Mittwoch, 20. Mai 2009

Die Musik und die Krise ...

Die Ansichten und Einschätzungen der Krise und den weiteren Verlauf errinnert an die Diskussion, was den die beste Musik wäre ... Pop, Rock, Jazz, Volksmusik, Klassik oder Opern ... eine sinnlose Diskussion, weil jeder Mensch seinen individuellen Musikgeschmack hat und somit eben jeder seine Lieblingsmusik, die er für die beste hält. Bei der Krise ist es ähnlich, viele Experten, Möchte-Gern-Experten, Trendforscher, Ökonomen, Politiker und Manager verlieren sich in den verschiedensten Ansichten, weil jeder seinen Focus auf andere Fakten oder Vorgänge legt.

Ganz wenige können die Krise wirklich einschätzen und neben den Unwahrheiten und Lügen, die uns täglich aufgetischt werden, ein ziemlich exaktes Bild abgeben und die möglichen weiteren Verläufe skizzieren. Ein definitives Szenario über den weiteren Verlauf abzugeben ist unseriös, weil sehr, sehr viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Ausserdem spielt die Zeit eine enorme Rolle. Denn wenn ein Ereignis stattfindet, zB. ein Milliarden-Bailout, dann dauert es Wochen oder Monate bis die Auswirkungen oder auch Nichtauswirkungen ersichtlich sind. In der Zwischenzeit hält die Krise nicht an, sondern durch die erreichte Eigendynamik hält sie sich in Schwung und sucht nach neuem Treibstoff um sich zu beschleunigen.

Aber genau diese Unwahrheiten und Lügen, das Versteckspiel von Verlusten und möglichen Verlusten, die plötzlichen Gewinne, die eigentlich keine sind, getürkte und geschönte Statistiken und ein falscher Optimismus lassen einem nicht Insider kaum das gesamte Bild der derzeitigen Situation erkennen. Er nimmt Bruchstücke auf, kann durch die nicht umfassende, sondern nur partitielle Berichterstattung in den Medien kaum das Ganze erfassen. Das macht auch mögliche Vorbereitungen und ein Gegensteuern fast unmöglich. Irgendwann werden wir wohl vor vollendete Tatsachen gestellt werden und die werden kaum positiv sein.

Niemand legt die Karten auf den Tisch, jeder versucht zu Bluffen. Dabei ist jedes Versteckspiel und jede Lüge nur eine Verzögerung. Oder erwarten diese Damen und Herren ein Wunder? Oder haben sie Kenntnis von einem Plan B, der vielleicht doch existieren könnte.

Wie aussichtslos die Lage ist, soll ein Zahlenvergleich zeigen. Derzeit vermutet man Derivate in der unglaublichen Höhe 850 Billionen US-Dollar in den Tresoren von Banken (und Bad Banks). Zum Vergleich, das weltweite, jährliche Bruttosozialprodukt, also der Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen beträgt "nur" rund 50 Billionen US-Dollar. Hier lagert keine Bombe, sondern eine finanzielle Massenvernichtungswaffe, die, wenn sie gezündet wird, alles lahm legt! Denn man darf nicht vergessen, irgendwann werden diese Papiere fällig! ... und die Nutzniesser wollen ihr Geld haben, sie haben ja auch investiert! Wenn diese Bombe gezündet wird, kollabieren nicht nur Banken und Konzerne, sondern auch Staaten und Währungen.

Da ist es unerheblich, dass man als Lichtblicke eine Stabilisierung am Arbeitsmarkt erkennt oder eine Verlangsamung des freien Falls in der produktiven Arbeitswelt. Das dicke Ende kommt noch! Alles andere ist Realitätsverweigerung! Es stellt sich nur die Frage: Wann? Denn derzeit wird das System "gerade noch" irgendwie mit monströsen Billionenaufwand und unverschämten Lügen gehalten, doch das ist nicht mehr lange möglich, denn auch Geldmittel stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Lösungen sind bisher keine gefunden worden, werden auch nicht mehr gefunden, denn zu viele Interessen verschiedener Gruppierungen, politischer und wirtschaftlicher Systeme prallen hier aufeinander und können kaum zu einen Konsens führen. Denn die Verluste werden in jedem Fall für jeden gigantisch sein. Doch man versucht, sie möglichst einem anderen zu zuschieben. Ein teuflisches Spiel auf dem Rücken von uns allen ... denn auch wir, die "Kleinen" zahlen die Zeche mit (wahrscheinlich auch den grössten Teil!).

