Montag, 14. September 2009

... ist die Krise schon vorüber?

Nicht nur das Krisencamp am Reisslerhof, das letzte Woche zum 3. Mal stattfand, zeigt, wer nicht nur gut informiert ist, sich auf einen Systemzusammenbruch vorbereitet und an diesem Thema überhaupt interesse zeigt. Es sind selbstständige Unternehmer, Ärzte, Studenten, höhere Beamte und Manager. Keine Arbeiter, keine Angestellten ... da passiert es auch schon einmal, dass ich von einem Gast im Hotel gefragt werde, was wir eigentlich hier machen, ich ihm ausführlich Antwort gebe und er darauf sagt: "Aber die Krise ist doch schon vorbei!"

Wir, der Reisslerhof und ich, haben den Preis des Krisencamps so günstig wie nur möglich angesetzt, damit auch einkommensschwächere Schichten der Zugang zu notwendigen Informationen nicht verwehrt wird. Denn entsprechende Vorbereitung kann überlebenswichtig sein! Doch genau dort ist (noch) kein Interesse vorhanden! Sie werden wohl alle ziemlich überrascht werden ...

Dieses Wochenende las ich in der Kleinen Zeitung ein Interview mit einem der Spitzenmanager von Raiffeisen Österreich, der dezitiert keine Blase mehr erkennen kann und damit Entwarnung gibt! Eine gefährliche Aussage, wo doch noch nie so viele Blasen kurz vor dem Platzen sind und die USA kurz vor dem Kollabieren steht. Für mich gibt es zwei Möglichkeiten, entweder kann er die Situation nicht richtig einschätzen, dann ist er in diesem Job eine Fehlbesetzung. Oder er belügt uns via Medien, um von dem Ernst der Lage abzulenken, uns bewusst in die Irre zu führen, damit wir uns keine Sorge um unser Geld machen brauchen, das weitgehend sowieso schon verzockt ist ...

Ich verstehe zwar die Situation in Deutschland, wo bald Wahlen sind. Hier muss die Lage ein wenig verzerrt dargestellt werden, sonst würden die Politiker noch vor der Wahl ihre Legitimation verlieren! Doch in Österreich sind derzeit keine Wahlen, die Medien schreiben so, als wäre die Krise schon Vergangenheit. Die Realität sieht allerdings anders aus!

Was jetzt gefordert ist, sind Journalisten, die recherchieren, untersuchen und harte Fakten auf den Tisch legen. Nicht nur das Schönwetter-Gesülze diverser "Experten" wortgleich und kritiklos veröffentlichen. Denn diese "Experten" sind während der letzten zwei Jahren in ihren Prognosen fast immer daneben gelegen! Ebenso wie die Politiker in ihren Einschätzungen! Wie könnte ich, wäre ich Journalist, diese Meinungen dann noch übernehmen? Ein gefährliches Spiel, das möglicherweise für viele fatal enden kann!

Ich bin kein Schwarzmaler, ich versuche Realist zu sein! Das bedeutet, nicht nur Interviews und Meinungen zu lesen und zu kommentieren, sondern auch Daten und Zahlen zu interpretieren und einen Zusammenhang herzustellen. Und neben jenen Reden, die an den öffentlichen Pulten geführt werden, auch hinter die Kulissen zu sehen. Das nicht Gesagte zu hören und zwischen den Zeilen zu lesen!

Die USA steht unmittelbar vor dem Abgrund. Die vielgepriesenen Konjunkturprogramme haben nur den Banken geholfen, der Mittelstand geht vor die Hunde, die Arbeitslosigkeit beträgt unbereinigt laut Schätzungen bereits über 20%, ganze Regionen sterben aus und verfallen (zB. der "Rust Belt" rund um Detroit), die Zeltstädte vor den Metropolen wachsen und der Unmut gegen den Präsidenten und seiner Regierung steigt. Ausserdem ufert die Überschuldung aus, die aktuellen Zahlen sind unfassbar und der US-Dollar ist bald im freien Fall ...

Wer weiss, wie sehr die Finanz- und Bankenwelt vernetzt ist, kann sich ausmalen, was ein kollabierender US-Dollar auch für den Euro bedeutet! Da kommt ein finanzieller SuperGAU ungeahnten Ausmasses auf uns zu! Und ein führender Bankmanager sieht keine weiteren Blasen oder Gefahren auf uns zukommen? Setzen, Nichtgenügend!

Die derzeitige Situation ist extrem labil. Es genügt ein Hauch und das Kartenhaus fällt in sich zusammen! Am Wochenende sind wieder, fast schon traditionell, weitere US-Banken geschlossen worden. Wann ist der Zeitpunkt erreicht, dass die Amerikaner das Vertrauen in die Banken vollends verlieren und ihr Geld, soferne sie noch eines haben, von den Banken holen? Wenn nur jeder 50. sein Geld abhebt, bricht das Bankensystem zusammen. Und Heli-Ben (Bernanke) hilft Gelddrucken dann auch nicht mehr ...

Die grösste Gefahr geht von den Vereinigten Staaten aus. Das ist erkennbar und nachvollziehbar! Um zu diesen Informationen zu gelangen, muss man auch gar nicht gross recherchieren, das steht sowieso schon (fast) überall! ... zumindest in kritischen Medien und Blogs - nicht nur auf hartgeld.com und anderen sogenannten Doomseiten ... auch ehemalige Politiker (schau, schau, haben die mehr Durchblick?), Ex-Banker (wie Greenspan) und Megainvestoren warnen seit geraumer Zeit vor den finanziellen Massenvernichtungswaffen, die den SuperGAU auslösen können.

