Mittwoch, 5. August 2009

Wir müssen radikal umdenken!

Wie meine Leser wissen, vertrete ich die Meinung, dass es zu einem totalen Systemzusammenbruch kommen wird, wo absolut nichts mehr geht. Jegliche staatliche Ordnung wird zusammenbrechen. Nicht nur bei uns, sondern weltweit! Ausgehen wird dieses Szenario in den USA, wo jetzt schon seriöse und prominente Experten einen baldigen Dollar-Crash erwarten. Ich bin auch der Auffassung, dass nur ein totaler Systemzusammenbruch die Chance birgt, ein absolut neues System zu installieren. Wie dieses aber sein könnte, da gehen die Ansichten ziemlich auseinander ...

Fakt ist, wir müssen umdenken. Aber nicht nur umdenken, wie die meisten glauben, damit eine gerechtere, sozialere Welt möglich ist (unter Beibehaltung des monetären Systems), sondern wir müssen radikal umdenken. Dinge als möglich erachten, die bisher undenkbar waren. Lösungen in Betracht zu ziehen, die bisher als Visionen gegolten haben.

Was würdest du sagen, wenn es plötzlich kein Geld mehr gäbe? Weder illusionäres Fiatmoney, noch Geld mit Goldbindung. Und trotzdem könnte jeder Mensch aus dem Vollen schöpfen und hätte keinen Mangel - weder an Gütern, noch an Versorgung.

Klingt absolut utopisch, und auch ich hatte einige Wochen gebraucht, um dieses System durchzuspielen, durchzudenken. Doch es könnte funktionieren ...

Wenn, ja wenn diesem System eine reele Chance gegeben wird. Dazu müssen wir uns von dem monetären System trennen. Keine leichte Aufgabe, denn jeder Ökonom, Politiker und Manager wird dir hunderte von Gründen nennen können, warum ein nichtmonetäres system nicht funktionieren kann.

Was all diese Menschen vergessen, auch das monetäre System hat aufgezeigt, dass es erstens ein ziemlich einseitiges System ist, in dem nur wenige wirklich profitieren, und zweitens ein System ist, dessen Ablaufdatum wir bereits überschritten haben. Der kommende Zusammenbruch ist der Beweis dafür, dass dieses System nicht ewig funktioniert und vor allem durch die grenzenlose Gier Weniger zum Einsturz gebracht werden kann! Es hat ausgedient!

Würde man dieses monetäre System nach dem Crash wieder einführen oder weiterführen, bräuchte es extreme Kontrollfunktionen und Gesetze, damit dasselbe wie jetzt nicht nochmals passiert. Die Menschen, die Gier und die Erfahrung bzw. das Wissen ist vorhanden ... und sofort wird natürlich wieder jemand versuchen, alle anderen auszuspielen und auf Kosten der anderen ein Vermögen zu machen! Die Nutzniesser wären die selben, die Ausgenützten ebenso.

Was wir machen müssen, um uns weiter zu entwickeln, ist über alle Grenzen hinweg zu denken. Jacque Fresco hat mit seinem Venus Projekt (siehe Zeitgeist Addendum) bereits wichtige Denkarbeit vorweggenommen. Ich behaupte nicht, dass das Venus Projekt ein in sich funktionierendes System wäre, das wir übernehmen sollten. Aber es sind sehr viele wirklich gute Lösungsansätze vorhanden, wie ein nichtmonetäres System funktionieren könnte ...

Einwände und Kritiken gibt es klarerweise sehr viele, vor allem wird behauptet, dass der Mensch, weil er, seit wir die Vergangenheit dokumentieren, in einem monetären System gelebt hat. Bisher hat auch niemand jemals seriöse Überlegungen publiziert, wie ein funktionierendes, nichtmonetäres System aussehen könnte, das auch durchführbar wäre.

Und wir, vor allem jene, die vom monetären System profitieren, behaupten, es gibt kein geldloses System. Das ist grundsätzlich falsch, denn es gibt immer auch das Gegenteil! Wenn es ein monetäres System gibt, dann MUSS es auch ein nichtmonetäres System geben! Besser gesagt, wenn das Geldsystem funktioniert, muss auch ein nichtmonetäres System funktionieren!

Jetzt sind wir gefragt, wir alle, die bereits jetzt erkennen, dass die Krise und vor allem der Crash, der weltweite Zusammenbruch unseres Finanz- und Bankensystems, unsere aller Chance ist! Wir gehen in ein neues Zeitalter - spirituelle Gruppierungen sagen, vom materialistischem Zeitalter in jenes des Geistes - und ins Zeitalter des Geistes passt naturgemäss ein neues System - von dem ALLE profitieren, als nur einige wenige - besser als das jetzige System, das eben kollabiert!

Wenn man im deutschen Wahlkampf die Politikerversprechen und Wahlkampfslogans hört, muss einem klar werden, dass man von Leuten, die das Volk als völlig schwachsinnig betrachten, nicht regiert werden möchte. Mir wird ehrlich gesagt schlecht, wenn ich weiss, dass solche Menschen, die entweder bewusst uns alle anlügen oder einfach schwachsinnig sind, unser aller Wohl abhängt! Wie will ein deutscher Politiker 4 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen, wenn die wirklichen Massenentlassungen erst kommen ... vor allem, was hat dieser honorige Herr bisher gemacht?

