Dienstag, 10. Februar 2009

Zweimal waren wir ganz knapp am grossen Crash

Zweimal im vergangenen Jahr, waren wir nur ganz knapp am grossen Crash vorbeigeschrammt - Mitte September in den USA und Ende Oktober in Grossbritannien bzw. Europa. Beide Male konnten nur durch einen gewaltigen Kraftakt und gigantische Geldmengen der unmittelbar bevorstehende Kollaps vermieden werden. Das wurde jetzt bekannt. Obwohl, Gerüchte gab es darüber, dass es äusserst kanpp war und dass auch unser politisches System kollabiert wäre.

Seit damals hat sich viel getan. Die Krise verschärft sich zusehens, Milliarden an Rettungspaketen halfen kaum (ausser, dass sie den Zusammenbruch verzögern), es sind neue Verluste bekannt geworden, die vernichteten Arbeitsplätze gehen weltweit in die Millionen, die USA hat einen neuen Präsident und Gold hat im Jänner ein "All-Time-High" erreicht ...

Mittlerweilen schreiben auch (vor allem deutsche) Medien unverblümt über diverse "Crash-Szenarien", unmittelbar bevorstehenden Währungsreformen und die Unrettbarkeit der USA. Trotz Barack Obama, trotz neuem Milliardenpaket, trotz (unglaublich) starkem US-Dollar. Wir befinden uns in einer weltweiten Depression, die alles bisher dagewesen übersteigt ... und das Bisherige trotzdem nur das Vorspiel zur eigentlichen Katastrophe ist.

Mittlerweilen gibt es US-Bundesstaaten, die überlegen, aus dem Staatenverbund der USA auszutreten. Das ist durch den 10. Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung möglich. Zerbricht die USA? Ich denke, noch in diesem Jahr wird die USA wie wir sie kennen, bereits Geschichte sein. Denkbar ist, dass es zu Staatsverbünden im Osten, Westen, Süden und dem Rest der Bundesstaaten kommen wird. Hawaii und Alaska werden ebenfalls abspringen. Dann wird sich sowohl wirtschaftlich wie politisch sehr viel ändern. Der Gigant ist zu gross geworden, zu mächtig ... und auch zu korrupt und zu menschenfeindlich. Die Krise hatte ihren Ausgangspunkt bei Al Greenspan, der damalige Fed-Chef während der 1. Bush II-Regierung. Seine Kredit- und Zinspolitik hatte den Amerikanern die Immobilienblase gebracht ... und schlussendlich der Welt die Kernschmelze des Finanzsystems.

Auch Europa wird es nicht anders gehen, die EU wird sich von Grund auf verändern müssen, allerdings sehr schnell, denn sonst wird auch sie zerfallen ... so wie die USA. Allerdings ohne der neuen EU-Verfassung, die mit Sicherheit der falsche Weg wäre! Denn dann würde die Europäische Union eine Beamten Diktatur werden und das kann doch (ausser den Beamten und Politikern) niemand wirklich wollen. Auch vom Euro werden wir uns verabschieden, dieser ist doch immerhin 10 Jahre alt geworden!!

Es wurde in den letzten Monaten gigantische Summen als Rettung der Systeme in die Krise geworfen, die sich allerdings immer mehr als schwarzes Loch zu erkennen gibt, das alles verschlingt! Kurz, wir haben den Plafond erreicht, es gibt im Grunde keine finanziellen Mittel mehr um weiteres Futter für dieses schwarze Loch zu vergeuden. Würde noch mehr Geld gedruckt werden (das heisst von den Notenbanken bereit gestellt werden), laufen wir grosse Gefahr, binnen kürzester Zeit in eine galloppierende Hyperinflation zu kommen. Wir haben die Bilder von den Milliarden-Geldscheinen aus Simbabwe noch nicht vergessen, oder? Die Hyperinflation ist das Schreckgespenst der Politiker. Vielleicht kommen sie jetzt drauf, dass nicht jede Bank gerettet werden muss. Wegen derer Spekulationsfehler mit unserem Geld, dem Geld der Steuezahler, mit Staatsvermögen!

Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Meldungen:

Pleite von 35-jährigem Österreicher stellt Credit Suisse vor Probleme
(nachrichten.at)
Deutsche Industrieproduktion im Fall (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)
UBS schreibt Milliardenverlust (kurier.at)
Wallstreet-Banker zahlten im Puff bis zu 200.000 Dollar (bernerzeitung.ch)
Zitterpartie für Europa und dem Euro - Teil 1 (diepresse.com)
Länder flüchten in der Krise in den Protektionismus (welt.de)
Wirtschaftspolitik: Das Desaster der Union (handelsblatt.com)
Nissan streicht 20.000 Stellen (handelsblatt.com)
Banker sind überbezahlt - wie schon 1929 (handelsblatt.com)
Kreditklemme nur für Grossprojekte? (kurier.at)


