Freitag, 27. März 2009

Mit den Staatsanleihen verschwindet die letzte Hoffnung!

Die Anleihen-Auktion der Briten war diese Woche ein Schock, allerdings ein zuerwartender Schock. Nur ein Teil der Anleihen konnte verkauft werden, auf den Rest bleibt Grossbritannien sitzen. Wie schon so oft erwähnt, irgendwann hat jedes Schuldenmachen seine Grenzen. Obwohl Staaten viel mehr Möglichkeiten des Schuldenmachens haben und auch nicht so leicht eine schlechtere Bonität durch Ratingagenturen bekommen (wie man derzeit sieht) zerplatzen hier die wahrscheinlich letzten Möglichkeiten, noch weitere Milliarden in das schwarze Loch "Finanzkrise" zu werfen, die allerdings immer gefräßiger wird! Die letzte Mölichkeit ist, so wie die amerikanische FED, eben Staatsanleihen selbst aufkaufen ... das heisst, der Staat gibt sich selbst Kredit! Das zeigt, wie krank unser System tatsächlich ist.

Jetzt wäre es schön langsam Zeit, selbst den Stecker zu ziehen. Doch wer sollte das tun? Die Amerikaner? Die Briten? Oder die Chinesen, indem sie ihre Dollars und US-Anleihen loswerden wollen?

Die täglichen News werden immer katastrophaler, die Milliarden und Billionenbeträge können wir schon lange nicht mehr nachvollziehen, ... jener der schlussendlich leiden wird, ist der kleine Mann. In den USA, in Grossbritannien, in Russland und auch in Österreich. Die Elite hat weitgehend vorgesorgt und kann auf den Crash warten. Der kleine Mann wird immer noch in Unkenntnis gelassen, teilweise wollen uns auch ganz skrupellose Politiker und Manager weissmachen, es gehe sowieso bald wieder bergauf, dann ist eh´ alles wieder in Butter!

Aber statt jetzt endlich das System herunterzufahren und den Stecker zu ziehen - nach dem Motto ein Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende - versucht man weiterhin mit Milliarden sinnlos herum zu werfen. Auch die EZB überlegt, nach dem Vorbild der FED, von jenen EU-Staaten Anleihen aufzukaufen, die am dringensten Geld benötigen und die Chance, dass nach den Briten auch andere Länder auf ihren Bond sitzen bleiben, ist verdammt gross! Der Staatsanleihenmarkt bricht gerade zusammen, die nächste Bubble, die platzt! Doch Warnungen gab es genug!

Das ist die Hinrichtung unseres Finanz- und Wirtschaftssystems. Die verantwortlichen Politiker sind hoffnungslos überfordert und ratlos.

Beim G-20 Gipfel kann keine Lösung erarbeitet werden, auch wenn man sie dringenst erwarten würde. Das Spiel wird in diesem Sinne weitergehen, in der Privatwirtschaft stünden sie alle vor dem Richter, wegen Konkursverschleppung, Betrug und Veruntreuung. Doch wie schon erwähnt, für Staaten und Regierungen gelten andere Richtlinien und Gesetze!

Dass jetzt allerdings langsam der Volkszorn hochkommt, ist verständlich. Unternehmer werden als Geisel genommen (Frankeich) und die Villa eines Bankmanager wird verwüstet (Grossbritannien). Als nächstes lässt man an Politikern den Zorn und die Wut aus! Egal ob schwarz, rot, grün oder blau - versagt haben sie alle! Aber das war, wenn wir ehrlich sind, zu erwarten!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


PS: zeitenwende.ch, das Schweizer Wirtschaftsmagazin "geschüttelt statt gerührt" macht weiter, nachdem es im Jänner 2009 aus wirtschaftlichen Gründen die Einstellung verkündet hat! Gratulation!



Meldungen:


Österreich: Banken zittern um 400 Mio. Euro Kredite in Slowenien (diepresse.com)
Nowotny korregiert Konjunkturprognose stakr nach unten (derstandard.at)
Österreichs Wirtschaft auf dünnem Eis (derstandard.at)
Situation der deutschen Premium-Autohersteller (hartgeld.com)
Massenleerstand in Asiens Bürogebäuden (ftd.de)
US Verbraucher: Vermögenswerte pulverisieren sich (blog.markt-daten.de)
Was soll die Billionen-Dollar-Spritze der FED (jjahnke.net)
Venezuela: Hugo Chávez setzt auf Pump (diepresse.com)
Grossbritannien: Staatsanleihen werden unbeliebt (faz.net)
Zuviele Papiere am Markt, Anleihen schwer verkäuflich (ftd.de)
20 Milliarden Nothilfe für Rumänien (welt.de)



Die Angst vor der Pleite - Staatsbankrott: Wie ernst ist die Lage wirklich? In der schweren Wirtschaftskrise nimmt das Unvorstellbare Konturen an: Die Pleite ganzer Staaten. Länder in Osteuropa ziehen die Börsenkurse in den Abgrund, Irland und Griechenland kämpfen gegen die Zahlungsunfähigkeit. Ökonomen warnen vor Staatsversagen. Hier die Antworten auf die drängendsten Fragen. (rp-online.de)

Kenneth Rogoff: Das Schulden-Endspiel - In der Krise schießt weltweit die Staatsverschuldung in die Höhe. Vielen Regierungen wird es schwerfallen, diese Last dauerhaft zu tragen. Es drohen Markteingriffe, Inflation und Staatsbankrotte. (ftd.de)

