Montag, 2. November 2009

Kürbissuppe, Schafbraten und Krapfen ...

Auf Grund des von mir veröffentlichten Krisenfolders, nahm ein Steirer Kontakt mit mir auf und lud mich am Wochenende ein, mir seine Notfallsvorbereitungen anzusehen. Wichtig dabei war ihm, dass weder Namen noch Orte genannt werden - dem komme ich natürlich nach!

Sein Anwesen liegt auf rund 800m Seehöhe, zwischen zwei grossen Waldstücken in der Obersteiermark. Er selbst war bis vor wenigen Monaten als Manager in einem grösseren Konzern tätig, reiste beruflich sehr viel, vor allem in den osteuropäischen und asiatischen Raum und kündigte von einem Tag auf den anderen den Job: "Mir wurde langsam bewusst, was wir (Manager) verbrochen hatten und dass diese beginnende Krise sich zu einem Systemkollaps entwickeln würde ..." "langfristig." setzte er nach. "Es gibt, meines Wissens, keine Exitstrategie. Man desinformiert, hält alles irgendwie noch am Laufen, aber genauer betrachtet kann sich das nicht mehr ausgehen. Es ist nur die Frage, wann uns das ganze System um die Ohren fliegt! Ich habe, da ich mich immer von meinem Gefühl leiten liess, eigentlich keine andere Wahl gehabt. Meine Eigentumswohnung samt Mobliar und den Sportwagen habe ich verkauft, das hier ..." und deutet auf sein Anwesen: "habe ich gefunden. Ein kleiner Bauernhof mit ein wenig Wiesen und Wald, von einem Ehepaar, das aus beruflichen Gründen in die Stadt gezogen ist. Der Hof stand schon ein paar Jahre leer. Ich habe mir alles handwerkliche Wissen zugelegt, um alles selbst machen zu können. Jetzt, Ende des Sommers sind wir weitgehend fertig geworden. Auf gut deutsch, wir sind gerüstet!"

Das Wohnhaus und der dahinter liegende Stall waren weitgehend zu verwenden, es mussten nur Sanierungen bei Heizung und Sanitäranlagen vorgenommen werden. Da beim Hofkauf auch ein rund 4ha grosses Waldstück dabei war, setzte man auf eine Hackschnitzelheizung, da das eigene Holz aufbereitet werden kann. In einem Teil des Wohngebäudes und in der Küche wird mit Holz geheizt und gekocht. Ein kleiner Bach liefert den Strom, dort wurde ein Kleinkraftwerk errichtet. Neben dem Stall sind mehrere Hochbeete, die genug Gemüse für die 4köpfige Familie liefern. Im Stall stehen einige Schafe und viele Hasen. Extra eingebaut wurde ein Heizöltank, dessen Inhalt im Notfall als Autotreibstoff dienen soll. War der Neobauer früher verwöhnter Autofahrer einer deutschen Luxusmarke mit allen nur erdenklichen Schnickschnack, so fährt er jetzt einen 40 Jahre alten Geländewagen ohne jegliche Elektronik - natürlich mit Dieselmoter!

Im Keller des Wohnhauses befindet sich ein Überlebensraum mit schwerer Stahltüre, Luftfiltersystem und zweiter Ausgang in den Hof. Ein eigener Raum, kühl und trocken, ist für die Lebensmittellagerung vorgesehen. 250 Liter Plastikfässer für Getreide, Reis, Zucker, etc. mit Kohlendioxid gegen möglichen Insektenbefall gefüllt, Unmengen an Kartons mit Nudeln, Tomatensauce, Öl, Essig und anderen haltbaren Lebensmittel könnten vielleicht sogar einen kleinen Ort versorgen. "Ich habe früher im Job immer von sozialer Verantwortung gesprochen. Doch das waren nur Floskeln. Manager haben keine soziale Verantwortung sondern nur Profit im Kopf. Ich bin mir allerdings meiner Verantwortung bewusst und lagere hier wesentlich mehr ein, als wir, die Familie, verbrauchen können. Es wird mit Sicherheit sehr viele treffen, da möchte ich hlfen und den ärgsten Hunger stillen. Ich habe auch eine kleine Gulaschkanone gefunden, die ich an meinen Wagen hängen kann und ins Tal fahren, um Leute zu versorgen." Es ist auch ein 12.500 Liter Wassertank vorhanden, samt Wasseraufbereitungsanlage.

Für den Garten habe ich mich mit der Permakultur von Sepp Holzer und dessen Krameterhof vertraut gemacht. Wir haben heuer im Sommer schon nichts mehr zukaufen müssen. Und es ist eine wahre Freude, seinen eigenen Garten wachsen zu sehen ..."

Wir finden uns in der Küche wieder, wo uns seine bezaubernde Gattin ein schmackhaftes Mittagsmahl servierte - alles aus eigener Produktion: Kürbissuppe, Schafbraten mit Erdäpfel und süsse Krapfen mit Preiselbeermarmelade. Dazu tranken wir frischen Apfelmost.

Was sagen die Gattin und die Kinder zu der rigorosen Lebensumstellung? "Am Beginn hatte ich echte Schwierigkeiten. Aber je mehr ich lernte, umso besser fand ich mich zurecht und umso mehr Spass machte es. Jetzt lerne ich gerade bei einem anderen Schafbauern das Käsemachen. Aber wir sind hier nicht aus der Welt, sind schnell in Wien oder Graz. Denn mein Auto hab ich ja noch!" Und zeigt auf das Cabrio, das aus der Scheune hervorlugt.

"Wir haben beide wesentlich mehr Zeit für uns, mein Mann ist nicht pausenlos unterwegs und für die Kinder (beide im Volksschulalter) ist dieser Bauernhof das Schönste auf der Welt."

Es wurde schon finster, als ich mich verabschiedete. Einen Karton mit verschieden eingelegten Gemüsen und selbstgebackenes Brot gaben sie mir mit ... quasi als Wegzehrung!

Es war das erste Mal, dass ich einen komplett autarken Bauernhof gesehen habe. Nur das Kleinkraftwerk, das ist halt nicht genehmigt. Doch wer fragt danach, wenn alles zusammenbricht?



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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1 Kommentar:

qminusi hat gesagt…

Ist ja schön was sich der Herr Manager alles leisten kann. Sogar um sein Karma ist er besorgt und hat mehr eingelagert als er braucht.

Ich habe den Artikel mit befremden gelesen, denn Menschen die schon früh gemerkt haben wie dieses System läuft und die sich nicht auf Kosten anderer bereichern wollten haben die finanziellen Möglichkeiten nicht die der Herr Manager hat.

Ich denke aber wenn es soweit ist, dann wird er ganz schnell zum Opfer der Meute wenn man merkt dass bei ihm was zu holen ist, da nützt auch keine Gulaschkanone und auch kein guter Wille.