Montag, 3. August 2009

Widersprüchliche Medien

In den letzten Tagen kam es in den Medien zu recht widersprüchlicher Berichterstattung. Die einen Medien schreiben vom Aufschwung, dass das grösste schon hinter uns liegt, die Konjunktur wieder steigt ... quasi, das war´s, wir haben alles hinter uns, bald sind die "alten Verhältnisse" wiederhergestellt. Untermauert wird dies, dass die grossen Banken wieder Milliardengewinne schreiben, ein deutscher Minister 4 Millionen Arbeitsplätze schaffen will und die Börsen fest ansteigen ...

In anderen, vor allem kleineren Medien und Onlinemedien (aber auch amerikanischen Zeitungen) wird immer eindringlicher vor einem Dollarcrash gewarnt, der angeblich kurz bevor steht! Ein weltweites Bankenchaos wäre die Folge, ebenso ein Absturz des Staatsanleihenmarktes, der Börsen und des Rentenmarktes.

Wer hat recht?

Erinnern wir uns, was in den Geschichtsbüchern steht. Goebbels, des GröFaZ Propagandaminister verkündete noch im März 1945, als die Russen vor Berlin standen, den Endsieg des Deutschen Reiches! Oder wie die amerikanischen Politiker so lange die wahren Verhältnisse weglogen, bis der Crash plötzlich über Nacht kam. Das Volk hat die Wahrheit immer am Schluss erfahren, meist auf eine schmerzlich Weise vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Medien, die damals wie heute nicht unabhängig waren bzw. sind, haben die offensichtlichen Lügen übernommen. Das böse Erwachen kam und kommt unerbittlich!

Auch heute übernehmen die Medien die Lügen (oder sind es tatsächlich infantile, wie fatale Fehleinschätzungen?)! Dabei sind gar nicht umfangreiche Recherchen notwendig, um den Ernst der Lage zu erkennen.

Derzeit hängt alles am US-Dollar bzw. an der Amerikanischen Regierung und ihrem Ungebilde, der FED. Und es hängt an einem seidenen Faden ... Der Druck auf den Dollar wird immer stärker, Staaten wie China unterstützen den Dollar nur mehr schwach und versuchen aus dem Dollar zu flüchten (zB. durch erhöhte Rohstoffeinkäufe um die Dollarreserve zu vermindern). Dadurch verringern sie die Abhängigkeit. Die USA verfügt derzeit nur über einen Verbündeten und das ist (unverständlicher Weise) Europa, die EU. Die europäischen Politiker müssen in Anbetracht der Tatsache, an einem sterbenden System (Amerika) festhalten zu wollen, über einen ausgeprägten Fatalismus verfügen. Amerika reisst Europa mit in das Loch! ... wenn sie nicht abspringen. Doch es scheinen die Verflechtungen vor allem am Finanz- und Bankensektor so eng zu sein, dass sich Europa gar nicht abkoppeln oder abnabeln kann. Wie heisst es so schön? Mitgefangen ist mitgehangen!

Trotz aller Hurra- und Jubelmeldungen lässt sich der dynamische Abwärtssog in den USA kaum beeindrucken. Über das Wochenende wurden wieder mehrere Banken geschlossen. Und trotz hervorragendem Bankenstresstest und angeblicher Milliardengewinne stehen einige der Grossbanken kurz vor der Pleite. Es ist schon offensichtlich, dass es bei den Banken nur mehr darum geht, noch möglichst viel aus dem System herauszuholen. So waren die Boni- und Gehaltsausschüttungen bei einigen Instituten höher, als die angeblich erwirtschafteten Gewinne! Einmal noch so richtig abcashen, denn man weiss, dass das System nicht mehr lange zu halten ist!

Die Banken zocken weiter, so als wäre nichts passiert. Aber durch ihre restriktive Geschäftspolitik den Kreditkunden und Privaten gegenüber, stirbt der Mittelstand immer schneller aus. Immer mehr Geschäfte schliessen, es gibt immer mehr Arbeitslose, Obdachlose und Bankrotte. Amerika verarmt in unglaublicher Geschwindigkeit. Der etablierte Mittelstand war allerdings die Basis für den "scheinbaren Reichtum", der, wie wir mittlerweile wissen, nur durch Schulden entstanden ist und eine reine Illusion war.

Willkommen in der Realität, Amerikaner! Zelt statt Villa, provisorischer Wasserhahn statt Swimmingpool, Überlebenskampf statt Shopping, per pedes statt Chromvehikel, arbeitslos statt Manager, Slums statt American Way of Life!

Doch wir dürfen nicht schadenfreudig sein, denn diese Entwicklung steht uns noch bevor. Nur wesentlich schneller als jenseits des Grossen Wassers. Wenn der Dollar crasht, gehen auch bei uns die Lichter aus!

Noch will kaum jemand etwas wissen davon. Noch können sich die meisten nicht vorstellen, dass unser System das Ablaufdatum schon längst überschritten hat! Dabei kämpfen auch bei uns ehemals reiche Kommunen und sparen, wo es nur geht. Kommunen, die schon länger finanzielle Probleme haben, stehen kurz vor dem Bankrott oder sind es schon. Noch funktioniert aber unsere Strukturen noch. Angeschlagen torkelt unser System mit verbundenen Augen dem Abgrund zu. Die Orientierung haben wir längst verloren, die blossgestellten Götzen beten wir immer noch an. Und glauben den Traum einer heilen, die nie eine war ...

