Mittwoch, 15. Juli 2009

10 Millionen nach einem Desaster

Man glaubt es kaum, aber es ist wahr und wird schlussendlich dazu beitragen, dass der Zorn des Volkes auf die Eliten steigt. Noch dazu ist dies kein Einzelfall!

Der langjährige General Motors Chef Rick Wagoner geht ihn den Ruhestand und der eben noch pleite gegangene Automobilkonzern, der nur Dank Rettungsmilliarden (das ist Volksvermögen, was sonst) noch immer existiert, versüsst ihm die Pensionierung mit unglaublichen 10 Millionen US-Dollar!

Dafür, dass eine Reihe von Fehlentscheidungen und falscher Produktpalette das ehemalige Wirtschaftssymbol Amerikas und ehemals grösster Automobilkonzern der Welt in eine Mega-Pleite manövrierte, ein wahrlich fürstliches und stattliches Abschiedsgeschenk. Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass es sich um keine reine Abfertigung oder Bonuszahlung handelt, sondern der grösste Teil sind Pensionsvorauszahlungen für die nächsten 5 Jahre.

Doch immerhin, verlieren doch derzeit Tausende von Amerikanern ihre künftigen Pensionen, die nur einen Bruchteil von Wagoner´s Pensionsgeschenk ausmachen, weil entweder die Unternehmen Pleite gehen oder die Fonds insolvent werden.

Bedenkt man, dass dieser Spitzenmanager verantwortlich war, dass GM schlussendlich Gläubigerschutz beantragen musste. Egal ob falsch beraten, aus subjektiver Fehleinschätzung des Marktes oder aus Ignoranz, die Verantwortung liegt in jedem Fall beim Hierarchieobersten und das ist nun mal der CEO.

Er hätte das Unternehmen abspecken, erfolglose Marken verkaufen oder schliessen, neue Entwicklungen in Richtung kleinerer, sparsamerer Autos voran treiben und die nicht mehr zeitgemässe Produktpalette der Monster- und Musclecars straffen müssen. Eben das macht einen guten Manager aus, dass Markttrends und Marktentwicklungen schon lange vorher erkannt werden und das Unternehmen den zukünftigen, neuen Gegebenheiten rechtzeitig angepasst wird. Bei GM ist alles schief gegangen, was nur schief gehen kann und in einer der grössten Pleiten geendet, die es je gab. Dafür bekommt Rick Wagoner ein Geschenk vom Steuerzahler, vom amerikanischen Bürger, nachdem diese ihm sowieso schon Milliarden nachgeworfen haben. Ich würde verstehen, wenn die Amerikaner Schadenersatzzahlungen von ihm verlangen, aber nicht noch Millionen "hinten hinein schieben" ... auch wenn diese ihm vertraglich zustehen!

Diese Managerverträge sind eine Angelegenheit, die sowieso hinterfragt werden müssen. Meist sind Horden gewiefter Advokaten damit beschäftigt, ein Konvolut in Buchumfang zu konstruieren, das juristisch unangreifbar ist. Das heisst, auch wenn der Manger versagt, muss das Unternehmen zahlen. Ausser ihm ist ein strafbarer Tatbestand nachzuweisen ...

Darum werden auch viele vorzeitig aufgelöste Managerverträge mit hohen Abschlagszahlungen für die geschasten Manager versüsst. Nach dem Motto: auch wenn der Manager versagt, dann soll dieser wenigstens viel verdienen. Und wenn dabei das Unternehmen Schaden erleidet. Wird leider weltweit praktiziert!

Darin unterscheiden die Manager sich kaum von den Politikern, die immer auf die grosse Verantwortung, die sie tragen, hinweisen. Scheitern sie, dann besteht die Verantwortung höchstens in dem, dass sie ihr Amt zurück legen. Zahlen darf das Volk, die Steuerzahler!

Solange die Praktik nicht der Vergangenheit angehört, dass Manager, die versagt haben, nicht durch Pensionszahlungen, Boni, etc. profitieren, sondern dass dieses Geld verwendet wird, den Schaden, den sie - zumindest - mit angerichtet haben, zu einem kleinen Teil abzugegelt wird. Doch die Winkeladvokaten werden alles tun, das zu verhindern. Und die Unternehmen werden sagen, wir finden keine guten Manager, wenn das Gehalt oder das Honorar erfolgsorientiert ist und bei entsprechenden Versagen der Manger seine Ansprüche verliert ... so wie Tausende Mittelstandsamerikaner auch, die allerdings schuldlos!

Wie bei vielen Dingen, das System pervertiert sich selbst, schafft unantastbare Eliten, die sich die Millionen und Milliarden unter sich aufteilen, der Depp ist das Volk, das die Rechnung begleichen muss ...



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Ex-GM-Chef geht mit 10 Mio. $ in Pension (kurier.at)



Meldungen:



Die Republik hat sich verspekuliert (kurier.at)
AUA braucht bei Scheitern des Lufthansa-Deals eine Milliarde (derstandard.at)
China: Währungsreserven steigen auf 2,1 Billionen Dollar (diepresse.com)
CIT: Für die Rettung zu klein (handelsblatt.com)
Goldman-Banker bekommen Rekordbonus (handelsblatt.com)
In der Ukraine ruhen Bau und Bälle (derstandard.at)
Studie: die grosse Pleitewelle kommt erst noch (handelsblatt.com)



Börsen-Guru erwartet Hyperinflation - Vermögensverwalter Marc Faber erklärt im Interview, warum in den USA eine Hyperinflation droht, Staatseinfluss schädlich und Gold ein sicherer Hafen ist. (focus.de)

In den Augen der Banken sind wir Schafe - Hier sehen wir eine Werbung aus der Zeit vor der Finanzkrise der Pleitebank Royal Bank of Scotland, die jetzt zu 60 Prozent dem britischen Steurzahler gehört, nach dem sie mit 20 Milliarden Pfund gerettet wurde. Darin werden die Kunden von Banken als Schafe gezeigt, ja bildlich sind wir in ihren Augen dumme Schafe! (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Obama schickt Ex-»Goldman-Sachs«-Banker als Botschafter nach Berlin - Für den Wahlkampf von Barack Obama spendete er 627.000 Dollar. Zur Amtseinführung des neuen Präsidenten hatte er 100.000 Dollar übrig. Nun soll Philip Murphy, der 23 Jahre lang Karriere bei der US-Investmentbank »Goldman Sachs« machte, als Botschafter nach Berlin. (kopp-verlag.de)

Wann sind die USA bankrott? – Bereits 42 Bundesstaaten haben Haushaltsdefizite. Die Finanzen der US-Bundesstaaten versinken tiefer im Chaos: Immer mehr Arbeitslose und drastisch sinkende Steuereinnahmen zwingen zu dramatischen Kürzungen in den öffentlichen Haushalten. Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die USA vollends bankrott sind? (kopp-verlag.de)

US-Einzelhandelsumsätze leicht erholt - Die saisonbereinigten nominalen Einzelhandelsumsätze haben sich im Juni 2009 leicht positiv in den USA entwickelt. Wie das US-Handelsministerium heute mitteilte, stiegen die Retail and Food Services Sales im Juni um +0,6% zum Vormonat auf saisonbereinigte 342,138 Mrd. Dollar. Dies ist der größte Anstieg seit 5 Monaten! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

kostenloser Counter



1 Kommentar:

Weltkrise hat gesagt…

Die Hyperinflation 1923 und warum kein Crash kommen konnte!

http://blog.viciente.at/?p=1509 super erklärt alles.
Musste ca. 20 minuten lesen und überdenken :-)