dennoch nicht ins Uferlose steigen, verhindern die Zentralbanken, indem sie die Papiere aufkaufen - zumindest vorerst. (ftd.de)

Österreichisches Doppelbudget 2009/10: Ein in Zahlen gegossenes Trauerspiel - Der große Auftritt des österreichischen Finanzministers Josef Pröll – seine erste Budgetrede im „Hohen Haus“ – liegt hinter uns. Mit von Pathos triefenden Worten („mit ruhiger Hand“, „kühlem Kopf“ und „sicherem Blick“) erklärte er den faktischen Staatsbankrott zum glorreichen Titanenwerk seiner Politik. (ef-magazin.de)



Auszüge:


... und noch etwas (dasgelbeformum.de.org)
Die befürchteten Unruhen im Osten haben bereits begonnen! Die Krise traf Osteuropa besonders unvorbereitet und hart. Es war die erste Berührung für viele von ihnen mit der Kehrseite des Kapitalismus. Jetzt zeigt es sich auch, dass kaum eine dieser östlichen Regierungen die Probleme alleine in den Griff bekommt. Dafür lassen die Menschen ihrerWut zusehends freien Lauf. In Lettland musste der Premierminister nach Protesten der Strasse bereits zurücktreten… In Ungarn und der Ukraine, so unsere Korrespondenten, brodelt es unheimlich unter der Oberfläche. Weitere Herde, die sich abzeichnen, sind Litauen, Bulgarien und die baltischen Staaten sowie Polen. In vielen dieser Länder sind Strassenschlachten schon bald an der Tagesordnung. Nach den Jahren des sprunghaftenWachstums bricht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vom Balkan bis zum Baltikum massiv ein. Die Folgen: Die Arbeitslosigkeit nimmt rasant zu. Die nicht gefestigten nationalen Währungen sacken dramatisch ab. Und bereits droht mehreren Ländern der Staatsbankrott. In Lettland rechnen die Experten damit, dass jeder Fünfte (20 Prozent) noch in diesem Jahr ohne Arbeit sein werde …

Geithners Welt (dasgelbeforum.de.org)
in der NYT heute ein Mega-Verrss von Tim Geithner. Er sei eine klassische Marionette der Wall Street-Granden gewesen und habe sich - ausweislich seines Terminkalenders (liegt komplett vor) - ständig mit den betreffenden Herren getroffen. Von irgendeiner "Unabhängigkeit" des Chefs der mächtigsten ZB (Fed NY) demnach keine Spur. Auch nicht von seiner eigentlichen Funktion als "Überwacher" diverser Finanzgebaren. Es fehlt eigentlich nur noch das Geld- bzw. Scheck-Übergabe-Video. Steuern hatte er bereits hinterzogen (später, enttarnt) gezahlt.

Leserkommentar: Polizei Großaufgebot in Braunschweig - Rautheim !!! Übung wegen möglichen Unruhen??? (hartgeld.com)
Heute am 28.04.2009 ist ein Großaufgebot von Polizeikräften in Braunschweig / Rautheim aufgelaufen. Dort befindet sich eine alte Bundeswehrkaserne die leer steht, von mir aus können die Jungs sich treffen und ihre Schlägerrüstungen anziehen oder sich sonst wie vergnügen! WENN aber dazu noch zwei Straßen komplett gesperrt ( Rautheimer Straße und Erzberg, siehe Google Maps „ braunschweig, Rautheim“ ) werden und eine Nachrichtensperre verhängt wird könnte ich Fuchsteufelswild werden! „Das geht mich nichts an“ sagte eine unfreundliche Dame von der Braunschweiger Polizei Pressestelle. Nun gut, die Braunschweiger Presse hat meinen Anruf sehr begrüßt und nimmt sich der Sache an, dann sind die Spaßmacher wenigstens nicht allein. Ist das eine Großübung um aufkeimende Unruhen zu zerschlagen??? Ein Informat ist vor Ort und versucht Bilder zu machen, das ist aber schwierig weil weiträumig abgeriegelt worden ist!


Montag, 27. April 2009

Finaler Sommer?

Immer mehr Emails erreichen mich, in denen Absender fragen, wann das Finale, der ultimative Systemcrash, stattfindet. Einige können es offensichtlich gar nicht erwarten. Nicht nur Schadenfreude, sondern auch die Hoffnung, ein besseres, gerechteres und vor allem transparenteres System wieder hochzufahren, lese ich aus fast allen Zuschriften heraus.

Ich schrieb schon des öfteren, dass jetzt alle Faktoren für einen Systemcrash am Tisch liegen: exorbitante Erhöhung der Geldmenge, die hochexplosive Blase bei Staatsanleihen und Rentenfonds, die unfassbar steigenden Staatsverschuldungen, die mediale Ignoranz, die offensichtliche Goldpreisdrückung, ein noch nie dagewesener Einbruch bei Wirtschaft, Industrie und Steuereinnahmen, ein äusserst labiler Börsen- und Wertpapiermarkt, insolvente Banken in Amerika und Europa, überforderte Politker, ineffiziente Milliarden-Rettungspakete, der Wechsel vom Rechtsstaat zum Polizeistaat und eine stetig wachsende Volkswut. Eine Rettung des Systems oder auch nur eine Stabilisierung ist nicht mehr möglich, auch wenn viele Politiker davon träumen! Die letzte reale Rettungschance hätte vor rund zwei Jahren in Angriff genommen werden müssen, nämlich das System kontrolliert herunterfahren. Doch das wäre, weil dabei ebenfalls gigantische Verluste entstünden, weder politisch noch wirtschaftlich durchsetzbar gewesen. Obwohl, hätte es damals einen Barack Obama gegeben, der eine enorme Welle der Euphorie und des Optimismus erzeugt, wäre ein solcher Schritt im Bereich des Möglichen gelegen (doch angesichts der Diskrepanz zwischen seinen Reden und Taten, scheint es doch nicht im Bereich des Möglichen! Vor allem, die Eliten wären an der Macht geblieben und der "Kleine Mann" wäre weiterhin der Dumme ... also kein "Change"!)

