Dienstag, 31. März 2009

Der Nimbus des Messias verschwindet

Barack Obama, derzeit mit grossem Gefolge auf Tour durch Europa zum G-20 Treffen, dem NATO Gipfel und zur EU-Ratspräsidentschaft, war von den Medien der ganzen Welt als der Retter und Messias präsentiert worden. Dieser Nimbus verschwindet, die Probleme werden täglich grösser und eine mögliche Rettung des Finanz- und Wirtschaftssystems immer unwahrscheinlicher.

Es war ein Slogan, der um die Welt ging und alle mitriss: "Yes, wie can!" ... doch offensichtlich können wir nicht! In einem Sumpf von Selbstüberschätzung, vorschnell installierter medialer Kultfigur und Inkompetenz seines Teams ist nach nur zwei Monaten eines sicher: der Obama-Trumpf hat nicht gezogen. Es ist offensichtlich, dass die Lage in den USA sich nicht gebessert, sondern im Gegenteil, zugespitzt hat.

Die Banken konnten nur durch einen Trick relativ gute Zahlen präsentieren, der allerdings einmalig war. GM und Chrysler sind nach wie vor klinisch tot, jetzt scheint es sich schon bis ins Weisse Haus herumgesprochen zu haben, dass zumindest diese zwei Autohersteller in dieser Form nicht lebensfähig sind. Um die erforderliche, radikale Umstrukturierung vornehmen zu können, müssen Altlasten entfernt, Fabriken geschlossen, Personal abgebaut und Autos neu entwickelt werden. Ein Unterfangen, das nicht nur sehr viel Geld kostet, sondern auch einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Derzeit sieht es aus, als würde Ford, der allerdings auch gewaltige Schwierigkeiten hat, als einziger übrigbleiben. Der CEO von GM musste jedenfalls wegen Erfolglosigkeit bereits das Feld räumen. Die Kreditkartenunternehmen in den USA melden ebenfalls Horrorzahlen, American Express ist in eine Bank umgewandelt worden, um das staatliche Rettungspaket in Anspruch nehmen zu können. Jetzt bieten sie einen Gutschein über 300 U$ an, wenn man sein Kreditkartenkonto schliesst! Fast alle Bundesstaaten sind pleite, allen voran Kalifornien. Washington muss Geld zuschiessen, damit die Infrastruktur funktioniert und es (noch) zu keinen Aufständen kommt. Vor den Metropolen schiessen Zeltstädte aus dem Boden. Viele Amerikaner haben Job, Haus und Vermögen verloren. Dadurch bilden sich Slums, wie wir sie aus Südamerika kennen. Doch die Zeltstädter waren vor kurzem noch in das System integriert - jetzt sind sie auf sich allein gestellt! Durch den exorbitanten Konsumrückgang kommt es natürlich auch zu einem Rückgang der Steuern. In die staatlichen Kassen fliesst immer weniger Geld ...

Die Probleme möchte man mit Billionen Dollarsummen lösen. Das Geld ist natürlich nicht vorhanden, sondern muss erst gedruckt (erschaffen) werden. Die im Umlauf befindliche Geldmenge wird dadurch entscheidend erhöht, ohne dass es eine Besicherung oder Gegenwert gäbe. Es ist tatsächlich Geld ohne Wert. Das Resultat wird eine Hyperinflation sein, denn diese Geldmenge kann in kurzer Zeit - sofern man das nur als Überbrückung gesehen hätte - nicht wieder vom Markt genommen werden. Sprich, der US-Dollar wird rapide an Wert verlieren. Dadurch werden alle importierten Waren teurer - so teuer, dass sie für viele Amerikaner nicht mehr leistbar werden. Dazu zählen auch Levis Jeans, Nike Sneakers, HP Computer, usw. Weil all dies nicht mehr in den USA produziert wird, sondern in Asien und deswegen importiert werden muss.

Die Arbeitslosigkeit explodiert, eine Pleitewelle fegt über das Land, ganze Vorstädte sind leer und zeitgleich explodiert auch die Kriminalität. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Volk aufsteht. Erste Demonstrationen sind schon abgehalten worden, es werden wohl noch viele mehr werden ...

Ein Branche erlebt allerdings einen gewaltigen Boom: die Waffenbranche. Amerika rüstet auf! So gesehen dürften viele erwarten, dass die staatliche Ordnung weitgehend zerfallen wird ... so wie die gesamten Vereinigten Staaten auch!

Die begonnenen Kriege in Afghanistan und Irak kostetn mittlerweilen rund 700 Milliarden Dollar. Wie lange können diese Kriege überhaupt noch finanziert werden?

Dass es Barack Obama nicht leicht haben wird, hat wohl keiner bezweifelt. Dass er allerdings so wenig bewirken kann, haben viele nicht geglaubt. Dass er scheitern wird (wie übrigens jeder andere auch gescheitert wäre!), haben nur wenige gedacht. Dass es so schnell bergab geht, hat wohl jeden überrascht. Dass die USA in der jetzigen Form nicht mehr lange existiert, sondern in kleinere Regionen zerfällt, ist plötzlich kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Der Gigant wankt ... und wenn er fällt, reisst er die halbe Welt mit!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


700 Milliarden Dollar für Kriege (kurier.at)
Sicherheitsaufgebot zum NATO-Gipfel (kurier.at)
US-Immobilienpreise brechen drastisch ein (kurier.at)
GM und Chrysler droht Blitz-Insolvenz (spiegel.de)
GM: Die Chronik eines Niedergangs (handelsblatt.com)
Erholung rückt in weite Ferne (kurier.at)
Russland hart von Wirtschaftskrise getroffen (nzz.ch)
Gewinnsteuern brechen ein (derstandard.at)
Rettet den ORF (nachrichten.at)
S&P senkt die Kreditwürdigkeit Irlands (derstandard.at)
Immofinanz nach drei Quartalen mit Milliardenverlust (derstandard.at)
Etikettenschwindel in den Bankbilanzen (zeitenwende.ch)
Der neue US-Haushalt: kein Geld für das Volk, aber Billionen für die Banken und für den Krieg (zeit-fragen.ch)
Obama warnt vor Lebensmittelknappheit (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Was Krisenökonom Keynes wirklich gesagt hat (handelsblatt.com)



Rogers spricht Klartext - Lob für China, Tadel für USA. In einem Fernsehinterview mit dem US-Sender Fox verurteilt Jim Rogers einmal mehr die in seinen Augen katastrophale Wirtschaftspolitik in Washington: China würde als erstes wieder aus der Krise kommen. (mmnews.de)

Krise wird Desaster - Investmentlegende Jim Rogers: "Das Schlimmste kommt noch. - Wir gehen immer mehr auf ein Desaster zu". Wahres Ausmaß der weltweiten Krise größer. Opel-Bankrott gut für Europa. (mmnews.de)

Ist »American Express« das erste Kreditkartenunternehmen, das einer Pleite entgegen geht? AmEx ist in Schwierigkeiten, weil immer mehr Amerikaner ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können. Die Ausfälle nehmen rasant zu und die Aktie fällt ins Bodenlose. Die Lage für das Unternehmen ist so verzweifelt, dass es jetzt sogar 300 Dollar für jeden bietet, der sein Kartenkonto auflöst! (kopp-verlag.de)

Obamas Härtetest in der neuen alten Welt. Der Präsident tritt samt gigantischem Tross seine Europa-Reise an, die ihn direkt zum G-20-Gipfel führt. Die Erwartungen sind enorm. (kurier.at)

Obama, Europa und der Weg in die Hölle. Der Europa-Besuch Barack Obamas steht im Zeichen der Ernüchterung. Die Beziehungen haben sich spürbar abgekühlt. Über die Krisenbewältigung bestehen krasse Auffassungs-Unterschiede. (diepresse.com)

Die G20 treffen sich unter der Pyramide - Am Donnerstag treffen sich die Staatsführer zum G20 Gipfel im ExCeL Exhibition Center im ehemaligen Hafenviertel von London, den Docklands. Dieses Messegebäude wurde von Sir Robert McAlpine erbaut und im Jahre 2000 eröffnet. Der Name ExCeL steht für Exhibition Center London. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

OECD revidiert Prognosen dramatisch nach unten - Die Pariser Organisation ist für 2009 wenig optimistisch, der Welthandel bricht um 13,2 Prozent ein, die Arbeitslosigkeit steigt rasant. (derstandard.at)






Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):






Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Oliver Baier: Worüber man lachen kann? Dass die Verursacher von gestern schon heute wieder die Renditen von morgen versprechen.



