Donnerstag, 19. März 2009

Rettung oder der Anfang vom Ende

Die Finanzkrise treibt immer seltsamere Blüten. Nun werden, wie gestern aus den USA bekannt wurde, 1 Billion Dollar (1 trillion Dollar, das sind 1.000.000.000.000 U$ - eine Eins mit 12 Nullen!) zum Ankauf von Kreditmüll bereitgestellt! ... von der FED.

Die Fed ist keine staatliche Zentralbank, sondern eine private Bank, die allerdings die Währungshoheit des US-Dollars inne hat. Mit dieser gigantischen Summe, die natürlich nicht vorhanden ist, sondern "gedruckt" werden muss. Drucken ist das falsche Wort, denn diese Summen werden nicht auf Gold- oder Wertschöpfungsbasis erzeugt, sondern nur digital, also virtuell, erschaffen. Sozusagen Spielgeld, wie bei Monopoly oder DKT ...

Wenn die Geldmenge so extrem gesteigert wird, ist laut den Lehrmeinungen und Erfahrungen eine Inflation, in diesem Fall eine Hyperinflation, nicht abzuwenden. Die US-Regierung versucht ausserdem den inneramerikanischen Markt abzuschotten. Gemäss der Direktive, Amerikaner kaufen amerikanische Waren!

Der nahe Crash ist abgewendet, somit kann der abgeschottete amerikanische Markt durchaus länger funktionieren. Allerdings mit einer enormen Inflation. Das heisst, auf Grund der viel zu grossen Geldmenge, die sich im Umlauf befindet, wird der Dollar immer weniger wert!

Für die Amerikaner ist eine Tatsache von sehr grossem Nachteil. Fast alle Konsumgüterproduktionen sind schon vor Jahren ins billigere Ausland abgewandert. Darum muss importiert werden, die Importe werden aber durch den fallenden Dollarkurs teurer!

Durch den Wertverfall des Dollars werden sich auch jene Staaten Gedanken machen, was sie mit den amerikanischen Treasuries (Anleihen) und Dollarreserven machen werden. Diese zu halten wird grosse Verluste bringen, also werden sie versuchen, alles was an US-Dollar hängt, loszuwerden. Eine Möglichkeit wäre, die Rohstofflager aufzufüllen oder auf andere, möglicherweise sicherere Staatsanleihen umzusteigen. Hier bieten sich der Euro und der Yen an (die zwar auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind, aber vom fallenden US-Dollar durchaus profitieren könnten).

So gesehen könnte der inneramerikanische Markt noch einige Monate überstehen. Durch den abgewerteten Dollar und die gesteigerte Geldmenge, könnten auch Auslandsschulden beglichen werden. Allerdings zum Nachteil der Investoren, da sie durch den tieferen Kurs der amerikanischen Währung weniger an Kapital herausbekommen. In jedem Fall wird das Vertrauen in den US-Dollar verschwinden, nur mehr Verrückte werden in die ehemalige Nummer Eins am weltweiten Geldmarkt investieren und die Exporte ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten werden sich auf ein Minimum reduzieren.

Somit ist auch in diesem Fall ein Kollaps der amerikanischen Währung sehr wahrscheinlich. Beschleunigt könnte dieser Prozess durch das amerikanische Volk selbst werden. Die "Obama-Messias-Euphorie" ist weitgehend verflogen, die Yankees sind wieder am Boden der Realität angekommen und immer mehr sind gegen die Pläne der Regierung, nur die Eliten aus dem Schlamassel zu retten. Die unteren und mittleren Schichten fühlen sich verlassen. Zwangsvollstreckungen, Delogierungen, Lebensmittelkarten und eine gewaltige Armutswelle erschüttert das Land, während die Banker auf ihre millionenschweren Bonuszahlungen pochen (diese Obama jetzt allerdings rückgängig machen möchte!). Das Volk begehrt auf, ist unzufrieden, das ist der Samen einer Revolte. Und die wird kommen, so oder so!



Johannes (schnittpunkt2012.blogspot.com)



Links zum Thema:


Geht die Fed einen Schritt zu weit? Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über ihre weitere Strategie. Marktbeobachter spekulieren darauf, dass die Währungshüter um Fed-Chef Ben Bernanke zur Ultima ratio greifen könnten, um der Krise endlich Herr zu werden. Doch ist das wirklich nötig - und mit Blick auf die Folgen überhaupt noch vertretbar? (ard.de)

FED dreht durch - Das neue Aufkaufprogramm der US-Zentralbank sprengt alle Grenzen. Im Prinzip sind jetzt alle Hähne aufgedreht. Für über 1 Billion Dollar wird Kreditmüll, teils staatlicher aufgekauft. (mmnews.de)

Fed stützt Kreditmärkte mit über einer Billion - Im Kampf gegen die Rezession greift die US-Notenbank zu einer ihrer schärfsten Waffen: Die Fed kündigte am Mittwochabend an, über die kommenden sechs Monate langfristige Staatsanleihen im Wert von bis zu 300 Mrd. Dollar und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von 750 Mrd. Dollar aufzukaufen. Die US-Aktienmärkte reagieren positiv, der Dollar gerät weiter unter Druck. (handelsblatt.com)