Diese explosive Ladung geht hoch! Doch es kann keine seriöse Prognose vorraussagen wann. Im Grunde könnte es fast täglich soweit sein, und doch wird alles nur Mögliche versucht, das Finale hinauszuzögern. Vielleicht auch deswegen, weil vielen Regierungen der Ernst der Lage noch nicht klar ist (siehe Aussagen unseres immer lächelnden Bundes-Faymanns und seines Adlatus, dem Steuer-Pröll ...)

Allerdings gibt es untrügliche Zeichen, dass mit einem "furiosen Finale" gerechnet wird, denn sonst würden Staaten wie die USA oder Deutschland sich nicht auf schwerwiegende Auseinandersetzungen mit dem eigenen Volk vorbereiten. Was nichts anderes heisst, dass es Unruhen, Aufstände und Rebellion gegen Regierungen und deren Politik geben wird!

Es ist offensichtlich, die Politik ist am Ende, die Kontrolle über das System ist weitgehend verloren, die Einsätze finanzieller Natur gigantisch ... und es kocht im Volk! Noch werden die realtiv wenigen Demonstraten und Aufrührer dem linken, antikapitalistischem, chaotischem Anarcho-NoFuture-Lager zugerechnet. Bald geht allerdings auch Max Mustermann auf die Strasse, weil er den Job verloren hat, die Bank sein Hypotheken-Haus und sein Leasing-Auto einfordert, der Staat kein Geld mehr für die Arbeitslosenunterstützung hat und er trotzdem seine Frau und seine Kinder irgendwie versorgen muss.

Tatsache ist, noch haben wir Spielraum, noch kann Geld gedruckt werden, noch können die Verluste und Einbrüche weitergehen, noch können wir Geld abheben und einkaufen, noch ist der Mob nicht auf der Strasse ... doch das "Finale" wird kommen. Und zwar in gigantischem Ausmass und für viele überraschend.

Ich denke nicht, dass das der finale Crash heute oder morgen stattfindet (eingeleitet ist es ja schon). Wir haben noch Zeit, ein wenig Zeit, uns vorzubereiten. Ist es nächste Woche soweit, oder erst im August? Das kann niemand sagen, doch ich glaube nicht, dass unser System dieses Jahr überleben wird. Ich denke, es kommt zu einem finalen Sommer!

Allerdings sollte man sich nicht darauf freuen, denn plötzlich gibt es keine Annehmlichkeiten mehr! Hunger, Armut und Brutalität werden sich breitmachen, kein Stein bleibt auf dem anderen. Kein abendliches "Beisl gehen" mehr, kein "ich mal schnell noch einkaufen" mehr, sondern Angst, das Recht des Stärkeren, brutale Polizeimethoden, immer präsentes Militär, leere Supermarkt-Regale, Arbeitslosigkeit, Hunger, Staatsterror, schwarze Zukunftsaussichten, gefährliche Populisten und Demagogen werden unseren Alltag prägen. Die Party ist vorbei!


Johannes (schnittpunkt2012.blogspot.com)



Meldungen:


Deripaska gibt Strabag-Anteile ab (diepresse.com)
IWF stockt Kriegskasse auf (spiegel.de)
Sind die Banken noch zu retten? (faz.net)
Gehen die Kilo-Goldbarren aus? NYSE wird kreativ ... (goldseiten.de)
Firmengewinne brechen im 1. Quartal ein (handelsblatt.com)
Kurzarbeit in TUI-Reisebüros (mmnews.de)
Audi rollt langsamer (derstandard.at)
US-Aktienbörse steht turbulente Woche bevor (derstandard.at)

Eliten oder Michel - wer ist wirklich der Dumme? (hartgeld.com)



Die Weltenretter sind immer noch ziemlich ratlos. Schwierige Verhandlungen: Das Spitzentreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Zwar wollen die Staaten mehr Geld in die Hand nehmen und Banken stärker stützen. Doch wenn es um die konkrete Umsetzung geht, zeigen sich viele Finanzexperten ratlos. (welt.de)

US-Insiderverkäufe steigen steil an - Der S&P 500 Aktienindex repräsentiert die 500 größten US-Unternehmen und ist seit dem 05.03.2009 bis Freitag um gewaltige +28% gestiegen! Dies war der größte Anstieg in einem 12-Wochen Zeitraum seit 1938! Währenddessen tobt die weltweite Wirtschaftskrise und die Führungskräfte der US-Unternehmen entledigen sich in einem Rekordvolumen seit Oktober 2007 ihrer Aktien! Die Insider verkauften in den ersten 3 Wochen im April 2009 bisher 353 Millionen Aktien, dies entspricht 8,32-mal so viel Aktien wie sie gekauft haben, gemäß den Daten von Washington Service. Die Aktienkäufe der Insider sanken auf den niedrigsten Stand seit Juli 1992! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