Neben der Finanz- und Wirtschaftskrise wird ein zusätzliches Problem auftauchen, das mit Sicherheit noch viel, viel gefährlicher wird. Wenn Staaten wie die USA, Russland oder China sich in einer ausweglosen Situation befinden, kann es zu Kriegshandlungen kommen, die ohne weiters globale Ausmasse erreichen können. Erinnern wir uns, stand der Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg nicht unter den selben Voraussetzungen? Lenkte 9/11 und die darauffolgenden Kriege gegen den Irak und Afghanistan nicht von den wirtschaftlichen Problemen ab? Krieg war immer ein gutes Geschäft, vor allem für jene Staaten, die eine grosse Rüstungsindustrie hatten.

Die grosse Führungsnation USA, selbsternannter "Weltpolizist", tatsächlich weltweiter Terrorist Nr. 1, strauchelt und wankt. Es dauert nicht mehr lange und der Gigant liegt am Boden. Doch gerade dann könnte er uns allen noch viel gefährlicher werden, denn er wendet für sein Militärbudget wesentlich mehr auf, als die nächsten 10 Staaten gemeinsam! Und Obama ist definitiv nicht der Garant, dass dieses enorme Zerstörungspotential nicht eingesetzt werden wird.

So gesehen könnten die finanziellen Massenvernichtungswaffen dann plötzlich doch echte Massenvernichtungswaffen in Form von atomaren, bakteriologischen, chemischen oder auch technologischen Waffen verwandelt werden. Kein anderer Staat hat im zwanzigsten und einundzwanzisten Jahrhundert so viele Kriege geführt, wie die USA! Tatsächlich ein Land der "unbegrenzten Möglichkeiten".

Vorsicht ist angebracht, aber es dauert nicht mehr lange und wir werden die wahre Fratze des Giganten (oder vielleicht auch anderer Giganten) erkennen!

Aber einstweilen reissen die täglichen Horrormeldung nicht ab. Gestern wurde Japan bei der Bonität rückgestuft, wann folgen die USA und Grossbritannien? Es geht noch viel weiter runter, liebe Freunde, bevor wir einen tatsächlichen Lichtblick sehen werden können ...



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:



Steirischer Autocluster: "Dann brennt aber der Huat!" (derstandard.at)
HTI wird Opfer der Flaute in der Industrie (derstandard.at)
Ein Drittel weniger Güter auf Europas Schienen (diepresse.com)
Die Angst vor dem Währungsschnitt (diepresse.com)
Deutsche Banken geraten ausser Kontrolle (handelsblatt.com)
BaFin stellt Bankenaufsicht ein: Anarchie bei den Banken? (mmnews.de)
Schweizer Franken massiv abgewertet (winkelried.info)
Japan-BIP schrumpft dramatisch (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)
Geht in Japan das Licht aus? (mmnews.de)
Warum verliert Japan AAA und nicht die USA (mmnews.de)
Warum China Europa nicht mehr ernst nimmt (tagesanzeiger.ch)
Kalifornien in der Krise, Gouverneur in Nöten (diepresse.com)

Charts ohne Worte (goldseiten.de)
Deflation - langsam wirds ernst (zeit.de)
"Ein wenig" Inflation (handelsblatt.com)



GEAB N°35 ist angekommen! Die umfassende weltweite Krise: Juni 2009 – Die Welt verläßt endültig ihren die letzten 60 Jahre gültigen Bezugsrahmen - Die Entwicklung an den Aktienmärkten und bei den Finanzindizes sowie die Kommentare aus der Politik zur Krise und ihrer Bewältigung während der letzten zwei Monate sind surreal; wir er hören den Schwanengesang des Bezugssystems, in dem die Welt seit 1945 lebt. (leap2020.eu)

