Montag, 27. Juli 2009

Kommende US-Zahlungsunfähigkeit?

Derzeit wird sowohl von Politikern wie auch Medien "weissgemalt". Die positiven Nachrichten überwiegen und nehmen der Krise weitgehend den Schrecken. Allgemeines Credo: Es geht bald wieder bergauf, die Krise ist abgewendet. Auch wenn man sich die Börsen ansieht, könnte man fast meinen, das Ärgste sei vorbei ...

Fast unerwähnt im Medien-Mainstream bleibt die Meldung, dass das US-Aussenministerium seine Botschaften weltweit angewiesen hat, einen Jahresetat US-Dollar in der jeweiligen Landeswährung aufzuschatzen. Als Vorsichtsmassnahme im Falle eines Dollarkollapses. Nicht eingetauscht werden allerdings Britische Pfund!

Im letzten halben Jahr hat die US-Notenbank verdeckt einigen größeren Zentralbanken eine halbe Billion US-Dollar zugeschoben, damit diese bei den wöchentlich stattfindenden Auktionen US-Staatsanleihen kaufen, welche in zunehmenden Maße vom internationalen Kapitalmarkt und den beiden Hauptaufkäufern der letzten Dekade (Japan/China) nicht mehr oder in abnehmendem Maße geordert worden sind. Über die Hälfte der jeweilig angebotenen US-Staatsanleihen wurden auf diese Weise „gekauft“ – und das bei einem täglichen Kreditbedarf der USA von 7 Milliarden Dollar. Allein nächste Woche kommen 235 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeit zur Versteigerung. (Der Dollar wurde von 14 Zentralbanken mit einer halben Billion gestützt - alles-schallundrauch.blogspot.com)

64 US-Banken gingen heuer schon bankrott. Einige weitere stehen kurz davor. Im Herbst werden weitere Wellen rosser Bankpleiten die USA erschüttern, da vor allem von Privaten und mittelständischen Unternehmen zunehmende Zahlungsausfälle zu erwarten sind. Einige grössere Banken werden ebenfalls betroffen sein.

Währendessen geht die "Casino-Zockerei" weiter. Die Risikobereitschaft der Banken hat unter der Finanzkrise offensichtlich nicht gelitten. Trotz Milliardenverluste und Staatshilfen. Durch die neuen Bilanzierungsregeln wird auch ein völlig falsches Bild der Bankenwelt vermittelt. Es lagert noch einiges an hochexplosiven "Finanzbomben" in den Tresoren. Es stellt sich nur die Frage, wann diese hochgehen.

Offensichtlich wird schon an dem Plan gearbeitet, die USA mittels einem Dollar-Crash zu entschulden. Ein verwegenes wie auch fatales Unterfangen, das auch ins Auge gehen kann (und auch wird!). Es scheint so, als wäre es schon längst beschlossen und wir fahren alle mit ... in den Abgrund.

Der Dollar-Kollaps hat schon eingesetzt, abwenden kann man diese bewusst inszenierte Entwicklung nicht mehr! Wie es ausgehen wird, kann nicht prognostiziert werden, zu viele Unbekannte und ein fehlender Präzedenzfall lassen keine Vorhersagen zu.

Leider klammert Europa noch an den Amerikanern und unterstützen somit ein sterbendes System. Zu sehr sind Wirtschaft und Banken miteinander verflochten, kollabiert der eine, reisst er den anderen mit.

Ob es Profiteure gibt, wenn der US-Dollar kollabiert, kann ebenfalls nicht vorausgesagt werden. Einige Länder, allen voran die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) werden ziemlich viel Vermögen verlieren (Dollarreserven & US-Staatsanleihen). Dazu kommt, dass das grösste Konsumerland der Welt ausfällt! ... und mit ihm auch Europa, vermutlich auch Australien. Der Rest der Welt kann diese Ausfälle bei weitem nicht kompensieren. Wie diese Länder mit diesem zu erwartenden Einbruch umgehen werden, wie die Bevölkerung reagiert, sei (vorerst) dahin gestellt. Wenn Russland keine Rohstoffe mehr verkaufen kann, in China die Fabriken still stehen, in Indien keine IT-Dienstleistungen mehr in Anspruch genommen werden und Südamerika auf seinen Obst- und Gemüseernten sitzen bleibt, entsteht ein enormes Unruhepotential.

Ich frage mich, wie die Eliten es schaffen, mit unglaublich hohen Geldmengen (sprich Volksvermögen) den Crash hinauszuzögern, weltweit zu manipulieren und die Medien trotz alldem hinter sich zu wissen. Wir bauen derzeit einen Schuldenberg auf, der NIEMALS rückzahlbar sein kann! Allein dieser impliziert einen gewaltigen Crash des Systems.

