Montag, 4. Mai 2009

Ausschreitungen & soziale Unruhen

Berichte über mögliche Ausschreitungen und soziale Unruhen werden von den Regierenden nicht gewünscht. Das ist verständlich. Denn wenn uns jemand die Krise schönredet, pausenlos irgendwo einen Lichtblick sieht und noch dazu als Krisenretter wiedergewählt werden möchte, so hört er oder sie nicht gerne, dass die Wahrscheinlichkeit von europaweiten Unruhen und Aufständen ziemlich hoch ist. Diese Tatsache ist auch leicht zu erklären.

Solange wir unseren "hart erarbeiteten" Wohlstand abgesichert sehen, solange gehen wir nicht auf die Strasse. Dazu sind wir zu bequem und ausserdem wollen wir alle nicht, dass sich zu viel ändert, denn sonst müssten wir möglicherweise in unserem Leben Abstriche machen, sei es gut bezahlte Arbeit, die übersozialen Dienstleistungen, das Leasingauto, das Hypothekeneigenheim (oder -wohnung), der jährliche Fernreiseurlaub oder die ausgedehnten Shoppingtouren durch die Konsumtempel oder Prachtstrassen. Es ist für uns gesorgt, wir brauchen im Grunde nur funktionieren ... so wie es die Elite auch von uns erwartet - und davon profitiert.

Aber wehe, es ist plötzlich alles weg, die Arbeitsstelle, das Haus oder die Wohnung, das Leasingauto und - eigentlich für viele noch undenkbar - die Vorsorge, die Pension und das gesamte Sozialsystem. Weil all das von einem Tag auf den anderen nicht mehr finanzierbar ist! Nicht nur der Private und der Arbeitgeber pleite ist, sondern auch der Staat bankrott geht. Ohne wahrscheinlich zwei Tage vorher noch die Pensionen und Sozialleistungen zu garantieren. Es wird der Zorn und die Wut bei jenen wachsen, die plötzlich und ohne Vorankündigung alles verloren haben ... alles! Nun stehen sie auf der Strasse, mit Kindern, ohne Zukunft, ohne Perspektive. Aber nicht alleine. Es gesellen sich täglich mehr und mehr hinzu, "Schicksalskollegen". "Was jetzt?", lautet die wahrscheinlich dann die am meisten gestellte Frage. Denn helfen kann niemand mehr. Jeder wird auf sich allein gestellt sein. Alle werden sie abwimmeln und sagen, dass nichts mehr möglich ist - die Bank, das Sozialamt, das Wohnungsamt, ...

Nur die Hilfsgemeinschaften, die seit langem auf Spenden angewiesen sind, werden ihre Struktur zur Hilfe anbieten. Und das heisst eine warme Mahlzeit und eine Schlafstelle. Die Massenarmut wird explodieren! Bis jemand aufsteht und sagt: "Holen wir uns unser Recht!"

Die Unruhen beginnen ... auf der Strasse. Von all den Menschen, die plötzlich aus ihrem Wohlstandsleben gerissen wurden, die aus Unwissenheit nicht vorgesorgt haben, die möglicherweise alles verloren und nichts mehr zu verlieren haben. Wenn diese täglich wachsende Masse entdeckt, wieviel Macht sie gemeinsam haben, braucht die Regierung jeden verfügbaren Polizist und Soldaten. Die Strassen werden zu Schlachtfeldern! Der Mensch ist in der Masse stark, Emotionen werden hoch geschaukelt und irgendwo entlädt sich der Volkszorn ... bei jenen, die Macht und Vermögen haben! Villen werden besetzt, die Eigentümer davon gejagt, Regierungs- und Bundesgebäude gestürmt, der Notstand ausgerufen und das Kriegsrecht erklärt.

Frankreich, Griechenland, Island und Lettland gaben schon einen kleinen Vorgeschmack ab, wie es laufen kann. Nur diese Unruhen waren harmlos, zu dem, was kommen wird. Dass Autos brennen und Geschäfte geplündert werden, wird wohl die harmlosteste Sache sein, wenn der Mob aufsteht und rebelliert.

Das ist auch jener Zeitpunkt, ab dem die Regierungen nur mehr eingeschränkt handlungsfähig sein werden. Möglicher Weise übernimmt in einigen Staaten auch das Militär die Macht, das heisst, sie putschen gegen die demokratischen Regierungen ...