Japan verliert AAA - Moody's senkt Nippon - Rating-Agentur Moody's stuft Bonität japanischer Auslandsschulden gleich um zwei Stufen herab. Spekulationen über weitere Korrekturen. Inlandsschulden aber besser. Debatte über Downgrading auch anderer Staaten. Folgen Großbritannien und die USA? (mmnews.de)

Staatsanleihen Crash - Als würde ein neuer Dr. Goebbels mit seinem Propagandaminsterium aufmarschieren, wird überall betont, die Krise würde ihrem Ende entgegengehen und ein neuer „Aufschwung“ kommt. In der großen Depression der 1930er Jahre hat es auch solche Durchhalteparolen gegeben. (mmnews.de)

Finanzkrise wird zur Systemkrise: Titanic sinkt - Die Entwicklung an den Aktienmärkten und bei den Finanzindizes sowie die Kommentare aus der Politik zur Krise und ihrer Bewältigung während der letzten zwei Monate sind surreal; wir hören den Schwanengesang des Bezugssystems, in dem die Welt seit 1945 lebt. (mmnews.de)

IWF-Berechnung: Schulden erdrücken Osteuropa - Osteuropäische Länder müssen heuer noch 600 Mrd. Dollar für Kreditrückzahlungen auftreiben – Korrektur der „Rechenfehler“ im IWF-Stabilitätsreport ändert an trister Lage wenig. (diepresse.com)

Kontrolle? Welche Kontrolle? Bankenaufsicht lahmgelegt - Katastrophale Entwicklung: Der Hypo-Real-Estate-Untersuchungsausschuss beschäftigt die Finanzaufsicht dermaßen, dass es de facto keine Bankenkontrolle mehr in Deutschland gibt. (sueddeutsche.de)

Krise treibt auch starke Länder in die Schuldenfalle. Die Ratingagentur Moodys hat die Bonität von Japan um zwei Stufen gesenkt. Der Schritt signalisiert die schwindende Kreditwürdigkeit des Landes und könnte das Vorspiel zu einem Ausverkauf bei Regierungstiteln sein. Anleger sollten sich rechtzeitig gegen einen Crash von Regierungstiteln wappnen. (welt.de)

Mit Petrus und Jesaja gegen Saddam Hussein - Verteidigungsminister Rumsfeld wollte Präsidenten mit Bibelversen überzeugen. (derstandard.at)

Die Rückkehr der Landkarte? Ab 2010 könnte das GPS-System aus finanziellen Gründen zusammenbrechen. Überall auf der Welt haben sich die Menschen an das kostenfrei zu empfangende Signal des Global Positioning Systems (GPS) gewöhnt. Wie selbstverständlich nutzen wir es in Fahrzeugen zur Navigation oder zur Vermessung. Niemand macht sich Gedanken über die GPS-Finanzierung – das allerdings hat in Zeiten finanzieller Knappheit ungeahnte Folgen. (kopp-verlag.de)



1 Kommentar:

Thomas hat gesagt…

http://thomaspainereturns.net

"The plan will succeed in part. The ruling elite will bring about the depression, but turmoil and unrest will get so far out of control that things will not be brought back into a neatly wrapped package for them. The world economy will not recover from the ruling elites’ manipulation of the economic systems the way they have planned."

"In reality, the shares are being sold at fire-sale rates, whilst the ruling elite are abusing the resources pledged in the rescue packages to buy massive amounts of shares to create the illusion that there is an upward spike in the markets. There is a lot of money to be made in the market by speculators who see through the ruling elites’ manipulation, but there is nothing for the naïve investor who misguidedly trusts in the markets’ integrity. In truth, the ruling elite are scamming the whole world much like a macro-scale Enron game. That is, they are manipulating the world share markets to present the illusion of greater value until the crash."