Dienstag, 24. März 2009

Den Teufel mit dem Beelzebub vertreiben

Wieso versuchen alle Regierungen ihre Probleme mit neuen Schulden zu lösen, wenn die hohe Verschuldung der Staaten, der Unternehmen und der Privaten den grössten Teil zur Finanzkrise beigetragen hat? Das ist, als würde man Feuer mit Benzin löschen ...

Jegliche Art der Verschuldung kostet Geld. Das weiss auch jeder, der sich schon einen Kredit aufgenommen hat - es werden Zinsen fällig, die man bezahlen muss. Bei Staatsschulden ebenfalls. Je besser die Bonität ist, umso niedriger ist der Zinssatz. Bei schlechter Bonität, wenn man überhaupt einen Kreditgeber findet, ist mit wesentlich höheren Zinsen zu rechnen.

Die Finanzkrise wurde durch die Geldpolitik des ehemaligen FED-Chefs Greenspan möglich. Er beförderte die Verschuldung der amerikanischen Haushalte ins Gigantische, als die Ersten nicht mehr zahlen konnten, war die Krise geboren (etwas vereinfachte Darstellung). Aber nicht, dass man die amerikanischen Kreditnehmer unterstützt hätte und die "Rettungsmilliarden" für insolvente Hausbesitzer verwendet hatte, man half den Kreditgebern. Diese hatten aber aus den Subprimekrediten bereits ein gewaltiges Geschäft aufgezogen, sie verkauften die Schulden, auch jene, die nicht mehr zurück bezahlt werden konnten. Nun waren Banken auf der ganzen Welt involviert, durch geschickte Aufbereitung verloren auch private Investoren viel Geld, denn auch die Banken, welche die faulen Kredite gekauft hatten, verkauften sie verpackt in schönen Fonds mit klingenden Namen weiter ... das heisst, aus Schulden, die nicht zurückbezahlt werden konnten, haben sie noch Zinsen, Rendite und Provisionen abgezockt. Und genau jenen Betrügern, stellt man Geldmilliarden zur Verfügung ... für die wiederrum der kleine Mann, das Volk aufkommen muss! Dabei ist das Volk sowieso schon abgezockt worden!

Nun hat die USA die in Umlauf befindliche Geldmenge durch den irren Betrag von 1 Billion Dollar (1 trillion dollar) erhöht. Wenn die Geldmenge wesentlich erhöht wird, ohne dass sich das Volksvermögen oder die Produktivität in gleichem Masse erhöht, führt das immer zu einer höheren Inflation. Das wird dem US-Dollar auch passieren. Noch sind die Börse und einige Staaten der Meinung, durch den Ankauf toxischer Wertpapiere, die somit vom Markt genommen wurden, könnte sich das System einigermassen stabilisieren. Die Börsenkurse schossen in die Höhe und selbst China sagte zu, auch weiterhin US-Treasuries zu kaufen.

Wenn es allerdings zur Inflation kommen wird und diese ist kaum abwendbar, wird China versuchen, die Dollarreserven und Staatsanleihen möglichst schnell loszuwerden und die Investoren an den Börsen vor allem aus amerikanischen Werten zu fliehen und sich Investitionen suchen, die sicherer sind - zum Beispiel Gold. China stärkt den USA nur solange den Rücken, als sie glauben, das grösste Konsumland der Welt reten zu können ... denn China ist von seinen Exporten abhängig. Ist das Vertrauen verspielt, wird China nicht die USA retten, sondern versuchen die Probleme im eigenen Land zu lösen. Und das kann ebenfalls sehr, sehr teuer werden!

Spätestens dann befindet sich der US-Dollar im freien Fall, die Inflation wird zur Hyperinflation und eine Währungsreform ist dann wahrscheinlich der einzige Ausweg. Ihren weltweiten Status als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" hat Amerika spätestens dann verloren, ebenso den Status als Konsumland und Finanzplatz Nummer 1 in der Welt. Denn diese exorbitant hohen Schulden können auch Generationen nicht mehr zurückzahlen.

Dabei drängt sich die Frage auf, setzt Bernake und die US-Regierung trotz weltweiten Vertrauensverlust auf die Währungsreform als Entschuldung? Es sieht offensichtlich so aus!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:


Ungarn: Krisenszenarie für die Demokratie (derstandard.at)
BAWAG-Wert sank auf 800 Millionen (kurier.at)
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Spaniens Autofabriken droht das schnelle aus (welt.de)
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Osteuropa rutscht weg (handelsblatt.com)
China will weiter US-Staatsanleihen kaufen (diepresse.com)
Keine Schiffe, keine Arbeit (sueddeutsche.de)
Milliarden werden ohne Sinn und Verstand verschleudert (spiegel.de)
Produktion japanischer Autobauer bricht dramatisch ein (bernerzeitung.ch)



Video:



Krisenpanik: Da braut sich was zusammen (spiegel.de)



Am Rande des Vorstellbaren - Berlin weitet die Vorbereitungen auf Gegenschläge gegen seine weltweiten militärischen Interventionen auf Krankenhäuser und Massenmedien aus. Man habe auch im Inland mit Kriegs- und Bürgerkriegssituationen am "Rande des Vorstellbaren" zu rechnen, heißt es beim zuständigen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Aktuelle Planungen beziehen in entsprechende Szenarien den Gesundheitssektor ein; dieser wird analog den Unternehmen der Energie- und der Transportindustrie als "kritische Infrastruktur" betrachtet, der im sogenannten Krisenfall besondere Bedeutung zugeschrieben wird. Das BBK fordert das Führungspersonal deutscher Krankenhäuser auf, enger mit den nationalen Repressionsbehörden und der Bundeswehr zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig werden die genannten Institutionen über ein "Satellitengestütztes Warnsystem" des Bundesamts miteinander verzahnt. Dieses ermöglicht es der politisch-militärischen Führung der Bundesrepublik, bei Bedarf direkt steuernd in die Berichterstattung der Massenmedien einzugreifen. (german-foreign-policy.com)

