Sonntag, 22. Februar 2009

Osteuropa: alles in bester Ordnung ...

Osteuropa kollabiert gerade. Staaten wie die Ukraine, Rumänien, Lettland und Ungarn sind bankrott. Andere Oststaaten stehen kurz davor. Österreichische Banken sind, wie wir mittlerweile wissen, in diesem Wirtschaftsraum besonders engagiert. Über 300 Milliarden aushaftende Kredite bereiten unserer Regierung Sorgen. Faymann und Pröll suchen Partner in der EU, um finanzielle Hilfe für den Osten aufzutreiben. Denn die letzte Regierung hat ja voreilig Garantien für unsere Banken abgegeben und jetzt kann in Kürze einiges fällig werden. Soviel, dass die Banken den Staat Österreich in den Bankrott treiben! Im Ausland wird Österreich schon länger als Pleitekanditat gehandelt. In Österreich wollte man dies bisher nicht so sehen, denn es gibt laut Auskunft unserer "Oberbanker" Treichl und Konrad absolut keine Probleme. Sie zeichnen ein Bild, als wäre der Osten immer noch intakt und sie alle Kredite, ausser die "normalen Ausfälle", nicht abschreiben werden müssen (Treichl: Keine Krise und keine Panik dauert ewig, Konrad: Risiko im Osten ist überschaubar, Profumo hält Sorgen um Osteuropa für übertrieben). Dann ist ja alles in Butter, oder?

Entweder sind unsere Banker realitätsfremd, naiv oder sie belügen uns bewusst. Letzte Woche sackte der ATX (Wiener Börsen Index) vor allem wegen der Finanztitel gewaltig ab. Das wenige Vertrauen in die Banken wurde nun gänzlich verloren. Die Banker meinen, die Börsenkurse entsprechen nicht der Realität. Liegt darin aber nicht die Angst der Investoren, Geld zu verlieren und aus den Banken möglichst schnell herauszukommen? ... bevor es zu spät ist!

Die Raiffeisengruppe hat diese Woche die Zahlen von 2008 auf den Tisch gelegt und offensichtlich sehr gut verdient. Damit ist es aber 2009 vorbei. Voriges Jahr war noch vieles möglich, weil die Krise erst ziemlich spät den Osten erwischt hat. Jetzt ist aber Feuer am Dach! Vor allem, weil sich Bankexperten in den letzten zwei Jahren durchwegs geirrt haben und gewaltige Fehleinschätzungen begangen haben. Ich glaube den "Oberbankern" kein Wort! Denn würde sich sonst der Spread bei den österreichischen Staatsanleihen so schnell so exorbitant vergrössern. Tatsächlich muss Österreich derzeit mehr Zinsen für ihre Anleihen anbieten, als zum Beispiel Spanien, die sowieso als Pleitestaat gehandelt werden. In Kürze, wenn es so weiter geht, werden wir auch den Zinssatz der Italiener überholen ...

Die Situation kann man durchaus mit einem Hotel vergleichen, dass Millionen in die Modernisierung und in den Ausbau investiert hat und nun einen gewaltigen Rückgang der Buchungen verzeichnen muss. Der Konkurs ist unausweichlich, die Manager haben es verbockt, weil sie immer mehr Profit wollten und die Investoren verlieren viel Geld. Sollte das Hotel nicht von einer anderen Hotelgruppe übernommen werden. Doch wer sollte den österreichischen Staat übernehmen (wollen)?

Durchaus denkbar, dass Österreich der Auslöser für eine europäische Währungskrise sein wird. Die nächsten Tage oder Wochen werden es zeigen. Erinnere dich dann, wenn es ernst wird, an die Aussagen von Treichl, Konrad und Profumo! ... und jagt sie davon!



Der Goldkurs war am Freitag kurz über 1.000 US-Dollar und wird wahrscheinlich nächste Woche konstant über dieser magischen Grenze bleiben, mit stark steigender Tendenz, sollte es nicht, wie in den letzten Wochen, gelingen den Goldpreis zu drücken. Bei über 1.000 Dollar für eine Unze Gold haben wir eine äusserst instabile Situation, die kurzfristig ausser Kontrolle geraten kann (aber nicht muss!). Jetzt ist äusserste Vorsicht angesagt! Selbst die deutsche Regierung fordert die Bevölkerung auf, sich Vorräte zuzulegen. Leute, das ist verdammt ernst gemeint. Und Österreich ist keine Insel der Seligen!

Deutsche Bundesregierung rät zum Hamstern (taz.de)
Regierung rät zu Vorräten (mmnews.de)
Der Deckel hat abgehoben (hartgeld.com)
Wie gehts nun weiter? (hartgeld.com)


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Meldungen:

Gold auf 1.000 Dollar!
(alles-schallundrauch.blogspot.com)
Börsenguru sagt Währungsreform voraus (welt.de)
Gold löst sich vom US-Dollar (goldseiten.de)
Droht in Europa eine Staatspleite (ard.de)
Job-Kahlschlag ab Sommer (bild.de)
Experten rechnen mit Massenentlassungen ab Sommer (spiegel.de)
Osteuropa: dem Konsumrausch folgt der Schuldenkater (diepresse.com)
CDU-Politiker sehen Opel als Milliardengrab (ftd.de)
Krise treibt Renditen nach oben (faz.net)
Das Milliardenloch in Kalifornien (derstandard.at)
Wieder ein schwarzer Freitag (derstandard.at)


