Freitag, 20. November 2009

Musik aus Österreich - Projekt Pop! in Graz

Ich hatte in den vergangenen Wochen zweimal über die Notwendigkeit geschrieben, speziell in einer Wirtschaftskrise die heimische Musik zu fördern (Keine Musik aus Österreich & Volksfeind Ö3). Vor allem an die Medien ist dieser Appell gerichtet worden, im Besonderen an die grossen Radiostationen, wie Ö3, FM4, die Antenne-Radios, etc. Denn warum müssen Millionen €uros, die hier in diesem Lande erwirtschaftet wurden, als Tantiemenzahlungen ins Ausland verschwinden? Der Anteil heimischer Musik muss schnellstens enorm angehoben werden! ... denn nicht einmal 5% österreichische Musik bei Ö3 ist ein echtes Armutszeugnis eines Landes, das Musiker wie Mozart, Mahler, Orff bis hin zu Zawinul, Falco und Opus hervorgebracht hat! Und wir verfügen noch immer (fragt sich nur wie lange noch, wenn absolut kein Markt besteht, den allerdings die Radiostationen und die anderen grossen Medien stark beeinflussen!) über hervorragende Musiker und Komponisten!

Kommentare aus der Politik:
Angela Lueger, die Grünen, schreibt:
Ich möchte festhalten, dass es uns ein zentrales Anliegen ist, österreichische Musik zu fördern und die Situation von Musikschaffenden in Österreich zu verbessern. Es bedarf allerdings eines ganzen Bündels von Maßnahmen, um die Präsenz von Musik österreichischer Musikschaffender zu erhöhen. Dies beginnt schon bei der Ausbildung und der nötigen Erstellung eines Gesamtkonzepts für eine Verbesserung der musikalischen Ausbildung an Schulen; Schaffung eines Urhebervertragsrechts zum Schutz von in Verhandlungen schwächer gestellten KünstlerInnen; direkte Zusammenarbeit von MusikerInnen und KomponistInnen mit LehrerInnen und SchülerInnen; eigenes Ausbildungsangebot im Bereich Musikbusiness und Popmusik; Verbesserung der Infrastruktur (auch Clubs, Proberäume etc.).
Eine gesetzliche Verankerung einer verpflichtenden Mindestquote für Musik aus Österreich von 40 Prozent im Zuge der Novellierung des ORF-Gesetzes, die auf Herkunftsland abstellt, ist unter Berücksichtigung des Gemeinschaftsrechts (Art 28 EGV - freier Warenverkehr - und Art 49 EGV - Dienstleistungsfreiheit) unzulässig. Möglich wäre eine Sprachquote (also deutschsprachige Musik), was wiederum dem wirtschaftlich wesentlich potenteren deutschen Musikmarkt nützen würde und vergleichsweise geringe Auswirkungen für österreichische Musikschaffende hätte.
Eine starre Quote würde auch eine Einschränkung der Autonomie in der Programmgestaltung des Rundfunks bedeuten, die ja verfassungsrechtlich festgeschrieben und garantiert ist. Auch sollte es doch so sein, dass der Publikumsgeschmack im Wettbewerb um HörerInnen und SeherInnen ausschlaggebend ist.
Eine mögliche Alternative wäre eine freiwillige Selbstverpflichtung des ORFs, einen gewissen festgelegten Anteil an österreichischer Musik im Programm zu bieten. Wir plädieren daher für die Wiederaufnahmen der Gespräche zwischen dem ORF und Interessensvertretungen. Es sollte generell auf eine engere Kooperation zwischen Radio und einheimischen Musikschaffenden bzw. auf einen dauerhaften Diskurs hinauslaufen.

Wilhelm Molterer, ÖVP, schreibt:
Der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF bringt klar zum Ausdruck, dass der ORF gegenüber der heimischen Film- und Musikbranche eine andere Verpflichtung hat als kommerzielle Medien. Die Umsetzung in diesem Bereich ist jedoch für viele Betroffenen nicht zufriedenstellend. Die Österreichische Volkspartei hat dieses Thema deshalb bei den Verhandlungen zum ORF-Gesetz auf ihre Agenda genommen.
Für mich ist das Thema „Quote“ an sich ein problematisches – zumindest wenn es um Überreglementierungen und überschießende Vorschriften geht, die den Markt einengen oder zu verzerren drohen. Andererseits ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein wesentlicher Kulturträger dieses Landes, der einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen hat und sich nicht, wie andere, ausschließlich am Markt finanzieren kann.
Zur Umsetzung der von Ihnen angesprochenen Verpflichtung kann ich mir für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verschiedene Varianten vorstellen, die von einer ernst gemeinten und festgeschriebenen Selbstverpflichtung reichen – wie es ja schon einmal seitens des ORF zugesagt war – bis hin zu einer Quotenregelung.
Wesentlich muss meines Erachtens dabei sein, dass die Gebührenzahler die Leistung nachvollziehen können und der ORF seinem öffentlich rechtlichen Auftrag nachkommt.

