Dienstag, 15. Dezember 2009

Vorsicht bei genauen Prognosen und Vorhersagungen

In den letzten Tagen erreichten mich zwei Emails, die jeweils ein gewisses Datum und prognostizierte Geschehnisse beinhalteten. Die Astrologin Christiane Durer hatte für den 14. Dezember zwischen 16 und 19 Uhr ein ganz, ganz grosses Unglück vorausgesagt. Und Rumpelstilz publizierte ein anonymes Email, in dem eine Währungsreform von Euro und US-Dollar am 10. Jänner plötzlich und unerwartet sein solle. (astro-seiten.de & politikglobal.net)

Nun ja, den 14. Dezember haben wir ohne ganz, ganz grosses Unglück hinter uns gebracht, der 10. Jänner liegt noch vor uns. Es ist sehr gefährlich, solche detaillierten Prognosen zu veröffentlichen. Denn viele Menschen nehmen das für bare Münze, das heisst, sie erwarten, das dies Vorausgesagte eintrifft. Je schwerer und katastrophaler diese Voraussagen sind, desto schneller verbreiten sie sich und werden auch geglaubt.

Ok, Frau Durer hat sich geirrt, auch wenn die Sterne etwas anderes sagen (sofern diese überhaupt etwas zu sagen haben!). Auch Rumpelstilz kann davon ausgehen, dass am 10. Jänner keine Währungsreform stattfinden wird. Warum nicht?

Dass die Überschuldungen vieler Staaten heute nur mehr mittels Hyperinflation oder Währungsreform in den Griff zu bekommen sind und die Staaten sich dadurch halbwegs entschulden könnten, bezweifelt heute niemand mehr ernsthaft. Die Wahrscheinlichkeit einer Währungsreform in naher Zukunft ist sehr hoch. Doch solange das System, egal wie, aber Hauptsache noch, funktioniert, ist die Gefahr relativ gering. Obwohl, vom rechtlich-wirtschaftlichen Standpunkt müsste von vielen Staaten schon Konkurs angemeldet werden, auch von Staaten im Euroraum.

Wenn eine Währungsreform ante portas steht, werden einige untrügliche Vorzeichen sichtbar. Dass diese Vorzeichen bald kommen werden, steht ausser Frage. Das sind zum Beispiel:

  • Ein kurzfristiger, schwerer Werteverfall bei der oder den Währungen. In diesem Fall wohl einige der Leitwährungen wie US-Dollar, Euro, Pfund und Yen. Schwankungen gibt es, die bewegen sich aber noch im Rahmen des Ertragbaren.

  • Massenentlassungen und Insolvenzen steigen rasant an, die Produktivität sinkt ebenso rasant und die Steuereinnahmen brechen dramatisch ein. Wir erleben zwar seit rund einem Jahr eine steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende Insolvenzen, aber auch noch in einem ertragbaren Rahmen.

  • Ziemlich dramatisch wird es, wenn Vermögenswerte und Sicherheiten, wie Sparbücher, versicherungen und Renten, plötzlich massiv einbrechen.

  • Und ein weiteres Vorzeichen (kann) die Flucht aus der bedrohten Währung sein. Denn viele Grossinvestoren haben höchstwahrscheinlich entsprechendes Insiderwissen oder bekommen entsprechende Tipps.

Noch sind diese Vorzeichen nur ansatzweise sichtbar, deshalb ist die Gefahr einer bevorstehenden Währungsreform Mitte Jänner zwar latent, aber nicht sehr wahrscheinlich! Es empfiehlt sich aber, den Markt permanent zu beobachten und auf diese Vorzeichen zu achten! Das Gefährliche daran ist, dass sich einige dieser Vorzeichen erst kurz vorher offenbaren, vielleicht nur einige Tage vorher.

Natürlich wäre es besser, so schnell als nur möglich eine Exitstrategie zu entwerfen und auch durchzuführen. Egal wie diese auch aussieht, eine Währungsreform (und kein Reförmchen) impliziert diese allemal. Es gibt keinen anderen Weg, die exorbitante Überschuldung langfristig abzubauen. Und genau darin liegt der "Hund begraben". Eine Währungsreform ist politisch nur schwer durchzubringen, wenn nicht das System in höherem Grade als jetzt eben gefährdet ist. Denn eine gewaltige Vermögensvernichtung ist eine Währungsreform in jedem Fall!

