Dienstag, 14. Juli 2009

Der Mittelstand stirbt!

Eine gefährliche Entwicklung ist in den USA zu beobachten und leider auch in Europa kaum aufzuhalten. Der Mittelstand stirbt!

Klein- und Mittelunternehmen haben keine Lobbies, die Standesvertretungen versagen und Hilfe bleibt aus! Wie wir in den vergangenen Monaten erlebt haben, werden Banken und Konzerne mit Milliarden gestützt, auch wenn die Überlebensfähigkeit in Frage gestellt ist. Kaum ein Politiker traut es sich, Banken oder grosse Unternehmenin die Pleite zu schicken, denn irgendwann sind wieder Wahlen und viele Arbeitslose kosten Stimmen und Image.

Für den Mittelstand setzt sich kaum jemand ein und ausserdem sind durch die Milliarden-Bailouts kaum noch Geldmittel zur Verfügung. Von den Handels- und Wirtschaftskammern ist auch nur wenig Hilfe zu erwarten und die Kreditklemme der Banken erschwert Finanzierungen erheblich.

Viele Klein- und Mittelbetriebe stehen vor dem Aus. Das Schlimme an dieser Entwicklung ist allerdings, dass diese Unternehmen einen Grossteil der Steuerlast tragen. Wenn der Mittelstand stirbt, brechen die Steuerzahlungen ein, der Staat kann seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Hätte man in den USA nur einen Bruchteil der sogenannten Rettungsmilliarden (jetzt sind es schon Rettungsbillionen!) in den Mittelstand gesteckt, statt Banken, die ausschliesslich durch Managementfehler in Schieflage geraten sind, künstlich am Leben zu erhalten, hätte man auf langfristige Stabilisierung gesetzt. Mittlerweilen rollt eine gewaltige Insolvenzwelle über den Mittelstand in den Vereinigten Staaten, welche die solide Basis der Wirtschaft vernichtet!

Zu dieser gefährlichen Entwicklung kann es auch bei uns kommen! Vor allem Mittelbetriebe sind davon betroffen. Grössere Aufträge oder Vorhaben können kaum mehr angenommen oder durchgeführt werden, weil die Banken trotz staatlichen Milliardenzuschüssen aus Volksvermögen lieber weiterhin am Finanzmarkt zocken, in der Hoffnung noch schnell gross abzucashen, als die Wirtschaft mit frischem Geld in Form von Krediten zu versorgen, da mit den Zinsen kaum so viel zu verdienen ist und ihnen auch offensichtlich in der derzeitigen Situation das Risiko zu hoch erscheint.

Das heisst nicht, dass der Mittelstand nur durch mehr Kredit überlebensfähig ist, aber grössere Aufträge erfordern oftmals zusätzliche Investitionen oder kurzfristige Finanzierungen. Restriktive Kreditvergaben können den Mittelstand ausradieren. Vom Staat ist ebenfalls wenig zu erwarten, sind einerseits die administrativen Anforderungen zu hoch, andererseits verfügen grosse Unternehmen und Konzerne über mehr Einfluss und Druckmittel.

Zusätzlich zur Bedrohung der Klein- und Mittelbetriebe kommt, dass der Staat, oder besser gesagt, staatliche Stellen, überfallsartige Kontrollen durchführen und dadurch auch die letzten Schlupflöcher, die teilweise notwendig sind, aufdecken und abstrafen.

Die Abgabenlast wir immer höher und damit auch drückender. Viele weichen aus und gehen statt zum teuren Gewerbebetrieb, zum billigeren Pfuscher. Die Schattenwirtschaft boomt, die legale Wirtschaft stirbt einen langsamen, brutalen Tod. Erst dann, wenn die letzten Nahversorger und Handwerker den Bankrott anmelden oder zusperren, wird der Finanzminister das wirkliche Debakel erkennen. Doch dann kann es schon längst zu spät sein.

So sollte auch für die Bevölkerung durch Auftragsvergabe oder Konsum der heimische Klein- und Mittelstand gestützt werden. Wenn es nur mehr grosse Moloche multinationaler Konzerne gibt, egal wie die Krise ausgeht, haben wir nicht nur einen Teil unserer Identität verloren, sondern auch die gesunde Basis des Wirtschaftslebens.