Kein Geld, kein Verbrechen, kein Staat, kein Krieg - und trotzdem geht es uns allen gut, wir sind versorgt und haben keinen Mangel. Eben jene Pseudoexperten, die dem freien Markt bedingungslose Selbstregulierungskräfte andichteten und von einem ewig expandierenden Kapitalismus predigten, verurteilen die Ansätze eines nichtmonetären Systems als nicht praktikabel, als gedankliche Krücke, die aus dem Status einer Vision nie herauskommen wird.

Tatsache ist aber, das monetäre System ist ungerecht, menschenunwürdig, elitär und einseitig. Wenige profitieren, der Rest sind Sklaven des Systems. Ok, wir haben uns alle darin wohlgefühlt, denn man uns einen gewissen Wohlstand erlaubt. Jetzt zerreisst es unser System, alle Grenzen wurden gesprengt, die Perversionen werden langsam offensichtlich ... nun müssen alle kreativen geistigen Kräfte zusammengezogen werden, um ein System zu entwickeln (auf den bereits bestehenden Ansätzen von Jacque Fresco´s Venus Projekt), das jeden Menschen, egal der Herkunft, Rasse, Hautfarbe, sozialen Stand und Alter, als gleichberechtigt sieht, wo jeder die gleiche Chance und den gleichen Wohlstand geniesst.

Damit trifft man mehrere "Fliegen mit einer Klappe". Wenn es nicht mehr nur um Geld geht, kann niemand Reichtum anhäufen, sondern jeder ist gleich reich. Wer soll dann jemanden noch etwas wegnehmen wollen? Warum sollten dann noch Kriege geführt werden? Warum sollte es dann noch Gesetze oder Staaten geben? Absurde, inpraktikable Fantasien weltfremder Träumer? Mitnichten, umsetzbare Vision eines grossen Denkers! Wenn wir den Crash als Chance nutzen wollen, damit es schlussendlich nicht noch schlechter wird, dann sollten wir langsam beginnen, diese zu ergreifen. Das Projekt Venus gibt einiges vor, das wir als Ausgangsbasis annehmen sollten. Wir alle sind jetzt gefordert, dieses weiter zu entwickeln ... für uns, für unsere Kinder, für unsere Zukunft!

Dass wir alle doch umdenken werden, ist für mich sicher! Denn wenn das jetzige System abmeldet, dann mit einem grossen, nicht vorstellbar spektakulärem Finale. Denn mit dem System geht auch die Macht der Eliten unter, und die werden ihre Positionen bis zur letzten Sekunde verteidigen! In der Stunde das Todes wird das System seine wahre Fratze zeigen. Und diese ist unvorstellbar hässlich ...


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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Wieder US-Statistik Wunder - Persönliche Einnahmen gesunken. Persönliche Ausgaben gestiegen. Mit anderen Worten: US-Konsumenten verdienten weniger und gaben mehr aus - vermeldet die Statistik-Behörde. (mmnews.de)

Einzelhandel: Das Schlimmste steht bevor - Wenn im Herbst die Zahl der Arbeitslosen nach oben schnellen sollte, wird das vor allem die kleinen, unabhängigen Händler treffen. (sueddeutsche.de)

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Kommentare:

Anton hat gesagt…

Meiner Meinung nach ist es egal, ob wir ein monetäres, nonmonitäres oder welches auch immer System wir haben. Das System ist das Produkt des menschlichen Bewusstseins und spiegelt nur den momentanen Stand der Gesellschaft und ihrer Werte wider.
Ja, wir müssen radikal umdenken. Aber nicht beim System, sondern bei unserer Einstellung zur Natur, zu unseren "Bedürfnissen" und letztendlich zu uns selbt. Das System passt sich dem automatisch an.
Wer glaubt er könne in einem Geldlosen System jeden Tag mit dem Auto fahren, in einem Haus mit 100+m² leben und zum Frühstück eine Tasse Kaffe trinken, der will nicht umdenken. Er will nur einen neuen Anstrich auf ein altes Haus.

Viele Grüße,
the_pope

Maldek hat gesagt…

Hallo Johannes,

möchte folgenden Satz von Dir gerne genauer betrachten:

"Tatsache ist aber, das monetäre System ist ungerecht, menschenunwürdig, elitär und einseitig. Wenige profitieren, der Rest sind Sklaven des Systems. "

ist ungerecht > stimmt
elitär und einseitig > stimmt
Wenige profitieren, der Rest sind Sklaven > stimmt

menschenunwürdig > das glaube ich nicht.
Wie es ist, ist es GENAU RICHTIG und entspricht dem, was die Menschen momentan brauchen.

Du hast Visionen und möchtest Dinge verändern, aber es ist nicht möglich die Welt zu verändern.
Es ist möglich DICH SELBER zu verändern....nicht jedoch andere.

Das Wort "System" kommt auch häufig vor. Was genau ist ein "System" für Dich?
Für mich ist "System" die Verteilung der Überschüsse. Wer kriegt wie viel vom Reichtum des Planeten.
Nun wenn du jetzt über die Zukunft schreibst ist es vielleicht so, daß in sagen wir 20 Jahren gar keine Überschüsse mehr da sein werden zu verteilen.
Dann erübrigt sich auch jegliches "System" - wo nichts ist, gibt es auch nichts zu verteilen.

In diesem Sinne, alles Gute aus Südamerika!

www.götzendämmerung.de hat gesagt…

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein