Dienstag, 12. Mai 2009

Der freie Fall der Wirtschaft ist gestoppt

"Der freie Fall der Wirtschaft ist gestoppt", titelte der Kurier heute nach einem Interview von Investor Geirge Soros. Die derzeit bekannten Fakten übermitteln allerdings ein anderes Bild. Vor allem die Schwerindustrie befindet sich weltweit im freien Fall, die Automobilindustrie verzeichnet Rückgänge die katastrophal sind und die Exportzahlen der wichtigsten Industrieländer schrumpfen in einer enormen Geschwindigkeit. Und genau das sind wichtige Indikatoren der Wirtschaft. Schon lange, bevor die Krise die arbeitende Masse erreicht, trifft sie diese Branchen. Deshalb muss man davon ausgehen, dass bei weitem noch nicht die vielzitierte Talsohle erreicht ist!

MMNews bringt heute ausserdem einen Artikel, in dem von der Zeitbombe "Derivate" in der Höhe von weltweit unglaublichen 700 Billionen US-Dollar die Sprache ist! Dagegen ist jeder Kreditmüll harmlos!

Wir haben jetzt einen neuen Abschnitt erreicht, bisher war es (gerade noch) möglich, die erforderlichen Milliarden und Billionen durch das "Anwerfen der Druckmaschinen" bereit zu stellen. Wenn Geld gebraucht wurde, wurde einfach die Geldumlaufmenge erhöht. Doch auch das hat Grenzen. Niemand, weder die USA noch die EU, kann die Geldmenge ihrer Währung unbegrenzt erhöhen, ohne dass diese Währung nicht höchst inflationär reagiert bzw. überhaupt in Gefahr ist, zu kollabieren. Die letzten Monate waren, auch durch die Lügen, Verschleierungen, Beschönigungen und Geheimniskrämerei eine Wanderung auf des Messers Schneide. Der grosse Vorteil für die Regierungen und Nationalbanken war, dass niemand wirklich daran interessiert ist, die Wahrheit aufzudecken, denn sonst würde die eine oder andere Währung bzw. der eine oder andere Staat sofort kollabieren. Daran hat sich nichts geändert! Nur dass es bald keine Rettungsmilliarden mehr geben wird. Glaub´ keinen Garantien und Prognosen, sie sind schlicht nicht wahr! Vor allem wenn jetzt jemand behauptet, es wieder bergauf, wir haben die Talsohle durchschritten, etc., etc. Zu viel ist noch im Verborgenen! Ich kann nur immer wieder betonen, solange nicht ALLE Fakten am Tisch sind, kann niemand sagen, wann es wieder bergauf geht ... oder auch nur, wann sich die Lage wieder stabilisiert. Das ist blanker Hohn und infame Lüge.

Natürlich, die Regierungen wollen von diesen gewaltigen Problemen ablenken. Deshalb ist eine mögliche Schweinegrippe-Pandemie oder ein positiver Soros-Sager eine taktische Hilfe. Sonst würde vielleicht dem Faymann sein Lächeln gefrieren ...

Dass die Lage nicht nur höchst explosiv ist und immer explosiver wird, wird auch an den Reden und Forderungen des etwas in Bedrängnis geratenen deutschen Finanzminister deutlich, der in seiner etwas rüpelhaften und infantilen Art befreundete Staaten vor den Kopf stösst, sie beschimpft und nach Afrika schicken möchte. Ja, er benötigt jeden €uro-Cent, denn mittlerweilen schrumpfen auch die Steuereinnahmen in katastrophalem Ausmass. Steinbrück wird die nächste Wahl im Herbst politisch wohl nicht überleben! Aber ehrlich, in seiner Haut möchte ich auch nicht stecken, denn er wird als der Pleite-Finanzminister in die Geschichte eingehen. Aber vielleicht wandert er dann nach Burkina Faso aus ...

Ich fürchte, das offizielle Deutschland wird alles daran setzen, mittels neuen Milliarden (die sie nicht haben), das heisst, mit enormer Neuverschuldung die Zeit bis zur Wahl hinüber zu retten. Doch spätesten nach der Wahl wird es verdammt eng und die Lage wird über Nacht explodieren, egal wer die Wahlen gewinnen wird!

Tatsächlich sind wir in einer Lage, wo sich "die Katze in den Schwanz beisst". Wir sind in einem Teufelskreislauf, der kaum zu stoppen ist! Die Industrie verzeichnet immer mehr Produktionsrückgänge, muss Arbeiter auf Kurzarbeit setzen oder entlassen. Arbeitslose und Kurzarbeit kosten dem Staat zusätzliches Geld, die Arbeiter können aber durch weniger Einnahmen auch weniger Geld in Umlauf bringen - der Konsum geht zurück ... Und alles Geld, dass der Staat jetzt ausgibt, muss von der Bevölkerung bezahlt werden. Oder besser sollte, denn es wird immer unwahrscheinlicher, dass die Staatsschulden überhaupt jemals bezahlt werden können! Eine Währungsreform wird immer wahrscheinlicher, und damit wiederrum die Vernichtung von enormen Vermögen!

Dass die zwischendurch auch die Staatsanleihen kollabieren und dadurch fast alle Rentenfonds betroffen sind, macht die ganze Sache auch sozial gesehen zu einem gewaltigem Pulverfass, das, wenn es explodiert, in bürgerkriegsähnlichen Zuständen enden wird. Und dann ist der Staat sowieso am Ende ... ohne wenn und aber!