Ewiger Pechvogel namens Österreich. Droht Österreich wieder einmal eine zentrale Rolle in einem Unglücksszenario einzunehmen? Droht Österreich wieder einmal eine zentrale Rolle in einem Unglücksszenario einzunehmen? In der internationalen Finanzwelt fragt man sich schon, ob das Land der Dominostein ist, der das globale Wirtschaftgebäude zum Einsturz bringen wird. (derstandard.at)

Soziale Unruhen in Deutschland: Das Gesamtsystem Bundesrepublik ist in Gefahr. Die Finanzkrise trifft die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht, Politiker reden von globaler Rezession und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit als Folge einer einsetzenden Kreditklemme. (lifegen.de)

Ab in den Keller? Ausgerechnet am gestrigen, hohen, un-gesetzlichen, rheinländischen Feier-Tag unterschreitet der Dow seine Tiefpunkte aus November vergangenen Jahres. Ein in die fünfte Jahreszeit passender Scherz ist das nicht. Der Dow hatte sich in der 2000er Baisse von den großen US-Aktien-Indices am besten gehalten, der NDX war am stärksten unter die Räder gekommen. In der aktuellen Baisse scheint es umgekehrt. Der NDX ist von seinen November-Tiefs noch ein Stück entfernt, offenbar erwarten die Investoren, dass die Technologie von den Wundern der weltweit beschlossenen staatlichen Anreizpakete besonders profitiert. (goldseiten.de)

Chinas Wanderarbeiter ohne Jobs. 25 Millionen Bauern, die sich als Wanderarbeiter in Fabriken verdingen, haben wegen der globalen Finanzkrise bereits ihre Arbeit verloren. Die Führung in Peking ist geschockt und befürchtet Aufstände. (derstandard.at)

European bank bail-out could push EU into crisis. A bail-out of the toxic assets held by European banks' could plunge the European Union into crisis, according to a confidential Brussels document. (telegraph.co.uk)

Failure to save East Europe will lead to worldwide meltdown. The unfolding debt drama in Russia, Ukraine, and the EU states of Eastern Europe has reached acute danger point. (telegraph.co.uk)






Schweizer Käse: Im Folgenden noch einige Artikel zum Thema UBS und Schweizer Bankgeheimnis. Paralellen zu Österreich sind leicht zu finden, die Banker werden davon gejagt, weil sie den Staat ruinieren! Sowohl die Schweiz wie auch Österreich können durch ihre Grossbanken und deren Geschäftsbegarungen den globalen Mega Domino Day auslösen. Die Banken beider Staaten sind überdurchschnittlich in Osteuropa engagiert (Österreich allerdings um vieles mehr!). Der Schweizer Franken ist nicht mehr der vielzitierte "sichere Hafen" im Währungsbereich, der CHF kann vor oder mit dem Euro kippen! (siehe auch: Die Schweiz wird nervös)



SVP will Gold aus den USA abziehen. Dringliche Debatte zum Bankgeheimnis verlangt. Die SVP fordert, dass die Schweiz ihr Nationalbankgold aus den USA abziehe. Es gehe darum, das Schweizer Volksvermögen zu schützen. Sie möchte auch den Verkauf amerikanischer Anlagefonds in der Schweiz verbieten. (nzz.ch)

Der Dammbruch der UBS. Nicht nur die UBS hat kapituliert, auch die Schweiz gibt im Steuerstreit mit den USA klein bei. Die Großbank zahlt in einem außergerichtlichen Vergleich nicht nur eine Strafe von 780 Mio. Dollar. Mit ausdrücklicher Zustimmung der staatlichen Finanzaufsicht FINMA händigt die UBS darüber hinaus bislang geheime Daten von rund 300 Kunden an die US-Steuerfahnder aus. Mit diesem Schritt lüftet die Schweiz erstmals im großen Umfang ihr Jahrhunderte altes Bankgeheimnis. Das ist ein Dammbruch. Werden jetzt doch auch andere Staaten wie Deutschland darauf pochen, dass die Eidgenossen im Falle von grenzüberschreitenden Steuervergehen sensible Informationen austauschen. (handelsblatt.com)

Der Schweiz drohen Klagen. Wenn es zutrifft, dass Daten von 300 UBS-Kunden bereits den USA übergeben wurden, könnte dies Haftungs- und strafrechtliche Folgen haben. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) ist sich keiner Schuld bewusst. (bernerzeitung.ch)

UBS-Spitze wusste genau, was sie tat. Peter Kurer und Marcel Rohner wussten, wie gefährlich es war, reichen Amerikanern zu helfen, den Fiskus zu umgehen. Die erste interne Warnung gab es 2001. (bernerzeitung.ch)

Gericht blockiert die Herausgabe der UBS-Daten. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hat die Herausgabe von Bankunterlagen an die US-Behörden per superprovisorische Verfügung verboten. Dies betrifft offenbar sowohl die erste Forderung der US-Justiz von Daten zu 300 Kunden, wie auch die Forderung von Daten von 52'000 UBS-Kunden aus der neuen Klage. (alles-schallundrauch.blogspot.com)



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