Dienstag, 7. Juli 2009

Kommt es zu Unruhen?

In einigen Ländern gärt es schon des Längerem, auch sind immer wieder kleinere Unruhen ausgebrochen, die den Unmut der Bevölkerung kund tun. Neben Griechenland, Frankreich und Island, formieren sich auch in China die ersten Unruhen gegen die Regierung.

Doch bisher ist im Grunde noch nichts passiert. Wir leben seit eineinhalb Jahren in einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, doch noch arbeiten die Systeme und noch sind keine Staaten bankrott gegangen.

Dort, wo es korrupte Regierungen gibt - wie in Griechenland - wächst der Volkszorn und dieser entlädt sich ... mehr oder weniger heftig. In jenen Ländern, die eine hohe Einwanderungsquote aufweisen, deren Einwanderer allerdings keine "Ausländer" im eigentlichen Sinne sind, sondern aus verschiedenen Kolonien ins Mutterland kommen, in der Hoffnung auf Arbeit und ein besseres Leben, stehen meist vor gewaltigen Problemen ... siehe Frankreich. Kaum Aussicht auf Arbeit, eingepfercht in ghettoartigen Stadtviertel mit Seinesgleichen, lässt ebenfalls den Zorn und die Verzweiflung hochkommen. Brennende Autos sind in Frankreich alltäglich, Unruhen, vor allem von arbeitslosen Jugendlichen ziemlich häufig. Wenn allerdings die Reierung eines Landes versagt hat, das Land selbst bankrott ist, dadurch die Arbeitslosigkeit und das Preisgefüge steigt, die Löhne fallen (oder durch steigenden Wechselkurs real an Wert verlieren) gehen die Menschen ebenfalls auf die Strasse ... siehe Island.

Doch, wie eingangs erwähnt, noch ist tatsächlich noch wenig passiert ... zumindest bei uns in Europa. Was passiert, wenn plötzlich den Menschen bewusst wird, dass sie seit geraumer Zeit einfach verarscht wurden? Wenn die Massenentlassungen beginnen, Kredite und Mieten nicht mehr leistbar sind, das Geld enorm entwertet wird, die Sparguthaben und Altersvorsorgen plötzlich wertlos sind, Engpässe in der Versorgung auftreten und die Politiker plötzlich in einer absolut neuen Rolle sich wiederfinden. Nicht mehr die grossen, ideologischen Reden halten, sondern zugeben müssen, dass man die Lage völlig falsch eingeschätzt hat und nun am Ende ist ...

Plötzlich wird das Wort Hunger eine völlig neue Bedeutung bekommen und jeder Einzelne wird auf Grund des Versagens der Staaten auf sich allein gestellt sein. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Staaten wie Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und die USA sich schon auf Unruhen vorbereiten. Sie trainieren und rüsten Militär und Polizei auf, schaffen vorsorglich Internierungslager und installieren die notwendige Infrastruktur zur Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung.

Hier offenbaren sich die Lügen der Politiker. Einerseits machen sie auf "baldigen Aufschwung" und "Krisenende", in Wahrheit rechnen sie mit sozialen Unruhen und Aufständen, denn sonst würden sie sich nicht entsprechend vorbereiten. Derzeit wird, nicht nur von den einzelnen Staaten, sondern auch von der EU versucht, die demokratischen Rechte jedes Einzelnen möglichst auszuhebeln und totalitäre Verhältnisse zu schaffen.

Die USA hat es nach 9/11 vorgemacht und den "patriot act" aus der Schublade geholt, der die Verfassung der Vereinigten Staaten weitgehend aussetzt und alle Rechte der Staatsgewalt überlässt. Der "patriot act" gilt übrigens noch immer!

Das heisst, es ist ab einem gewissen Zeitpunkt Schluss mit freier Meinungsäusserung, mit freier Information und auch mit freiem Denken. Die Staatsgewalt wird über alles gestellt. Konsequentes, schnelles und brutales Vorgehen darf erwartet werden, jeder Aufruhr sollte bereits im Keim erstickt werden. Loyalität ist kaum zu erwarten!

Sehen wir uns kurz China an. Kleinere Aufstände sind fast alltäglich, nun gärt es aber etwas stärker im Reich der Mitte. Nach einem unglaublichen Wirtschaftsaufschwung schliessen viele Fabriken, die Exporte brechen ein, die Arbeitslosen werden sprunghaft mehr, Sozialpläne oder -systeme gibt es nicht. Hinzu kommen jahrzehntelange nationale Spannungen ethnischer Gruppen, die autonom werden wollen. Der Aufstand am Wochenende wurde mit grossem Polizeiaufgebot bekämpft, fast 1.500 Verhaftungen vorgenommen, über 140 Tote werden gemeldet. China steckt ebenfalls in der weltweiten Krise fest, auch wenn sie die Höchsten Devisenreserven haben. Wenn produzierte Güter nicht mehr verkauft werden können, leidet die Wirtschaft. Noch kann - teilweise mit klassischen Methoden kommunistischer Regime - die Krise gedämpft bzw. mit gewaltigem Geldaufwand teilweise kompensiert werden. Doch auch die Volksrepublik China spürt die Krise und wird bei einem weltweiten Crash kaum ausgenommen bleiben. Das heisst, auch dort werden die Unruhen grösser und stärker.