Montag, 30. März 2009

G-20 Treffen

Zwei Umstände werfen Schatten auf das mit Spannung erwartete G-20 Treffen in London. Es sollte die Einigkeit der Regierungen im Kampf gegen die Finanzkrise zeigen und natürlich auch Strategien und Wege daraus. Jetzt steht schon fest, dass es weder mit der Einigkeit, noch mit der Lösung der Krise etwas wird.

Der Spiegel konnte schon eine vor dem Treffen (!!!) vom Schlusskommunique berichten, das der Redaktion zugespielt wurde. Mehr als der fragwürdige Beschluss, weitere 2 Billionen Dollar in das schwarze Loch Finanzkrise zu werfen und damit vielleicht 19 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen, ist es nicht geworden. Es zeigt, zum einen wie unfähig die Regierungen sind, zum anderen, wie hilflos sie auch dem globalen Problem gegenüber stehen. Offensichtlich gibt es keine Lösungsmöglichkeit. Die Bruchlandung steht also schon fest, denn diese 2 Billionen Dollar werden kaum etwas ändern, ausser wieder einmal einen Zeitgewinn, ein Hinauszögern des Crashes, bringen.

Dies 2 Billionen existieren natürlich nicht! Weder real in Geldscheinen oder virtuell in Bits und Bytes. Diese unvortsellbare Summe muss erst erschaffen werden. Die Grundlage dafür ist ... Nichts! ... heisse Luft! Absolut kein Gegenwert, weder Gold, noch Wirtschaftsleistung, noch sonst irgend etwas! Das heisst auch, es ist einerseits Geld ohne Wert, andererseits reine Schulden, für die wir, das Volk, gerade stehen müssen!

DAS KANN NICHT GUT GEHEN! Die Regierungen reiten uns alle in einen Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt! Ausser den System-Crash, der auch unweigerlich kommen wird. Denn auch das "Gelderschaffen" muss eine Ende haben ...

Der andere Schatten auf das G-20 Treffen ist der Ausschluss jener, die für diese gesamte Chuzpe den Kopf hinhalten müssen ... das Volk! Wir haben in allen sogenannten zivilisierten Staaten das Recht der freien Meinungsäusserung und der Demonstration. Und genau dieses Recht ist der Elite ein Dorn im Auge. Natürlich wir London eine "Endzeitparty" erleben, die allerdings erst das Vorspiel sein wird, wenn das Volk endlich erwacht. Und irgendwann wird das Volk erwachen und sich darauf besinnen, dass in ihren Händen die eigentliche Macht liegt ... und nicht in den Händen irgendwelcher ewählten Volksvertreter, die sich über alles hinwegsetzen, nur um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Denn die Vielzahl der Rettungsversuche, Bailouts und Milliardensubventionen kann nicht im Sinne des Volkes sein, sondern es ist die gezielte Rettung der Elite, die für ihre Fehler belohnt wird. Das Volk hat nichts davon, keinen €urocent und keinen U$cent, im Gegenteil. Das Volk verdient weniger, verliert Geld, verliert die Arbeitsplätze, verliert die Pensionen ... verliert die Zukunft. Aber einige Banken konnten Gerettet werden ...

Deshalb ist es legitim, gegen das System zu demonstrieren! Auch wenn es der Elite nicht gefällt. Dass es zu Ausschreitungen kommen wird und möglicherweise sehr viel zerstört wird, ist zu erwarten. Dass dies allerdings nicht nur aus reiner Freude an der Zerstörung passieren wird, sollte auch klar sein! Mehr kaputt gemacht haben sicherlich die Politiker, die das Volk bertrogen haben, in dem sie die Zukunft aufs Spiel gesetzt haben. Jetzt wächst die Volkswut und der Volkszorn. Das hat nicht nur mit Anarchos, Punks und Radikalen zu tun ...

Das G-20 Treffen, ein familiäres Dinner mit Small Talk, Fotografieren und grossem Presse-BlaBla. Man ist fast versucht, von der nächsten Blase zu sprechen, die platzt! ;-)


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Links zum Thema:


G20 wollen 19 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Gipfel der guten Absichten: Die G-20-Länder wollen nach SPIEGEL-Informationen bei ihrem Treffen nächste Woche umfangreiche Konjunkturmaßnahmen beschließen. 19 Millionen neue Jobs sollen geschaffen werden. Demonstranten in London, Berlin und Frankfurt protestieren gegen das Krisenmanagement. (spiegel.de)

G-20 Treffen - 2 Billionen für Konjunktur. Geheimpapier für Abschlusskommuniqués G-20 Gipfel: 2 Billionen für Konjunktur. G-20 wollen 19 Millionen Arbeitsplätze schaffen. Konkretes Wachstumsziel für Weltwirtschaft 2010. Regulierung „aller Finanzmärkte, Instrumente und Institutionen, einschließlich Hedgefonds, die systemisch wichtig sind“. (mmnews.de)

Wurde Gordon Brown absichtlich von Merkel blossgestellt? Der Entwurf des Schlusskommuniqués des G20 Gipfels, welches die Staatschefs erst am kommenden Donnerstag verabschieden sollen, wurde dem Spiegel zugespielt und ist bereits veröffentlicht. In dem von der britischen Regierung in die Hauptstädte der Teilnehmerländer versandten Papier werden umfangreiche, konjunkturstützende Massnahmen versprochen. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Am 1. April wird Chaos in London herrschen. Die vier Reiter der Apokalypse werden in der Stadt erscheinen. Ein grosse Ansammlung von Antiglobalisten, Anarchisten, Umweltschützer, Linke, Gewerkschafter und Betroffenen der Wirtschaftskrise werden eine Massendemonstration gegen die Bankster im Herzen von London am 1. April durchführen, der Tag an dem die Staatsoberhäupter aus aller Welt zum G20 Gipfel eintreffen. (alles-schallundrauch.blogspot.com)



Weltwirtschaftskrise? Weltwirtschaftscrash? Finanzkrise oder Geldsystemkrise? Eine Videocollage.




Meldungen:


Pröll: Die Krise ist bewältigbar
(kurier.at)
Spanien: erstes EU-Land mit Deflation (kurier.at)
Spanien muss erste Bank stützen (ftd.de)
Düstere Aussichten für Russland (kurier.at)
Der Jahrhundertschwindel (dasgelbeforum.de.org)
Demonstrationen gegen G-20 Treffen (derstandard.at)



Obama lehnt Sanierungspläne der US-Autobauer ab - GM-Chef muss zurücktreten. Detroit in der Krise: Obama lehnt Sanierungspläne der US-Autobauer ab - GM-Chef muss zurücktreten. Rick Wagoner am Ende: Der Chef des pleitebedrohten Autogiganten General Motors tritt auf Druck der US-Regierung zurück. Präsident Obama lehnt die bisher vorgelegten Sanierungspläne von GM und Chrysler ab und fordert dringend Nachbesserungen - sonst werden die Konzerne nicht gerettet. (spiegel.de)

GM: Wagoner gefeuert / nicht überlebensfähig! Der Chef von General Motors tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Auto Taskforce der US-Regierung hatte zuvor die bisherigen Sanierungspläne von General Motors und Chrysler als unzureichend zurückgewiesen. (mmnews.de)

Anlageberater bringen nichts. Noch ein Schlag für die gebeutelte Finanzbranche. Eine statistische Analyse über 30'000 Anleger in Deutschland sagt: Der Beizug von Vermögensberatern senkt die Renditen. (bernerzeitung.ch)

Wie Ungarn erst den Wohlstand aus der Schweiz importierte - und dann die Krise. Als Ungarns Wirtschaft boomte, verschuldeten sich Regierung, Unternehmen und Privatleute wegen der hohen Inflation im eigenen Land meist in ausländischen Währungen - am liebsten in Schweizer Franken. Jetzt droht das Firmen und Familien gleichermaßen in den Ruin zu treiben. (welt.de)

Timothy Geithners Billionen-Plan mit Systemfehler - Der US-Finanzminister Timothy Geithner will die Banken von ihren Schrottpapieren befreien. Die Börsen bejubeln vor allem die Beteiligung privater Investoren. Doch Chancen und Risiken sind ungleich verteilt: Der intelligente Billionen-Plan besitzt einen eingebautem Systemfehler. (welt.de)

US-Unternehmensgewinne im Sturzflug - Die Finanzkrise hinterlässt in der US-Wirtschaft gravierende Spuren. Regelrecht dramatisch entwickeln sich die US-Unternehmensgewinne! Im 4. Quartal 20008 sind die Unternehmensgewinne gemäß den bisher 486 von 500 veröffentlichten Geschäftsberichten, der im S&P 500 gelisteten Unternehmen, komplett abgestürzt! Erstmals wurden bei den 500-größten US-Unternehmen im 4. Quartal 2008, Verluste nach Steuern von -23,16 Dollar je Anteil für den gesamten Index ausgewiesen, nach +9,73 Dollar im Vorquartal - Hoch: Q2 2007 mit +21,88 Dollar! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)





Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):






Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Klaus Eckel: Worüber ich lachen kann? Herzlich über meinen Finanzberater, der mir empfiehlt, meine übrig-gebliebenen Cents jetzt in einen todsicheren amerikanischen Automobilfonds zu investieren.