Denn durch die zahllosen Klein- und Mittelbetriebe hat sich der solide Mittelstand etablieren können. Solange diese Menschen gutbezahlte Arbeit haben und nicht auf die Strasse gesetzt werden, solange geht es uns noch halbwegs gut, solange funktioniert der Konsum und damit auch die Wirtschaft. Durch Insolvenzen, Entlassungen und Arbeitslosigkeit vergrössert sich die Schere zwischen arm und reich. Stirbt der Mittelstand aus, stehen wir vor Problemen, die einfach nicht mehr bewältigbar sind. Ausserdem steigt die Möglichkeit von Unruhen und Aufständen enorm an!

Leider muss ich erkennen, dass dieser Trend nach den USA auch Deutschland zu erfassen beginnt ... was in Deutschland passiert, kommt auch zu uns. Früher oder später, denn unsere Politiker schätze ich zwar etwas konservativer und gemütlicher als die "zackigen" deutschen ein, aber sicher nicht intelligenter oder visionärer!



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Deutschland: Die Steuereinnahmen kollabieren
(handelsblatt.com)

Kreditriese wankt: US-Mittelstand zittert - Der US-Finanzierer CIT ist einer der wichtigsten Kreditgeber des US-Mittelstandes. Die Kreditwürdigkeit wurde auf Schrottniveau herabgestuft. Im Falle einer Pleite wären 300.000 Einzelhändler in ihrer Existenz bedroht. (diepresse.com)

Eine Million Mittelstandsfirmen in den USA bedroht - der größte amerikanische Mittelstandsfinanzierer CIT steckt in der Krise und droht die von ihm abhängigen Betriebe mitzureißen. CIT ist – bereits zum zweiten Mal – auf staatliche Gelder angewiesen und verhandelt derzeit mit den Behörden. Der Ausgang ist ungewiss: Die Kreditwürdigkeit von CIT liegt auf "Schrottniveau". (welt.de)



Meldungen:



Anleger flüchten aus Briten-Bonds
(ftd.de)
US-Haushaltsdefizit nähert sich 100-Milliarden-Grenze (handelsblatt.com)
Ohne Staatshilfe stünden die Maschinen still (handelsblatt.com)
Ausfallsrate bei japanischen Hypothekenkrediten auf Rekordhoch (boerse-go.de)
Yachtbauer haben Krise unterschätzt: total abgesoffen (sueddeutsche.de)

Ein weiter Weg (hartgeld.com)
Überlegungen zur Lebensmittelversorgung in Krisenzeiten - ein typisch österreichischer Weg (hartgeld.com)



1,086 Billionen Dollar Staatshaushaltsdefizit - Das heutige Monthly Treasury Statement, der Bericht zum US-Bundeshaushalt, zeigt auch für den Monat Juni 2009 ein explodierendes Staatshaushaltsdefizit an. Das Defizit aus Einnahmen und Ausgaben betrug im Juni -94,318 Mrd. Dollar, nach einem Überschuss von 33,547 Mrd. Dollar im Vorjahresmonat. Seit Beginn des Fiskaljahres am 1. Oktober 2008 haben sich in den ersten 9 Monaten -1,086263 Billionen Dollar Staatshaushaltsdefizit kumuliert. Weiterhin werden in den USA ungehemmt neue Staatsschulden aufgetürmt um die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise abzumildern. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

USA stoppt den offiziellen Goldmünzen Verkauf - Vorboten der sich nähernden Hyperinflation. Die Geschichte wiederhot sich immer wieder ... (be24.at)

Goldman Sachs: Software-Diebstahl offenbart Verwundbarkeit der Wall Street - Ein brisanter Kriminalfall sorgt an der Wall Street für Wirbel: Der Computerexperte Sergej A. soll bei Goldman Sachs eine Software gestohlen haben, mit der sich die Märkte weltweit manipulieren lassen. Der Mann streitet alles ab - doch der Datentransfer zeigt, wie gefährlich die Lücken im System sind. (spiegel.de)

Aus der Traum? – Florida in schwerem Krisensturm - Sonne, Sand, Senioren. So kennen wir den US-Bilderbuchstaat Florida. Doch die Weltwirtschaftskrise hat auch hier zugeschlagen – viel früher als anderswo sonst. Aber niemand hat es ernst genommen. (kopp-verlag.de)

Präsident Hu soll Attacke auf Rio Tinto befohlen haben - Ein Wirtschaftskrimi zieht immer weitere Kreise: Der australische "Sydney Morning Herald" berichtet, dass Chinas Präsident Hu die Ermittlungen gegen den britisch-australischen Konzern Rio Tinto persönlich angeordnet hat - die Zeitung sieht in Peking die Hardliner auf dem Vormarsch. (spiegel.de)

