Freitag, 5. Juni 2009

... die Krise zündet den Turbo!

Seit Tagen kratzt der Goldkurs an der 1.000 $-Dollar Marke, immer wieder wird er doch noch erfolgreich gedrückt. Wie lange noch? Ebenso macht der €uro/$ollar-Kurs derzeit einen herrlichen Auf-Ab-Slalom, die Tendenz geht allerdings recht eindeutig zum €uro - das heisst, der Dollar fällt (kein Wunder!). Sogar der amerikanische Notenbankchef Bernanke warnte die US-Regierung, nicht noch mehr Geld in Umlauf zu bringen. Wenn solche Warnung offiziell ausgesprochen wird, dann brennt in der Regel schon der Hut. Ausserdem schreiben immer mehr Medien von einer drohenden Hyperinflation a la Simbabwe. Das ist sehr wahrscheinlich, allerdings nicht nur im Dollarraum ...

In China versicherte der amerikanische Finanzminister, dass der US-Dollar sicher sei, denn die Regierung geht sehr vorsichtig damit um. Ob ihm die Chinesen diese unverschämte Lüge auch glauben, steht nirgends geschrieben.

Und Obama selbst versucht den Riss zwischen Amerika und dem Islam zu kitten. Nach dieser hervorragenden Rede sollten nun Taten folgen ...

Wie steht es mit euch, liebe Freunde, habt ihr euch schon vorbereitet? Ich habe das Gefühl, wir sind in den letzten Akt der Krise eingetreten. Das Finale hat begonnen! Auch wenn viele gerade jetzt eine Entspannung sehen. Nein, Entspannung ist nicht zu sehen, sondern eine Verschärfung, die Krise zündet den Turbo!

Gerade in der Bankenlandschaft ist die der Aussage der Entspannung ein wenig mit Vorsicht zu geniessen, denn es sind nicht nur Schrottpapiere, die den Banken Verluste bescheren, sondern auch die kommenden Kreditausfälle von Unternehmen und Private. In diesem Bereich ist noch enormes Potential zu erwarten, das natürlich mit den ebenfalls zu erwartenden Massenentlassungen einhergeht. Wie lange der Staat überhaupt noch für Kurzarbeit (ist staatlich gefördert) und "Arbeitslosenhonorar" aufkommen kann, ist eine wichige Frage.

Die Krise in Osteuropa meldet sich trotz EU-Milliarden auch wieder. Lettland konnte keine Staatsanleihen mehr verkaufen und steht am Abgrund. In Rumänien und Bulgarien wird die Lage immer prekärer, die Ukraine ist eigentlich schon zahlungsunfähig. Auch am Balkan spitzt sich die Situation zu, betroffen sind vor allem Serbien und Bosnien.

Jedenfalls braucht offensichtlich auch der Staat Österreich dringenst Geld, denn sonst würde er nicht überfallsartig Betriebe überprüfen. Zu einer möglichst "günstigen Zeit", nämlich dann, wenn der grösste Stress ist, fallen sie ein. Vom Finanzer über die Fremdenpolizei bis hin zum Arbeitsrechtler und Vertreter der BH. Die Angestellten werden ausgepresst wie Verbrecher und kontrolliert wird rigoros. Dabei vergessen sie, dass die Klein- und Mittelunternehmen im Grunde den Staat finanzieren. Die Grossen haben sowieso ihre Schlupflöcher und versteuern kaum Gewinne. Allerdings jetzt, wo bei vielen das Gebälk kracht, möchten sie die Hand aufhalten und den Staat (bzw. das Volksvermögen) anzapfen - nachdem sie trotz Förderungen, Subventionen und Steuererleichterungen in Schieflage geraten sind. Die kleinen haben weder die Möglichkeiten, noch die Aussichten wie die Grossen. Auch jetzt, wo der Staat dringenst Geld braucht, quetscht man erst die Kleinen aus, danach werden die Privaten dran kommen ... denn die Grossen drohen gleich mit Werksschliessungen, Entlassungen und Umzug.

Aber zuerst ist wahrscheinlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten dran. Die "unbegrenzte Geldproduktions-Politik" rächt sich, die Zeichen (Indikatoren) stehen auf Alarm! Es ist fast unwahrscheinlich, den Niedergang noch aufhalten zu können. Ein neues Problem von enormer Tragweite könnte entstehen, weil einige Staaten, darunter Deutschland, ihre Goldreserven, die sie in den USA gelagert haben, zurück fordern. Es geht um einige Tausend Tonnen, die möglicherweise gar nicht mehr vorhanden sind ... in jedem Fall wird diese Goldrückführung den US-Dollar weiter schwächen und eventuell den Goldpreis expoldieren lassen.

