Mittwoch, 10. Juni 2009

Die Vergänglichkeit ...

Unsere Welt ist vergänglich. Zeig mir eine Zivilisation, ein Volk, einen Staat, der nicht vergänglich war. Alle sind sie gegangen, so gross sie auch waren, so mächtig sie auch waren. Mit uns Menschen ist es dasselbe, wir sind vergänglich. Das einzige, was sicher ist, wenn wir geboren werden, ist unser Tod. Wir wissen nicht wie, wir wissen nicht wann, wir wissen nur, dass er kommen wird. Auch unser System, von uns Menschen aufgebaut, muss demnach vergänglich sein. Sei es die Dekandenz, die Gier oder die Unmässigkeit, die der Tod dieses Systems ist (oder alle drei zusammen!).

Wir sind am Ende angelangt, glauben es nicht und wissen nicht, ob wir trauern sollen, oder uns einfach freuen. Denn mit diesem System fällt eine gewaltige Last von uns, die Last des Funktionieren müssen, des Gefallen müssen, des Unterdrückt sein. Wir haben uns dieses System ausgesucht, den mächtigen Spielleitern alle Freiheiten gegeben, sind benutzt worden, wurden indoktriniert, haben Freiheiten gegen Süchte eingetauscht, wurden belogen und mit Illusionen zwangsbeglückt ... und trauern jetzt?
Vielleicht fängt jetzt erst das an, was wir "Freiheit" nennen. Es ist nicht das Urlauben in Clubs rund um den Erdball, es ist nicht die wöchentliche Ausfahrt mit Familie ... Freiheit ist jenes Gefühl im Kopf, das plötzlich keine Zwänge und keinen Druck mehr kennt. Geistig durchatmen, egal wo man ist, egal neben wem man steht. Frei denken zu können, ohne irgendwelche Glaubenssätze und traditionelle Muster als Hemmschuh zu haben.

Bist Du jemals auf einen Berggipfel gestanden? Die Welt unter Deinen Füssen gehabt? Ganz oben, auf der Spitze, wo man das Gefühl hat, die ganze Welt erobert zu haben. Wo die Anstrengung, der Schweiss, die Schmerzen plötzlich verflogen sind. Wo dir ein Stück Brot und ein Apfel vorkommen, als wäre es das beste 5-Sterne-Menü. Das ist Freiheit! Das ist das Gefühl eines kleinen Stückchens Freiheit ...


Doch sobald Du wieder herunten im Tal bist, die Bergschuhe im Kofferraum Deines Mercedes verstaust, dich unter die Dusche stellst, um dann an der Hotelbar in Deinem Markenleibchen, Deinen Markensneakers und Deiner sündteuren Uhr am Handgelenk wieder zu brillieren, ist dieses Gefühl der Freiheit schon lange wieder verschwunden und Du hast Dich in Deiner Welt voller Zwänge wieder gefunden.


Würden wir die Vergänglichkeit allen Seins als Geschenk annehmen, damit auch die Freiheit der Veränderung Platz hat in unserem Denken, hätten wir es leichter. Doch Wohlstand, Reichtum und Bequemlichkeit aufzugeben, war noch nie des Menschenkindes Stärke. Mit Gewalt musste es den Verlust hinnehmen. Auch diesmal wird es nicht anders sein. Je mehr materieller Verlust möglich ist, umso mehr klammern wir an diesem System. Auch wenn es schon längst im Koma liegt und wir genau wissen, dass es krepiert. Trotzdem versuchen wir etwas irgendwie am Leben zu erhalten, das schon lange sterben möchte.


Stell dir vor, so wie am Berggipfel, wenn alle Schranken offen sind, keine Barrieren dich hindern, wenn die geistige Freiheit plötzlich möglich ist, welche enorme Kraft an Kreativität, Fantasie und Schöpfungskraft frei werden kann. Wenn kein Konzern, kein Staat deine Gedanken kauft, wenn keine Obrigkeit dich hindert und kein Chef dich auslacht ... Ein gigantischer Entwicklungsschub könnte Wirklichkeit werden und die Welt radikal verändern.

Dafür ist die Krise da, um uns von jenem System zu befreien, in dem wir nur Gefangene unserer eigenen Manien und Süchte sind, Sklaven einer höheren Elite, die durch uns so unvorstellbar reich und mächtig wurde, um uns alle zu blenden und auszunutzen.


Natürlich, auch das neue System wird vergänglich sein ... so wie alles auf dieser Welt. Doch wenn wir es wissen und akzeptieren, dann können wir auch damit umgehen, wenn es wieder einmal, so wie schon sehr oft in der Vergangenheit, stirbt, und wiederum ein neues System seinen Platz einnimmt.
Freuen wir uns, dass wir in eine Zeit geboren wurden, um so einen Wechsel miterleben zu können. Und dass wir es sind, deren Erfahrung und gestalterische, sowie kreative Fähigkeiten beitragen können, dass das neue System ein besseres, ein menschenwürdigeres, ein gerechteres sein werden wird.

Jedes Ende impliziert einen neuen Anfang. Lassen wir los, bringen wir´s zu Ende und beginnen wir etwas komplett Neues. Lassen wir endlich das sterben, das ohnehin todgeweiht ist. Und weinen wir der Vergangenheit nicht nach, was kommt, wird garantiert besser sein! ...



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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1 Kommentar:

rez hat gesagt…

super blog ;) ... mit themen die echt zum nachdenken anregen. bleib am ball - weiter so. beste grüße RuZw