UK-BIP schmiert ab - Am Freitag veröffentlichte das britische Office for National Statistics (ONS) die erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Großbritannien für das 1. Quartal 2009! Das BIP schrumpft um die höchste Rate seit 30 Jahren und dies zeigt wie stark das britische Königreich den wirtschaftlichen Turbolenzen ausgehend vom Finanzmarkt ausgesetzt ist! Das BIP sank zum Vorquartal um -1,9% und im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um -4,2% auf 307,974 Mrd. britische Pfund, nach 321,284 Mrd. GBP in Q1 2008! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Cold Turkey bei Kreditkartenanbietern. Der Gewinneinbruch bei American Express ist nicht nur ein weiteres Symptom der Finanz- und Wirtschaftskrise. Vielmehr ist das gesamte Geschäftsmodell der Kreditkartenbranche auf dem amerikanischen Markt akut bedroht. Die Unternehmen müssen sich auf magere Zeiten einstellen. (wiwo.de)

Revolution? In Deutschland bestimmt nicht! Alle reden vom Aufstand. Wir nicht. Michael Sommer, Gesine Schwan und ihre Nachbeter haben Unrecht, wenn sie von sozialen Unruhen schwadronieren. Sie übersehen die Besonnenheit der deutschen Arbeiterbewegung und der Firmenchefs. Die Krise hat hierzulande gesellschaftlich sogar ihr Gutes. (welt.de)

Russia’s nuclear attack on U.S. may start with major banks - While US scientists put forward the new doctrine of the Minimum Nuclear Deterrence (targeting missiles against Russia’s 12 key enterprises), Bigness.ru decided to draw a map of a limited strike that could paralyze the US economy. It turns out that the United States is much more vulnerable than Russia at this point. An attack against only five targets in the USA will throw the US economy back into the Stone Age. (english.pravda.ru)




Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):





Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Thomas Stipsits: Worüber man lachen kann? Über die Dreistigkeit der Politiker, die im Rennen so weit hinten sind, dass sie glauben, sie führen!



Sonntag, 26. April 2009

Fataler Optimismus

Derzeit lesen wir häufig in den Medien, dass es Lichtblicke gibt oder dass es 2010 wieder bergauf geht. Fataler Optimismus? Was bei all diesen Aussagen fehlt, ist eine Begründung. Bisher sind, was die Prognosen dieser Krise betrifft, die Ökonomen, Politiker und Trendforscher, alles natürlich Experten, weitgehend falsch gelegen. Selbst die aktuellen Konjunkturdaten für das jeweils laufende Jahr mussten immer wieder nach unten revidiert werden.

Wie soll ich etwas glauben können, wenn keine Begründung mitgeliefert wird? Dagegen kann ich sehr wohl begründen, dass sich die Krise noch weiter verschärfen wird und in einem weltweiten Crash mündet. Denn noch ist vieles nicht am Tisch, oder es werden Zahlen genannt, die mit der Realität sehr wenig zu tun haben (durch das neue Bilanzierungsgesetz für Banken in den USA). Dabei tauchen ab und zu auch Papiere auf, die den Wahnsinn aufzeigen, der noch auf uns zukommen wird. Diese Papiere sind aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und finden nur über Umwegen den Weg in die Medien oder ins Internet ... und werden dann natürlich abgestritten, dass es tatsächlich so wäre (US-Bankenstresstest, BAFIN-Liste ind Deutschland). Nein, nein, es müsse sich keiner Sorgen machen, es wird eh´ alles wieder gut!

Derweilen sperren wieder (übers Wochenende, wie immer) in den USA drei weitere Banken zu. Chrysler wird demnächst in Konkurs geschickt. Sind das die Lichtblicke? Irgendwie erinnert mich das Szenario an den ENRON-Skandal 2002. Damals wurde, als die ersten Untersuchungen wegen Bilanzfälschung eingeleitet wurden, die Mitarbeiter angewiesen, ENRON-Aktien zu kaufen, auch für ihre Pensions- und Altersvorsorge. Viele taten es ... und verloren alles! ENRON war einer der grössten Betrugsfälle der Geschichte und sie zogen auch all jene mit in die Pleite, die als Mitarbeiter vom Konzern abhängig waren, der Führungsmannschaft vertrauten und am Ende mit leeren Händen da standen. Und kurz vor der Pleite liessen sich die ENRON-Manager kräftige Boni ausbezahlen. Kommt uns das irgendwie bekannt vor?

Betrachtet man andererseits das wilde Herumschlagen des deutschen Finanzministers Steinbrück, kann man erahnen, dass es wahrscheinlich viel, viel schlimmer ist (oder wird) als uns immer gesagt wird. Denn so verhält sich nur jemand, der die letzten "Kreutzer" zusammensucht, weil sein (Staats)Säckel leer ist. Bisher musste man den Eindruck bekommen, dass die Rettungsmilliarden irgendwann irgendeine positive Wirkung zeigen müssten. Sonst wären sie ja nicht sinnvoll. Tatsache ist, dass diese enormen Geldsummen irgendwo stranden und nicht wieder am Markt auftauchen. Im Gegenteil, die Kreditvergaben werden immer restrikitver, Banken trauen einander immer noch nicht, die Industrie stürzt weiterhin in ungeahnten Ausmassen ab, Massenentlassungen stehen vor der Tür und die Steuereinnahmen gehen ebenfalls rigoros zurück. Wann erreicht die Krise die Bevölkerung?

