Donnerstag, 1. Oktober 2009

Stirbt der Bauernstand?

Bauern sind in dem Kontroll- und Überwachungskonstrukt namens Europäische Union nicht mehr erwünscht! Deshalb wird auch kaum etwas unternommen, die Bauern wieder zu Fördern.

Grundsätzlich gibt es vier Arten von Bauern.

  • Die Kleinbauern - sie sind sehr oft Nebenerwerbsbauern und können ihre kleine Landwirtschaft nicht so führen, dass es zum Leben reicht.

  • Die Grossbauern - sie haben zwar genug Land bzw. Vieh um relativ gut leben zu können, dies funktioniert allerdings nur mit Subventionen seitens des Bundes und der EU.

  • Die Selbstvermarkter - oftmals Kleinbauern, sind sie rechtzeitig auf den Selbstvermarkterzug aufgesprungen, profitieren vom Biotrend und verkaufen ihre Produkte ab Hof, auf Bauernmärkten und mittels Zusammenschlüssen bzw. Regionalmarken.

  • Die Agrarfabriken - benötigen ebenfalls Subventionen, sind kaum vom Bauernsterben betroffen und verfügen über eine effiziente Lobby. Ist besonders durch die Automatisierung äusserst kapitalintensiv.

Der EU ein Dorn im Auge ist sichtlich jene Eigenschaft, die man landläufig den Bauern (nicht den "Agrariern") nachsagt, nämlich kristisch denkend, eine eigene Meinung habend und durch die Individulaität und ihren Eigensinn weniger kontrollierbar und überwachbar. Bei Bauern gilt die Tradition noch immer mehr als der Fortschritt. Dadurch haben sich auch die bäuerlichen Strukturen weitgehend erhalten. Aber immer neue Auflagen und Gesetze bereiten dem Bauernstand enorme finanzielle Belastungen oder lassen Sparten dadurch weitgehend sterben.

Früher hat es sich ausgezahlt Bauer zu sein. Heute benötigt der Bauer Subventionen und Fördergelder. Denn viele Sparten sind heute ohne Zusatzgeld nicht mehr kostendeckend. Zum Beispiel die Ochsenmast. Wenn der Jungochse mehr Kosten verursacht, als beim Verkauf eingespielt werden kann, dann rentiert sich das nicht mehr und muss gefördert werden. Denn die Fleischpreise sind seit Jahren unter den Entstehungskosten. Der Bauer würde bei jedem Stück Vieh Verluste produzieren. Ebenso ist die Milchwirtschaft heute kaum mehr lukrativ, denn der Bauer bekommt zu wenig für die frische Milch. Die Marktrelation stimmt nicht mehr!

Bevorzugt werden in jedem Fall die Agrarfabriken, die nicht nur leichter zu Fördergelder kommen, sondern auch ungleich mehr erhalten. Erschwert wird den kleineren Bauern ihre Arbeit auch durch Gesetze, die meist kontraproduktiv sind. So ist zB. die Hauschlachtung, die früher auf jedem Hof alltäglich war, durch entsprechend neuer EU-Gesetze fast unmöglich, denn die Investitionen für einen EU-Normschlachtraum sind den meisten zu hoch. Sie müssen das Vieh in einen Schlachthof führen, für´s Schlachten bezahlen und bekommen nach einigen Tagen das zerlegte Vieh wieder.

Agarfabriken sind reine Produzenten, vergleichbar mit Industriekonzernen. Auf viele Aufgaben, die die Bauern erfüllen sollten, wird bewusst verzichtet, da sie zu wenig lukrativ sind. Dazu zählt die Landschaftspflege, die Waldarbeit und die Erhaltung alter Pflanzen- und Tierrassen. Alle Arten und Rassen, die eingsetzt werden, sind ertragsoptimiert! Keiner achtet in den Fabriken auf Artenvielfalt. Nur der Gewinn zählt! Dass allerdings der Konsument nur mindere Qualität bekommt, ist vielen nicht bewusst - teilweise auch schlicht und einfach egal!

Ein kleines Beispiel: Ich koche sehr gerne und das fast jeden Tag. Wenn ich Rindfleisch mache, dann gehe ich zum Bauern oder einem der noch übriggebliebenen Fleischer (Metzger), die wissen, woher das Fleisch kommt. Es ist ein riesen Unterschied, ob ich Rindfleisch aus Agrarfabriken verarbeite oder von Vieh, das den ganzen Sommer lang auf Almen zugebracht hat. Es ist nicht nur spürbar besser, sondern auch kurzfasriger und lässt beim Braten weniger Wasser. Das heisst, die fertigen Stücke verlieren nicht so stark an Grösse. Wer gebratenen Rostbraten oder ein Filetsteak aus beiden Aufzuchtsarten probiert hat, weiss Bescheid. Meine Frage lautet, warum muss der Konsument sich mit minderwertigerem Fleisch zufrieden geben, wenn er auch das hochwertige haben könnte? Doch so wie der Bauernstand abgetötet wird, verlieren wir auch unser kulinarisches Bewusstsein! Leider!

Im der EU-Bürokratie ist natürlich ein 100%ig kontrollierbarer Betrieb wesentlich beliebter, als der kleine Bauernhof, der sich so wenig wie möglich kontrollieren lassen will! Deshalb setzt man in der EU auch auf grosse Fabriken!

Was allerdings wirklich pervers ist, ist die Tatsache, dass nicht die artgerechte und naturverbundene Tierhaltung forciert wird, sondern jene, wo durch prophylaktische Mediakmentenzugabe und unnatürliches Kraftfutter Fleisch minderer Qualität produziert wird. Doch es zählt nur der Profit! Unsere Bauern sind keine Betriebswirtschaftler, keine Salesmanager, keine Industriellen. Sie wissen um ihre Aufgaben und um die Wichtigkeit ihrer Arbeit!

Wenn der Systemzusammenbruch kommt, sind die Agrarfabriken die ersten, die zusperren müssen. Teils, weil sie hochverschuldet sind, teilweise, weil sie die Arbeiter nicht mehr bezahlen können. Übrig bleiben werden die ehrlichen, ursprünglichen Bauern, denen eine gewaltige Wertigkeitssteigerung ihres Standes zukommen wird. Die Städter werden wieder auf´s Land pilgern und bäuerliche Produkte kaufen, so wie nach dem Krieg, als Schmuck, Gold und Silber für ein wenig Schweineschmalz, Fleisch und Gemüse eingetauscht wurde!

Spätestens dann benötigen wir die Bauern um überhaupt unsere Infratsruktur wieder aufbauen zu können. Sie werden eine wichtige Säule in Notzeiten werden ... und spätestens dann wird es auch die breite Masse erkennen. Nur die EU-Schreibtischpotentaten wahrscheinlich nicht!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)







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Island ist so hart von der Finanzkrise getroffen worden wie kaum ein anderes Land. Die Banker dort haben sich wie viele andere verzockt. Aber Islands Bankensektor war überdimensioniert, weshalb die Folgen dramatisch sind – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch emotional. (badische-zeitung.de)

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1 Kommentar:

Maldek hat gesagt…

Georgia Guidestones. Agrarfabriken.

Was haben diese beiden Dinge gemeinsam?

Nun, diese Frage ist eigentlich ganz leicht erklärbar...doch zuerst möchte ich etwas ausholen.
Besonders für Dich Johannes, ein Denkimpuls.

Ich bin grundsätzlich sehr für "Bio" und habe in meiner Zeit in Österreich sehr viel direkt beim Biobauern gekauft. Auch war ich einige Jahre Vegetarier - obwohl eine Kost reich an Eiweiß/Protein einer Kohlehydrat reichen Kost ("Körndlfresser") absolut vorzuziehen ist - weil ich den Umgang des Menschen mit dem Vieh in Europa nicht unterstützen wollte mit meinem Geld.

Jetzt lebe ich in Südamerika und esse wieder Rind - die Rinder sind hier wirklich noch frei.

Aber zurück zu "Guidestones" + "Agrarfabriken".
Wüden sich alle Menschen so bewußt ernähren wie Du und ich ..wieviele Menschen könnten dann auf dieser Welt wohl leben?

Es gibt Leute, die haben das ermittelt und das Resultat ist:
1,500,000,000~.
Wir erkennen - für eine ethisch korrekte, biofreundliche Lebensweise haben wir auf diesem Planeten um ca. 5 Mrd. zu viele Menschen.
Das ist die hart Tatsache, die brutale Realität. Wollen wir "Bio 4 everyone" und "glückliche Tiere" dann bedeutet das mittelfristig es werden 5 Mrd. Menschen verhungern.

Argumente gegen diese Behauptung gibt es jetzt einige - aber sie alle haben eines gemeinsam: Erdöl.
Wir transformieren derzeit Erdöl in Nahrung. Nehmen wir Erdöl als bald schwindenden Rohstoff an und die Erdbevölkerung als weiterhin wachsend wir bis spätestens 2018 der Punkt erreicht sein, an dem ernsthaft viele Menschen beginnen werden zu verhungern.

Von diesem Tage an wird das Problem Jahr für Jahr schlimmer werden.

Das einzige Argument für mich *langfristig* gegen die Richtlinien des Guidestones ist die These, daß Organismen ab einer bestimmten Anzahl ein höheres Bewußtsein erreicht. Diese These beruht auf Beobachtungen im Bereich Zellen und Mikroorganismen.
Die Zahl für einen solchen "Bewußtseinssprung" liegt zwischen 7 und 8 Milliarden Wesen.

Auf dieser Basis ließe sich ein gewisses Risiko durchaus diskutieren - stimmt diese These jedoch nicht, sind drastische Einschnitte bei der Kopfzahl die einzige Möglichkeit für ein langfristiges Überleben der Zivilisation. Andernfalls löst die Natur das Problem für uns und wir beginnen wieder mal in der Steinzeit.

In diesem Sinne alles Gute!