Samstag, 28. März 2009

Was passiert bei einem Staatsbankrott?

Bisher galt es als ausgeschlossen, dass in Europa ein Staat bankrott geht. Wir kennen das bisher nur aus Lateinamerika und Afrika. Doch nie war es ein echter Bankrott, denn es gab immer irgendwelche Geldquellen, die, zumindest zur Überbrückung, eingesprungen sind. Siehe Argentinien, wo sich relativ rasch nach dem Staatsbankrott das Wirtschaftsleben und die Gesellschaft wieder "normalisiert" haben. In Afrika spielen andere Faktoren mit, dort sind die Gründe für Staatspleiten meist im politischen System zu suchen, wenn korrupte und skrupellose Stammesfürsten oder Militärs die Macht übernehmen oder Bürgerkriege das Land in den Bankrott treiben. Simbabwe ist ein aktuelles Beispiel.

Nun sind einige Staaten in Europa bereits bankrott oder stehen kurz davor. Die Liste ist lang und das undenkbare ist eingetroffen. Bankrott sind bereits Island, Ungarn, Ukraine, Rumänien, Serbien und Lettland. Kurz davor und schwerst gefährdet sind Irland, Grossbritannien, Spanien, Griechenland, Italien, Bulgarien und Portugal. Auch Österreich wird zu den bankrott-gefährdeten Staaten gezählt, weil durch die Probleme in Osteuropa der Staatshaushalt wegen der Bankengarantien zusammenbrechen kann.

Zur Zeit wird noch versucht, über Internationalen Währungsfond und die Europäische Union die erforderlichen Geldmittel aufzustellen. Doch die Zeit ist das grösste Problem und explosiv wird die Situation, wenn mehrere Staaten zugleich pleite gehen. Dann werden IWF und EU überfordert sein. Auch, weil derzeit noch nicht gefährdete Staaten wie Deutschland selbst grösste Probleme haben, die sie bewältigen müssen. Spätestens dann ist ein Staatsbankrott, ein richtiger Bankrott. Der Staat ist pleite und kann kein Geld mehr ausgeben. Was das bedeuten kann, hat notzeiten.de aufgelistet:

  • Der Staat kann keine Gehälter mehr zahlen.
  • Es werden keine Renten mehr ausgezahlt.
  • Es gibt kein Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld.
  • Die Krankenkassen kollabieren, dadurch kollabiert das Gesundheitssystem.
  • Die Infrastruktur bricht zusammen (Wasser, Abwasser, Strom, Telefon, Internet)
  • Die Kriminalitätsrate wird explodieren. Je wird sich selbst der nächste sein.
  • Alle Fremde werden zum Blitzableiter, geschürt von Extremisten.
  • Die Lebensmittelversorgung bricht zusammen. Die verbleibenden Geschäfte werden geplündert.
  • Die Bevölkerung wird Hunger leiden.
  • Politische Rattenfänger jeglicher Couleur werden versuchen die politische Macht an sich zu reißen.

Leider ist dieses Szenario mehr oder weniger wahrscheinlich. Es wird auch darauf ankommen, ob die Bruchlandung aus heiterem Himmel kommt und weite Teile der Bevölkerung, die Kommunen und auch der Staat kaum vorgesorgt haben oder ob es eher langsam geht, so dass noch Zeit bleibt, Vorsorge zu treffen.

Da die Politik in Europa ausschliesslich "Schönwetterpolitik" betreibt, wird sie einen mölichen Staatsbankrott bis zur letzten Minute "definitiv" und "in aller Deutlichkeit" (um politische Floskeln zu verwenden) ausschliessen. Der Tag der Bruchlandung kommt dann überraschend, zum Leidwesen aller, die der Blauäugigkeit und Infantilität der Politiker geglaubt haben ...

Im Zeitalter der Globalisierung und globalen Vernetzung kann ein Systemkollaps in einem der grossen, wichtigen Staaten, so wie in den USA, weitreichende, katastrophale Folgen für uns alle haben. Dann, liebe Freunde, dann haben wir den Mega Domino Day erreicht. Es werden nur wenige Stunden vergehen, und fast alle Finanz- und Wirtschaftssystem der Welt kollabieren. Das erklärt auch, warum viele Staaten durch Ankauf der US-Staatsanleihen die Vereinigten Staaten stützen, auch wenn es wirtschaftlich gesehen, ein enorm hohes Risiko inne hat. Denn Staatsanleihen sind nach dem Kollaps das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden!

Angesichts der Tatsache, dass die bisherigen Milliarden Bailouts und Konjunkturrettungsversuche absolut nichts gebracht haben, kann der USA-Kollaps jederzeit stattfinden - ohne Vorwarnung.

Denn mittlerweilen sind nicht nur die Politiker und Manager jene, die die Geschicke der Staaten lenken und beeinflussen. Immer stärker bindet sich das Volk, die Bürger selbst ein, durch Demonstrationen, Revolten, Aufruhr und Rebellion. Ersichtlich ist das jetzt schon in Island, Ungarn, Griechenland, Frankreich, Lettland und immer mehr in den USA! Und das Volk kann durchaus der Auslöser eines Kollaps werden. Insgesamt wächst der Volkszorn auf die Elite und es bedarf nicht mehr viel und dieser bricht mit unheimlicher Wucht und Gewalt aus. Am 1. April ist in London eine "Riesenparty" angesagt, die vier Reiter der Apokalypse werden in der Stadt erscheinen. Ein grosse Ansammlung von Antiglobalisten, Anarchisten, Umweltschützer, Linke, Gewerkschafter und Betroffenen der Wirtschaftskrise werden eine Massendemonstration gegen die Bankster im Herzen von London am 1. April durchführen, der Tag an dem die Staatsoberhäupter aus aller Welt zum G20 Gipfel eintreffen. (alles-schallundrauch.blogspot.com) Auf der Webseite der Organisatoren g-20meltdown.org steht: Am 1. April werden wir der G20 zeigen was ein Zusammenbruch bedeutet. Hast du dein Hause verloren? Deinen Job verloren? Dein Erspartes oder deine Pension verloren? DANN IST DIESE PARTY FÜR DICH! Eine Koalition von über 100 Organisationen sind involviert. die wie sie selbst sagen, die City brennen sehen wollen! Eine "Party" gegen die Elite, gegen die Finanzwelt, gegen die Politik!

Doch was soll uns in Österreich viel passieren, haben wir doch das Lächeln des Faymann, die Versprechen des Treichl und unsere sprichwörtliche Gelassheit ... ;-)


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Pröll: Budgetplan nicht einzuhalten (derstandard.at)
Der DAX sucht seinen Boden (handelsblatt.com)
Das ist der Gipfel (weissgarnix.de)
Chinas Plan für ein neues Welt-Währungssystem (faz.net)
Zinsen purzeln ins Bodenlose (kurier.at)
Reiseverbot für Schweizer Banker (kurier.at)

Michael Winklers Pranger: Der neue Welthandel (michaelwinkler.de)


Fotostrecke:


Zorn der Strasse: Wenn Politiker um ihr Leben fürchten (diepresse.com)



Globale Katastrophe wegen Finanzkrise? UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon warnt vor politischen Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise: Politische Instabilität und Hungeraufstände. Politische Krise als Folge der Finanzkrise, falls Probleme nicht gelöst werden. Globale Katastrophe befürchtet. (mmnews.de)

Proteste gegen G-20-Gipfel: "Noch nie dagewesene Gefahr" - Am Samstag finden in ganz Europa Demonstrationen gegen den Weltfinanzgipfel statt. In London werden tausende Demonstranten zu einem Protestmarsch erwartet. Banken befürchten Angriffe. (diepresse.com)