Es gibt derzeit KEINE Anzeichen, dass sich die Lage entspannen wird. Weder kurzfristig, noch langfristig. Alle Zeichen zeigen auf eine deutliche Verschärfung in Richtung finalem Crash.

Hat Michelle Obama vielleicht nur das Licht im "Sleeping Room" aufgedreht, so dass Barack von Lichtblicken sprechen konnte? ;-)

In den USA sind einige gewaltige Probleme zu erledigen. Dazu zählt vor allem das Bankwesen, dass durch die legale Bilanzfälschung ein trügerisches Bild liefert. Ebenso sind die Problemunternehmen Chrysler und GM noch nicht gelöst. Und AIG wird immer wieder für neue, exorbitant teure Überraschungen sorgen. Es braut sich etwas zusammen in den Staaten, das nicht mehr lösbar und nicht mehr zahlbar sein wird. Zusammen mit einer Inflation des US-Dollars, die kommen muss, denn ungestraft kann niemand, nicht einmal die FED, derartige Erhöhungen der Geldumlaufmengen durchziehen. Diese sind auch mittelfristig nicht vom Markt zu nehmen, um vielleicht einer möglichen (Hyper)Inflation die Grundlage zu entziehen.

Natürlich schlummern auch einige weitere Leichen in den Kellern von Banken und Konzernen, die darauf warten, in die Öffentlichkeit zu gelangen. Alles in allem können wir uns auf einen spannenden, wahnwitzigen und desatrösen Sommer freuen, der uns die Pervertierung unseres eigenen Systems eindringlich vor Augen führt. Abzuwarten ist, wie die Bevölkerung darauf reagieren wird. Aber ich glaube, die Zeit des Ignorierens und der Toleranz ist vorbei. Der Zorn und die Wut steigt, fragt sich nur, wann sie sich zum grossen Finale entlädt. Denn dann wütet ein Flächenbrand, der kaum mehr einzudämmen ist!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Internes Papier zur Lage der deutschen Banken veröffentlicht (derstandard.at)
Soziale Unruhen, die Folgen - und das Finanztest-Glücksspiel (frank-meyer.eu)
G-7: Anzeichen der Erholung noch in diesem Jahr (kurier.at)


816 Milliarden Kreditmüll bei deuschen Banken? - Liste von deutschen Banken mit Kreditrisiken aufgetaucht. Bafin-Papier zu Bankenrisiken: Wie sich die 816-Milliarden-Euro-Summe zusammensetzt. Behörde um "Schadensbegrenzung" bemüht. Bei der Hypo Real Estate 268 Milliarden? (mmnews.de)

Bilanz des Schreckens - Gigantisches Milliardenrisiko: Die Finanzkrise trifft die deutschen Banken weitaus stärker als bislang bekannt. Kredite und Wertpapiere in problematischen Geschäftsfeldern addieren sich auf 816 Milliarden Euro, wie aus einem Bafin-Papier hervorgeht, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. (sueddeutsche.de)

Goodbye General Motors, ab in den Bankrott - Nur in einem völlig korrupten Wirtschaftssystem, das von durch und durch korrupten Regierungen beaufsichtigt wird, ist es “legal” Finanzinstrumente zu schaffen, mit denen man dann viel Geld verdient wenn eine Firma pleite geht, und nicht wenn sie überlebt. (alles-schallundrauch.blogspot.com)


Meldungen:


Steuerdiskussion: "Werden neue Einnahmen brauchen" (diepresse.com)
Ausgerechnet Lettland steht nun vorm Kollaps (welt.de)
Porsche-Chef vor Ablösung? Wirbel um Wiedeking (ftd.de)
Kartenriese Amex stürzt ab (manager-magazin.de)
FED: US-Banken brauchen mehr Kapital (handelsblatt.com)
Vier US-Banken an einem Tag geschlossen (salzburg.com)
Die Geldgier zähmen ... und alles wird gut? (derstandard.at)



Reiseverbot wegen Krise? Crash-Professor Otte über die Folgen der Krise: Suppenküchen, Obdachlose unter den Brücken, Zeltstädte, Reiseverbote und Fahrverbote. Das könnte alles spätestens im Herbst passieren. "Salopp gesagt: Dann knallt es wie ein Schlag auf den Deckel." (mmnews.de)

Drei „IWF-Bomben": 4,1 Billionen Dollar an Schaden im Finanzsektor, Eurozonenbanken brauchen dreimal mehr Kapital als amerikanische, IWF fordert Verstaatlichungen. (jjahnke.net)

Industrieaufträge in der Eurozone mit -34,5% - Am Donnerstag meldete die Europäische Statistikbehörde (Eurostat) einen Einbruch der Industrieaufträge in der Eurozone (EU 16) für den Februar 2009 von -34,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat und für die EU 27 einen Einbruch von -33,3%. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

US-Behörden ermitteln - Im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Bankenrettungsplan der US-Regierung wird in mehreren Fällen wegen Betrugs ermittelt. Es geht um Insidergeschäfte, Bestechung und betrügerische Investitionen. Gut 130 Milliarden Dollar befinden sich noch in dem ursprünglich mit 700 Milliarden gefüllten Topf. (manager-magazin.de)

Der Lärm der Unken - Sorge vor Unruhen in der Krise. Deutschland ist ein Hort des sozialen Friedens - für Unruhe sorgen derzeit nur die Befürchtungen, dass sich dies ändern könne. Doch diese Gefahr ist real, denn es gibt kein Ventil mehr für den Zorn. (sueddeutsche.de)

Die Krise übersehen oder herbeischreiben? - Zuerst haben wir nicht massiv genug vor der Finanzblase gewarnt, jetzt betreiben wir angeblich Krisenhysterie (derstandard.at)




Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):





Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Eva D.: Worüber ich angesichts der Krise lache? Über meine letzten hundert Schilling unter meiner Federkernmatratze.