Steigen Russland und China aus dem Dollar aus? Kurz vor dem mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Volkswirtschaften der Welt, der sogenannten G20, und unmittelbar nach der Bekanntgabe einer weiteren massiven Finanzspritze für die US-Banken durch die Regierung Obama – wobei auch dieser erneute »Bailout« nicht zur Lösung der eigentlichen Probleme der hoffnungslos verschuldeten US-Ökonomie beiträgt – denkt die übrige Welt jetzt laut über das bisher »Undenkbare« nach: einen entschlossenen und geordneten Ausstieg aus dem US-Dollar, was immer das an Konsequenzen mit sich bringt. Bereits vor einiger Zeit hatte Russland andere Nationen aufgefordert, seinen Vorschlag zur Errichtung einer Alternative zum US-Dollar aufzugreifen, der seit 1944 als »Reserve«währung für die ganze Welt fungiert. Jetzt hat China, das die größten US-Dollarreserven der Welt hält – und zwar sowohl in Form von US-Wertpapieren als auch in Anleihen der inzwischen verstaatlichten Hypothekenfinanzierer »Freddie Mac« und »Fannie Mae« –, angedeutet, die russische Forderung nach einer Abkopplung vom US-Dollar zu unterstützen. Diese Entwicklungen verdienen eine genauere Betrachtung. (kopp-verlag.de)

Obamas Rettungsplan für die Banken: keine Lösung, sondern legaler Diebstahl - Obamas Finanzminister Tim Geithner hat soeben einen neuen Rettungsplan für die US-Banken vorgestellt, der dieses Mal angeblich eine Billion Dollar kosten soll. Kein Geringerer als der US-Präsident selbst erklärte seinen Mitbürgern, dies sei ein wichtiger Schritt zur Lösung der Krise, die Amerikas Wirtschaft in den freien Fall gestürzt hat – den schlimmsten seit den 1930er-Jahren. Auch die übrige Welt, die bekanntlich an das Dollar-System gekoppelt ist, ist ebenfalls bedroht. Geithners jüngster Plan ist jedoch alles andere als »die Lösung«; es ist nur ein weiterer gefährlicher Plan, die wenigen Schuldigen in den großen Wall Street-Banken zu belohnen – mit enormen Kosten für den amerikanischen Steuerzahler und mit der Gefahr einer zukünftigen weltweiten Inflation. (kopp-verlag.de)

Krise: Rechnen und beten, statt hoffen und raten - Ein „Systembankrott“ ist kein Gespenst, das Pessimisten erfunden haben, um brave Bürger zu erschrecken. Hinter dem Schleier der Rettungsmaßnahmen liegt ein möglicher Systembankrott. (mmnews.de)

Japan: Machtlos gegen die Welt-Krise - Japans Wirtschaft geht in die Knie. Viele einst stolze Branchen sind in ihrer Existenz bedroht. Die Krise tritt mit Verspätung ein - und trifft das Land dafür um so heftiger. Warum die Abwärtsspirale sich jetzt immer schneller dreht. (handelsblatt.com)

EZB schwenkt auf FED-Linie ein - Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet offenbar den Boden für den Ankauf von Unternehmensanleihen vor. EZB-Vizepräsident Lucas Papademos sagte in Brüssel: "Potenzielle Maßnahmen schließen den Ankauf von Unternehmensanleihen ein." (handelsblatt.com)

US-Zinsen negativ - Flucht in US-Schuldverschreibungen hält unvermidert an. Zinsen für 1-monatige Schuldtitel negativ: Wer Geld beim US-Staat anlegt, bekommt am Ende weniger zurück als er eingezahlt hat. (mmnews.de)

Keine Entspannung am US-Arbeitsmarkt - Auch die heutigen wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung des US-Arbeitsministeriums, bestätigen die miserable Lage am US-Arbeitsmarkt! Die anhaltende Rezession manifestiert sich in einer weiter hohen Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Billionen von Dollar an Krediten und Liquiditätshilfen verpuffen gemessen an dem real stattfindenden Arbeitsplatzabbau. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

EU-Abgeordnete wollen ihre Rente mit Steuergeldern aufstocken - Politiker sehen Altersversorgung durch Anlageverluste gefährdet. Wenn sich ein Fonds verspekuliert, dann ist das bitter für die Anleger. Es sei denn, man ist Abgeordneter im Europäischen Parlament und dort Mitglied im Freiwilligen Pensionsfonds, denn dann darf man sich Hoffnung machen, dass die Allgemeinheit für die Spekulationsverluste zahlt - und nicht man selbst. Genau das verlangen jetzt einige Abgeordnete. (dradio.de)

Keine Führung, nirgends - Joschka Fischer über EU - Auf dem Trittbrett durch die Krise: Nächste Woche treffen die Europäer beim G-20-Gipfel in London erstmals Barack Obama und zeigen ein Verhalten, das ebenso legitim wie fatal ist. Mehr als ein "Formelkompromiss" zur Bewältigung der Finanzkrise ist nicht zu erwarten. (sueddeutsche.de)

Britische Banker in Angst - Die Proteste gegen Top-Bankmanager nehmen immer groteskere Formen an. Nun wurde in Edinburgh das Wohnhaus von Fred Goodwin angegriffen. Der ehemalige Chef der Royal Bank of Scotland bezieht üppige Pensionszahlungen. (handelsblatt.com)

Die Wut erreicht die Straße - Manager werden als Geiseln genommen, Banker bedroht, Villen attackiert. Der Unmut über die Verantwortlichen der Wirtschaftskrise erreicht eine neue Dimension: Die allgemeine Wut richtet sich zunehmend gegen Einzelpersonen. (ftd.de)



Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):




Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Florian Scheuba: Worüber man lachen kann? Als Universalausrede für Unzulänglichkeiten aller Art hat die „Krise" mitunter lachhafte Züge, über welche man, wenn auch mit Bitterkeit, tatsächlich lachen sollte, denn Lachen ist Notwehr gegen Angst und daher gerade jetzt unverzichtbar.



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