Aufwachen, Freunde! Die grosse Party ist längst vorbei! Die Mächtigen sichern sich ihre Pfründe und wir sind von einem Tag auf den anderen auf uns alleine gestellt! Dann kommt das grosse Wehklagen und vielleicht (hoffentlich) die Erkenntnis, dass wir ohnehin nur Slaven eines unmenschlichen, lieblosen, brutalen und absolutistischen Systems waren, das nur auf Macht, Profit und Krieg aufgebaut war.

Aber die (berechtigte) Hoffnung bleibt, es danach besser zu machen. Umsetzbare, realistische Lösungen gibt es schon! Diese sind aber erst nach einem totalen Zusammenbruch realisierbar. Denn solange es die Möglichkeit gibt, werden die Eliten das existierende monetäre System versuchen zu erhalten! Doch die Zeit ist reif für grundlegende Veränderungen und irgendwann stirbt jedes System!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



Euro blockiert Kampf gegen die Krise (fr-online.de)
Serie der US-Bankenpleiten setzt sich fort (wirtschaftsblatt.at)
Amerikaner leihen Obama Geld (ftd.de)
Emerging Markets Hausselaune – wie lange noch? (mmnews.de)
Heuschrecken droht 400 Milliarden-Loch (ftd.de)
Greenspan warnt (n-tv.de)

Wie die USA gegen China und Russland Krieg führt (alles-schallundrauch.blogspot.com)



Baldiger Dollar-Crash erwartet - Experten halten ein Absacken des US-Dollars und einen Anstieg der europäischen Gemeinschaftswährung zunächst bis in die Region von 1,60 Euro in kurzer Zeit für möglich. Die steigende Staatsverschuldung, der Kursverfall bei US-Staatsanleihen, das höhere Zinsniveau in der Eurozone, der Abbau von US-Dollar in den Devisen-Reserven der großen Exportländer und die aktuelle Charttechnik werden als Gründe für diese Annahme genannt. Da der Goldpreis in der Regel steigt, wenn der US-Dollar nachgibt, rechnet man im gleichen Zuge mit stark anziehenden Edelmetallpreisen. (shortnews.de)

Goldman Sachs warnt vor Optimismus - Die Zahlen der US-Bank waren zuletzt unerwartet stark. Doch Deutschlandchef Dibelius übt sich in Vorsicht: So habe es auch im Sommer 2008 ausgesehen - kurz bevor die große Krise ausbrach. (ftd.de)

Die heiße Phase beginnt: Dollar-Crash als Goldpreis-Katapult - Als der Goldpreis zuletzt zweimal kurzeitig die Marke von 1.000 US-Dollar überquerte, war der Preis primär von Crash-Ängsten der Käufer getrieben. Seit einigen Wochen folgt das Edelmetall vor allem der inversen Dollar-Korrelation. Und diese könnte Gold nun nachhaltig in vierstellige Kurs-Regionen treiben. (goldreporter.de)

Wann fällt die 1.000-Dollar-Marke? - Der Goldpreis hat in den letzten Wochen eine vergleichsweise unspektakuläre Entwicklung genommen. Nachdem Ende Februar kurz die Marke von 1.000 USD pro Feinunze überwunden wurde, drückte die anschließende Korrektur den Preis um fast 150 USD. Anfang Juni erfolgte der nächste Anlauf auf das Allzeithoch - allerdings ging den Bullen dabei schon etwas unterhalb der 1.000-Dollar-Marke die Puste aus. Zuletzt pendelte das gelbe Metall zwischen 910 und 960 USD. (goldseiten.de)

US-BIP weiter schwach - Das US-Commerce Department, Bureau of Economic Analysis berichtete am Freitag in einer ersten Schätzung von einem Einbruch des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im 2. Quartal 2009 von -1%, auf saisonbereinigte und auf das Jahr hochgerechnete (SAAR) 12,8924 Billionen Dollar, im Vergleich zum Vorquartal. Dies ist zwar besser als erwartet, täuscht aber über einen miserablen Zustand der US-Wirtschaft ein wenig hinweg. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

China will für den Kauf von Rohstoffen und Unternehmen Dollars abstoßen - In China ist eine wichtige strategische Entscheidung gefallen: Die gewaltigen Devisenreserven sollen künftig für die Ausweitung chinesischer Unternehmen im Ausland und die Übernahme weiterer Unternehmen verwendet werden. Dabei will man sich vornehmlich auf Energie und Rohstoffe, aber auch auf den Bereich Telekommunikation und das Bankgeschäft konzentrieren. Schon jetzt kauft China vermehrt Bergwerksunternehmen in Australien auf, vor allem Gold- und Silberminen. Auf den Dollar wird sich das nicht sehr positiv auswirken, für die Rohstoffproduzenten dagegen ist es so etwas wie das Manna, das vom Himmel fällt. (kopp-verlag.de)

Geithner & Greenspan: Durchhalte-Parolen - US-Finanzminister Geithner: Neue Maßnahmen für Konjunktur notwendig. Neuer Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit wichtig. Greenspan: Neue Talfahrt am US-Immobilienmarkt möglich. (mmnews.de)

Geld macht Schule: wie unsere Kinder zum Thema »Geld« informiert werden - Das Bundesfinanzministerium hat scheinbar das Gefühl, den jungen Bürgern, der Zukunft unseres Landes, in Sachen Geld auf die Sprünge helfen zu müssen. Arbeitsblätter für Grundschulen, aber auch für die höheren Klassen werden kostenfrei zu allen möglichen Themen angeboten, Broschüren informieren die jungen Leute über den richtigen Umgang mit Geld und möchten grundsätzlich erklären, was Geld ist. (kopp-verlag.de)

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