Sich selbst und seine Familie darauf vorzubereiten löst zwar keine Probleme, aber die Landung wird etwas weicher sein, als bei der Masse. Nochmals: IN ÖSTERREICH GIBT ES KEINE STAATLICHE KRISENVORSORGE! So, als wäre ein Systemzusammenbruch nicht möglich! Im Gegenteil, unsere werten Politiker verteilen noch immer Geld, das sie nicht haben!

Mir kommt vor, zur Zeit leben wir von einem Tag auf den anderen. Nach dem Motto: "Es wird scho´ nix passieren!" Wir verschliessen die Augen vor der Realität, denken, der Kelch wird (falls er wirklich kommt) an uns vorüber gehen und leben so, als wäre all diese Schwarzmalerei gar nicht möglich!



Krisencamp am Reisslerhof: Für den nächsten Termin (21. bis 25. September 2009) sind noch Plätze frei! Mehr Information unter: Krisencamp am Reisslerhof - nutze die Chance, es könnte die letzte sein!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



Die Krise hat Geburtstag (indymedia.org)
Als die Welt am Abgrund stand (kleinezeitung.at)
Drei weitere US-Banken kollabiert (derstandard.at)
USA: Luxusbranche mit Einbrüchen (binladenspenpal.blogspot.com)
Leere Kassen im gelobten Land (spiegel.de)
US-Kongress will Allmacht der Fed brechen (neues-deutschland.de)
Ex-Banker jobben als Tänzer, Autor, Agent (derstandard.at)
Deutsche würden für Joberhalt auf Geld verzichten (welt.de)
Österreichs Banken schlagen Alarm (diepresse.com)
Massenentlassungen bei russischem Autohersteller AvtoVAZ (rian.ru)
Gold (wieder einmal) auf $1000/oz - aber diesesmal gibt es „Unterschiede“ (hartgeld.com)

Mister DAX: Er gab der Krise ein Gesicht (kurier.at)



Was, wenn das Weltfinanzsystem abstürzt? - Letztes Jahr war es fast soweit: Nach dem Lehman-Konkurs stand das Weltfinanzsystem vor dem Zusammenbruch. Was zum Teufel wäre dann passiert? (bernerzeitung.ch)

Wall Street: Der neue große Schwindel! - Während sich viele noch auf einer anderen Ebene bewegen und über die Verwerfungen der Wirtschafts -und Finanzkrise lamentieren, über die Versager in Banken, Wirtschaft und Politik - währendessen schmiedet man an der Wall Street bereits wieder Zukunftspläne und sucht nach neuen Geschäftsmodellen. Nachdem das Spiel mit der Sozialisierung von Verlusten und Privatisierung von Gewinnen, dank einer beispiellosen Ignoranz bei Politikern - die bis heute andauert, funktioniert hat - plant man jetzt den großen Clou. (binladenspenpal.blogspot.com)

Ökonomische Metastasen - Was besonders stark wächst, wenn ein System vom Krebs befallen wird, sind die Metastasen. In der heutigen Zeit bildet das Krebsgeschwür die US-Notenbank und die Metastasen sind Bubbles in allen Anlageklassen: Derivaten, Aktien, Immobilien und Rohstoffen. (mmnews.de)

Steigt die Mehrwertsteuer auf 25 Prozent? - Mit Deutschland geht es immer weiter aufwärts – und zwar mit den Schulden! Wäre der Staat ein Unternehmen, wäre er schon lange pleite. Deshalb müssen die Steuern nach der Wahl angehoben werden. Die Mehrwertsteuer ist dabei die sicherste und ergiebigste Zwangsabgabe. (kopp-verlag.de)

Japan Update - Das Cabinet Office in Tokio teilte am Donnerstag die Auftragseingänge für den japanischen Maschinenbau für den Monat Juli 2009 mit! Die Daten fielen sehr differenziert aus. Während die gesamten Aufträge im Maschinenbau (Total Value of Machinery Orders) um +7,5% zum Vormonat auf ein Volumen von 1,6571 Billionen Yen stiegen, angetrieben von den Auslandsauftragseingängen und den Staatsaufträgen, sanken dagegen die Inlandsaufträge aus dem vielbeachteten privaten Sektor exkl. der volatilen Bereiche wie Schiffsbau und Kraftwerksanlagenbau (Private Sector exc. Volatile Orders) um kräftige -9,3% zum Vormonat, auf 664,7 Mrd. Yen! Dies markiert ein Allzeittief seit Beginn der monatlichen Datenerhebung im April 1987! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Sarkozy nutzt die Schweinegrippe-Hysterie, um in Frankreich Bürgerrechte außer Kraft zu setzen - Unter dem Vorwand einer Gesundheitsgefährdung durch den Ausbruch einer sogenannten »Schweinegrippe« will die französische Regierung unter Präsident Sarkozy Maßnahmen erlassen, mit denen Bürgerrechte, die seit der Französischen Revolution gelten, praktisch außer Kraft gesetzt werden. Die Maßnahmen sind ein weiteres Anzeichen dafür, dass man auf höchster Ebene die Angst vor H1N1 dazu nutzt, finstere Pläne zu verwirklichen. (kopp-verlag.de)

Zuwanderung – Abrechnung mit einem Mythos - Bereicherung oder Bedrohung? Ein US-Journalist hat die Geschichte der Immigration analysiert – und sieht für Deutschland und Europa dramatische Konsequenzen. Europa hat den Bedarf an Arbeitskraft von Zuwanderern überschätzt. Sie beanspruchen die Sozialsysteme mehr, als sie dazu beitragen. (welt.de)

Anmut der Armut - Die Krisen-Kollektion: Wie Berliner den harten Zeiten modisch trotzen. Depression sieht anders aus. (berlinonline.de)

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1 Kommentar:

peter hat gesagt…

brillant:


endlich


http://www.youtube.com/watch?v=I8ANCD-Ykk4


marcito