Bricht die USA auseinander? Neun amerikanische Bundesstaaten haben mit Aktionen und Resolutionen die Regierung in Washington in letzter Zeit gewarnt, sie könnten den 10. Zusatzartikel der Verfassung in Anspruch nehmen und selbständig werden. Diese sind Washington, New Hampshire, Arizona, Montana, Michigan, Missouri, Oklahoma und Hawaii. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Es ist offiziell: Wir sind in einer globalen Depression! Wie Bloomberg berichtet, sind die führenden Wirtschaften der Welt bereits in einer „Depression“ und die Finanzkrise wird sich verschärfen, ausser das Bankensystem wird in Ordnung gebracht, sagt der Chef des Internationalen Weltwährungsfonds, Dominique Strauss-Kahn. „Das schlimmste kann nicht mehr ausgeschlossen werden“, sagte Strauss-Kahn in Kaula Lumpur, wo er an einer Tagung südostasiatischer Zentralbankern teilnahm. „Es gibt viel Abwertrisiko.“
Der IWF muss es ja am besten wissen, denn es ist die Organisation welche die Finanzsituation aller Länder kennt und Einsicht in die Bücher hat. Sie ist auch verantwortlich für die Rettung von bankrotten Ländern und hat die Aufgabe das Weltfinanzsystem zu stabilisieren. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

FAZ stellt Systemfrage. FAZ zur Krise: "Das alte System wird sich nicht fangen ... Mit gouvernementalem Herumfuchteln in Klüngelrunden, um irgendwelche Stellschrauben zu befingern, ist nichts mehr zu gewinnen." (mmnews.de)

Kein Spielraum mehr für zusätzliche Hilfe! Eine vertrauliche Studie lässt bei Europas Finanzministern die Alarmglocken schrillen. Das Papier sagt nichts Geringeres, als dass Europa durch die vielen Konjunkturpakete im Jahr 2010 das Geld ausgeht. Demnach wird das Budgetdefizit in der EU dann bei fünf Prozent liegen. Genau wenn die Krise bei allen Konsumenten angekommen sein wird, werde es demnach keinen Spielraum mehr für staatliche Hilfe geben. Schon jetzt verheißt die Studie den Regierungen, dass die Wähler sie dafür erbarmungslos abstrafen werden. (orf.at)

Karlsruhe richtet über Zukunft der Europäischen Union. In Karlsruhe entscheidet sich das Schicksal der EU. Die Richter des Bundesverfassungsgerichts verhandeln von nun an darüber, ob Deutschland dem Vertrag von Lissabon zustimmen durfte. (ftd.de)

Ex-US-Minister: Alle Banken pleite - Robert Reich, Ex-US-Arbeitsminister:"Im Prinzip sind die Banken insolvent". Ex-FDIC Chef fordert vorrübergehende Verstaatlichung aller Banken. (mmnews.de)

Milliardenkredit für Ukraine - Russland greift der vom Bankrott bedrohten Ukraine möglicherweise mit einem Kredit von fünf Milliarden US-Dollar unter die Arme. (derstandard.at)

Flugzeugprojekt im Sinkflug - Das als "größte steirische Industrieansiedlung" apostrophierte Flugzeugindustrieprojekt in Graz gerät ins Trudeln. (derstandard.at)

Der größte Bankraub aller Zeiten - Was treiben die Mächtigen der Finanzwelt? Wie sieht ihre Arbeit, wie ihr Leben aus? manager-magazin.de präsentiert Auszüge aus dem Buch "Bank, Banker, Bankrott", in dem Autor René Zeyer Eitelkeiten, Intrigen und Karrieresucht von Gelddealern entlarvt, die den Bezug zur Realität schon längst verloren haben. (manager-magazin.de)

Banken sollen Hauptlast für faule Papiere tragen. Banken müsse korrekte Entschädigung als Gegenleistung für Hilfsmaßnahmen abverlangt werden. (derstandard.at)

Von der Fabrik auf den Friedhof - Die Geschäfte der "Boneyards", der Friedhöfe für Flugzeuge im Westen der USA, laufen während der aktuellen Krise der Luftfahrt blendend. (derstandard.at)

Die Krise hat erst begonnen - Am Donnerstagabend war Nicolas Sarkozy an der Reihe, live aus dem Elyséepalast. Er beruhigte. Er drohte. Er versprach, „alle zu beschützen“. Er ratterte Zahlen herunter wie ein Manager und beschrieb Einzelschicksale wie ein Geistlicher. Einmal, er hatte gleichzeitig die Abschaffung der Gewerbesteuer und die Erhöhung der Zuschüsse für Minijobs versprochen, knurrte er einen skeptisch murmelnden Journalisten an: „Wollen Sie mir mitteilen, mein Beruf sei nicht einfach? Danke, das wusste ich schon.“ Doch Sarkozy hatte am Donnerstag ebenso wenig einen Plan wie am Mittwoch oder heute. Die Krise frisst sich mit nicht nachlassender Geschwindigkeit in die Fundamente der Gesellschaft, die Arbeitslosigkeit steigt, weitere Demos sind angekündigt. Sein historischer Auftritt hat sich längst versendet. (faz.net)



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