Ein heute noch für Viele zu fiktionäres und unvorstellbares Szenario. Weil das System noch funktioniert. Weil noch Arbeitslosengeld ausbezahlt wird, wenn das Unternehmen schrumpft und Produktionsanlagen stillegt. Weil die Pensionisten immer noch ihre Pension bekommen. Weil im Bedarfsfall die Krankenhäuser und Ärzte mittels Krankenschein (oder E-Card) in Anspruch genommen werden können. Weil die Hypothek und die Leasingrate noch bezahlt werden kann, Weil die Supermärkte immer noch voll sind. Weil wir immer noch Geld am Sparbuch haben. Weil es uns noch ziemlich gut geht. Weil das System nicht kollabieren kann oder darf.

Jetzt wirst du, lieber Leser dieser Zeilen, fragen, warum ich dieses Szenario mit Bestimmtheit und Nachdruck prognostiziere, wann es eintreffen wird, wie Du Dich vorbereiten kannst und warum Politker so vehement dagegen auftreten?

Ich bin mir deshalb ziemlich sicher, weil - wie ich schon einige Male schrieb, das System nicht mehr rettbar ist! Die Luft ist draussen, Milliarden und Billionen retten nichts, sondern verzögern nur, es sind noch einige höchst explosive Überraschungen fällig, die Verschuldung der Staaten hat alle vertretbaren Rahmen gesprengt, trotzdem wird noch jede Menge Kapital benötigt, die Staatsanleihenblase und die Rentenfondsblase sind am Platzen, die Steuereinnahmen schrumpfen extrem - damit auch die Wirtschaftsleistung. Was nichts anderes heisst, dass Massenentlassungen kommen werden ... dann tritt das Undenkbare, das Unglaubliche ein: die Staaten sind pleite, sie sind bankrott! Je nachdem, wie sich die Krise entwickelt, droht dieses Szenario im Spätsommer oder Herbst. Wie und wann es uns treffen wird, hängt davon ab, ob zuerst die USA kollabiert, oder Staaten der EU - die Liste der "Todeskanditaten" ist lange und ziemlich prominent besetzt: USA, Mexiko, Grossbritannien, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Österreich, Osteuropa, Österreich ... bis hin zu Deutschland!

Vorbereiten kannst Du Dich und Deine Familie, indem Du darauf achtest, möglichst autark leben zu können. Das heisst, möglichst Schulden minimieren, aus allen Papierwerten raus und dafür in Gold und Silber investieren, ein Lebensmittellager für mindestens 3 Monate (besser für länger) anlegen, alle möglichen Anhängigkeiten auflösen. Du wirst auf Dich alleine gestellt sein!

Und gerade deswegen wollen Politiker nichts davon wissen. Es wäre das offensichtliche Scheitern ihrer "Arbeit", das Scheitern aller Rettungs- und Konjunkturpakete, das Scheitern ihrer politischen Ideologie ... und genau das wird passieren!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Die Weltenretter sind noch immer ziemlich ratlos (welt.de)
Merkel verbittet sich Warnung vor sozialen Unruhen (spiegel.de)
Die Wut erreicht die Strasse (ftd.de)
Frankreich am Vorabend einer neuen Revolution? (welt.de)
In Frankreich dämmert die Revolution (20min.ch)
Das Schlimmste kommt noch (manager-magazin.de)



Meldungen:


Dreizehn Fragen - und die Antworten von LEAP/E2020 - Zu den weiteren Etappen der Krise - 1. Episode (leap2020.eu)
Dreizehn Fragen - und die Antworten von LEAP/E2020 - Zu den weiteren Etappen der Krise - 2. Episode (leap2020.eu)

Ein Viertel mehr Arbeitslose im April in Österreich (diepresse.com)
ÖBB: Operatives Geschäft bricht ein (derstandard.at)
Schwerste US-Bankenpleite 2009 (comdirect.de)
Citi-Group braucht bis zu 10 Milliarden Dollar (spiegel.de)
Nach Pontiac-Aus - eine Stadt in Angst (handelsblatt.com)
Bei Chrysler stehen die Bänder still (handelsblatt.com)
Zimbabwe ist "pleite" (bernerzeitung.ch)
Italien ist der nächste Kanditat (berlinerumschau.com)



Unbedingt lesen:


Unser Geld ist nichts wert, denn es wird aus Schulden erzeugt! (kopp-verlag.de)



Finanzkollaps unvermeidlich? Die Risiken für das internationale Finanzsystem gehen inzwischen von der Realwirtschaft einerseits und von dem Zusammenbruch des Dollar-Währungssystems andererseits aus. Diese Risiken sind immens und gefährlich. USA im Sommer 2009 insolvent. Wirkung einer “finanziellen Atombombe”. (mmnews.de)

Stoppt China den Kauf von US-Anleihen? China hat den Kauf von US-Anleihen im 1.Quartal 2009 extrem zurückgefahren. "Nichts Besonderes", meinen Experten - "Der Anfang vom Ende" - sagen andere Beobachter. (mmnews.de)