US-Notenbank schürt die Angst vor Inflation - Mit der Ankündigung, massenhaft Schrottpapiere aufzukaufen und insgesamt die gigantische Summe von mehr als einer Billion Dollar in das Finanzsystem zu pumpen, hat US-Notenbankchef Ben Bernanke die Wall Street beflügelt. Doch der dramatische Schritt heizt die Ängste vor einer drohenden Inflation an. Die Börsen in Tokio haben negativ reagiert. (welt.de)

Finanzminister Geithner wackelt wegen AIG-Boni - Die Amerikaner sind erzürnt über Zahlungen für Pleitemanager des Versicherungsriesen AIG. Präsident Obama versucht vergeblich zu erklären, dass es nicht um Lohn für Spekulanten geht, sondern um Hilfe, damit die Krise nicht zur Katastrophe wird. Um die Massen zu besänftigen, könnte er seinen Finanzminister opfern. (welt.de)








Meldungen:


Deutsche Bank hat enormen Kapitalbedarf (sueddeutsche.de)
Brüssel warnt vor heissem Herbst (diepresse.com)
US-Versicherungs-Riese AIG wird umbenannt und aufgelöst (diepresse.com)
Steinbrück klagt wegen Drohbriefe aus der Schweiz (spiegel.de)
China stoppt Coca Cola (mmnews.de)
EU hilft Firmen (mmnews.de)



Das Papier-Dilemma - Unser ganzes noch vorhandenes Geld- und Finanzsystem baut auf Papier und Bits auf. Wie soll man darin noch Leistungen und Werte speichern? (hartgeld.com)

Weltpanik, Weltmanipulation und Weltwährung. Der Geldbetrug der FED soll durch eine neue Währung globalisiert werden. USA wollen Euro und Yen schwächen, um als letzte Rettung eine von den Amerikanern dominierte Weltwährung einführen zu können. Der Einsatz dieses Machtmittels soll sicherstellen, dass der Verursacher der Weltfinanzkrise als der große Gewinner aus dieser hervorgeht. (mmnews.de)

Der G20-Gipfel soll ein Reinfall sein - Daniel Mitchell kritisiert Rettungspakete und verteidigt Bankgeheimnis. "Die Regierung hat die falschen Lehren aus der Krise gezogen", ist Daniel Mitchell überzeugt. Der Wirtschaftsexperte des größten liberalen Think-Tanks in den USA, dem Cato Institute, gilt als vehementer Verfechter eines internationalen Steuerwettbewerbs und eines schlanken Staates. (derstandard.at)

US-Senator: AIG-Manager sollen Selbstmord begehen. Ein prominenter US-Senator hat den Managern des strauchelnden Versicherungsriesen AIG nahegelegt, im Stil von japanischen Managern Selbstmord zu begehen. Der wichtigste Republikaner im Finanzausschuss, Charles Grassley, sagte einem Radiosender am Montag in Iowa, die wegen Bonuszahlungen heftig in die Kritik geratenen Manager würden in seinem Ansehen steigen, wenn sie dem japanischen Beispiel folgten und sich öffentlich mit einer tiefen Verbeugung entschuldigten. (nachrichten.at)

UK - Arbeitslosigkeit explodiert. Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien explodiert im Monat Februar 2009 gemäß den heutigen Daten des Office for National Statistics (ONS). Die sogenannten Claimant count, hier werden die Arbeitslosen gemessen die aktiv einen Job suchen, stiegen um 138'400 auf 1,3911 Millionen bzw. auf eine Rate von 4,3% an Arbeitssuchende an. Dies markiert mit +11% den höchsten monatlichen Anstieg seit 1971! Dies ist die Erhebung im Vereinigten Königreich, welche hauptsächlich verwendet um die Lage des britischen Arbeitsmarktes zu beurteilen. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Obama hat 104.332 Dollar von AIG erhalten. Die Empörung in der amerikanischen Bevölkerung über die Boni-Zahlungen an das Management des US-Versicherungsriesen AIG, welcher mit $170 Milliarden an Steuergeldern bisher „gerettet“ wurde, wird immer grösser. Deshalb wurde Obama gezwungen auch seinen Ärger darüber zu äussern, in dem er sagte, Boni-Forderungen in Höhe von 165 Millionen Dollar seien rücksichtslos und gierig. Er nannte sie eine "Schandtat", die "fundamentale Werte" verletze. Nur, dabei handelt es sich um eine Ablenkungsmanöver. Der US-Präsident und der Rest der politischen Riege versuchen die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Grund der Empörung zu lenken: dass monatelang vertuscht worden sei, wohin der Grossteil der 173 Milliarden Dollar an Steuergeldern zur Rettung von AIG geflossen seien. (alles-schallundrauch.blogspot.com)



Sachen zum Lachen (... wenn sie nicht so ernst wären!):


Neues aus EU-Absurdistan - Brüssel schafft die Frau ab! (de.altermedia.info)



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