Wenn die Welt den Zusammenbruch der Systeme erlebt, gehen die Unruhen erst richtig los. Wie ein Flächenbrand werden sie über ganze Kontinente rasen und alles erfassen. Wie weit die Staatsgewalt noch die Kraft und Stärke aufbringen wird, dies zu unterdrücken oder gar zu kontrollieren, kann kaum prognostiziert werden. Sicher ist, je mehr jetzt gelogen und beschwichtigt wird, sei es durch die Medien oder die Politik, desto stärker wird der Zorn und die Wut des gesamten Volkes ausfallen.

Überleg´ einmal, wenn ein Familienvater alles verliert, seinen Job, sein Vermögen, sein Haus, sein Auto, die Familie plötzlich nicht mehr ernähren kann, deshalb auch nichts mehr weiter verlieren kann, der geht auf die Strasse und wird um sein Recht und vor allem un seine Zukunft kämpfen! ... mit allen Mitteln!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Xinjiang: Der Hass entlädt sich auf der Straße (diepresse.com)
Zwangsverband China (derstandard.at)



Unruhige Zeiten – Die Einschläge kommen näher - DGB-Chef Michael Sommer hat seine Warnung vor schweren sozialen Unruhen, die er über Deutschland heraufziehen sieht, jetzt wiederholt. Und die Ereignisse der vergangenen Tage geben ihm Recht. (kopp-verlag.de)



Meldungen:



Finanzminister debattieren Kreditklemme (derstandard.at)
Sind Gold- und Silbermünzenbesitzer kriminell? (kopp-verlag.de)
Budgetkrise: Fitch stuft Kalifornien auf "BBB" ab (diepresse.com)
Spanien: die Betonburgherren (tagesspiegel.de)



Finanzexperte entdeckt US-Goldexporte im Rekordwert von 175 Mio. Unzen - Die USA exportierten innerhalb von zwei Jahren mehr Gold als weltweit produziert wurde: 22 Millionen Unzen an veredeltem Gold und mehr als 154 Millionen Unzen Mischgold in den Jahren 2007 und 2008. Das entspricht 62 Prozent der angeblich vorhandenen gesamten US-Goldvorräte und mehr als dem Vierzehnfachen der gesamten US-Goldminenförderung in diesen beiden Jahren zusammen genommen. Wo kam das ganze Gold her? (kopp-verlag.de)

Mit Deflation in den System-Crash? - Die weltweite Kreditklemme lässt die Wirtschaft weiter schrumpfen. Massenpleiten bei Firmen und Staaten sind programmiert. Inflations-Versuch der Zentralbanken vorerst gescheitert. Deflation wahrscheinlich. (mmnews.de)

Die nächste US-Wirtschaftskrise droht - Der amerikanische Schuldenberg wächst. Jeder einzelne US-Bürger hat umgerechnet allein durch den Staat rund 37.000 Dollar Schulden. (kurier.at)

Weltwirtschaftskrise, die nächste - Der Absturz der Weltwirtschaft nähert sich der dritten Phase. Nur die deutsche Regierung hält daran fest, dass alles gut wird, und setzt weiter auf ihre gescheiterte Export-Strategie. (ftd.de)

Benedikt XVI. fordert eine Zivilisierung der Wirtschaft - Absolut gesehen nimmt der weltweite Reichtum zu, doch die Ungleichheiten vergrößern sich - der Papst will eine solidarische Gestaltung der Globalisierung. (derstandard.at)

Die große Entwertung - Was sind US-Assets aktuell "wirklich" wert? Das, was "auf dem Papier" steht? Ganz gewiss nicht! Eine Reihe von US-Marktanalysten verwendet zur Beantwortung dieser Frage gerne Korrelationen diverser Indizes zum Goldpreis (Ratiocharts). Diese Analysten vertreten die These, Gold sei nicht einfach ein Metall unter anderen mit keiner großen Bedeutung in der Industrieproduktion und ohne "Rendite", sondern "Real Money", habe also quasi die Bedeutung einer globalen (Reserve-)Währung. Der permanente Anstieg des Goldpreises seit Anfang 2002 sei die Kehrseite des Verfalls beim USD Index bzw. habe diesen sogar überkompensiert, da auch die im Index enthaltenen Vergleichswährungen durch die massiven Geldmengenausweitungen der letzten Jahre erheblich an "innerem" Wert verloren hätten. Diese Sicht teile ich. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

189 Mrd. Euro an Goodwill - Das Handelsblatt glänzt mit einer echten Fleißarbeit. Zusammen mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) in Saarbrücken und der Unternehmensberatung Oliver Wyman wurden die Bilanzen von 133 deutschen Firmen, die im Dax, MDax, TecDax und SDax notieren, auf den Goodwill-Anteil analysiert. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

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1 Kommentar:

www.götzendämmerung.de hat gesagt…

hr habt Kollern im Leib, und sie haben Magendrücken; ihr habt Löcher in den Jacken, und sie haben warme Röcke; ihr habt Schwielen in den Fäusten, und sie haben Samthände. Ergo, ihr arbeitet, und sie tun nichts; ergo, ihr habt's erworben, und sie haben's gestohlen; ergo, wenn ihr von eurem gestohlnen Eigentum ein paar Heller wiederhaben wollt, müßt ihr huren und betteln; ergo, sie sind Spitzbuben, und man muß sie totschlagen!
Georg Büchner - Danton Tod

Man kann nur hoffen, dass einer Generation, der unlängst das Ende der Geschichte vorgegaukelt wurde, die im heiligen und poppigen Egoismus der 80er großgeworden ist, dass diese Menschen besonnen und klug genug sein werden drohende Konflikte weitgehend unblutig zu lösen.
Hoffen.......wie gesagt......