Donnerstag, 26. März 2009

Schwarzmalen nicht erwünscht!

Was ist Schwarzmalen eigentlich? Eine düstere bis katastrophale Prognose abgeben, ein Scheitern vorhersagen, ...

Die Politik möchte dezidiert keine Schwarzmaler! Diese sind kontraproduktiv und offensichtlich nicht gut für Wahlen!

Wer sind die Schwarzmaler, die Mr. Dooms, die Untergangspropheten und warum machen sie das? Na, ja, irendwie zähle ich mich auch zu den Schwarzmalern, allerdings nicht ganz, denn ich glaube, hier läuft ein Programm ab, das man unbedingt über den Crash hinaus interpretieren muss. Denn sonst wäre ich auch ein Schwarzmaler. Aber viele von denen sind Kenner des Metiers und sagen den Crash schon seit Jahren voraus. Weil sie erkannt haben, dass die ewige Geldvermehrung, das Leben auf Pump und der Grössenwahn Vieler irgendwo ihre Grenzen haben. An diese sind wir jetzt gestossen! Nun muss das System herunter gefahren werden, es funktioniert nicht mehr. Vor allem Schulden mit noch mehr Schulden abzudecken, das kann aus logischen und rationalen Gründen einfach nicht funktionieren! Ich denke, das wird jeder verstehen, denn wenn ich als Privater nur Häuser baue, Autos kaufe und in Luxus leben, sollte ich das finanzieren können. Wenn dann mein Gehalt oder meine Einkünfte nicht mehr ausreichen, die Kredite und Leasingraten zu begleichen, dann ... nehme ich mir mehr Kredite auf, um das zu schaffen? Falls mir eine Bank dazu das Geld leiht, die Überschuldung und damit die Nichtrückzahlung ist gewiss - ich bin pleite!

Staaten haben andere Möglichkeiten, weil sie nicht zu Banken gehen, um sich Geld zu leihen. Sie suchen sich Investoren und andere Staaten, denen sie "sichere" Staatsanleihen andrehen. Ein gutes Geschäft für beide Seiten, der Staat bekommt frisches Geld für relativ wenig Zinsen und die Investoren haben sichere Investments ... bisher. Plötzlich sieht die Finanzwelt ganz anders aus. Man rückt ab von dem Dogma, Staaten können nicht bankrott gehen. Plötzlich müssen Staaten, deren Bonität nicht mehr so super gut ist, viel höhere Zinsen bezahlen. Denn plötzlich ist auch klar, ein Staat kann sehr wohl bankrott gehen! Zur Zeit stehen einige Staaten kurz vor dem Bankrott oder sind es definitiv schon! Es ist auch derzeit leichter, jene Staaten aufzuzählen, die keine budgetären Probleme haben ...

Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Ein Faktor greift in den anderen und zusammen ziehen sie uns immer tiefer. Beispiel? Der Konsum ist rückläufig, dadurch sinkt die Nachfrage. Die Produzenten fahren die Kapazität herunter, durch die geringere Produktion müssen Arbeiter entlassen werden, die dadurch weit weniger verdienen und den Konsum weiter drücken ...

Natürlich versucht der Staat alles (sic!!) um die Konjunktur wieder zum Laufen zu bringen, doch das war viel zu spät - Politiker reagieren erst dann, wenn es schon für jeden ersichtlich ist - und viele Milliarden erreichen nicht jene, die es wieder ausgeben (und so die Konjunktur stärken), sondern dort wo Geld in schwarzen Löchern verschwindet ...

Natürlich in Banken, viele Milliarden fauler Wertpapiere müssen "gerettet" werden. Doch schauen wir einmal, wer die Eigner dieser Wertpapiere sind: wiederum Banken, Fonds, Versicherungen, Unternehmen, ... und Private, die allerdings meist bei Verlusten nicht am Hungertuch nagen. Die Zeche zahlt aber der Steuerzahler! Also jener, dem keine "Rettungsmilliarden" zustehen, der demnach auch nicht gerettet wird. Er ist "nur" der Bürge für ALLES!