Fassen wir kurz zusammen: Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht, auch werden wir in absehbarer Zeit nicht die Talsohle erreichen! Wie tief es noch runter gehen wird, kann niemand vorraussagen, aber wahrscheinlich bis zum "Null-Punkt", dort wo nichts mehr geht! Ja, die meisten Staaten werden ebenso wie die grossen Währungen kollabieren ... und nichts wird sein, wie es einmal war! Wir sitzen auf einem Haufen Dynamit, feiern mit Champagner und rauchen dazu die besten Zigarren ... und sehen nicht, wie die Lunte bereits brennt, weil wir das nicht sehen wollen!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



No Economic Recovery in Sight, Only Inflation (standardnewswire.com)
Deutschland: Hiobsbotschaft aus dem Finanzamt (handelsblatt.com)
Deutschland vor gewaltigen Steuerausfällen (faz.net)



"Der freie Fall der Wirtschaft ist gestoppt" - Promis wie der Investor George Soros nähren die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Die harten Fakten sehen noch anders aus. (kurier.at)

Finanzsystem-Luftnummer: 684 Billionen Derivate - Kreditmüll ist harmlos gegen die Zeitbombe, die bei den Derivaten tickt. Laut BIS sind derzeit rund 700 Billionen Dollar Derivate im Umlauf. Damit ist das Finanzsystem - so wie wir es kennen - praktisch nichts anderes als eine Luftnummer. (mmnews.de)

US-Investor Soros ruft Ende der Krise aus - Der US-Banker sieht Licht am Ende des Tunnels: Das Schlimmste sei überstanden, die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. Schlechte Noten gibt's jedoch für die deutschen Bemühungen, die Konjunktur wieder anzukurbeln. (ftd.de)

"Währungsreform ist möglich" - Steuerexperte Bernd Neufang über die Handlungsmöglichkeiten des Staates angesichts der Schuldenlasten. (hna.de)







Meldungen:


Sonderdividende: Staat zapft "seine" Konzerne an (diepresse.com)
Geldpapier-Fabrik kommt kaum nach mit Liefern (cash.ch)
GM: Wir brauchen Geld aus Deutschland (handelsblatt.com)
GM-Management verkauft eigene Aktien (spiegel.de)



Chinas Exporte mit -22,6% im April -
Auch im April 2009 sind die chinesischen Exporte deutlich im negativen Bereich. Sie brechen nach Angaben der chinesischen Zollbehörden, General Administration of Customs (GAC), nun bereits den sechsten Monat in Folge weg. Die Exporte sanken um -22,6% im Vergleich zum Vorjahresmonat, auf ein Volumen von 91,94 Mrd. Dollar. Auf Monatsbasis der Exportdaten wird auch in China das ganze Ausmaß der Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Dramatischer Einbruch der Rohstahlproduktion -
Einen deutlichen Rückschluss auf den wahren Zustand der deutschen und der weltweiten Konjunktur liefert die Erzeugung der Grundstoffe für die Produktion. Das Statistische Bundesamt (Destatis) teilte heute die Produktionsdaten der deutschen Hüttenwerke für die Roheisen- und Rohstahlerzeugung mit. Die deutschen Hüttenwerke haben im April 2009 nur noch 1,06 Millionen Tonnen Roheisen und 1,88 Millionen Tonnen Rohstahl hergestellt. Damit brach die Produktion der wichtigen Grundstoffe um -56,8% beim Roheisen und um -53,1% beim Rohstahl gegenüber April 2008 ein. Dies war der stärkste Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Bestehen der Bundesrepublik! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Fannie Mae mit -23,2 Mrd. Dollar Verlust
- Fannie Mae die größte halbstaatliche Hypothekenbank der USA, die seit September 2008 unter staatlicher Zwangsverwaltung steht, kommt auch im 1. Quartal 2009 mit horrenden Verlusten daher. Gewaltige -23,185 Mrd. Dollar Verlust erwirtschaftet Fannie Mae im abgelaufenen Quartal. Im Jahr 2008 erreichte der Verlust insgesamt unvorstellbare -58,707 Mrd. Dollar! Die Kette der letzten Quartalsverluste ist atemberaubend. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

"Friss, Vogel, oder stirb" ist die Devise.
Hier schlägt die Krise besonders hart zu: In der Weststeiermark straucheln reihenweise Unternehmen. Auf der Straße landen Arbeitslose, die kaum Chancen auf Neubeginn haben. (derstandard.at)

Juncker: Kein europäisches Land geht bankrott -
Die Europäische Union hat nach Angaben von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker für den Fall eines drohenden Staatsbankrotts auf dem Kontinent einen Rettungsplan. (ad-hoc-news.de)

US-Defizit steigt auf 1,8 Billionen Dollar -
Der Kampf gegen die Wirtschaftskrise belastet den US-Haushalt drastisch: Mit einem Minus von 1,8 Billionen Dollar übertrifft der Fehlbetrag alle Schätzungen. Hauptgrund für die Rekordschulden sind geringe Steuereinnahmen und die Rettungspakete für Banken und Industrie. (spiegel.de)

AIG wird zum Schrecken ohne Ende - Die Sanierung des US-Versicherungskonzerns American International Group (AIG) zieht sich in die Länge. Eine E-Mail des Konzernchefs mit dem Namen "Projekt Schicksal" deutet einen jahrelangen Prozess an. (ftd.de)

Wem gehört die FED? Unter dem Eindruck der Geldsystemkrise wird weltweit immer mehr die Frage gestellt, 'Wem gehört eigentlich die Fed?' - Vorwurf: US-Notenbank steht Wall-Street-Banken zu nahe. Medien kritisieren, dass die US-Notenbank Fed eine Privatbank ist. (mmnews.de)

Lettland am Abgrund - Baltikum vor Untergang - BIP Einbruch von bis zu 15%. Sovereign Default möglich. Staatsbankrott Lettlands nur noch eine Frage der Zeit. Mit Lettland droht dem gesamten Baltikum der wirtschaftliche Untergang. (mmnews.de)