Freitag, 17. April 2009

Manipulation wohin man schaut

Im letzten Jahr hatten die amerikanischen Banken vor allem wegen ihrer Milliarden Verluste aufhorchen lassen. Nun soll alles wieder gut sein und in kürzester Zeit wiederum Milliarden erwirtschaftet worden sein? Unglaublich, oder? Zwei Faktoren waren ausschlaggebend, um diesen Spagat des Unmöglichen offensichtlich zu schaffen. Die Schrottpapiere wurden weitgehend zu überhöhten Werten an die "Bad Bank" der FED ausgelagert und belasten so die quartalsweisen Bilanzen nicht mehr. Die verbliebenen Papiere dürfen Banken nun selbst bewerten. Das heisst, nicht der reale Verkehrswert ist ausschlaggebend, sondern ein manipulierter Wert schönt die Bilanzen! Somit täuscht man durch Frisieren der Bilanzen einen offensichtlich falschen Wert der amerikanischen Banken vor. Dies hat natürlich weitreichende Auswirkungen. Die Aktien sind wieder beliebter, der Börsenwert steigt, es wird von Investorenseite den amerikanischen Banken mehr vertraut. Vielleicht aber weiss man, dass dies nur eine kurzfristige Angelegenheit ist, denn wenn diese manipulierten Papiere fällig werden, kann der Wert kaum nochmals manipuliert werden ... spätestens dann, werden vermutlich wieder Verluste gemeldet werden! Denn den US-Banken geht es nach wie vor nicht besonders gut, darum wurde auch diese neue Regelung eingeführt. Sonst wären vermutlich mehrere Banken (wieder einmal) zu retten gewesen! Das Positive daran, die Banken haben nun etwas Zeit gewonnen, um die manipulierten Papiere in irgendeiner Form auszulagern oder zu verkaufen ... falls dies noch möglich ist, sonst gibt es bald (wieder einmal) ein böses Erwachen!

Barack Obamas Regierung versucht jetzt alles, um die amerikanische Finanz- und Wirtschaftswelt zu retten. Dies kann aber nur mittels Manipulation möglich sein, denn die realen Zahlen sind katastrophal. Die Industrie ist im freien Fall, die Automobilindustrie insbesondere, der Handel ebenso, es werden ganze Shopping Malls geschlossen, der Konsum bricht ein, neue Hiobsbotschaften aus dem Baugewerbe, den Kreditkartenunternehmen und im Kommunalbereich sind an der Tagesordnung, die neuen Slums am Rande der Metropolen, die sogenannten Zeltstädte wachsen in unglaublicher Geschwindigkeit - nur der Waffenhandel blüht. Aber dass sich die US-Regierung gleichzeitig nun gegen Aufstände und Unruhen vorbereitet, ist ein schlechtes Zeichen!

In Europa wird ebenso manipuliert! Vor allem die Politik schönt derzeit die reale Situation ins Bizarre. Würden die Politiker und Ökonomen die tatsächliche Lage vertreten, würde wahrscheinlich eine sofortige Panik die Reaktion sein. Es ist eine äusserst schwierige Gratwanderung. Es sollte einerseits keine Panik ausgelöst werden, aber doch auf den Ernst der Lage hingewiesen werden. Andererseits ist es Manipulation, Desinformation und Lüge, die Krise "frisiert" und "geschönt" darzustellen und schon von Lichtblicken und Aufschwung zu reden, obwohl wir den Tiefpunkt noch lange nicht erreicht haben und noch einige Blasen kurz vor dem Platzen sind. Blasen, die einen weltweiten Kollaps, einen Systemcrash verursachen können (Rentenfonds, Staatsanleihen, CDS, ...). Die Leidtragenden sind das belogene, uninformierte Volk, dem vorgegaukelt wird, man hätte ohnedies alles im Griff!

Der Prozentsatz, der bewusst vorsorgt und sich auf wirklich schlimmere Zeiten vorbereitet, ist sehr klein und wird (noch) belächelt. Nur, dass der Goldverkauf steil ansteigend ist. Das zeigt, dass eine latente Angst vor einer umfassenden Geldentwertung bzw. einer möglichen Währungsreform vorhanden ist. Doch genaues weiss man nicht! Wie gesagt, es sollte ja wieder aufwärts gehen, Ende 2009 oder 2010 ...