Finanzwetten haben weiter Hochkonjunktur - Das US-Derivate-Casino ist trotz Finanz- und Wirtschaftskrise weiter in Top-Form, dies zeigen die neuesten Daten des US-Rechnungshofes zum Derivate-Volumen der US-Banken fürs 4. Quartal 2008. Das nominale ausstehende Derivate-Volumen beträgt nun gewaltige 200,4 Billionen Dollar, ein starker Anstieg um +14% zum Vorquartal mit 175,8 Billionen Dollar und um +22,2% zum Vorjahr mit 164,2 Billionen Dollar! Allerdings ist der starke Anstieg durch die Mutation der ehemaligen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley zu regulären Geschäftsbanken zu erklären, denn nur Geschäftsbanken werden im Bericht des Rechnungshofes erfasst. Bisher sind keinerlei derivative Beschränkungen auf einer möglichen Tagesordnung der überfälligen Finanzmarktreform, so das die spekulativen Marktakteure weiterhin ungehindert Derivate emittieren und die Finanzwetten handeln können! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

G-20: 2 Billionen für Konjunktur - Geheimpapier für Abschlusskommuniqués G-20 Gipfel: 2 Billionen für Konjunktur. G-20 wollen 19 Millionen Arbeitsplätze schaffen. Konkretes Wachstumsziel für Weltwirtschaft 2010. Regulierung „aller Finanzmärkte, Instrumente und Institutionen, einschließlich Hedgefonds, die systemisch wichtig sind“. (mmnews.de)

Die vermeintliche Rückkehr der Politik - Mit der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise, so lautet eine zurzeit gängige These, kehre das Politische in die Politik zurück. Ohne das entschlossene Handeln der politischen Führung in den Industriestaaten wäre das Versagen der Märkte zu einer Katastrophe für die Gesellschaften geworden, sagen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. Wie einst Gerhard Schröder verwenden auch sie gern die Formel, es gebe zu ihrer Politik „keine Alternative“. Doch der politische Hintergrund war damals ein anderer. (faz.net)




Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):



Ein Grilltipp für den Frühling:
Wie jeder gute Hausmann weis, wenn der Frühling kommt, wird es wieder Zeit einer beliebten Freizeitbeschäftigung nachzugehen .... das Grillen im Freien. Dazu muss man die notwendigen Geräte hervorholen und auf Vordermann bringen. Für die welche einen neuen Grill benötigen, habe ich gerade einen guten Tipp herausgefunden, es gibt viele Geschäfte die einen GRATIS-GRILL anbieten! Ja, wirklich. In diesen schweren Zeiten sind Sachen die man umsonst bekommt sehr willkommen. Also los, man kann sich einen gratis Holzkohlengrill in den folgenden Geschäften holen ... (alles-schallundrauch.blogspot.com)







Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Andreas Vitasek: Worüber man lachen kann? Ich glaube nicht, dass sich der Humor in einer Finanzkrise ändert, immerhin begann 1929 die Filmkarriere der Marx Brothers. Was sich ändert, ist das Konsumverhalten.



Freitag, 27. März 2009

Mit den Staatsanleihen verschwindet die letzte Hoffnung!

Die Anleihen-Auktion der Briten war diese Woche ein Schock, allerdings ein zuerwartender Schock. Nur ein Teil der Anleihen konnte verkauft werden, auf den Rest bleibt Grossbritannien sitzen. Wie schon so oft erwähnt, irgendwann hat jedes Schuldenmachen seine Grenzen. Obwohl Staaten viel mehr Möglichkeiten des Schuldenmachens haben und auch nicht so leicht eine schlechtere Bonität durch Ratingagenturen bekommen (wie man derzeit sieht) zerplatzen hier die wahrscheinlich letzten Möglichkeiten, noch weitere Milliarden in das schwarze Loch "Finanzkrise" zu werfen, die allerdings immer gefräßiger wird! Die letzte Mölichkeit ist, so wie die amerikanische FED, eben Staatsanleihen selbst aufkaufen ... das heisst, der Staat gibt sich selbst Kredit! Das zeigt, wie krank unser System tatsächlich ist.

Jetzt wäre es schön langsam Zeit, selbst den Stecker zu ziehen. Doch wer sollte das tun? Die Amerikaner? Die Briten? Oder die Chinesen, indem sie ihre Dollars und US-Anleihen loswerden wollen?

Die täglichen News werden immer katastrophaler, die Milliarden und Billionenbeträge können wir schon lange nicht mehr nachvollziehen, ... jener der schlussendlich leiden wird, ist der kleine Mann. In den USA, in Grossbritannien, in Russland und auch in Österreich. Die Elite hat weitgehend vorgesorgt und kann auf den Crash warten. Der kleine Mann wird immer noch in Unkenntnis gelassen, teilweise wollen uns auch ganz skrupellose Politiker und Manager weissmachen, es gehe sowieso bald wieder bergauf, dann ist eh´ alles wieder in Butter!

Aber statt jetzt endlich das System herunterzufahren und den Stecker zu ziehen - nach dem Motto ein Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende - versucht man weiterhin mit Milliarden sinnlos herum zu werfen. Auch die EZB überlegt, nach dem Vorbild der FED, von jenen EU-Staaten Anleihen aufzukaufen, die am dringensten Geld benötigen und die Chance, dass nach den Briten auch andere Länder auf ihren Bond sitzen bleiben, ist verdammt gross! Der Staatsanleihenmarkt bricht gerade zusammen, die nächste Bubble, die platzt! Doch Warnungen gab es genug!

Das ist die Hinrichtung unseres Finanz- und Wirtschaftssystems. Die verantwortlichen Politiker sind hoffnungslos überfordert und ratlos.

Beim G-20 Gipfel kann keine Lösung erarbeitet werden, auch wenn man sie dringenst erwarten würde. Das Spiel wird in diesem Sinne weitergehen, in der Privatwirtschaft stünden sie alle vor dem Richter, wegen Konkursverschleppung, Betrug und Veruntreuung. Doch wie schon erwähnt, für Staaten und Regierungen gelten andere Richtlinien und Gesetze!

Dass jetzt allerdings langsam der Volkszorn hochkommt, ist verständlich. Unternehmer werden als Geisel genommen (Frankeich) und die Villa eines Bankmanager wird verwüstet (Grossbritannien). Als nächstes lässt man an Politikern den Zorn und die Wut aus! Egal ob schwarz, rot, grün oder blau - versagt haben sie alle! Aber das war, wenn wir ehrlich sind, zu erwarten!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


PS: zeitenwende.ch, das Schweizer Wirtschaftsmagazin "geschüttelt statt gerührt" macht weiter, nachdem es im Jänner 2009 aus wirtschaftlichen Gründen die Einstellung verkündet hat! Gratulation!



Meldungen:


Österreich: Banken zittern um 400 Mio. Euro Kredite in Slowenien (diepresse.com)
Nowotny korregiert Konjunkturprognose stakr nach unten (derstandard.at)
Österreichs Wirtschaft auf dünnem Eis (derstandard.at)
Situation der deutschen Premium-Autohersteller (hartgeld.com)
Massenleerstand in Asiens Bürogebäuden (ftd.de)
US Verbraucher: Vermögenswerte pulverisieren sich (blog.markt-daten.de)
Was soll die Billionen-Dollar-Spritze der FED (jjahnke.net)
Venezuela: Hugo Chávez setzt auf Pump (diepresse.com)
Grossbritannien: Staatsanleihen werden unbeliebt (faz.net)
Zuviele Papiere am Markt, Anleihen schwer verkäuflich (ftd.de)
20 Milliarden Nothilfe für Rumänien (welt.de)



Die Angst vor der Pleite - Staatsbankrott: Wie ernst ist die Lage wirklich? In der schweren Wirtschaftskrise nimmt das Unvorstellbare Konturen an: Die Pleite ganzer Staaten. Länder in Osteuropa ziehen die Börsenkurse in den Abgrund, Irland und Griechenland kämpfen gegen die Zahlungsunfähigkeit. Ökonomen warnen vor Staatsversagen. Hier die Antworten auf die drängendsten Fragen. (rp-online.de)

Kenneth Rogoff: Das Schulden-Endspiel - In der Krise schießt weltweit die Staatsverschuldung in die Höhe. Vielen Regierungen wird es schwerfallen, diese Last dauerhaft zu tragen. Es drohen Markteingriffe, Inflation und Staatsbankrotte. (ftd.de)