Freitag, 24. April 2009

Formel 1 - wann ist Schluss?

Die Formel 1, höchste Motorsportklasse der Welt, wird ebenfalls von der Krise getroffen. Zog sich noch vor dem Beginn der neuen Saison aus diesen Gründen das Werkteam von Honda zurück, so kursieren jetzt weitere Gerüchte. Zum einen zücken Sponsoren den Rechenstift und würden lieber heute als morgen abspringen, doch laufende Verträge sind eben einzuhalten. Zum anderen können die Motorsportabteilungen von krisengebeutelten Automobilherstellern immer weniger sinnvoll argumentieren, warum sie auf der Jagd nach dem Weltmeistertitel sind.

Bei Mercedes Benz versucht der Betriebsrat einen Ausstieg aus der höchsten Motorsportklasse durchzubringen. Wenn die Belegschaft kurzarbeitet, die Umsätze in den Keller fallen, rechtfertigt die Präsenz in der Formel 1 nichts mehr. Auch BMW wird davon betroffen sein. Waren doch im Vorjahr Budgets von mehreren Hunderttausend Millionen nicht einmal die Garantie, ganz vorne mitzufahren (siehe Honda und Toyota). Heuer wurde zwar von seitens der Motorsportbehörde eine Budgetreduktion vorgeschrieben, doch als billig kann man die Formel 1 immer noch nicht bezeichnen.

Trotzdem versuchen einige ganz abenteuerliche Freaks nächstes Jahr neu einzusteigen. Zumindest überlegen Aston Martin und Lola diesen Schritt. Ich halte dies für nicht realistisch, denn gerade die Premiumklasse bricht derzeit beim Umsatz gewaltig ein - Aston Martins sind absolute Luxusautos und dieser Markt existiert fast nicht mehr - und weiters glaube ich kaum, dass neue Sponsoren das Experiment Formel 1 wagen werden. Denn bei allem Positiven, das Sponsoring bietet und bringt, der Nutzen ist fast ausschliesslich ein Imagegewinn, aber kaum in Umsatzsteigerungen zu bewerten. Bisher war Image wichtig, je tiefer wir in die Krise eintauchen, desto mehr zählen tatsächliche Zahlen, vor allem positive. Ausserdem kann auch ein Imagenegativum passieren, nach dem Motto: "wenn die sich die Formel 1 leisten können, brauch ich ihnen mein Geld nicht auch noch geben!"

General Motors und Chrysler sind klinisch tot. Porsche, BMW, Mercedes, Renault, Peugeot/Citroen, Fiat/Ferrari u.a. kämpfen ums Überleben. Die Japaner verzeichnen Einbrüche um die 50%. Weltweit kämpft die Automobilindustrie ums Überleben. Längst hat die Formel 1, aber auch andere Motorsportklassen den Nimbus der Entwicklung verloren. Dabei zu sein, war ein reines Imageprojekt. In der Krise und vor allem in der nahen Zukunft, wenn sich die Lage verschärft, benötigt die Menschheit zwar Helden, jedoch nicht jene im Rennwagen.

Schliessen wir eine Wette ab? Ich wette, dass die heurige Saison nicht mit allen Team zu Ende gefahren wird, wenn überhaupt der Grand Prix-Kalender bis zum Schluss eingehalten werden kann. Sollten alle Rennen gefahren werden und der Weltmeister aus fünf oder sechs verbliebenen Teams feststehen, war es trotzdem in dieser Form die letzte Saison. Die Formel 1 ist ein enorm teurer Zirkus, dieser wird der Krise zum Opfer fallen und ist damit ein Auslaufmodell ... so wie viele andere Rennsportserien auch.

Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass die Rally Weltmeisterschaft heuer nur möglich war, weil ein Werksteam (von insgesamt zwei!! Citroen & Ford) gesplittet wurde, nachdem Subaru wegen der Krise sich zurückgezogen hat. Die Rally Weltmeisterschaft ist ebenfalls ein Auslaufmodell. Oder wie möchte man dem französischen Steuerzahler die Rettungsmilliarden an Citroen/Peugot erklären, wenn im Rallysport sehr viel Geld verpulvert wird und zu Hause die Belegschaft kurzarbeitet! Wie schon gesagt, ein Imagegewinn ist zu wenig!