Die USA gibt weiterhin pro Jahr weit über 400 Milliarden Dollar für ihren Militärapparat aus, um den selbsternannten Weltpolizist zu spielen (das heisst, andere Länder zu terrorisieren). Doch dringender wird in den eigenen Bundesstaaten Geld gebraucht. Einige stehen kurz vor dem Bankrott. A. Schwarzenegger hat laut Hilferuf an die Regierung noch knapp zwei Wochen die Mittel, um die bundesstaatliche Struktur Kaliforniens aufrecht zu erhalten. Spätestens dann muss das 5. grösste Wirtschaftsland der Welt einschneidende Massnahmen treffen, das heisst den Beamtenapparat abzubauen, die Ausgaben drastisch kürzen, was natürlich auch Bildung, Sozialwesen und Verwaltung betrifft. Dabei stellt sich die Frage, warum die US-Army noch immer mit über 70.000 Mann in Deutschland vertreten ist ... nachdem die Sowjets, Engländer und Franzosen als Besatzungsmächte abgezogen sind.

Natürlich ist ein weltweites Beben am Währungs- und Finanzsektor zu erwarten, wenn der Dollar kollabiert. Wird der €uro ebenfalls in die Tiefe mitgerissen? Oder verbleibt noch ein wenig Zeit? Die Verflechtungen der Banken und der Wirtschaftswelt mit US-Amerika sind gefährlich eng. Im Besonderen grosse Institute, wie die Deutsche Bank, werden durch einen Dollarverfall grösste Probleme bekommen. Und wenn die Deutsche Bank in Schieflage gerät, kann Deutschland nur noch beten ...

Wie sieht es sonst in der EU aus? Grossbritannien wird heuer noch um Staatshilfe beim IWF und der EU ansuchen. Politisch und finanziell ist die Insel am Ende, Browns Tage gezählt. Weitere Kreditausfälle im Osten, insbesondere in Russland könnten bereits kurzfristig zum Kollaps führen. Irland, das einstige EU-Wirtschaftswunder, ist bereits auf Hilfe von aussen angewiesen. Die Wirtschaft befindet sich im freien Fall, die Arbeitslosigkeit steigt gewaltig. Italien hält sich, wen wundert es, mit blühenden Reden des verurteilten Wirtschaftsverbrechers, Premierministers und ewigen Jüngling Berlusconi über Wasser, aber wie lange kann er noch blenden? Einziger wirklich funktionierender Wirtschaftszweig ist die gut organisierte Mafia. In Spanien werden zwar Fussballer um Irrsinnsgagen eingekauft, die Immobilienkrise breitet ich mit rasender Geschwindigkeit aus und die spanischen Grossbanken haben dadurch grösste Liquiditätsprobleme. Spanien hat in einigen Regionen eine Arbeitslosigkeit von über 20%. Der Tourismus, eine der Haupteinnahmequellen, ist stark rückläufig. Vor allem die Briten fallen aus. Portugal hat ähnliche Probleme wie Spanien. Und Griechenland kämpft in einem Sumpf von Korruption und politischer Unfähigkeit schon des längerem ums Überleben. Der starke Rückgang im Tourismus und die Massenproteste heizen die Lage an. Und Frankreichs kleiner Mann Sarkozy kämpft ebenfalls mit sozialen Unruhen und desaströsen Wirtschaftsdaten. Noch funktionieren die einzelnen EU-Staaten dank einger weniger Staaten, die (noch) keine grösseren Probleme haben. Dazu gehört Österreich ... noch.

Österreich steht im internationalen Vergleich verdammt gut da. Doch die sich wieder verschärfende Krise in Osteuropa kann, wie schon oft kolportiert, der Sargnagel der Alpenrepublik werden. Und Österreich hängt wirtschaftlich traditionell eng am grossen Bruder Deutschland. Fällt Deutschland, so fällt auch Österreich ... mit oder ohne Osteuropacrash.

Ich denke, egal wie schnell sich der Niedergang der USA entwickelt, Deutschland wird noch bis zu den Wahlen im September halten, doch spätestens dann gehen wir gemeinsam "über den Jordan"! Über Nacht (oderüber ein Wochenende wird das Finale eingeläutet. (Montag) morgens heisst es dann: Rien ne va plus! (... nichts geht mehr!)



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



Goldpreis peilt Marke von 1.000 Dollar an (handelsblatt.com)
Gold-Preis: Analysten sehen historischen Ausbruch über 1.000 Dollar (explosiv-blog.de)
Prognose: Die Krise wird noch viel schlimmer (diepresse.com)
AT&S kündigt 300 Mitarbeiter (kurier.at)
Österreich: Mittel für Kurzarbeit könnten im Sommer erschöpft sein (kleinezeitung.at)
US-Autoabsätze im Mai mit -33,7% (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)
Chinesen kaufen Hummer (bernerzeitung.ch)
USA verschieben Aufkauf faule Kredite (derstandard.at)
AIG muss Zentrale räumen (spiegel.de)
Aktien sind teuer wie nie zuvor (handelsblatt.com)
Sorge um Staatsbankrott - Europas Rand bröckelt (manager-magazin.de)
Dritter Minister tritt zurück und fordert Browns Kopf (derstandard.at)

Tischlein deck dich! (hartgeld.com)

The First Steps to Hyper-Inflation (goldseek.com)
All Markets Suggesting Hyperinflation (goldseek.com)
Quarterly $1 Trillion Monetization (financialsense.com)
California will run out of cash in 14 days (bizjournals.com)