Demnach ist aus der Politik keine Hilfeleistung zu erwarten. Sehr wohl allerdings von engagierten Privatpersonen, wie Daniela Kummer aus Graz. Sie veranstaltet im Rahmen von Projekt-Pop! eine Demo Listening Session in Graz:

Interessiert sich eine Plattenfirma für meine Musik? Kann ich einen Journalisten für mich als Solokünstler oder für meine Band begeistern? Bei welcher Veranstaltung könnte ich auftreten? Was hält ein erfahrener Musikproduzent von meiner Musik?

Fragen, die sich wohl jeder Musikschaffende schon das eine oder andere Mal gestellt hat. Es gibt eine Antwort – und das noch dazu aus erster Hand. Im Rahmen der feedBack Demo Listening Session des Projekts Pop! der AKM geben Produzenten, Musikjournalisten, Veranstalter und Plattenfirmen-Fachleute ein kompetentes, ehrliches Feedback auf Musik-Demos.

Seit nunmehr acht Jahren finden zweimal jährlich feedBack-Sessions in Wien statt, nun geht die feedBack Session erstmals auch in die Bundesländer und findet in Kooperation mit der Tanzschule Kummer in Graz statt:

Freitag, 27.November, Beginn 20.15 Uhr, Tanzschule Kummer, Hilmteichstraße 110, 8010 Graz. (Demoabgabe ab 19.45 Uhr)

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung ist keine erforderlich. Im Rahmen der Veranstaltung können etwa 12-15 Demos besprochen werden. Liegen mehr Demos vor, entscheidet das Los, wer zum Zug kommt.

Die Demos werden diskutiert von:
Andi Beit (Produzent, ua. von STS, B.Bukowski), Daniela Kummer (Veranstalterin), Vojo Radkovic (Journalist & Veranstalter), Dietmar Tschmelak (Programmchef Radio Soundportal), Horst Unterholzner (A&R Sony Music Austria) - Moderation: Harald Huber (Institut für Popularmusik) ... Im Anschluss an die feedBack Demo Listening Session findet ein Konzert mit Parkbench Drive statt (ab ca. 23.00 Uhr).







Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Mama, es kommt die Krise: Ein Freund und Leser von Schnittpunkt:2012 hat mir eine PowerPoint-Datei gesendet, in der es um entsprechende Vorsorge für den Notfall geht - im Speziellen auch um Kindernahrung, einfach aus Getreide hergestellt! Solltest du vielleicht der Elternteil eines noch kleinen Kindes sein, der selbstverständlich um das Wohl des Sprösslings besorgt ist, dann bitte unbedingt ansehen (Mama, es kommt die Krise) ... danke Werner Katzbeck aus Graz!



Meldungen:



Mehr Wirtschaftskriminalität durch Krise (derstandard.at)
Die Ukraine hat nur noch zwei Optionen (wirtschaftsblatt.at)
USA: 50% der neuen Schulden für Zinsen (econo-matrix.blogspot.com)



GEAB N°39 ist angekommen! Umfassende weltweite Krise – Die Regierungen 2010 vor drei Schreckens - Optionen: Inflation, Steuererhöhungen oder Insolvenz. (leap2020.eu)

Staatsbankrott: Mathematisch sicher - Die Verschuldung Griechenlands - "ein Teufelskreis, der mit mathematischer Sicherheit zum Staatsbankrott führen muss, wenn er nicht bald durchbrochen wird." - Euro und Dollar sind wie alle ungedeckten und zinstragenden Kreditgeldwährungen hochverschuldeter Staaten mittelfristig nicht mehr zu retten. (mmnews.de)

Mortgage Delinquency Rate auf Rekord - Nach den heutigen Angaben der Mortgage Bankers Association (MBA) steigt die Mortgage Delinquency Rate in den USA, die Rate der säumigen Hypothekennehmer, saisonbereinigt im 3. Quartal 2009 auf 9,64%, nach 9,24% im Vorquartal und 6,99% im Vorjahresquartal. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Das OTC-Casino im 1. Halbjahr 2009 - Die Bank for International Settlements (BIS), welche als Bank der Zentralbanken fungiert, teilt in ihrem von den Medien weitgehend unbeachteten Derivate-Halbjahresbericht 2009, die neuesten Daten zum Casino der unregulierten Over-the-Counter-Finanzwetten mit. Die Lust auf Spekulation geht ungebremst weiter, das ausstehenden nominale Wettvolumen der Derivate wuchs im 1. Halbjahr 2009 um +10,5% im Vergleich zu Ende 2008, auf 604,622 Billionen Dollar. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Der geheime Impfvertrag - Als hätten wir die Schweinegrippe kommen sehen: Bereits 2007 bereitete sich Deutschland auf eine Pandemie vor. Hintergrund war damals die Ausbreitung der Vogelgrippe. (bild.de)

Todesfälle, Schocks, Herzprobleme - Bilanz nach drei Wochen Schweinegrippe-Impfung: Mehrere Tote und bei 197 Personen »unerwünschte Symptome«, von denen 53 davon als »schwerwiegend« eingestuft wurden. Die Gesundheitsbehörden wiegeln dennoch ab. (kopp-verlag.de)

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