Entweder haben Politiker aus beuflichen Gründen eine rosarote Brille auf oder sie lügen uns bewusst an! Nur so kann erklärt werden, warum sie gegen Schwarzmalerei sind, auch wenn sie noch so gerechtfertigt ist!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Obama verspricht andauernden Wohlstand (handelsblatt.com)
8.200 Mitarbeiter von Insolvenzen betroffen (kurier.at)
Raiffeisen International macht dicke Gewinne (derstandard.at)
Erste Übergriffe auf Manager (orf.at)
Abwertungen färben Immobilanzen tiefrot (diepresse.com)
Pleitewelle rollt an (derstandard.at)
Weitere Milliarden für GM und Chrysler (derstandard.at)
US-Post steht vor der Pleite (alles-schallundrauch.blogspot.com)
BASF schaltet Fabrik wegen Krise ab (welt.de)
1 Billion Dollar für Entwicklungsländer (mmnews.de)

America's Abandoned Cities (globaleconomicanalysis.blogspot.com)
Cattle rustling surges across Texas in bad economy (mcclatchydc.com)


Video:

Schreckgespenst Staatsbankrott (daserste.de)



Bretton Woods und der Untergang des Dollars: Astrologische Prognosen zum Finanzcrash. Vor 20 Jahren begann der Niedergang der UdSSR. Die Machtverhältnisse in der Welt verschoben sich, Amerika wurde zur alleinigen Supermacht. Die Welt war nicht länger in zwei große Blöcke aufgeteilt, die sich im Kalten Krieg gegenüber standen. – Nun erleben wir den Höhepunkt dessen, was damals eingeleitet wurde, sozusagen Phase zwei des Prozesses: eine grundlegende Veränderung in der Aufteilung der Welt, eine wirtschaftspolitische Kontinentaldrift, die durch den nicht aufhaltbaren wirtschaftlichen Zusammenbruch der USA eingeleitet wird. Amerikas Hegemonie geht ihrem Ende entgegen. (kopp-verlag.de) - unbedingt lesen!

Am 1. April wird Chaos in London herrschen. Die vier Reiter der Apokalypse werden in der Stadt erscheinen. Ein grosse Ansammlung von Antiglobalisten, Anarchisten, Umweltschützer, Linke, Gewerkschafter und Betroffenen der Wirtschaftskrise werden eine Massendemonstration gegen die Bankster im Herzen von London am 1. April durchführen, der Tag an dem die Staatsoberhäupter aus aller Welt zum G20 Gipfel eintreffen. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

»Krebsschaden« US-Finanz-Oligarchie: Privatbanken, Manipulationen, Kriege und das in Sicht kommende Ende der amerikanischen Hegemonie. Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise dokumentiert es: Das von vielen »Experten« hoch gelobte westliche Finanzsystem, das seinen Ursprung in Großbritannien und den USA hat, ist nicht in der Lage, stabile Verhältnisse zu garantieren. Stattdessen werden immer wieder »Blasen« geschaffen, die mit schöner Regelmäßigkeit platzen und die Realwirtschaft mit in den Abgrund ziehen – und das mittlerweile weltweit. Es ist daher höchste Zeit, die Ursache des Krebsgeschwürs zu isolieren und auszutrocknen: eine kleine Clique privater Banker, die – weltweit operierend – heute vorwiegend von der Wall Street aus und mittels der »Federal Reserve« agiert. (kopp-verlag.de)

Der Absturz naht - Noch spüren die Deutschen den Konjunktureinbruch nicht - doch das wird sich bald ändern. Die Politik wird die Belastungen dann nicht mehr abfedern können. (sueddeutsche.de)

HRE-Risiken größer als gedacht - Der Immobilienfianzierer Hypo Real Estate wird immer mehr zu einem Fass ohne Boden. Dem Finanzministerium liegt nach stern-Recherchen ein geheimes Gutachten vor, wonach die Ausfallrisiken auf bis zu 60 Prozent der Bilanzsumme der HRE ansteigen könnten. Das wären 235 Milliarden Euro. (stern.de)

Der HRE Skandal - Die Affäre um die Hypo Real Estate ist ein einziger Skandal. Nicht nur dass die Bank immer mehr Geld braucht. - Die Regierung schritt genau 5 Jahre und 1 Tag nach Abkopplung der HRE von der HypoVereinsbank zur Milliarden-Infusion - aus gutem Grund! (mmnews.de)

Neues Weltfinanzsystem? Think-Tank LEAP/E2020 ruft G20 zum Umbau des Weltfinanzsystems auf. Forderung: Ablösung des US-Dollar als derzeitige Weltreservewährung durch neue Weltwährung. Globale Regulierung des Weltfinanzsystems. G20-Gipfel: Letzte Chance, den Zerfall der öffentlichen Ordnung aufzuhalten. (mmnews.de)



Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):




Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Thomas Maurer: Worüber man lachen kann? Über jene Journalisten, die im letzten Jahrzehnt die naturgesetzliche Weisheit des unregulierten Marktes mit der Inbrunst evangelikaler Christen verkündeten und den jeweils bestbezahlten Kapitaljongleuren schwanzwedelnd bis ins Maßschuhschränkchen nachkrochen, die jeden kritischen Einwand mit nachgemacht blasiertem Mercedesfahrerhumor bedachten und jetzt doch ein wenig deppert aus der Wäsche schauen.



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