Freitag, 26. Juni 2009

Die Relativität von Prognosen & Voraussagungen

Die Zukunft vorauszusagen, auch die nahe Zukunft, ist schwer. Nicht unmöglich, doch schwer. Denn es spielen sehr, sehr viele Faktoren mit, die allerdings stets einen relativen Wert haben. Die Schemata, in denen sich Dinge entwickeln, ändern sich laufend.

Das heisst, die Zukunft, egal ob es sich um die nahe oder ferne Zukunft handelt, kann wahrscheinlich sein, kann vielleicht sein, ist aber niemals sicher und deswegen nicht absolut.

Kleines Beispiel: Versuch selbst, deinen morgigen Tag vorauszusagen. Du weisst, was du machen oder unternehmen wirst, doch dann können "Kleinigkeiten" passieren, die alles "Geplante" über den Haufen werfen und der Tag wird gänzlich anders, als du prognostiziert hast. Obwohl, die Wahrscheinlichkeit ist trotzdem sehr hoch, dass deine Planung bzw. Prognose stimmt ... doch dann kommt ein Anruf oder ein Freund der plötzlich deine Hilfe braucht , oder es kommt überraschender Weise die Schwiegermutter zu Besuch - und alles ist anders.

Ebenso kann die Krise bzw. der zu erwartende Crash als solches nicht detailliert vorausgesagt werden. Man kann von Wahrscheinlichkeiten ausgehen, aber nicht von absoluten, unumstösslichen Voraussagen.

Dass sich die derzeitige Krise zu einem weltweiten Crash, einem Zusammenbruch und der Auflösung aller Strukturen und Werte entwickelt, ist wahrscheinlich. Doch es können plötzlich Wendungen und zusätzliche Faktoren dieses wahrscheinliche Szenario kippen. Irgendwer findet einen (versteckten) Ausgang, eine bisher nicht gedachte Möglichkeit, diesen Abwärtsstrudel zu stoppen und plötzlich ist alles anders, es geht wieder bergauf, die Krise ist vorüber und der Crash nicht eingetroffen. Zwar eine geringe Wahrscheinlichkeit, doch trotzdem möglich ...

Es ist Vorsicht geboten, vor allem hinsichtlich Zeitangaben und Bewertungen. Doch wir sind Menschen und spielen diese Szenarien durch, legen sie auf die Waagschale und unsere subjektive Meinung und Einstellung ist ausschlaggebend, welche Prognose wir annehmen und glauben.

Sehr viele sogenannte Prognose stehen allerdings ohne begleitende Argumentation im Raum. Jetzt vor allem die positiven Voraussagen, wann definitiv der Aufschwung wieder kommen wird ... etc.

Dabei darf ich daran erinnern, dass bisher fast alle Politker, Ökonomen, Bankfachleute, Wirtschaftsexperten und Trendforscher mit ihren Prognosen weit daneben gelegen sind. Ein gutes Beispiel sind die ständig nach unten revidierten Konjunkturprognosen ...

Mittlerweile zeichnen nur mehr Politker und Realitätsverweigerer ein Krisen-Ende-Bild. Die anderen werden immer düsterer und teilweise auch brutaler in ihren Prognosen.

Was tatsächlich eintreffen wird, werden wir in absehbarer Zeit erleben bzw. erfahren. Kommt es zum Systemzusammenbruch? Kann der sprichwörtliche "Last Exit" gefunden werden? Steuern wir in einem grossen Plan auf die totalitäre Eine-Welt-Regierung zu? Sind die Tage des US-Dollars bzw. des Euro gezählt? Kommen Volksaufstände und Revolten?

Im Grunde alles schöne oder schlimme Aussichten, jeweils in der subjektiven Sichtweise des Betrachters. Ich nehme mich dabei gar nicht aus! Jeder hat seine Meinung und jede Meinung hat ihre Berechtigung! Und die höchste Wahrscheinlichkeit ist nichtig, wenn es trotzdem anders kommt. Derzeit hat die Krise bzw. der herannahende Crash eine Eigendynamik bekommen, die (fast) nicht mehr beeinflussbar ist. Doch vielleicht ergibt sich dadurch die Lösung. Ausgeschlossen ist nichts, weder ein brutaler noch ein sanfter Ausgang. Sicher ist nur eines, es wird sich vieles ändern! Das wahrscheinlich Einzige, das prognostizierbar ist! Denn wir befinden uns in einer immerwährenden Weiterentwicklung ...