FED im Quantitative Easing - Modus. Nach der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der FED (Federal Open Market Committee, FOMC) am 18.03.2009, geht Quantitative Easing, das Aufkaufen von "Wertpapieren", zum großen Teil von Toxic Waste - Wertpapieren, mit Hilfe einer Ausweitung der FED-Bilanz in eine neue Runde. Für zusätzliche 750 Mrd. Dollar sollen Agency Mortgage-Backed Securities, also Hypothekenverbriefungen aufgekauft werden. Darüber hinaus sollen in den nächsten sechs Monaten US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von zwei bis 10 Jahren in einem Gesamtvolumen von 300 Mrd. Dollar aufgekauft werden. (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

US-Senator Gregg fürchtet Staatsbankrott - "Wir werden unseren Kindern ein Land übergeben, das nicht mehr zu bezahlen ist": US-Senator Judd Gregg hat Präsident Barack Obama für dessen Finanzpolitik heftig kritisiert - und die USA mit einem abstürzenden Flugzeug verglichen. (spiegel.de)

In den USA droht massive Geldentwertung – Gefahr auch für europäische Sparer. Die US-Notenbank greift zum Äußersten: Sie will für 300 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen aufkaufen und druckt mehr Geld. Der Staat nimmt also bei sich selbst Kredit auf, mit Geld ohne Gegenwert. Sparguthaben könnten im Wert fallen. (kopp-verlag.de)

USA: Ein Land im Subprime-Status. Die Wahrheit ist, dass die USA heillos überschuldet sind und ihre Schulden niemals zurückbezahlen können. Mittlerweile befindet sich das ganze Land im Subprime-Status. (mmnews.de)

US-Rettungsplan sorgt für Kursfeuerwerk - Das neue US-Rettungspaket für die Finanzbranche umfasst bis zu einer Billion Dollar - und die Börsen feiern es: Der Dow Jones gewann fast sieben Prozent. Doch Experten warnen vor einem "Bullenrennen auf dünnem Eis". Und US-Präsident Obama betont, die Konsolidierung brauche Zeit. (spiegel.de)

Deutsche Wirtschaft steuert auf Desaster zu. Der Wettlauf um die pessimistischste Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum nimmt kein Ende. Jetzt hat die Commerzbank mit einer neuen drastischen Vorhersage schockiert: Sie rechnet für 2009 mit einem Einbruch um bis zu sieben Prozent. Aber auch andere Ökonomen sehen die Situation mittlerweile dramatischer als bislang angenommen und malen schwarz für die deutsche Wirtschaft. (handelsblatt.com)

Zweifel am Dollar - China fordert neue Weltwährung. Die chinesische Zentralbank verlangt eine umfassende Reform des internationalen Währungssystems - und rüttelt am Greenback als weltweite Leitwährung. Stattdessen plant Peking eine Rolle Rückwärts zu einem Instrument aus der Bretton-Woods-Ära. (ftd.de)

Führt Verschuldung zu Inflation? Angesichts der steigenden US-Staatsverschuldung (Ende 2009 dürfte sich die Verschuldung des öffentlichen Sektors bei mehr 12 Billionen US-Dollar befinden) stellt sich die Frage, ob Verschuldung an sich automatisch Inflation auslöst. (mmnews.de)

Marktkommentar: Beruhigungen und Realität. Nachdem der Goldpreis am 20. Februar wieder 1.000 Dollar pro Unze erreicht hatte und die Schieflage einiger US-Banken wie Citigroup sichtbar wurde, hat man eine Beruhigungs-Kampagne gestartet. Eigentlich sollte man es eine Lügen-Kampagne nennen, denn außer Manipulationen hat man nicht mehr viel aufzubieten. Diese Lügen funktionieren aber interessanterweise immer noch. (ef-magazin.de)

Reinhold Würth befürchtet schwere Krise - „Die Krise ist gewaltig, ihre Dimension haben wir bis heute nicht verstanden“, sagte Reinhold Würth im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagzeitung“. Er befürchtet sogar, dass sich nicht einmal die Staaten halten können. „Bei dem Gedanken läuft es mir eiskalt über den Rücken.“ (stimme.de)

Dangerous Unintended Consequences - I’ve just returned from Washington, DC, where I held a press conference at the National Press Club and a round-robin series of meetings with members of Congress … with more to come this week. Let me first tell you what I told them. Then, I’ll explain what I think you should do about it … Why Banking Bailouts, Buyouts, and Nationalizations Can Only Prolong America’s Second Great Depression And Weaken Any Subsequent Recovery - Edited Transcript of Press Conference Presentation. (moneyandmarkets.com)




Sachen zum Schmunzeln (... wenn sie nicht so ernst wären!):








Gibt es Positives an der Krise?
Antworten von Kabarettisten als Ansichtssache in derstandard.at

Dolores Schmidinger: Worüber man lachen kann? Wenn man keine Aktien hat, wenn man schon vorher arm war. Ich hatte in Kaufräuschen alles ausgegeben. Daher brauch ich mich jetzt nicht ärgern.



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