Fragen, die ich Obama stellen würde (alles-schallundrauch.blogspot.com)



„Die Weltwirtschaft wird sich kaum erholen“ - Die Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Wochen deutlich von ihren Tiefs erholt. Kurzfristig betrachtet seien sie etwas zu weit gestiegen, während der Dollar und die amerikanischen Staatsanleihen zu schwach wurden. Hier könne es zu technischen Gegenbewegungen kommen, erklärt der bekannte Vermögensverwalter Marc Faber. (faz.net)

Krieg ums Geld der Welt - Die Welt von 2009 ist zahlungsunfähig geworden, der Zinskrieg wird beginnen. Der Zinskrieg wird all jene ruinieren, die in Anleihen von stark verschuldeten Staaten oder Unternehmen investiert haben. Diese werden unweigerlich insolvent, wenn die Zinsen stark steigen. Die letzte Phase im weltweiten Kampf um die Welt-Sparguthaben ist im vollen Gange. Dabei werden viele alles verlieren. (mmnews.de)

Die Zeitbombe tickt - Für Opel hat der Bund bereits eine Bürgschaft in Milliardenhöhe bewilligt. Der Handelskonzern Arcandor bemüht sich ebenfalls um staatliche Garantien. Doch der Bund hat für mögliche Ausfälle nicht ausreichend vorgesorgt: Drastisch ausgeweitete Bürgschaften bergen Milliardenrisiken für den Haushalt. (manager-magazin.de)

Wirtschaftskrise verschärft politische Unruhen - Finanzwerte brechen ein, die Konjunktur lahmt, die Arbeitslosigkeit wächst - nicht ohne Folgen für den Frieden: Die weltweite Wirtschaftskrise hat laut einer Studie zu mehr Instabilität und Gewalt geführt. Die USA belegen in dem Ranking Platz 83. (spiegel.de)

Großbritannien: Massenflucht von Browns „Titanic“ - Immer mehr Minister und Staatssekretäre verlassen das sinkende Regierungsschiff des Premierministers. Im Unterhaus braut sich eine Rebellion zusammen. (diepresse.com)

Lettlands Währung ächzt - Lettland droht eine Abwertung seiner Währung. Für lettische Staatsanleihen fand sich am Mittwoch kein einziger Investor. Das nährt Spekulationen über eine baldige Abwertung der lettischen Währung. (n-tv.de)

Banken sind nicht über den Berg - Die internationale Bankenbranche ist nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter noch nicht über den Berg. „Es ist zwar eine gewisse Besserung des Finanzsektors zu beobachten. Dies ist aber nur eine Zwischenerholung und noch keine endgültige,“ sagte Walter. (handelsblatt.com)

Zwischen Hoffnung und Irrationalität - Gestern meldete Südkoreas Ministry of Knowledge Economy, als eines der Ersten, die Daten zur Handelsbilanz für den Monat Mai 2009. Die Exporte gingen im Mai doch überraschend wieder in die Knie, sogar um die höchste Rate seit 4 Monaten. Sie sanken um -28,3% auf 28,23 Mrd. Dollar, im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Monat April 2009 waren es nach unten revidierte -19,6%! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Chinas PMI signalisiert Stärke - In China deutet sich weiter eine Erholung bei der verarbeitenden Industrie an! Der CLSA's Manufacturing Purchasing Managers' Index (PMI) stieg im Mai 2009 auf den höchsten Stand seit 10 Monaten, auf saisonbereinigte 51,2 Punkte, nach 50,1 Punkten im April und 44,8 Punkten im März! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Ökonomen träumen von Minus-Leitzins - Die Europäische Zentralbank (EZB) müsste ihren Leitzins von derzeit noch 1,0 Prozent angesichts der Wachstums- und Inflationsaussichten theoretisch unter die Nulllinie senken. Dies haben Volkswirte europäischer Banken für die FTD berechnet. (ftd.de)

Lettland droht Währungsabwertung - Der EU-Beitritt 2004 bescherte den baltischen Staaten ein kleines Wirtschaftswunder. Doch damit ist es vorbei: Das Wachstum bricht ein. Spekulanten wetten jetzt auf eine Abwertung der lettischen Währung. Für skandinavische Banken ist das keine schöne Perspektive. (ftd.de)

Glühbirne, Salzstangerl, Klima und Roaming - Nicht wenige Richtlinien und Verordnungen lösten heftige Konflikte aus. (derstandard.at)

Der Opel Betrug? Opel zahlt Milliarden für Patente an GM - auch nach der Trennung von General Motors. Rund 6,5 Milliarden Euro "Lizenzgebühren" fällig. Zusätzlich erhält General Motors noch 300 Mio. als "einmalige Barzahlung" und eine 35% Beteiligung an dem neuen Unternehmen: Wert 200 Mio. (mmnews.de)



Video:



Federal Reserve ausser Kontrolle (kopp-verlag.de) ... unbedingt ansehen!!

kostenloser Counter



Keine Kommentare: