Samstag, 20. Juni 2009

Sommerloch? ... nein, heuer nicht!

Heuer werden die Medien im Sommer keine Informationsflaute erleiden, so wie alle Jahre das "Sommerloch" genannt wird. Jene Zeit, wo unser Parlament im Urlaub ist, das Parteiengezänk infantil wird und auch sonst nicht viel passiert.

GEAB No. 36 ist erschienen und geht davon aus, dass in diesem Sommer drei Monsterwellen unser Wirtschaftliches Gefüge schwer treffen werden. Besonders arg wird sein, dass diese Monsterwellen nicht hintereinander kommen werden, sondern vermutlich ziemlich gleichzeitig. Ein verdammt heisser Sommer scheint damit garantiert zu sein!

Die drei Monsterwellen beschreibt GEAB als 1) Massenarbeitslosigkeit 2) Insolvenzen mit Dominoeffekten 3) die Agonie des Dollars, der US-Schatzbriefe, des britischen Pfunds und die Wiederkehr der Inflation.

Im Raum steht natürlich die berechtigte Befürchtung, dass zwei wichtige Träger des weltweiten Wirtsschafts- und Finanzsystems, die USA und Grossbritannien, Staatsbankrott erleiden könnten.

Ich war mit jenem Bankmanager, den ich im März nach langer Zeit wieder traf und damals über unser Gespräch schrieb (Sei wachsam, Holzauge!) heute morgen auf einen Kaffee.

Natürlich wollte ich wissen, wie er jetzt die Lage beurteilt, denn einige österreichische Banken benötigen wieder Staatskapital und amerikanische Banken machen anscheinend wieder Milliardengewinne und beginnen die Rettungsmilliarden zurück zu bezahlen ...

"Die Situation wird immer explosiver! Der Öffentlichkeit wird etwas vorgegaukelt, das überhaupt nicht der Realität entspricht. Osteuropa wird für die westeuropäischen Banken, auch für die österreichischen, ein Desaster, dessen Tragweite heute noch nicht absehbar ist. Aber nicht nur im Osteuropaproblem liegt gewaltige Explosivität, wir haben seit längerem einen Teufelskreislauf erricht, aus dem wir offensichtlich nicht herauskommen können. Bedingt durch die Wirtschaftskrise kommen immer mehr Unternehmen ins Trudeln, müssen Leute entlassen oder in Kurzarbeit schicken. Dadurch werden wir heuer noch mit Kreditausfällen konfroniert, die die eine oder andere Bank nicht überleben wird. Alle bisherigen Schätzungen werden permanent nach unten revidiert. Auch das wird ein Desaster! Dazu kommen noch eine dreistellige Milliardensumme, die amerikanische Papiere betrifft, in die österreichische Banken investiert haben und die nach internen Meinungen enorme Verluste bringen werden. Wenn unsere Kunden wüssten, was uns die nächsten Monate erwartet, würden sie alle Sparbücher auflösen und alles Bargeld abziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dafür sogar die Staatshaftung nicht ausreicht, ist hoch! Wir bekommen Probleme, die wir nicht mehr lösen können, es ist nur eine Frage der Zeit, bis alles kippt.
Derzeit vergleiche ich das globale Finanzsystem mit einer schon seit längerem insolventen Firma, die durch Bilanzfälschung und 'Loch-auf-Loch-zu'-Politik ein paar Wochen oder Monate gewinnt."

Wie glaubst du, wird der Sommer verlaufen?

"Das ist eine nicht sehr nette Frage, denn momentan kann täglich das Finale eingeläutet werden. Es wird so viel versteckt, unterdrückt, geheim gehalten und abgestritten, so dass man das gesamte Ausmass noch gar nicht abschätzen kann. Schau dir die amerikanischen Banken an. Die stellen eigene Bilanzierungsregeln auf, veröffentlichen somit bewusst falsche Zahlen und die Regierung hilft ihnen bei diesem Betrug tatkräftig. Es geht dann schnell, sobald eine dieser grossen Banken fällt. Das gesamte Finanzsystem ist derzeit zum Zerreissen gespannt. Ein grösserer Bankrott und all die Unwahrheiten und Betrügereien werden sich rächen. Ein guter Spiegel ist derzeit der Aktienmarkt, eine typische Crack-Up-Rallye. Jeder der es sich noch leisten kann, möchte die gewaltigen Verluste der Vergangenheit möglichst schnell aufholen und wieder ins Plus kommen. Die Aktien haben mit den Wirtschaftsdaten absolut nichts zu tun und sind teilweise weit überteuert und überschätzt. Doch hier machen die Banken, die diese Rallye finanzieren, kurzfristig enorme Gewinne ... bis der Einbruch kommt. Und der steht bevor. Der Aktienmarkt wird einbrechen wie nie zuvor! Das ist alles komplett überzogen und irreal. Doch es ist so viel Geld im Spiel, dass niemand aufhören kann und will. Jetzt wird noch ausgepresst - viele wissen, dass es wahrscheinlich für lange Zeit das letzte Mal sein wird. ... oder für immer! Ob das allerdings alles schon im Sommer passiert, kann ich nicht sagen. Aber es kann einfach nicht mehr lange so weitergehen!"

Was empfiehlst du angesichts der Situation?

"Gold und Silber, keine Papiere, egal welche, raus aus allen Versicherungen, möglichst keine Schulden und schauen, dass man überlebt!"