Profitieren können private Teams durchaus, wenn sie es schaffen sollten, Sponsorengeld aufzutreiben. Doch die Luft im Sponsoring ist verdammt dünn geworden, denn wenn sich die Krise verschärft - und das wird sie - kann statt eines Imagegewinns plötzlich ein Imageverlust entstehen. Good Bye Formula One!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Daimler Betriebsrat fordert Ausstieg (derstandard.at)
Aston Martin überlegt Einstieg (derstandard.at)
US-Regierung bereitet schnelle Chrysler-Insolvenz vor (spiegel.de)
USA stützen GM mit weiteren Milliarden (kurier.at)


Haug stichelt gegen McLaren - Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug übt Kritik am Partner McLaren. Bei Daimler wird das Engagement in der Formel 1 in Frage gestellt. (kurier.at)







Meldungen:


Pröll: "Wir sind zum Zweitschlag bereit!"
(kurier.at)
Konjunktur: Deutschland zieht Österreich in den Keller (diepresse.com)
Eisige Stimmung - Isländer in großer Sorge (teleboerse.de)
Meinl: Staatsanwalt sieht zumindest 6,4 Mrd. Schaden (diepresse.com)
Es rollt eine Welle von Gilt-Emissionen (faz.net)
Sparmassnahme: Lettland schliesst 60% der Spitäler (orf.at)
Arbeitgeber und Politiker verdammen Warnung vor sozialen Unruhen (spiegel.de)
Goldvorräte: China stockt auf (mmnews.de)



Reiseverbot wegen Krise? Crash-Professor Otte über die Folgen der Krise: Suppenküchen, Obdachlose unter den Brücken, Zeltstädte, Reiseverbote und Fahrverbote. Das könnte alles spätestens im Herbst passieren. "Salopp gesagt: Dann knallt es wie ein Schlag auf den Deckel." (mmnews.de)

Das britische Pfund wird zum ernsten Problemfall - Spekulationen um die Bonität des Vereinigten Königreichs belasten das Pfund Sterling. Experten sehen Länder der Eurozone und deren Anleihen klar im Vorteil. Für Großbritannien als ehemalige Weltmacht und Finanznation Nummer eins könnte eine Rating-Herabsetzung gravierende Folgen haben. (welt.de)

Anleger schlagen US-Staatsanleihen los - An den Rentenmärkten haben Anleger kräftig US-Staatsanleihen verkauft. Zehnjährige Treasuries waren so billig wie seit dem 18. März nicht mehr - dem Tag, als die US-Währungshüter ankündigt hatten, Staatspapiere aufzukaufen. (ftd.de)

Der Zinssklave - "Sein Geld arbeiten lassen" - hört sich gut an, verschleiert aber die Tatsache, dass es tatsächlich jemand anders ist, der arbeitet, um Zinsen zu erwirtschaften. Und dieser "Andere" hat kaum eine Chance, der Zinsknechtschaft zu entkommen. Da Zinsen generell nicht zurückbezahlt werden können, entsteht eine Gesellschaft der Zinseszinsknechte, deren Zusammenbruch programmiert ist. (mmnews.de)

Warum nur Gold? Warum empfehlen Sie nur Gold und keine Streuung z.B. auch in andere Anlageklassen? (das-bewegt-die-welt.de)

Arbeitslosigkeit in Spanien steigt weiter an - Die nationale spanische Statistikbehörde INE veröffentlichte heute die Arbeitslosenzahlen für das 1. Quartal 2009. Die Arbeitslosigkeit in Spanien explodiert in Folge der Immobilien,- Finanz- und Wirtschaftkrise regelrecht. Erstmals sind mehr als 4 Millionen Spanier arbeitslos! Die Arbeitslosenquote steigt im 1. Quartal 2009 auf 17,36%, nach 13,91% im Vorquartal und nach 9,63% im Vorjahresquartal! Damit markiert die aktuelle Arbeitslosigkeit in Spanien den höchsten Stand in der gesamten EU. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Dow Jones steigt, Immobilien- und Arbeitsmarkt weiter schwach! - Die Aktienmärkte versuchen sich von den miesen realwirtschaftlichen Daten zu entkoppeln. Die heutigen Daten vom US-Census Bureau zu den Neubauverkäufen in den USA spiegeln dies u.a. ganz gut wider. Es wird eine positive Stimmung verbreitet, nach dem Motto - die Talsohle ist erreicht! "In den USA ist die Zahl der Verkäufe neuer Häuser im März zwar weiter gefallen, absolut fiel sie aber höher als erwartet aus. Die US-Aktienmärkte sind freundlich in den Handel gestartet", so der Krisenticker des Manager Magazins! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Washington verhängte Merrill-Maulkorb - Bank-of-America-Chef Lewis steht in der Kritik, weil er seine Aktionäre nicht über die Merrill-Lynch-Übernahme informierte. Doch offenbar zwangen ihn Notenbankchef und Finanzminister zum Schweigen. Rechtsprofessoren sind schockiert. (ftd.de)

Ein abgekartetes Spiel - Vordergründig ist das Finanzministerium dazu da, die Banken zu kontrollieren und zu regulieren, quasi ein Counterpart im Spiel der Mächte. Doch hinter den Kulissen wird gekuschelt auf Kosten der Allgemeinheit. Dies zeigt auch die Geschichte um die Uebernahme von Merrill Lynch durch die Bank of America, die nun dank einem Aktionär an die Oberfläche gespült wurde. (zeitenwende.ch)

Hoffnung auf Stabilisierung - US-Rezession endet zum Jahresende. Hoffnungsschimmer für die USA: Anders als in der Euro-Zone wird für die Vereinigten Staaten bald wieder geringes Wachstum erwartet. Bereits Ende 2009 soll es aufwärts gehen, sagen die führenden US-Wirtschaftsforschungsinstitute vorher. (ftd.de)

Deutsches Subprime: Omas Häuschen verliert drastisch an Wert - Der Preisverfall für Ein- und Zweifamilienhäuser hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres verschärft. Die Wirtschaftsflaute dämpft die Kauflaune und setzt Verkäufer unter Druck. (ftd.de)

Die Not im Rotlichtviertel - Eine Finanzkrise der besonderen Art: Auch in Hamburg bleiben die Freier aus, obwohl die Preise fallen. (sueddeutsche.de)




Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):





Finanzkrise? Nicht bei uns. Ganz im Gegenteil, gerade jetzt ist Optimismus angesagt! Vertrauen Sie doch bitte ruhig weiter, denn: Ihr Vertrauen..... ist unser Gewinn. Mehr auf: gamerith.net







Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Josef Hader: Worüber man lachen kann? Ich muss leider passen, ich hab keine g'scheite Antwort auf diese Frage.



