Montag, 16. März 2009

Finanztitel steigen an den Börsen

In der vergangenen Woche verzeichneten die wichtigsten Börsen Kurssteigerungen. Interessantes Detail, vor allem Finanztitel stiegen im Kurs ...

Ist plötzlich das Vertrauen in Banken wieder hergestellt? Sind weitere Verluste oder Megaverluste auszuschliessen? Die Antwort heisst nein! Zwei Gründe waren ausschlaggebend, die allerdings etwas fragwürdig erscheinen.

Zuerst wurde ein internes Email aus der amerikanischen Citigroup bekannt, wo einer der leitenden Manager die Prognose abgibt, die Monate Jänner und Februar 2009 werden Gewinne verzeichnet. Sofort schnellten die Kurse der CitiGroup an der Wall Street hinauf. Nur zur Erinnerung, die CitiGroup musste wegen ihrer hohen Verluste teilverstaatlicht werden und es wird erwartet, dass noch einige Milliarden an Schrottpapieren abgeschrieben werden müssen. Insider gehen davon aus, dass die Bank in den nächsten Monaten theoretisch bankrott sein wird, aber durch die Teilverstaatlichung eventuell weiter am Leben erhalten kann - durch weitere Rettungsmilliarden der FED.

Bernake empfiehlt, dass Banken sich untereinander Schrottpaiere verkaufen. Nach dem Motto, kaufst du mir etwas ab, dann kaufe ich dir auch etwas ab. Dadurch bekommen wertlose Papiere wieder einen Wert und können in den Bilanzen als Positiva aufscheinen. Im Grunde eine Augenauswischerei, die zwar nicht jetzt, aber irgendwann in naher Zukunft Konsequenzen haben wird. Der Fall der Banken, die diese Art von Geschäften betreiben, wird dann ungleich tiefer sein. Es ist wohl nur eine kurzfristige Lösung, die Schrottpapiere durch Verschieben in wertvolle Anlagen zu verändern. Schrottpapiere bleiben Schrottpapiere! Kurzfristig wird dadurch die Bilanz geschönt und ein (nicht existenter) Gewinn ausgewiesen. Scheinbare Gewinne ködern Investoren, die wieder in Finanztitel investieren. Die Kurse steigen ...

Im Grunde ein Betrug, moralisch bedenklich, allerdings rechtlich kaum anfechtbar. Die Situation bleibt weiterhin äusserst labil und es hat sich - ausser den steigenden Aktienkursen und geschönten Zahlen - nichts verändert! Weiterhin gilt, ein Funke genügt und das System kann hochgehen! Da diese Praktiken allerdings für eine Verzögerung des Systemkollapses angewendet werden, werden sie auch toleriert.

Bedenklich ist weiters, dass die Banken versuchen, mit den bisherigen Praktiken weiter zu arbeiten und das "alte Finanzsystem" weiterhin ausreizen bis an die Grenzen. Es dient ausschliesslich dem Machterhalt und verzögert eine Neustrukturierung der Banken und des Systems, die allerdings notwendiger ist denn je!

Banken: Auferstanden aus Ruinen? Schöne neue Bankenwelt: Gestern noch am Abgrund, seit letzter Woche wieder Milliarden-Gewinne. Alles wieder im Lot bei den globalen Pleite-Kandidaten? Oder nur Luftnummern im Finanzsystem? Spurensuche im "Gute-Nachrichten-Kartell". (mmnews.de)

US-Banken - Gesundbeten wirkt nicht. Die Geldhäuser in den USA überraschen mit guten Nachrichten. Doch was wie eine Wende zum Guten wirkt, ist eher das Bemühen, sich nicht als Pleitekandidat zu empfehlen. (ftd.de)



Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Bernankes Optimismus treibt Aktienkurse in die Höhe (spiegel.de)
Demos in Spanien, Krawalle in Frankreich (diepresse.com)
Terroristen in Deutschland: Phantome der Geheimdienste (hintergrund.de)
Weniger Autos auf den Strassen Amerikas (alles-schallundrauch.blogspot.com)



Wie Öl ins Feuer gießen - Die Finanzkrise wird auf falsche Weise bekämpft. Was als Platzen einer Immobilienblase in den Vereinigten Staaten begann, hat zur schwersten umfassenden Wirtschaftskrise seit Ende der 1920er Jahre geführt. Die Geldwirtschaft hatte sich von der Güterwirtschaft gelöst und in Saus und Braus auf unverantwortliche Weise und zu wenig kontrolliert ein Eigenleben geführt. Dass die Krise noch weit schlimmer ausfällt, ist ziemlich gewiss. Mit einem Feuerwehr-Großeinsatz versuchen die Staaten, den globalen Flächenbrand zu bekämpfen, auch Deutschland. Dies wird, weil sie in ihrer Not - und nun sogar schier unausweichlich - Symptome statt Ursachen bekämpfen, schiefgehen. (kpkrause.de)

Deutschland ist am ertrinken und schlägt deshalb um sich - Was wir zurzeit beobachten ist ganz klar ein Krieg zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern. Wer glaubt, der aktuelle Streit wegen dem Bankgeheimnis ist nur Zufall, der irrt. Dem Land geht es so schlecht, dass es nur noch ums Überleben geht und jedes Mittel recht ist. Wir erleben einen richtigen Wirtschaftskrieg, der mit ganz harten Bandagen, wie Erpressung, Nötigung und Boykottdrohungen ausgefochten wird. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Immobilien: die nächste Bilanz-Bombe - Die massiven Wertverluste bei Gewerbeimmobilien alarmieren die Aufsichtsbehörden. Der Abschwung bei Bürogebäuden, Hotels und Einkaufszentren droht zum nächsten Verlustbringer vieler Immobilienbanken zu werden. Der Kreditmarkt liegt brach, viele Geldhäuser sind nervös. Und es dürfte noch schlimmer kommen. (handelsblatt.com)

Steueroasen in Delaware - US-Senator Carl Levin will die vermeintliche Steuerfluchtburg Schweiz trockenlegen. Dreist. Die grösste Steuerhinterziehung findet bei ihm zu Hause in der Provinz statt. (weltwoche.ch)

Ziehen jetzt Ausländer ihre 2000 Milliarden aus der Schweiz ab? Ausländische Privatkunden haben doppelt so viel Geld bei Schweizer Banken wie bisher angenommen. Die Konsequenzen durch das gelüftete Bankgeheimnis könnten daher für die Volkswirtschaft bedeutend sein. (bernerzeitung.ch)

Lebensmittel sind so billig wie lange nicht mehr - Der Einzelhandel überbietet sich derzeit mit Rabatten, der Preiskampf der Discounter tobt wie nie zuvor. Die Folge: In breiter Front sinken die Preise bei Lebensmitteln wie Quark, Butter und Brot. Doch die Preise für die Rohstoffe steigen schon wieder und damit steht auch der Sinkflug der Preise vor dem Ende. (welt.de)

USA: Wir sind Ponzi - Ökonom Nouriel Roubini zur Frage, ob Milliarden-Betrüger Madoff mit seinem Betrugssystem charakterstisch für diese Epoche ist - oder nur eine Ausnahme: "Amerikaner, schauen wir gemeinsam in den Spiegel: wir alle sind Madoff und Ponzi!" (mmnews.de)

"Es gibt keinen Markt mehr" - Alltag in der Krise (Teil 1): KURIER-Reporter unterwegs in Europa. Wie die Briten mit den Folgen des Crash leben. (kurier.at)



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