Steigen Russland und China aus dem Dollar aus? Kurz vor dem mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Volkswirtschaften der Welt, der sogenannten G20, und unmittelbar nach der Bekanntgabe einer weiteren massiven Finanzspritze für die US-Banken durch die Regierung Obama – wobei auch dieser erneute »Bailout« nicht zur Lösung der eigentlichen Probleme der hoffnungslos verschuldeten US-Ökonomie beiträgt – denkt die übrige Welt jetzt laut über das bisher »Undenkbare« nach: einen entschlossenen und geordneten Ausstieg aus dem US-Dollar, was immer das an Konsequenzen mit sich bringt. Bereits vor einiger Zeit hatte Russland andere Nationen aufgefordert, seinen Vorschlag zur Errichtung einer Alternative zum US-Dollar aufzugreifen, der seit 1944 als »Reserve«währung für die ganze Welt fungiert. Jetzt hat China, das die größten US-Dollarreserven der Welt hält – und zwar sowohl in Form von US-Wertpapieren als auch in Anleihen der inzwischen verstaatlichten Hypothekenfinanzierer »Freddie Mac« und »Fannie Mae« –, angedeutet, die russische Forderung nach einer Abkopplung vom US-Dollar zu unterstützen. Diese Entwicklungen verdienen eine genauere Betrachtung. (kopp-verlag.de)

Obamas Rettungsplan für die Banken: keine Lösung, sondern legaler Diebstahl - Obamas Finanzminister Tim Geithner hat soeben einen neuen Rettungsplan für die US-Banken vorgestellt, der dieses Mal angeblich eine Billion Dollar kosten soll. Kein Geringerer als der US-Präsident selbst erklärte seinen Mitbürgern, dies sei ein wichtiger Schritt zur Lösung der Krise, die Amerikas Wirtschaft in den freien Fall gestürzt hat – den schlimmsten seit den 1930er-Jahren. Auch die übrige Welt, die bekanntlich an das Dollar-System gekoppelt ist, ist ebenfalls bedroht. Geithners jüngster Plan ist jedoch alles andere als »die Lösung«; es ist nur ein weiterer gefährlicher Plan, die wenigen Schuldigen in den großen Wall Street-Banken zu belohnen – mit enormen Kosten für den amerikanischen Steuerzahler und mit der Gefahr einer zukünftigen weltweiten Inflation. (kopp-verlag.de)

Krise: Rechnen und beten, statt hoffen und raten - Ein „Systembankrott“ ist kein Gespenst, das Pessimisten erfunden haben, um brave Bürger zu erschrecken. Hinter dem Schleier der Rettungsmaßnahmen liegt ein möglicher Systembankrott. (mmnews.de)

Japan: Machtlos gegen die Welt-Krise - Japans Wirtschaft geht in die Knie. Viele einst stolze Branchen sind in ihrer Existenz bedroht. Die Krise tritt mit Verspätung ein - und trifft das Land dafür um so heftiger. Warum die Abwärtsspirale sich jetzt immer schneller dreht. (handelsblatt.com)

EZB schwenkt auf FED-Linie ein - Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet offenbar den Boden für den Ankauf von Unternehmensanleihen vor. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos sagte in Brüssel: "Potenzielle Maßnahmen schließen den Ankauf von Unternehmensanleihen ein." (handelsblatt.com)

US-Zinsen negativ - Flucht in US-Schuldverschreibungen hält unvermidert an. Zinsen für 1-monatige Schuldtitel negativ: Wer Geld beim US-Staat anlegt, bekommt am Ende weniger zurück als er eingezahlt hat. (mmnews.de)

Keine Entspannung am US-Arbeitsmarkt - Auch die heutigen wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung des US-Arbeitsministeriums, bestätigen die miserable Lage am US-Arbeitsmarkt! Die anhaltende Rezession manifestiert sich in einer weiter hohen Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Billionen von Dollar an Krediten und Liquiditätshilfen verpuffen gemessen an dem real stattfindenden Arbeitsplatzabbau. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

EU-Abgeordnete wollen ihre Rente mit Steuergeldern aufstocken - Politiker sehen Altersversorgung durch Anlageverluste gefährdet. Wenn sich ein Fonds verspekuliert, dann ist das bitter für die Anleger. Es sei denn, man ist Abgeordneter im Europäischen Parlament und dort Mitglied im Freiwilligen Pensionsfonds, denn dann darf man sich Hoffnung machen, dass die Allgemeinheit für die Spekulationsverluste zahlt - und nicht man selbst. Genau das verlangen jetzt einige Abgeordnete. (dradio.de)

Keine Führung, nirgends - Joschka Fischer über EU - Auf dem Trittbrett durch die Krise: Nächste Woche treffen die Europäer beim G-20-Gipfel in London erstmals Barack Obama und zeigen ein Verhalten, das ebenso legitim wie fatal ist. Mehr als ein "Formelkompromiss" zur Bewältigung der Finanzkrise ist nicht zu erwarten. (sueddeutsche.de)

Britische Banker in Angst - Die Proteste gegen Top-Bankmanager nehmen immer groteskere Formen an. Nun wurde in Edinburgh das Wohnhaus von Fred Goodwin angegriffen. Der ehemalige Chef der Royal Bank of Scotland bezieht üppige Pensionszahlungen. (handelsblatt.com)

Die Wut erreicht die Straße - Manager werden als Geiseln genommen, Banker bedroht, Villen attackiert. Der Unmut über die Verantwortlichen der Wirtschaftskrise erreicht eine neue Dimension: Die allgemeine Wut richtet sich zunehmend gegen Einzelpersonen. (ftd.de)



Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):




Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Florian Scheuba: Worüber man lachen kann? Als Universalausrede für Unzulänglichkeiten aller Art hat die „Krise" mitunter lachhafte Züge, über welche man, wenn auch mit Bitterkeit, tatsächlich lachen sollte, denn Lachen ist Notwehr gegen Angst und daher gerade jetzt unverzichtbar.



Donnerstag, 26. März 2009

Schwarzmalen nicht erwünscht!

Was ist Schwarzmalen eigentlich? Eine düstere bis katastrophale Prognose abgeben, ein Scheitern vorhersagen, ...

Die Politik möchte dezidiert keine Schwarzmaler! Diese sind kontraproduktiv und offensichtlich nicht gut für Wahlen!

Wer sind die Schwarzmaler, die Mr. Dooms, die Untergangspropheten und warum machen sie das? Na, ja, irendwie zähle ich mich auch zu den Schwarzmalern, allerdings nicht ganz, denn ich glaube, hier läuft ein Programm ab, das man unbedingt über den Crash hinaus interpretieren muss. Denn sonst wäre ich auch ein Schwarzmaler. Aber viele von denen sind Kenner des Metiers und sagen den Crash schon seit Jahren voraus. Weil sie erkannt haben, dass die ewige Geldvermehrung, das Leben auf Pump und der Grössenwahn Vieler irgendwo ihre Grenzen haben. An diese sind wir jetzt gestossen! Nun muss das System herunter gefahren werden, es funktioniert nicht mehr. Vor allem Schulden mit noch mehr Schulden abzudecken, das kann aus logischen und rationalen Gründen einfach nicht funktionieren! Ich denke, das wird jeder verstehen, denn wenn ich als Privater nur Häuser baue, Autos kaufe und in Luxus leben, sollte ich das finanzieren können. Wenn dann mein Gehalt oder meine Einkünfte nicht mehr ausreichen, die Kredite und Leasingraten zu begleichen, dann ... nehme ich mir mehr Kredite auf, um das zu schaffen? Falls mir eine Bank dazu das Geld leiht, die Überschuldung und damit die Nichtrückzahlung ist gewiss - ich bin pleite!

Staaten haben andere Möglichkeiten, weil sie nicht zu Banken gehen, um sich Geld zu leihen. Sie suchen sich Investoren und andere Staaten, denen sie "sichere" Staatsanleihen andrehen. Ein gutes Geschäft für beide Seiten, der Staat bekommt frisches Geld für relativ wenig Zinsen und die Investoren haben sichere Investments ... bisher. Plötzlich sieht die Finanzwelt ganz anders aus. Man rückt ab von dem Dogma, Staaten können nicht bankrott gehen. Plötzlich müssen Staaten, deren Bonität nicht mehr so super gut ist, viel höhere Zinsen bezahlen. Denn plötzlich ist auch klar, ein Staat kann sehr wohl bankrott gehen! Zur Zeit stehen einige Staaten kurz vor dem Bankrott oder sind es definitiv schon! Es ist auch derzeit leichter, jene Staaten aufzuzählen, die keine budgetären Probleme haben ...

Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Ein Faktor greift in den anderen und zusammen ziehen sie uns immer tiefer. Beispiel? Der Konsum ist rückläufig, dadurch sinkt die Nachfrage. Die Produzenten fahren die Kapazität herunter, durch die geringere Produktion müssen Arbeiter entlassen werden, die dadurch weit weniger verdienen und den Konsum weiter drücken ...

Natürlich versucht der Staat alles (sic!!) um die Konjunktur wieder zum Laufen zu bringen, doch das war viel zu spät - Politiker reagieren erst dann, wenn es schon für jeden ersichtlich ist - und viele Milliarden erreichen nicht jene, die es wieder ausgeben (und so die Konjunktur stärken), sondern dort wo Geld in schwarzen Löchern verschwindet ...

Natürlich in Banken, viele Milliarden fauler Wertpapiere müssen "gerettet" werden. Doch schauen wir einmal, wer die Eigner dieser Wertpapiere sind: wiederum Banken, Fonds, Versicherungen, Unternehmen, ... und Private, die allerdings meist bei Verlusten nicht am Hungertuch nagen. Die Zeche zahlt aber der Steuerzahler! Also jener, dem keine "Rettungsmilliarden" zustehen, der demnach auch nicht gerettet wird. Er ist "nur" der Bürge für ALLES!

Entweder haben Politiker aus beuflichen Gründen eine rosarote Brille auf oder sie lügen uns bewusst an! Nur so kann erklärt werden, warum sie gegen Schwarzmalerei sind, auch wenn sie noch so gerechtfertigt ist!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Obama verspricht andauernden Wohlstand (handelsblatt.com)
8.200 Mitarbeiter von Insolvenzen betroffen (kurier.at)
Raiffeisen International macht dicke Gewinne (derstandard.at)
Erste Übergriffe auf Manager (orf.at)
Abwertungen färben Immobilanzen tiefrot (diepresse.com)
Pleitewelle rollt an (derstandard.at)
Weitere Milliarden für GM und Chrysler (derstandard.at)
US-Post steht vor der Pleite (alles-schallundrauch.blogspot.com)
BASF schaltet Fabrik wegen Krise ab (welt.de)
1 Billion Dollar für Entwicklungsländer (mmnews.de)

America's Abandoned Cities (globaleconomicanalysis.blogspot.com)
Cattle rustling surges across Texas in bad economy (mcclatchydc.com)


Video:

Schreckgespenst Staatsbankrott (daserste.de)



Bretton Woods und der Untergang des Dollars: Astrologische Prognosen zum Finanzcrash. Vor 20 Jahren begann der Niedergang der UdSSR. Die Machtverhältnisse in der Welt verschoben sich, Amerika wurde zur alleinigen Supermacht. Die Welt war nicht länger in zwei große Blöcke aufgeteilt, die sich im Kalten Krieg gegenüber standen. – Nun erleben wir den Höhepunkt dessen, was damals eingeleitet wurde, sozusagen Phase zwei des Prozesses: eine grundlegende Veränderung in der Aufteilung der Welt, eine wirtschaftspolitische Kontinentaldrift, die durch den nicht aufhaltbaren wirtschaftlichen Zusammenbruch der USA eingeleitet wird. Amerikas Hegemonie geht ihrem Ende entgegen. (kopp-verlag.de) - unbedingt lesen!

Am 1. April wird Chaos in London herrschen. Die vier Reiter der Apokalypse werden in der Stadt erscheinen. Ein grosse Ansammlung von Antiglobalisten, Anarchisten, Umweltschützer, Linke, Gewerkschafter und Betroffenen der Wirtschaftskrise werden eine Massendemonstration gegen die Bankster im Herzen von London am 1. April durchführen, der Tag an dem die Staatsoberhäupter aus aller Welt zum G20 Gipfel eintreffen. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

»Krebsschaden« US-Finanz-Oligarchie: Privatbanken, Manipulationen, Kriege und das in Sicht kommende Ende der amerikanischen Hegemonie. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise dokumentiert es: Das von vielen »Experten« hoch gelobte westliche Finanzsystem, das seinen Ursprung in Großbritannien und den USA hat, ist nicht in der Lage, stabile Verhältnisse zu garantieren. Stattdessen werden immer wieder »Blasen« geschaffen, die mit schöner Regelmäßigkeit platzen und die Realwirtschaft mit in den Abgrund ziehen – und das mittlerweile weltweit. Es ist daher höchste Zeit, die Ursache des Krebsgeschwürs zu isolieren und auszutrocknen: eine kleine Clique privater Banker, die – weltweit operierend – heute vorwiegend von der Wall Street aus und mittels der »Federal Reserve« agiert. (kopp-verlag.de)

Der Absturz naht - Noch spüren die Deutschen den Konjunktureinbruch nicht - doch das wird sich bald ändern. Die Politik wird die Belastungen dann nicht mehr abfedern können. (sueddeutsche.de)

HRE-Risiken größer als gedacht - Der Immobilienfianzierer Hypo Real Estate wird immer mehr zu einem Fass ohne Boden. Dem Finanzministerium liegt nach stern-Recherchen ein geheimes Gutachten vor, wonach die Ausfallrisiken auf bis zu 60 Prozent der Bilanzsumme der HRE ansteigen könnten. Das wären 235 Milliarden Euro. (stern.de)

Der HRE Skandal - Die Affäre um die Hypo Real Estate ist ein einziger Skandal. Nicht nur dass die Bank immer mehr Geld braucht. - Die Regierung schritt genau 5 Jahre und 1 Tag nach Abkopplung der HRE von der HypoVereinsbank zur Milliarden-Infusion - aus gutem Grund! (mmnews.de)

Neues Weltfinanzsystem? Think-Tank LEAP/E2020 ruft G20 zum Umbau des Weltfinanzsystems auf. Forderung: Ablösung des US-Dollar als derzeitige Weltreservewährung durch neue Weltwährung. Globale Regulierung des Weltfinanzsystems. G20-Gipfel: Letzte Chance, den Zerfall der öffentlichen Ordnung aufzuhalten. (mmnews.de)



Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):




Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Thomas Maurer: Worüber man lachen kann? Über jene Journalisten, die im letzten Jahrzehnt die naturgesetzliche Weisheit des unregulierten Marktes mit der Inbrunst evangelikaler Christen verkündeten und den jeweils bestbezahlten Kapitaljongleuren schwanzwedelnd bis ins Maßschuhschränkchen nachkrochen, die jeden kritischen Einwand mit nachgemacht blasiertem Mercedesfahrerhumor bedachten und jetzt doch ein wenig deppert aus der Wäsche schauen.



Mittwoch, 25. März 2009

Kommt ein Engpass bei Konsumgüter?

Politiker beschönigen, Manager beschwichtigen und die Medien bringen andere Aspekte der Finanzkrise. Immer öfter werde ich gefragt, kommt es zu einem Engpass bei Konsumgüter, oder schlimmer, zu einem Engpass bei Waren für den alltäglichen Bedarf (Lebensmittel, Kosmetika & Hygieneartikel).

Der derzeitige Stand am Weltproduktionsmarkt und -handelsmarkt lässt den berechtigten Schluss zu, dass es zu Emgpässen, eventuell einer Knappheit kommen wird. Und zwar relativ bald. Überall werden Produktionsanlagen heruntergefahren, sowohl die Exportraten wie auch Importraten sind im freien Fall. Das Beispiel Japan weist im Februar gegenüber dem Vorjahresvergleichsmonat einen Rückgang bei Exporten um 49,4% und bei den Importen um 43,0% auf. Das heisst, der Handel von und nach Japan hat sich halbiert!

Das hat natürlich mehrere Gründe, der Hauptgrund allerdings ist der, weil die Konsumenten zu sparen beginnen. Das zeigt sich überall! Die Angst vor dem grossen schwarzen Loch des Zusammenbruchs ist da. Massenentlassungen drohen (haben teilweise schon begonnen), die Renten sind nicht mehr sicher, Nullohnrunden stehen vor der Tür, das Gespenst der Inflation huscht umher, das Leben auf Pump hat sich verabschiedet ... die Aussichten, auch wenn es viele Menschen nicht wissen wollen, sind rabenschwarz bis katastrophal.