Donnerstag, 23. April 2009

Ist der Staatsanleihenmarkt am Ende?

Staatsanleihen sind Garantien eines Staates, für ein Papier auf dem ein Wert steht, nach einer gewissen Zeit, den Wert plus Zinsen zu zahlen. Das heisst, wenn ein Investor eine Ausgabe einer Staatsanleihe kauft, bekommt er nach der festgelegten Zeit das Kapital und die Verzinsung ausbezahlt. Staatsanleihen können kurzfristig, zB. 6 Monate, oder langfristig, zB. 10 Jahre laufen. Bisher galten Staatsanleihen als absolut sicheres Papier, allerdings mit einer relativ niederen Rendite.

Doch auch die Bezeichnung "sicheres Wertpapier" ist nur relativ. Bisher ging man davon aus, dass Staaten niemals bankrott sein würden, diese Ansicht hat sich geändert, deswegen sind Staatsanleihen auch nicht mehr als absolut sicher zu bewerten, denn wenn ein Staat pleite ist, können auch die Staatsanleihen wertlos werden.

Wenn Staaten Geld benötigen, geben sie Staatsanleihen heraus. In den letzten Jahrzehnten hat diese Art der Verschuldung gut funktioniert. Meist wurden dann neue Staatsanleihen herausgegeben, wenn die Staaten frisches Geld benötigten oder fällige Anleihen auszahlen mussten.

Versicherungen, Rentenfonds, Banken und private Investoren sind die klassischen Abnehmer von Staatsanleihen, aber auch andere Staaten. In vielen Wertpapierfonds findet man einen mehr oder weniger hohen Anteil, weil die Staatsanleihen für hohe Sicherheit bürgen. Das Geld scheint gut angelegt zu sein!

Während der letzten Monate ist allerdings der Verschuldungsgrad vieler Staaten exorbitant gestiegen. Wiederum wurde versucht, mittels Staatsanleihen die notwendigen Geldmittel aufzutreiben. Diese Staatsanleihen-Auktionen kommen aber derzeit leicht ins Stocken. Zuviel Staaten benötigen horrende Summen, die der ohnehin angespannte Investitionsmarkt fast nicht mehr aufnehmen kann. Ausserdem ist das Vertrauen in Staatsanleihen gesunken, nachdem einige Staaten plötzlich bankrott waren und nur durch die Hilfe des IWF und der EU gerettet werden konnten.

Wer sind die nächsten Staaten die pleite machen? Sollte dies offensichtlich bevorstehen, dann können keine oder nur wenige Anleihen verkauft werden. Vor allem steigen bei Staaten, deren Bonität schlechter wird (dabei sind nicht nur die Ratings der Agenturen ausschlaggebend!) die Zinsleistungen - das geborgte Geld wird teurer! Das wiederum bedeutet, dass Staaten, die die Krise voll zu spüren bekommen, deswegen eine höhere Verschuldung in Kauf nehmen, zusätzlich auch wesentlich höhere Zinsen zahlen müssen.

Bei den letzten Auktionen britischer und deutscher Staatsanleihen sind nicht alle aufgelegten gezeichnet worden. Die Finanzminister konnten nicht so viel Geld kassieren, als sie planten. Das ist ein untrüglich schlechtes Zeichen. Besonders Deutschland, jener Staat, der zur Zeit der Motor Europas ist, hat diesbezüglich offenbar Vertrauen verloren. Heisst das, dass die Investoren davon ausgehen, dass Deutschland diese Schulden nicht mehr zurückzahlen kann? Im Grunde undenkbar, doch wenn man genauer hinsieht, nicht mehr so abwegig!

Offensichtliche Pleitekanditaten haben es natürlich noch wesentlich schwerer, sich frisches Geld für eine weitere Verschuldung zu besorgen, daher bieten sie enorm hohe Zinsen.

Doch der Anleihenmarkt beginnt zu Stocken. Schon denken Nationalbanken wie die FED und die EZB darüber nach, eigene Staatsanleihen aufzukaufen. Ein fataler Kreislauf, der binnen kurzer Zeit kollabieren kann! Sie müssen "Geld drucken", das heisst, die Umlaufmenge des Geldes erhöhen, um dem Staat (den Staaten) Kredit in Form von Staatsanleihen zu geben. Wie ich schon des öfteren erwähnt habe, muss eine Währung, die in diesen Grössenordnungen an Menge plötzlich wächst, ohne dass irgendwelche Sicherheiten wie Gold oder gesteigerte Produktivität dahinter stecken, in die Hyperinflation fallen, da der Wert des Geldes weniger wird (nur die Menge wird mehr!).

Auf Grund dieser Tatsachen werden sich viele Investoren aus dem Staatsanleihenmarkt zurückziehen, weil offensichtlich wird, dass das eingebrachte Kapital mit Sicherheit an Wert verlieren wird (auch wenn auf den Pleitepapieren andere Zahlen stehen!)