Lasst es auf euch zukommen. Überlegt, was für euch das EIGENE Worst-Case-Szenario sein kann und bereitet euch darauf vor! Vertraut nicht irgendwelchen Internetseiten, Blogs oder sonstigen Medien, sondern informiert euch umfassend, analysiert selbst und handelt nach eurer Intuition, eurem Verstand und eurem Ermessen.

Blind in eine Richtung zu sehen, auch wenn diese die eines hochverehrten, hochdekorierten und geschätzten "Weiss-Ich-Was-Experten" ist einseitig und gefährlich.



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Ein fast bilderbuchartiges Beispiel ist heute im Kurier erschienen: Der Aufschwung kommt 2010 ... ohne Argumentation, ohne Erklärung, eine etwas dürftige, karge Feststellung ohne jeglicher Relevanz, ausser wieder einmal irgendwelche Experten (Wer kann mir sagen was Konjunkturexperten sind?) eine vage Schätzung eingehen und diese auch abgedruckt wird!! ... inklusive Konjunkturprognosegrafik!!!



Meldungen:



Faymann gegen Mehrwertsteuererhöhung (derstandard.at)
Ein Hochstapler namens Republik Österreich (diepresse.com)
Fremdwährungskredite vor dem Aus (derstandard.at)
Detroits letzter Cadillac-Händler vor dem Aus (kurier.at)
US-Jobkrise verschärft sich (handelsblatt.com)
Sag´ dem Dollar leise Servus (t-online.de)
Die Lokführer der Weltwirtschaft (derstandard.at)

Business-Jets zu Schnäppchenpreisen (handelsblatt.com)



Die deutsche Bundesregierung erwartet Unruhen und spricht von kommenden "erheblichen Verteilungskonflikten" - Vor wenigen Wochen noch hat die Bundesregierung die von DGB-Chef Sommer und der Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan prognostizierten "sozialen Unruhen" als angeblichen "Unsinn" zurückgewiesen. Nun spricht sie selbst von erwarteten "erheblichen Verteilungskonflikten". (kopp-verlag.de)

EZB-Volkswirt warnt vor Serie von Finanzkrisen - Warnung an die Staaten im Euroraum: Der Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, befürchtet ein Ausufern der Staatsverschuldung. Spätestens 2011 müssten die Länder dringend die Bremse ziehen. Andernfalls drohe eine Serie von Krisen. Viele Staaten haben sich verschuldet, um die Finanzkrise zu bekämpfen. (welt.de)

Rotes Licht, trübe Zeiten - Kunden bleiben aus – oder wollen feilschen: Das Geschäft mit der Prostitution läuft schlecht in Deutschland. Die Wirtschaftskrise erreicht Bordelle, Huren und Zuhälter. Sie reagieren darauf. Mit Rabattschlachten. (tagesspiegel.de)

Bernanke hält sich für "höchst integer" - Fed-Chef Bernanke nimmt vor dem Kongress Stellung zu seiner Rolle bei der Fusion von Bank of America und Merrill Lynch. Republikaner wollen ihn loswerden, Demokraten verteidigen ihn. Der Notenbankchef kämpft - und weist alles von sich. (ftd.de)

Der Irrweg des Schuldenpräsidenten - Barack Obama will die Wirtschaft stimulieren und beschleunigt so Amerikas Abstieg. Die benötigten Milliarden werden nicht geliehen, sondern gedruckt. Kanzlerin Merkel sollte bei ihrem Washington-Besuch das tun, was Vorgänger Schröder im Irak-Krieg getan hat: Nein zum Irrweg der US-Regierung sagen. (spiegel.de)

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1 Kommentar:

ludo hat gesagt…

Die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Schritt nicht in ein blutiges Chaos, in gewaltsame Unterdrückung und Versklavung führt, steigt mit der Menge an weitergegebener Information. Ich bin der festen Überzeugung, dass es so etwas wie kolletives Unterbewußtsein und auch ein kollektives Bewußtsein gibt, dass, wenn es sich entsprechend ausbildet zu verhindern weiß, dass der Mensch lediglich als ein Faktor in einem funktionalem System gesehen wird.