Und Europa wie auch Amerika ist kein zentralisiertes, verstaatlichtes Nordkorea, wo durch eine Währungsreform "nur" die Schattenwirtschaft und das private Vermögen weitgehend vernichtet werden muss. Die Bonzen haben dort kaum Schaden genommen, die Bevölkerung sehr wohl. Doch Nordkorea ist eine Diktatur und Europa wie auch die USA "nur" eine totalitäre Demokratie. Noch, und die Betonung liegt auf noch, trauen sich Brüssel und Washington nicht, diesen Schritt wie Nordkorea durchzuführen.

Was sind die Gefahren einer Währungsreform? Durch die exorbitante Vermögensvernichtung wird eine Revolution, ein Aufstand des Volkes, sehr wahrscheinlich. Dass damit fix gerechnet wird, zeigen die teilweise bereits gebauten Lager und Notfallspläne der Exekutiven. Ein Bürgerkrieg, ein Krieg zwischen Bürgern und Staat, wird wahrscheinlich unausweichlich!

Eine weitere Gefahr kann sein, dass Bargeld, in Form von Münzen und Papierscheinen im Zuge einer Währungsreform abgeschafft wird. Bargeld kann seine Gültigkeit als Zahlungsmittel von einem Tag auf den anderen, verlieren! Die Krux an der Sache, dafür ist im Prinzip schon alles vorbereitet!

Und es kann durchaus sein, dass eine weltweite Einheitswährung eingeführt wird. Ob dieser Amero, Globol oder sonst wie heissen wird, sei dahin gestellt. Diese Währung ist dann nur mehr digital und damit hat man die fast komplette Kontrolle über die Bevölkerung erreicht! Ohne Karte, ohne Chip, geht gar nichts mehr. Nicht einmal ein Glas Wein oder ein Kaffee mit Torte ...

Ein Thema, das schwer vorauszusagen ist, sind die Schulden. Werden sie im selben Verhältnis umgerechnet, wie die Währung selbst? Kaum vorstellbar, wenn man bedenkt, dass die letzte Währungsreform in Deutschland nach dem Krieg einen Währungsschnitt von 1:10 betrug. Das heisst, 10 Reichsmark wurden in 1 Deutsche Mark umgewandelt. Aber Schulden wurden nur im Verhältnis 1:6,5 umgewandelt. Das heisst, man rechnete für 6,50 Reichsmark 1 neue Deutsche Mark. Schulden wurden erhöht! ... und natürlich Vermögen vernichtet!

Ist es überhaupt möglich, nach einer Währungsreform eine neue Währung einzuführen, die nicht durch zB. Gold oder andere Edelmetalle gedeckt ist, nachdem unser Fiat-Money ohne Golddeckung ins Nirvana übergetreten ist? Ja, solange wir noch in einem monetären System leben, muss es irgendein Zahlungsmittel geben. Und wenn es nur ein staatlich verordnetes ist, das dadurch auch gleich wieder ein Ablaufdatum eingeprägt hat. Denn die Gefahr, dass eine nicht goldgedeckte Währung wieder inflationär wird, ist sehr hoch. Auch wenn es sich nur um digitales Geld handelt!

Bis Weihnachten und wahrscheinlich auch zwischen den darauf folgenden Feiertagen wird nicht viel passieren. Auch rechne ich, dass die Börsen zu einer finalen Jahresendrallye ansetzen werden. Obwohl, der Zeitpunkt für eine Währungsreform wäre ideal. Die Menschen sind mit Feiern rund um Weihnachten und Neujahr beschäftigt, es gibt einige Tage, an denen Banken geschlossen haben, darum könnte in dieser Zeit ein Währungsschnitt durchgeführt werden und die Aufmarksamkeit wäre nicht gegeben. Doch noch halte ich den Zeitpunkt für verfrüht, wie gesagt, die Vorzeichen sprechen noch nicht dafür ...