Spätestens dann, wenn dieser Markt nicht mehr funktioniert, werden die ersten Staaten wirklich bankrott gehen - und auch fällige Staatsanleihen nicht mehr bedienen können. Die nächste Blase, die platzen wird ...

Und gleichzeitig kollabiert der Markt der Rentenfonds, weil diese besonders hoch in "sichere Staatsanleihen" investiert haben. Game over!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Staatsanleihen: Auktionen besser recherchiert
(dasgelbeforum.de.org)



Meldungen:


KTM schlittert in die roten Zahlen (kurier.at)
Magna an Opel interessiert (diepresse.com)
Fiat will Mehrheit an Opel übernehmen (spiegel.de)
Porsche-Eigentümer suchen Grossinvestor (spiegel.de)
Manager sollen mit Gehalt haften (kurier.at)
Deutschland bricht Doppelbesteuerungsabkommen (bernerzeitung.ch)
Schweizer Aussenhandel bricht ein (20min.ch)
Russland will Arbeitslosenzahlen geheim halten (spiegel.de)
Dauerkrise unserer Sozialsysteme (besema.de)
Banken leihen sich wieder Geld (handelsblatt.com)
Lettland ringt verzweifelt um IWF-Kredit (ftd.de)
Deutsche Bank hat zu geringe Risikopuffer (ftd.de)
Grossbritannien kündigt Rekordverschuldung an (spiegel.de)

Steinbrück: Die „giftigen Papiere“ werden die Steuerzahler nicht belasten (faz.net)



Superstar Obama? Nur eine Veränderung in den Formen der Politik und wenig Bewegung bei den Inhalten! – Eine astrologische Prognose zur Neumondphase vom 25. April bis 24. Mai 2009 und ein Ausblick - Das Feuerwerk des Barack Obama: Er versteht es meisterlich, zu faszinieren: Charismatisch entfacht US-Präsident Barack Obama ein Aktions-Feuerwerk, nachdem es auf dem G20-Gipfel in London gelungen ist, ein Abschlusskommuniqué zu erzielen, das allgemeine Einheit bekundete. Man gab der Welt, was sie erhoffte und brauchte: Das Gefühl, sicher unter dem Schirm einer weltweiten Führungsriege durch die Krise zu navigieren. Die G2O-Länder seien bereit, weiter in Konjunkturprogramme in Billionenhöhe zu investieren und striktere Finanzmarkregulierungen durchzusetzen – zumindest steht das als Absichtserklärung im Kommuniqué. (kopp-verlag.de)

Wirtschaftsinstitute prognostizieren Explosion der Staatsverschuldung - Die Wirtschaftsinstitute sagen Deutschland die schärfste Rezession seit 80 Jahren voraus - und einen drastischen Anstieg der Staatsverschuldung. Demnach wird die Regierung dieses Jahr 89 Milliarden Miese machen, 2010 sogar 132 Milliarden. (spiegel.de)

Krisengipfel im Kanzleramt: Kein Ausgang, nirgends - Sie kamen ins Kanzleramt. Sie beratschlagten über mögliche Maßnahmen. Und sie verließen das Gespräch mit der Erkenntnis, dass die Krise tief und unkalkulierbar ist. Das bedeutet: Alle anschnallen, bitte. Vor allem in Süddeutschland. (stern.de)

Tod des Schattenmanns - Er galt als Bankexperte, als Strippenzieher hinter den Kulissen: David Kellermann, Finanzchef des taumelnden US-Hypothekengiganten Freddie Mac, wurde tot aufgefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus. Ist er ein Opfer der Kreditkrise und der Manager-Hatz in den USA? (spiegel.de)

Bankenrettung mit sozialer Note und Prinzip Hoffnung - Wie in Irland steigt die Arbeitslosigkeit in Spanien massiv, doch statt Steuern anzuheben, denkt Madrid über eine Bankenrettung mit sozialer Note nach, während in Großbritannien die Staatsschulden rasant wachsen. (heise.de)

VW spielt Porsche-Kauf durch - Wolfsburg schlägt zurück: Jetzt loten die Niedersachsen ihrerseits die Übernahme Porsches aus. Grund für den VW-Vorstoß sind die großen Probleme des Sportwagenbauers, ihren Kaufplan zu finanzieren. (ftd.de)

Der Zinssklave - "Sein Geld arbeiten lassen" - hört sich gut an, verschleiert aber die Tatsache, dass es tatsächlich jemand anders ist, der arbeitet, um Zinsen zu erwirtschaften. Und dieser "Andere" hat kaum eine Chance, der Zinsknechtschaft zu entkommen. Da Zinsen generell nicht zurückbezahlt werden können, entsteht eine Gesellschaft der Zinseszinsknechte, deren Zusammenbruch programmiert ist. (mmnews.de)

Wirtschaftsforschungsinstitute sehen schwarz - Wirtschaftsforschungsinstitute malen düsteres Bild in Frühjahrsprognose: "Das BIP wird im Jahr 2013 noch nicht wieder das Niveau von 2008 erreicht haben". Neuverschuldung steigt bis 2010 auf 132 Milliarden Euro. 1,1 Millionen Arbeitslose mehr. Einblick in die (noch unveröffentlichte) Frühjahrsprognose. (mmnews.de)



Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):





Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Stermann & Grissemann: Die Krise will, dass man sich vor ihr fürchtet, aber uns schmeckt das Essen exakt gleich wie vor der Krise - und wir lachen über das Gleiche.