Ich zitiere eine deutsche Astrologin (Christiane Durer): Am 26.1.2009 um 8 Uhr 56 war der erste Neumond des Jahres 2009. Der erste Neumond zeigt die Jahresenergie an. Und die startet in diesem Jahr mit einem Aszendenten von 2° Fische was der Konstellation Saturn-Neptun entspricht, und das bedeutet den totalen Bankrott ...



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)







Meldungen:



Volksbank AG kündigt wieder Verlust an (kurier.at)
Kann sich die US-Wirtschaft erholen? (hintergrund.de)
Größte US-Bankenpleite 2009 droht: Guaranty Financial in Gefahr (finanzen.net)
US-Finanzminister Geithner: "Finanz-Regulierung noch heuer" (derstandard.at)
Hat Wall Street den Bogen überspannt? (zeitenwende.ch)
Hände weg von der Autoindustrie (handelsblatt.com)

Michael Winklers Pranger (michaelwinkler.de) ... temorärer Link



"Mehr Derivate führen zu mehr Instabilität" - Der Finanzmathematiker, Paul Wilmott, erklärt, warum er sich wenig von neuen Regulierungen erwartet. (derstandard.at)

Dubai: Finanzkrise löst Massen-Exodus aus - Wer in Dubai seine Schulden nicht bezahlen kann, wandert ins Gefängnis. Angesichts der Finanzkrise verlassen Tausende Hals über Kopf das Land. (kurier.at)

Kluge Schlüsse aus der Krise - Die komplexe Welt der Kreditderivate ist in das Visier von Politikern und Aufsichtsbehörden geraten. Zu Recht. Transparenz und Regulierung auf dem mehr als 26 Billionen Dollar schweren Markt für die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) sind bitter nötig. Nur so können die Schockwellen für das Weltfinanzsystem wie nach dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers gemildert werden. Dabei sind die CDS im Kern nichts Schlechtes, sondern ein sinnvolles Instrument, um Kreditrisiken abzusichern. Im Prinzip funktionieren sie wie eine Versicherung. Wer Anleihen gekauft oder Kredite an einen Schuldner vergeben hat, kann sich vor deren Ausfall via CDS schützen. Dafür zahlt er eine Prämie an den Versicherer. Wenn der zugrunde liegende Schuldner ausfällt, bekommt der Versicherte von der Gegenpartei den Schaden ersetzt. Akteure auf dem CDS-Markt sind vor allem Banken, gefolgt von Hedge-Fonds, Versicherern und Investmenthäusern. (handelsblatt.com)

Hypo Real Estate: Der Banken-Krimi - Sie sind Abgeordnete, sie sitzen im HRE-Untersuchungsausschuss. Stellen Fragen, lesen Akten. Und enthüllen so Stück für Stück: Gegenüber der Finanzindustrie ist der deutsche Staat schwach, desorganisiert und erpressbar. (zeit.de)

Kreditvergabe an Unternehmen schrumpft im Rekordtempo - Bittere Zeiten für Firmen in der Euro-Zone: Die Summe der Bankdarlehen an Unternehmen ist laut Zentralbank im Juni um 35 Milliarden Euro geschrumpft - der stärkste Rückgang seit Einführung der Statistik. Besonders knauserig sind private Institute und Landesbanken. (spiegel.de)

Warum das Konsumklima besser ist als die Realität - Deutschland kämpft mit der Rezession: Aufträge bleiben aus, Exporte brechen ein, bei vielen Menschen schrumpft wegen Kurzarbeit das Einkommen. Nur der private Verbrauch bleibt laut GfK stabil. Kann das sein? (spiegel.de)

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1 Kommentar:

simdartha hat gesagt…

jep, das wird eine spannende woche:

70 day CMBs, $30 billion (tomorrow)
13 week Bills, $32 billion (July 27th)
26 week Bills, $31 billion (July 27th)
52 week Bills, $27 billion (July 28th)
2 year Notes, $42 billion (July 28th)
5 year Notes, $39 billion (July 29th)
7 year Notes, $28 billion (July 30th)
19 year, 6 month TIPS (reopened), $6 billion (July 27th)

man sollte die zinsen auf us-bonds beachten:

http://markets.ft.com/markets/bonds.asp

wenn diese unter der woche nicht rasant hochrasseln, kauft wohl die fed - diesenfalls dürfte aber das volumen des limitierten aufkaufprogramms bald ausgeschöpft sein...