Betrachtet man die Meinungen der breiten Masse, so sind in Deutschland beispielsweise ein höherer Anteil der Bevölkerung der Ansicht, dass im Zuge der Krise noch gewaltige Dinge, bis hin zu einem Systemcrash kommen können (es sind rund 95% aller Abonnenten meines Emailservices deutsche Emaildomains!). Bei uns in Österreich herrscht eine weit verbreitete Lässigkeit und Ingoroanz gegenüber der Realität, die gefährlich ist. Klar, die Politik zeichnet ein Krisenbild, dass dem Lächeln des Faymann ähnelt. Eine fatale Sache, resultierend aus der Manipulation des offensichtlichen politischen Mottos, Österreich ist eine Insel der Seligen ...


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


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What does one TRILLION dollars look like?
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Banken-Bilanz-Pfusch manipuliert Börsen - "Krise? Welche Krise?", könnte man fragen, wenn man die Zahlen der US-Banken betrachtet. Pfuschwerk? Schöne neue Bankenwelt? Unabhängige Analysten: Zu schön war, um wahr zu sein. Welchen Wert haben die zur Schau gestellten Milliarden-Gewinne wirklich? Makulatur? (mmnews.de)

Nächster Querschuss aus New York - Die US-Ratingagentur Fitch prognostiziert einen Einbruch des Eigenkapitals führender heimischer Banken. (derstandard.at)

Das verflixte 7. Jahr - Das Land Niederösterreich versuchte sich auf dem Kapitalmarkt. Das war verfassungsrechtlich fragwürdig und hat den Steuerzahler eine Milliarde Euro gekostet. (profil.at)

Geld, Garantien und eigene Bad Bank - Die Bawag soll 250 Millionen Euro von Cerberus, 500 Millionen vom Staat und Garantien verpasst bekommen. (derstandard.at)

In den ersten Ländern gibt es keine Teuerung mehr - Wenn Öl und Lebensmittel immer teurer werden, ist das schlecht für die Verbraucher. Fallen die Preise andauernd, ist das schlecht für die Wirtschaft. Anzeichen dafür gibt es: In einigen EU-Ländern und in den USA hat es im März 2009 hat es keine Teuerung mehr gegeben. (welt.de)

Japans Firmen-Samurai verzweifeln an der Krise - Ein Land rutscht ab: Die technikverliebte Exportnation Japan leidet besonders heftig unter der globalen Wirtschaftskrise. Wer seinen Job verliert, hat oft keine Hoffnung auf Wiedereinstellung. Manche Verzweifelte setzen aus Scham über den Misserfolg ihrem Leben ein Ende. (spiegel.de)

Die Geldbombe - Nie wieder! Das war das Mantra der jungen Bundesrepublik nach Krieg und Währungsreform, auch in ökonomischen Dingen - nie wieder Inflation. Und jetzt? Jetzt warnen namhafte Ökonomen wieder vor einer möglichen "Hyperinflation" - nicht in desolaten Entwicklungsländern, sondern hier, im reichen Westen. (manager-magazin.de)

Rettungsschirm auch für Privatpersonen - Finanzhilfen für notleidende Kreditinstitute - nicht aber für Privatpersonen? Dagegen will eine Deutsche klagen, die bei der Lehmann-Pleite 6000 Euro verloren hat. Nach Medieninformationen plant ihr Anwalt eine Verfassungsbeschwerde. (manager-magazin.de)

Zehn Regeln für eine krisenfeste Welt - Ratschläge eines skeptischen Empiristen - Kommentar der anderen von Nassim Nicholas Taleb. (derstandard.at)

GM will Tochter Saab verschenken - US-Autobauer General Motors möchte den defizitären schwedischen Hersteller mit allen Mitteln loswerden. (kurier.at)

Lehman strahlt - Merkwürdige Atomgeschäfte: Lehman Brothers verfügt über 220 Tonnen Uran - genug für eine Atombombe. Angeblich am Terminmarkt verzockt. (mmnews.de)





Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):





Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Mike Supanecic: Worüber man lachen kann? Diese riesigen Geldbeträge, die da in letzter Zeit überall auftauchen oder verschwinden, können einen manchmal ganz schön zum Schmunzeln bringen.



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