Finanzkrise = Überschuldungskrise - Eine der wesentlichen Ursachen der heutigen Finanz- und Wirtschaftskrise ist die totale Überschuldung aller Bereiche der Gesellschaft. In den USA wird nicht nur die Schere zwischen Gesamtverschuldung und Bruttoinlandsprodukt immer größer, auch das Missverhältnis zwischen Schulden und Einkommen wird immer größer. Fehlende Wertschöpfung und Einkommen wurden durch eine exzessive Kreditausweitung und Spekulation ersetzt! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

US-Autoabsätze im April extrem schwach - Die Autoverkäufe in den USA sind weiter eindeutig extrem schwach! Damit dümpelt die Autoindustrie, Kernbestandteil der industriellen Produktion weiter in rezessiven bis depressiven Gewässern. Die Abwärtsspirale dreht sich ungebrochen weiter! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

US-Banken: Stresstest Bekanntgabe verschoben - US-Regierung zögert bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des großen Stesstests. Neuer Termin voraussichtlch 6. Mai - Unsicherheit, ob der Termin eingehalten werden kann. Spekulation um Zustand der großen US-Banken. (mmnews.de)

Goldman-Sachs-Chef fordert kollektive Demut seiner Branche - "Salopp gesagt gilt: Mitgefangen, mitgehangen", sagt Alexander Dibelius: Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs fordert in einem SPIEGEL-Interview die gesamte Finanzindustrie zu "kollektiver Demut" auf. (spiegel.de)

USA: Macht der Finanzindustrie wird zum Thema - Während in deutschen Landen ein staatstragender Konsens die öffentliche Debatte bestimmt, dass Banken und Finanzindustrie zwar für ihre Gier der Kritik zu unterwerfen sind, aber gleichzeitig ihre Versorgung mit hunderten Milliarden aus öffentlichen Mitteln alternativlos sei, über alle politischen Gruppierungen von der Rechten bis zur systemkritischen Linken besteht, werden in den USA zunehmend rebellische Töne laut - mit Schwerpunkt aus dem Lager der regierenden Demokraten. (meta-info.de)

Rettung für die Herren der Welt - Warum macht man überall diese Bailouts der Banken, auch wenn die Staaten daran zugrunde gehen? Es macht keinen Sinn, dieses System der untergegangenen Konsum- und Spekulationskredite weiter zu erhalten. (mmnews.de)

Von Erholung noch keine Spur - Deutschland spürt bislang nur erste Folgen der Krise. Der große Einschlag wird im zweiten Halbjahr 2009 kommen. Viele Firmen werden den Abschwung nicht überleben. (ftd.de)

Putins Milliardengrab - Ein Protegé aus alten KGB-Tagen wird für Wladimir Putin zunehmend zum Problem: Sergej Tschemesow führt eine Staatsholding, deren Betriebe größtenteils vor der Pleite stehen. Milliarden Rubel aus dem Haushalt sind dort versickert. Gefolgsleute von Präsident Medwedew wollen das beenden. (spiegel.de)

Ein wenig Putsch liegt in der Luft - "Labours schlimmste Woche" ist die vergangene gewesen - so sehen es einige britische Politiker. Premier Brown springt munter in alle Fettnäpfe. (sueddeutsche.de)

Die UBS und der Bundesrat wehren sich vehement gegen die USA - Der Bundesrat und die UBS haben Stellung bezogen: Sie fordern die Justiz auf, die Klage der US-Steuerbehörde, welche die Herausgabe von 52.000 UBS-Kundendaten verlangt, nicht weiter zu verfolgen. (bernerzeitung.ch)

Ist Barack Obama der Antichrist? Konservative Christen in den USA mutmaßen, beim neuen US-Präsidenten könne es sich um den seit langer Zeit erwarteten Antichristen handeln. Eine absurde Diskussion mit durchaus ernstem Hintergrund. (kopp-verlag.de)



1 Kommentar:

shakudo hat gesagt…

Ein unvollständiger Artikel. Was soll es denn bringen autark leben zu können bzw einen Lebensmittelvorrat, Gold etc zu besitzen wenn ohnehin der Mob regiert? Wo willst Du Dich denn verstecken in einer weltweiten Krise? Dann doch wohl eher in "eiserne Kreditkarten" investieren.

Ich vermute das wir weniger einen organisierten Volksaufstand als eine dystopische Gesellschaftsform sehen werden. Oder aber Zustände wie in Argentinien - dort gabs aber auch keinen "Volksaufstand".
Siehe auch hier: http://www.silverbearcafe.com/private/10.08/tshtf1.html