Noch merkt man nichts von einer Güterknappheit, noch sind die Lager voll. Wenn allerdings seit Jänner die Produktionskapazitäten runtergefahren werden, erreicht uns, den Konsumpöbel, der Engpass der ersten Waren erst dann, wenn auch die Lager leer sind. Und das kann durchaus noch einige Zeit dauern.

Wobei sich natürlich grundsätzlich die Frage stellt, muss man Lebensmittel aus allen Teilen der Welt herankarren um das ganze Jahr über Saisonobst und -gemüse anbieten zu können. Ein Land sollte in jedem Fall in der Lage sein, sein Volk mit Lebensmittel zu versorgen. Denn sonst hat die Politik versagt. Der Trend ist ohnehin schon erkennbar, dass es zurück zu regionalen Lebensmittel geht. Wenn ein Land seine Bürger ausreichend versorgen kann, wird es in den Lebensmittelregalen keine Knappheit geben. Viele Importwaren werden allerdings aus den Regalen verschwinden.

Bei Bekleidung und Schuhen kann es sehr wohl zu einem Engpass kommen, denn die billige Asienproduktion hat bei vielen heimischen Erzeugern den Garaus gemacht. Bei uns existiert diese Industrie nur mehr in Fragmenten.

Bei anderen Waren wie Computer, Unterhaltunselektronik, etc. werden im Moment noch die Lager leerverkauft, danach kann es zu eklatanten Preissteigerungen kommen, denn die Kapazitäten werden mit Sicherheit nicht mehr ausgelastet. Der Preis steigt. Und damit fallen die Verkaufzahlen.

Je weniger weltweit gekauft, also konsumiert, wird, desto mehr Produktionsanlagen sind nicht mehr ausgelastet, Fabriken werden geschlossen, Arbeiter entlassen ... ein Teufelskreis, aus dem es nur sehr schwer zu entkommen ist. Vor allem macht die Finanzkrise mit ihren vielfältigen Aspekten die Sache nicht leichter.

In meinem Freundeskreis gibt es einige, die langfristig geplante Investitionen nach Möglichkeit vorziehen, um jetzt noch einzukaufen, so lange es noch geht! Und dass es zu einem gravierenden Engpass kommen wird, davon sind die meisten überzeugt!

Wenn es allerdings zu einem Kollaps des Finanz- und Wirtschaftssystems kommt - ein Systemcrash - dann sind in kürzester Zeit die Supermärkte leergeräumt und alles andere interessiert niemanden mehr, denn entweder es ist kein Geld mehr zum Ausgeben vorhanden oder es ist weitgehend wertlos. Dann haben wir keinen Engpass oder Verkanppung, dann haben wir enrsthafte Versorgungsschwierigkeiten! Und ich fürchte, dieses Szenario ist das wahrscheinlichere - egal ob das System im April oder im Sommer crasht ...


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:

Firmenanleihen locken mit hohen Aufschlägen (handelsblatt.com)
EU will Abfindung von Managern beschränken (derstandard.at)
Obama fordert Zuversicht (kurier.at)
Frankreich: Schon wieder Chef eingesperrt (kurier.at)
Osteuropa: Schnell zum IWF und dann rasch in den Euro (mmnews.de)
Aktuelle Markteinschätzung zu Gold (goldseiten.de)
Wie lange hält der Geithner-Effekt (goldseiten.de)
Weltfinanz- und Wirtschaftskrise: Soziale Unruhen werden Regierungen stürzen (hintergrund.de)
Wer 2008 am meisten Miese gemacht hat (handelsblatt.com)



Weltfinanzsystem bankrott - Das Weltfinanzsystem ist nach allen Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung bankrott. Der von der US-Regierung vollzogene Systemwechsel von der freien Marktwirtschaft zum Staatskapitalismus durch Übernahme aller Bankenschulden ist ein einmaliger Akt der Willkür, in dem der Bock zum Gärtner gemacht wird. (mmnews.de)

Japan halbiert seine Exporte im Februar - Die heutigen vorläufigen Daten des japanischen Finanzministeriums zur Handelsbilanz Japans im Februar 2009 zeigen eine weitere ungebremste Talfahrt der exportorientierten japanischen Wirtschaft an! In Folge der Rezessionen auf den wichtigsten Absatzmärkten Japans sind die Exporte im Januar so stark eingebrochen, wie noch nie seit Beginn der Datenerhebungen im Jahr Januar 1980. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Topolanek geißelt US-Plan als „Weg in die Hölle“ - Als habe er in seinem eigenen Land nicht schon Probleme genug, sorgt EU-Ratspräsident Mirek Topolanek auch auf internationalem Parkett wieder einmal für Schlagzeilen: Der am Dienstag bei einem Misstrauensvotum gescheiterte tschechische Ministerpräsident kritisierte US-Konjunkturhilfen als „Weg in die Hölle“ – und erntet dafür scharfe Kritik. Zugleich versuchte der Tscheche, Befürchtungen über eine Lähmung der EU zu beschwichtigen. (handelsblatt.com)

Das Geld ist bei den Siegern. Auch die tiefste Rezession seit Jahren kennt Gewinner. Rund um den Globus gibt es Menschen und Unternehmen, denen es gut geht wie nie. FTD.de gibt einen Einblick. (ftd.de)

Vom Chefsessel an die Striptease-Stange. In den USA werden Besitzer von Nachtklubs und Porno-Produzenten nach eigenen Aussagen mit Bewerbungen von Anfängerinnen überschwemmt. Viele der Frauen hatten einst angesehene Jobs – vor der Krise. (bernerzeitung.ch)

Finanzkrise: Äthiopien ohne Coca Cola. Sicherlich kann man darüber streiten, ob Äthiopien teures, gefärbtes Zuckerwasser braucht. Für das Land allerdings scheint es eine Tragödie. In Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba gibt es keine Cola mehr - von der Finanzkrise in die Softdrink-Krise. (mmnews.de)


Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):






Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Robert Palfrader: Worüber ich lachen kann, ist ein Blick auf die Ergebnisse meiner fondsgebundenen Lebensversicherung, die meinen Ruhestand sozial hätte absichern sollen.



Dienstag, 24. März 2009

Den Teufel mit dem Beelzebub vertreiben

Wieso versuchen alle Regierungen ihre Probleme mit neuen Schulden zu lösen, wenn die hohe Verschuldung der Staaten, der Unternehmen und der Privaten den grössten Teil zur Finanzkrise beigetragen hat? Das ist, als würde man Feuer mit Benzin löschen ...

Jegliche Art der Verschuldung kostet Geld. Das weiss auch jeder, der sich schon einen Kredit aufgenommen hat - es werden Zinsen fällig, die man bezahlen muss. Bei Staatsschulden ebenfalls. Je besser die Bonität ist, umso niedriger ist der Zinssatz. Bei schlechter Bonität, wenn man überhaupt einen Kreditgeber findet, ist mit wesentlich höheren Zinsen zu rechnen.

Die Finanzkrise wurde durch die Geldpolitik des ehemaligen FED-Chefs Greenspan möglich. Er beförderte die Verschuldung der amerikanischen Haushalte ins Gigantische, als die Ersten nicht mehr zahlen konnten, war die Krise geboren (etwas vereinfachte Darstellung). Aber nicht, dass man die amerikanischen Kreditnehmer unterstützt hätte und die "Rettungsmilliarden" für insolvente Hausbesitzer verwendet hatte, man half den Kreditgebern. Diese hatten aber aus den Subprimekrediten bereits ein gewaltiges Geschäft aufgezogen, sie verkauften die Schulden, auch jene, die nicht mehr zurück bezahlt werden konnten. Nun waren Banken auf der ganzen Welt involviert, durch geschickte Aufbereitung verloren auch private Investoren viel Geld, denn auch die Banken, welche die faulen Kredite gekauft hatten, verkauften sie verpackt in schönen Fonds mit klingenden Namen weiter ... das heisst, aus Schulden, die nicht zurückbezahlt werden konnten, haben sie noch Zinsen, Rendite und Provisionen abgezockt. Und genau jenen Betrügern, stellt man Geldmilliarden zur Verfügung ... für die wiederrum der kleine Mann, das Volk aufkommen muss! Dabei ist das Volk sowieso schon abgezockt worden!

