Freitag, 7. August 2009

EV1 - Kein Platz für Alternativen

Im Grunde schon eine alte Geschichte, doch im Hinblick auf den Niedergang von General Motors sicher mit anderen Augen zu betrachten - der EV1.

Der US-Bundesstaat Kalifornien erliess 1990 ein Gesetz, das vorschrieb, bis zum Jahre 1998 müssten mindestens 2% aller neu zugelassenen Autos emissionsfrei sein (bis 2003 sollten 10% aller neu zugelassenen Autos emissionsfrei sein). Um diesen Gesetz zu entsprechen, entwickelte der sonst träge und so gar nicht innovative US-Autokonzern General Motors ein völlig neuartiges Elektrofahrzeug, das 1996 auf den Markt gebracht wurde. Der General Motors EV1 war ein zweisitziger, akku-elektrisch angetriebener PKW mit dem niedrigsten Strömungswiderstandskoeffizenten, der jemals bei Serienfahrzeugen erreicht wurde. Insgesamt wurden 1117 EV1 gebaut, von denen rund 800 an ausgewählte Kunden weitergegeben wurden. Darunter auch Prominente wie Tom Hanks und Mel Gibson. Die Fahrzeuge wurden allerdings nur verleast, kaufen durfte dieses Fahrzeug niemand. Die Verträge waren so abgeschlossen, dass GM nach 3 Jahren die Möglichkeit hatte, alle Fahrzeuge unter dem Vorwand, die Sicherheit wäre gefährdet, da die Ersatzteilproduktion nicht garantiert werden konnte, wieder einzuziehen und zu verschrotten. Der EV1 wurde eingestellt, da angeblich die Nachfrage zu gering und die Produktion nicht rentabel war ...

Interessant ist in jedem Fall ein kleines, fast unscheinbares Detail an der Geschichte des EV1. Die Firma Ovonics, die für die Produktion des NiMH-Akkus verantwortlich war und an der GM die Mehrheitsanteile besass, wurde an den Ölkonzern Texaco verkauft!

Der EV1 erreichte ansehliche Fahrleistungen. Er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h (abgeregelt) und beschleunigte von 0 auf 100 km/h in unter 9 Sekunden. Die Reichweite eines geladenen Akkus betrug angeblich rund 300 Kilometer. Es wurde auch problemlos einen Langstreckentest von rund 6000 km absolviert (Charge across America).

Selbst Kaufangebote von über 50.000 US-Dollar pro Fahrzeug hat der GM wieder und wieder zurückgewiesen.

Der EV1 hat demonstriert, wie schnell selbst die träge US-Autoindustrie eine neue alternative Antriebstechnologie auf den Markt bringen kann, wenn sie muss. Tausende wollten den EV1 kaufen und das Fahrzeug wurde innerhalb kürzester Zeit zum Kultauto. Trotz diesem Erfolg stoppte GM die Fertigung und forderte alle Fahrzeuge zur Verschrottung zurück. Nur Einzelstücke überlebten ohne Motoren als Ausstellungsstücke.

Ein wohl klassisches Beispiel, wo neue, effiziente Technologie einen bestehenden Markt zu einer ernsten Bedrohung werden liess. Das einfachste war, Teile der Patente, in diesem Fall die Akku-Technologie, aufzukaufen und in irgendwelchen Firmentresoren verschwinden zu lassen. Warum GM überhaupt zuliess, innovative und neuartige Technologie an einen Mineralölkonzern zu verkaufen und damit eins der revolutionärsten Autos frühzeitig vom Markt zu nehmen, diese zu verschrotten und die Technologie nicht weiterzuentwickeln, bleibt ein Rätsel. Vielleicht wäre die Geschichte des Monsterkonzerns ganz anders verlaufen, hätte man nicht auf spritfressende, überdimensionierte SUVs, Trucks und Limusinen gesetzt, die schlussendlich nicht mehr verkaufbar waren!





EV1 bei Wikipedia (de.wikipedia.org)
Wer brachte das Elektroauto EV1 um? (wattgehtab.com)

Video:
Who Killed The Electric Car -
Teil 1 / Teil 2 (youtube.com)



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