Also seht solche genauen Zeitprognosen mit etwas Abstand und lasst euch nicht durch irgendwelche Astrologen, Seher, Propheten und Insider "deppert" machen. Die Realität und wie sie kommen wird, ist hart genug. Und wir werden noch einige Überraschungen erleben (müssen) ... in diesem Sinne!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Heute im Adventkalender:




Nein, heute ist kein kuscheliger Weihnachtsfilm im Adventkalenderfenster, auch kein actiongeladener Thriller. Es ist ein gut recherchierter Film über etwas, was uns alltäglich begleitet und wenn du diesen Film siehst, dein Denken, dein Konsumverhalten und auch deine Weltanschauung beeinflussen wird. Es geht um etwas, das wohl zu leichtfertig in allen Bereichen unseres Lebens ahnungslos einsetzen. Ein Film, der gesehen werden muss! (15. Fenster im Adventkalender)




Meldungen:



Seiltanz für Österreichs Banken geht weiter (derstandard.at)
Gemeinden geht das Geld aus (derstandard.at)
EU-Finanzen: Trügerische Sicherheit (swp.de)
Bundeshaushalt: Neuverschuldung in beispielloser Höhe (faz.net)
Commerzbank bereitet sich auf steigende Kreditausfälle im Privatkundengeschäft vor (aktien-meldungen.de)
Britische Studie: Ökonomen preisen die Putzfrauen (spiegel.de)
Griechenland droht in Schulden zu versinken (bernerzeitung.ch)
Griechenland: IWF befürchtet Ärgeres (diepresse.com)
Schulden-Bombe tickt in Moskau (n-tv.de)
Wie Notenbanker die Welt narren (20min.ch)

Die riskanten Allmachtsfantasien der Klimaforscher (welt.de)

The World Wide Computer
(derstandard.at)
24 Stunden Internet in Zahlen (kurier.at)



Was passiert bei der kommenden Währungsreform? - Vor wenigen Monaten war es noch völlig undenkbar und indiskutabel, nun steht sie auch bei uns schon im Bereich des Möglichen, eine Währungsreform. Ganz nah ist sie allerdings in Asien, denn in Nordkorea passierte es: In der ersten Dezemberwoche wurde die Währung “reformiert”. (wahrheiten.org)

Tausche wertloses Papiergeld gegen Rohstoffe - Der Export des US-Dollars in die restliche Welt ist die Krankheit, die den ganzen Planeten befallen hat. Die sich abzeichnende Währungskrise des US-Dollar wird zwangsläufig eine Weltwährungsreform aller Währungen nach sich ziehen. (mmnews.de)

Entäuschende Daten zur Industrieproduktion in der EU - Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) gab heute die Daten zur europäischen Industrieproduktion für den Monat Oktober bekannt. Von einer relevanten Erholung der Wirtschaft ist bei der Industrieproduktion nichts zu sehen. Die Industrieproduktion sank in den Mitgliedsstaaten der Eurozone (EU-16) um -0,6% zum Vormonat und in der EU-27 um -0,7% zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging es in der Eurozone um -11,1% abwärts und in der EU-27 um -10,2%! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

schön langsam scheint es jetzt doch dem ende zuzugehen! aber nicht dort, wo es jedermann erwartet hätte, in den usa, sondern der vorhang fä höchstwahrscheinlich bei uns, in good old europe. die sogenannten pigs-staaten (portugal, italien, griechenland & spanien) sind schon längere zeit im grunde pleite und zögern ihren bankrott nur mehr hinaus. irgendwelche gegenmassnahmen sind kaum zu erwarten, teilweise auch politisch nicht durchzubringen. der geschädigte ist natürlich das volk, das die politischen extravaganzen bezahlen muss. (survival-scout.at)

Weise rechnet mit radikalem Jobabbau in Schlüsselindustrien - Die Aussichten sind beängstigend: In der Hightech-, Maschinenbau- und Autoindustrie droht 2010 ein massiver Jobabbau, warnt Frank-Jürgen Weise. Im Spiegel-Online-Interview erklärt der Bundesagentur-Chef, wieso der Arbeitsmarkt ungerechter wird - und es Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen besonders treffen wird. (spiegel.de)

Österreich hat verloren - Österreich ist der Verlierer, die BayernLB ist der Gewinner im Tauziehen um die schwer angeschlagenen Klagenfurter Hypo Alpe Adria. Nach einem Verhandlungspoker haben die Bayern erreicht, was sie wollten – sie sind aber nur kurzfristig Gewinner. (handelsblatt.com)

US-Kongress billigt 1,1 Billionen Dollar Ausgaben - Demokraten setzen sich gegen Republikaner durch - Der amerikanische Senat hat Ausgaben in Höhe von 1,1 Billionen Dollar verabschiedet. Allein 600 Milliarden Dollar entfallen auf den Gesundheitssektor. (nzz.ch)




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1 Kommentar:

Hans-Werner hat gesagt…

brilliant entspannte einschätzung der lage

mein großes dankeschön!