Goldman-Banker verkauften nach Staatshilfe massenhaft eigene Aktien - Washington half den Banken, die Banker nutzten die Gelegenheit und machten Kasse: Manager des Geldhauses Goldman Sachs haben nach Auszahlung der Hilfsmilliarden für die US-Finanzindustrie massiv eigene Aktien auf den Markt geworfen. Der Gesamterlös: rund 700 Millionen Dollar. (spiegel.de)

Wütende Arbeiter drohen mit Fabrik-Sprengung - In Frankreich drohen entlassene Arbeiter eines Zulieferers der Autokonzerne Renault und PSA Peugeot Citroën mit der Sprengung ihrer Fabrik. Sie fordern jeweils 30.000 Euro Abfindung. Andernfalls würden sie die Maschinenhallen in die Luft jagen. Gasflaschen hätten sie schon in die Fabrik gebracht. (welt.de)



Gefunden:



21 Economic Models explained with Cows (hartgeld.com)

SOCIALISM - You have 2 cows. You give one to your neighbour.

COMMUNISM - You have 2 cows. The State takes both and gives you some milk.

FASCISM - You have 2 cows. The State takes both and sells you some milk.

NAZISM - You have 2 cows. The State takes both and shoots you.

BUREAUCRATISM - You have 2 cows. The State takes both, shoots one, milks the other, and then throws the milk away...

TRADITIONAL CAPITALISM - You have two cows. You sell one and buy a bull. Your herd multiplies, and the economy grows. You sell them and retire on the income.

SURREALISM - You have two giraffes. The government requires you to take harmonica lessons.

AN AMERICAN CORPORATION - You have two cows. You sell one, and force the other to produce the milk of four cows. Later, you hire a consultant to analyse why the cow has dropped dead.

ENRON VENTURE CAPITALISM - You have two cows. You sell three of them to your publicly listed company, using letters of credit opened by your brother-in-law at the bank, then execute adebt/equity swap with an associated general offer so that you get all four cows back, with a tax exemption for five cows. The milk rights of the six cows are transferred via an intermediary to a Cayman Island Company secretly owned by the majority shareholder who sells the rights to all seven cows back to your listed company. The annual report says the company owns eight cows, with an option on one more. You sell one cow to buy a new president of the United States, leaving you with nine cows. No balance sheet provided with the release. The public then buys your bull.

A FRENCH CORPORATION - You have two cows. You go on strike, organise a riot, and block the roads, because you want three cows.

A JAPANESE CORPORATION - You have two cows. You redesign them so they are one-tenth the size of an ordinary cow and produce twenty times the milk. You then create a clever cow cartoon image called 'Cowkimon' and market it worldwide.

A GERMAN CORPORATION - You have two cows. You re-engineer them so they live for 100 years, eat once a month, and milk themselves.

AN ITALIAN CORPORATION - You have two cows, but you don't know where they are. You decide to have lunch.

A RUSSIAN CORPORATION - You have two cows. You count them and learn you have five cows. You count them again and learn you have 42 cows. You count them again and learn you have 2 cows. You stop counting cows and open another bottle of vodka.

A SWISS CORPORATION - You have 5000 cows. None of them belong to you. You charge the owners for storing them.

A CHINESE CORPORATION - You have two cows. You have 300 people milking them. You claim that you have full employment, and high bovine productivity. You arrest the newsman who reported the real situation.

AN INDIAN CORPORATION - You have two cows. You worship them.

A BRITISH CORPORATION - You have two cows. Both are mad.

AN IRAQI CORPORATION - Everyone thinks you have lots of cows. You tell them that you have none. No-one believes you, so they bomb the **** out of you and invade your country. You still have no cows, but at least now you are part of Democracy....

AN AUSTRALIAN CORPORATION - You have two cows. Business seems pretty good. You close the office and go for a few beers to celebrate.

A NEW ZEALAND CORPORATION - You have two cows. The one on the left looks very attractive.


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1 Kommentar:

Alexander Tetzlaf hat gesagt…

Die wirtschaftsfreundliche FDP ist tatsächlich die wirtschaftsfeindlichste Partei, die man sich vorstellen kann.

Insofern amüsiert mich, wie sie dabei helfen will, den Kapitalismus abzuwracken, und dass das Stimmvieh ihr vermutlich die Gelegenheit verschafft.

Eine Linke als Korrektiv wäre tatsächlich das am wenigsten Brauchbare, für ein kurzes Sterben des Schmarotzersystems.