Nun hat die USA die in Umlauf befindliche Geldmenge durch den irren Betrag von 1 Billion Dollar (1 trillion dollar) erhöht. Wenn die Geldmenge wesentlich erhöht wird, ohne dass sich das Volksvermögen oder die Produktivität in gleichem Masse erhöht, führt das immer zu einer höheren Inflation. Das wird dem US-Dollar auch passieren. Noch sind die Börse und einige Staaten der Meinung, durch den Ankauf toxischer Wertpapiere, die somit vom Markt genommen wurden, könnte sich das System einigermassen stabilisieren. Die Börsenkurse schossen in die Höhe und selbst China sagte zu, auch weiterhin US-Treasuries zu kaufen.

Wenn es allerdings zur Inflation kommen wird und diese ist kaum abwendbar, wird China versuchen, die Dollarreserven und Staatsanleihen möglichst schnell loszuwerden und die Investoren an den Börsen vor allem aus amerikanischen Werten zu fliehen und sich Investitionen suchen, die sicherer sind - zum Beispiel Gold. China stärkt den USA nur solange den Rücken, als sie glauben, das grösste Konsumland der Welt reten zu können ... denn China ist von seinen Exporten abhängig. Ist das Vertrauen verspielt, wird China nicht die USA retten, sondern versuchen die Probleme im eigenen Land zu lösen. Und das kann ebenfalls sehr, sehr teuer werden!

Spätestens dann befindet sich der US-Dollar im freien Fall, die Inflation wird zur Hyperinflation und eine Währungsreform ist dann wahrscheinlich der einzige Ausweg. Ihren weltweiten Status als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" hat Amerika spätestens dann verloren, ebenso den Status als Konsumland und Finanzplatz Nummer 1 in der Welt. Denn diese exorbitant hohen Schulden können auch Generationen nicht mehr zurückzahlen.

Dabei drängt sich die Frage auf, setzt Bernake und die US-Regierung trotz weltweiten Vertrauensverlust auf die Währungsreform als Entschuldung? Es sieht offensichtlich so aus!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Ungarn: Krisenszenarie für die Demokratie (derstandard.at)
BAWAG-Wert sank auf 800 Millionen (kurier.at)
USA starten Ankauf fauler Wertpapiere (handelsblatt.com)
"Goldrausch": Münzen gefragt wie noch nie (diepresse.com)
Spaniens Autofabriken droht das schnelle aus (welt.de)
Welthandel droht schlimmster Einbruch (handelsblatt.com)
Osteuropa rutscht weg (handelsblatt.com)
China will weiter US-Staatsanleihen kaufen (diepresse.com)
Keine Schiffe, keine Arbeit (sueddeutsche.de)
Milliarden werden ohne Sinn und Verstand verschleudert (spiegel.de)
Produktion japanischer Autobauer bricht dramatisch ein (bernerzeitung.ch)



Video:



Krisenpanik: Da braut sich was zusammen (spiegel.de)



Am Rande des Vorstellbaren - Berlin weitet die Vorbereitungen auf Gegenschläge gegen seine weltweiten militärischen Interventionen auf Krankenhäuser und Massenmedien aus. Man habe auch im Inland mit Kriegs- und Bürgerkriegssituationen am "Rande des Vorstellbaren" zu rechnen, heißt es beim zuständigen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Aktuelle Planungen beziehen in entsprechende Szenarien den Gesundheitssektor ein; dieser wird analog den Unternehmen der Energie- und der Transportindustrie als "kritische Infrastruktur" betrachtet, der im sogenannten Krisenfall besondere Bedeutung zugeschrieben wird. Das BBK fordert das Führungspersonal deutscher Krankenhäuser auf, enger mit den nationalen Repressionsbehörden und der Bundeswehr zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig werden die genannten Institutionen über ein "Satellitengestütztes Warnsystem" des Bundesamts miteinander verzahnt. Dieses ermöglicht es der politisch-militärischen Führung der Bundesrepublik, bei Bedarf direkt steuernd in die Berichterstattung der Massenmedien einzugreifen. (german-foreign-policy.com)

FED im Quantitative Easing - Modus. Nach der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der FED (Federal Open Market Committee, FOMC) am 18.03.2009, geht Quantitative Easing, das Aufkaufen von "Wertpapieren", zum großen Teil von Toxic Waste - Wertpapieren, mit Hilfe einer Ausweitung der FED-Bilanz in eine neue Runde. Für zusätzliche 750 Mrd. Dollar sollen Agency Mortgage-Backed Securities, also Hypothekenverbriefungen aufgekauft werden. Darüber hinaus sollen in den nächsten sechs Monaten US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von zwei bis 10 Jahren in einem Gesamtvolumen von 300 Mrd. Dollar aufgekauft werden. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

US-Senator Gregg fürchtet Staatsbankrott - "Wir werden unseren Kindern ein Land übergeben, das nicht mehr zu bezahlen ist": US-Senator Judd Gregg hat Präsident Barack Obama für dessen Finanzpolitik heftig kritisiert - und die USA mit einem abstürzenden Flugzeug verglichen. (spiegel.de)

In den USA droht massive Geldentwertung – Gefahr auch für europäische Sparer. Die US-Notenbank greift zum Äußersten: Sie will für 300 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen aufkaufen und druckt mehr Geld. Der Staat nimmt also bei sich selbst Kredit auf, mit Geld ohne Gegenwert. Sparguthaben könnten im Wert fallen. (kopp-verlag.de)

USA: Ein Land im Subprime-Status. Die Wahrheit ist, dass die USA heillos überschuldet sind und ihre Schulden niemals zurückbezahlen können. Mittlerweile befindet sich das ganze Land im Subprime-Status. (mmnews.de)

US-Rettungsplan sorgt für Kursfeuerwerk - Das neue US-Rettungspaket für die Finanzbranche umfasst bis zu einer Billion Dollar - und die Börsen feiern es: Der Dow Jones gewann fast sieben Prozent. Doch Experten warnen vor einem "Bullenrennen auf dünnem Eis". Und US-Präsident Obama betont, die Konsolidierung brauche Zeit. (spiegel.de)

Deutsche Wirtschaft steuert auf Desaster zu. Der Wettlauf um die pessimistischste Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum nimmt kein Ende. Jetzt hat die Commerzbank mit einer neuen drastischen Vorhersage schockiert: Sie rechnet für 2009 mit einem Einbruch um bis zu sieben Prozent. Aber auch andere Ökonomen sehen die Situation mittlerweile dramatischer als bislang angenommen und malen schwarz für die deutsche Wirtschaft. (handelsblatt.com)

Zweifel am Dollar - China fordert neue Weltwährung. Die chinesische Zentralbank verlangt eine umfassende Reform des internationalen Währungssystems - und rüttelt am Greenback als weltweite Leitwährung. Stattdessen plant Peking eine Rolle Rückwärts zu einem Instrument aus der Bretton-Woods-Ära. (ftd.de)

Führt Verschuldung zu Inflation? Angesichts der steigenden US-Staatsverschuldung (Ende 2009 dürfte sich die Verschuldung des öffentlichen Sektors bei mehr 12 Billionen US-Dollar befinden) stellt sich die Frage, ob Verschuldung an sich automatisch Inflation auslöst. (mmnews.de)

Marktkommentar: Beruhigungen und Realität. Nachdem der Goldpreis am 20. Februar wieder 1.000 Dollar pro Unze erreicht hatte und die Schieflage einiger US-Banken wie Citigroup sichtbar wurde, hat man eine Beruhigungs-Kampagne gestartet. Eigentlich sollte man es eine Lügen-Kampagne nennen, denn außer Manipulationen hat man nicht mehr viel aufzubieten. Diese Lügen funktionieren aber interessanterweise immer noch. (ef-magazin.de)

Reinhold Würth befürchtet schwere Krise - „Die Krise ist gewaltig, ihre Dimension haben wir bis heute nicht verstanden“, sagte Reinhold Würth im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung“. Er befürchtet sogar, dass sich nicht einmal die Staaten halten können. „Bei dem Gedanken läuft es mir eiskalt über den Rücken.“ (stimme.de)

Dangerous Unintended Consequences - I’ve just returned from Washington, DC, where I held a press conference at the National Press Club and a round-robin series of meetings with members of Congress … with more to come this week. Let me first tell you what I told them. Then, I’ll explain what I think you should do about it … Why Banking Bailouts, Buyouts, and Nationalizations Can Only Prolong America’s Second Great Depression And Weaken Any Subsequent Recovery - Edited Transcript of Press Conference Presentation. (moneyandmarkets.com)




Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):








Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Dolores Schmidinger: Worüber man lachen kann? Wenn man keine Aktien hat, wenn man schon vorher arm war. Ich hatte in Kaufräuschen alles ausgegeben. Daher brauch ich mich jetzt nicht ärgern.