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



GEAB No. 36 ist angekommen (leap2020.eu)

Erste US-Grossbanken zahlen Staatshilfe zurück
(orf.at)
Börse: Es wird noch einen heftigeren Einbruch geben (diepresse.com)


Pimco-Chef erwartet heftige Kurseinbrüche - Mohamed El-Erian sah die Finanzkrise früh voraus. Nun rät der Mann mit Kultstatus Anlegern: "Wer unbedingt kaufen will, sollte nur Geld investieren, das er nicht für die Miete oder Ausbildung seiner Kinder braucht." (ftd.de)



Meldungen:



Goldgräber-Stimmung in Osteuropa (kurier.at)
Türkei: Ilisu-Staudamm finanziell ausgetrocknet (derstandard.at)
USA: 40. Bankenpleite dieses Jahr (mmnews.de)
Krise: US-Städten droht Abrissbirne (mmnews.de)
Kalifornien steht kurz vor dem Staatsbankrott (netzeitung.de)

Die Krise nährt die Krise (hartgeld.com)



Metamorphosen - Der deutsche Auslandsgeheimdienst sagt massive Verschiebungen im globalen Mächtegefüge voraus und verlangt "eine geostrategische Debatte in Deutschland". Der Zusammenbruch der westlichen Volkswirtschaften, dessen Ende bislang nicht absehbar ist, könne den Aufstieg Chinas sowie den Abstieg des langjährigen Hauptverbündeten der Bundesrepublik, der Vereinigten Staaten, dramatisch beschleunigen, heißt es in einer vertraulichen BND-Studie. (german-foreign-policy.com)

Die Kriege kosten den Amerikanern bisher 1 Billion Dollar - Der US-Senat stimmte am Donnerstag mit 91 gegen 5 Stimmen für das 106 Milliarden Dollar umfassende Gesetz zur Finanzierung der Kriege in Afghanistan und Irak, welches bereits vom Repräsentantenhaus am Mittwoch mit 226 gegen 202 Stimmen verabschiedet wurde. Damit kostet dem amerikanischen Steuerzahler der "Krieg gegen den Terror", den die USA seit 8 Jahren führt, fast 1 Billion Dollar (1000 Milliarden). (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Inflationieren ODER Sterben? Oder beides? Ganz gleich wie stark die US-Notenbank inflationiert - die Wirtschaft wird am Ende sterben. Entweder wird es einen "Tod" durch Hyperinflation oder einen "Tod" durch eine deflationäre Implosion geben. (mmnews.de)

Rekordarbeitslosigkeit in 8 US-Bundesstaaten - Das Bureau of Labor Satistics (BLS) veröffentlichte gestern den Bericht über die Daten der Arbeitslosigkeit in den einzelnen US-Bundesstaaten und den Großraumregionen (Regional and State Employment and Unemployment (Monthly)) für den Monat Mai 2009. In 48 Bundesstaaten inkl. dem District of Columbia stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat. Nur in Nebraska ging sie leicht um -0,1% zurück und in Vermont stagnierte die Rate. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Die Kriminellen überwachen die Kriminellen - Was Obama jetzt beschlossen hat, der amerikanischen Notenbank Fed die Macht als oberste Aufsichtsbehörde über das gesamte Finanzsystem zu geben, ist der absolute Beweis, er ist eine Marionette der Finanzmafia. Damit wird der Bock zum Gärtner gemacht. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Milliarden-Anleihen entpuppen sich als Fälschung - Die Summe war zu hoch, um wahr zu sein: Der Fund von US-Staatanleihen im Wert von 134 Milliarden Dollar hat sich als Fälschung herausgestellt. Das teilte das US-Finanzministerium mit - nachdem es Fotos der angeblichen Staatspapiere gesehen hat. (spiegel.de)

Gold besser als Aktien - Der Goldpreis werde sich in den kommenden neun bis zwölf Monaten besser entwickeln, als Aktien. Das meint Adrian Day, anerkannter britischer Rohstoff-Experte und President von Adrian Day Management. (mmnews.de)

Abschwung, Wende und Aufschwung in einem - Ist das Ärgste überstanden, wie manche Politiker weismachen wollen, oder steht das Schlimmste noch bevor? Es kommt darauf an, von was man spricht. Von Finanz- oder Realwirtschaft oder den Erwartungen. (derstandard.at)

Schweizer Großbanken droht Zerschlagung - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat sich besorgt über den Zustand der Großbanken in der Alpenrepublik geäußert. Auch nach der mit einer Milliarden-Staatshilfe behobenen Schieflage der Großbank UBS bleibe die Lage für die Geldinstitute schwierig. Die Währungshüter sprachen von beträchtlichen Risiken und fordern Gegenmaßnahmen. (handelsblatt.com)

Die grosse Ernüchterung - Die Wahl Obamas und die Finanzkrise haben die Hoffnung geweckt, dass sich vieles ändern wird. Doch ein halbes Jahr später ist die Ernüchterung gross. Viel mehr als zahnlose Papiertiger und populistische Phrasendrescherei hat uns die Aufarbeitung der vergangenen Jahre nicht beschert. Doch wer etwas anderes erwartet hat, der kennt die Mechanismen nicht. Michael Lewis, der ehemalige Salomon-Händler und Buchautor, nennt die Dinge beim Namen. (zeitenwende.ch)



Tipp für heute abend:


Friedrich Gamerith - GUMMIBÄREN LÜGEN NICHT - Das Kabarett zur Finanzkrise – Damit Sie heute schon erfahren, was morgen auf Sie zukommt ...
20.Juni, 20:00 h - Stainzerhof Messner Grazer Straße in Stainz (gamerith.net)



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