Freitag, 27. Februar 2009

Gibt es einen Ausweg aus der Krise?

Ich werde oft mit der Frage konfrontiert, ob es aus der jetzigen Krise denn keinen Ausweg gibt? Ja, sicher gibt es Möglichkeiten das ganze relativ rasch zu beenden, doch diese Antwort wollen die wenigsten hören, denn das Resultat ist im Grunde das gleiche, wie wenn diese Krise weiter wütet und zum weltweiten Zusammenbruch aller Systeme mutiert!

Unser gesamtes Leben war auf Schulden aufgebaut. Ohne Schulden zu machen, wäre der Wohlstand und das Sozialnetz nicht möglich gewesen! Und diese immense Schuldenmacherei hat schlussendlich selbst für den Exitus gesorgt - ein finanzieller Suizid des Finanzsystems, sozusagen.

Beginnen wir im Kleinen, im familiären Bereich. Ohne Schulden zu machen, war kein Eigenheim möglich, meist auch kein Auto (oder besser zwei bis drei Autos pro Familie). Jene Firmen, in denen wir arbeiten, benötigten auch Kredite um zu wachsen, um grosse Aufträge erfüllen zu können. Die Kommunen in denen wir leben, nahmen ebenfalls Kredite auf, für das neue Kanalsystem, das Seniorenheim, das neue Rathaus, die neue Therme, etc. Auch das Land und der Staat mussten hohe Kredite aufnehmen um das Sozialsystem, den medizinischen Bereich, die Beamtenschaft, die Strassen und alles andere an Infrastruktur funktionieren zu lassen. Es kam Jahr für Jahr eine höhere Schuld zusammen. Die Ansprüche wurden immer grösser. Das kann normalerweise nicht gut gehen, da irgendwann dieses System an seine eigenen Grenzen stösst.

Dass in unserer unendlichen Gier, immer mehr Geld und Vermögen zu "verdienen" bzw. anzuhäufen, auch entsprechende fragwürdige Exzesse wie Spekulationsgeschäfte immer mehr wurden, dürfen wir nicht nur den Bankern in die Schuhe schieben. Wir alle wollten immer mehr, möglichst leicht verdient, ohne arbeiten, ohne Risiko. So kann es aber nur eine gewisse Zeit funktionieren, dann fällt das Kartenhaus zusammen ...

Vor allem, weil auch unser Papiergeld nur das Papier wert war (oder noch ist). Die Goldbesicherung gibt es schon lange nicht mehr oder nur zu einem kleinen Teil. Früher stand sogar auf den Gledscheinen, dass man den Wert des Papiergeldes gegen Gold tauschen konnte. Das heisst, der Wert des Geldes war gedeckt. Dieser Text ist allerdings schon lange verschwunden! Unser Geld, von dem wir nicht genug bekommen können, ist eigentlich nichts wert!

Nun zur eingangs gestellten Frage, gibt es einen Ausweg aus der Krise? Ja! Man müsste nur alle bankrotten Banken und Unternehmen tatsächlich - ohne Rücksicht auf Verluste - Bankrott gehen lassen und nicht wie jetzt praktiziert, Millarden von Dollar, Yen und Euro in diese schwarzen Löcher zu werfen, nur um unser System zu retten. Das System ist rettungslos verloren! Wann begreifen die Politiker das endlich!

Die einzige Chance die wir haben, ist das Währungssystem komplett auf Gold umzustellen und die hohen Ansprüche der Vergangenheit zurück zu fahren! Die Banken in die Pleite zu schicken und ein komplett neues, transparentes und vor allem ehrliches Bankensystem neu aufbauen. Damit verlieren viele Menschen sehr viel Geld, ihre Jobs und ihr Vermögen. Doch das ist in jedem Fall unausweichlich! Gezielt die Systeme zu verändern würde den Crash zwar nicht verhindern, doch dieses dunkle Kapitel der Menschheit wäre schneller vorbei. Anders dauert es wesentlich länger, bis wir den Tiefpunkt erreicht haben und möglicherweise kommen auch Unannehmlichkeiten wie Krieg, Revolten und Aufstände hinzu.

Einen sanften Ausstieg, mit Beibehaltung des "alten" Systems gibt es nicht! Definitiv nicht!

Aber sehen wir nicht schwarz, sondern sehen wir die Chance, die die Menschheit hat, endlich ein System aufzubauen, wo nicht das Materielle, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht! ... denn das wäre für ALLE ein Gewinn, den uns keine noch so hohe Rendite geben kann!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Interessantes Video dazu: Money as Debt (Geld als Schuld) bei videogold.de





Neu und immer herrlich zu Lesen: Der Pranger - Moneten (michaelwinkler.de)



Meldungen:

Royal Bank of Scotland: mehr Verlust als Umsatz (diepresse.com)
General Motors ist im freien Fall (handelsblatt.com)
England am Abgrund (focus.de)
Russland meldet massiven Kapitalabfluss im Januar (rian.ru)
Risiko von Staatsbankrotten so hoch wie nie zuvor (welt.de)
Welthandel rauscht in den Keller (ftd.de)
Geldscheine wie Klopapier - kommt die nächste Inflation? (hintergrund.de)
Städte in Not verkaufen ihr Wasser (alles-schallundrauch.blogspot.com)



Obamas Denkfehler - Selbst wenn das aktuelle Konjunkturprogramm für Stimulans sorgen kann - es löst keines der Probleme, die zur Weltwirtschaftskrise geführt haben. Die FED und der Kongress sind dafür verantwortlich, dass sich die US-Ökonomie in ein riesiges Ponzi-Schema verwandelte. (mmnews.de)

New Deal für das 21. Jahrhundert - Das parallele Wirken von Subprime-Krise, Kreditkrise, Bankeninsolvenzen, Firmenzusammenbrüchen und dem Kollaps der Realwirtschaft erfordern ein neues System, welches wieder Vertrauen schafft. Sollte dies nicht gelingen, besteht die Gefahr, dass das US-Finanzsystem im Jahr 2009 im Rahmen eines Staatsbankrottes zusammenbricht. (mmnews.de)

GM - längst in der Hölle - Die "....... Marktwirtschaft" des modernen Kasinokapitalismus, deren Vorwort sozial schon weitgehend abhanden gekommen ist, trägt immer bizarrere Blüten. Gerade im "Hort" des Kapitalismus, den USA, pervertiert das System völlig. Einen wiederholten Beleg dafür liefern die Geschäftszahlen von General Motors (GM)! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

GM am Ende? General Motors teilt mit, dass die Wirtschaftsprüfer wahrscheinlich die Überlebensfähigkeit in Frage stellen werden. Das Unternehmen sieht offenbar kaum noch Chancen in der Zukunft und warnt vor unterfinanzierten Pensionsverpflichtungen. (mmnews.de)

New Home Sales auf 46-Jahrestief - Die Neubauverkäufe in den USA sind im Januar 2009 nach den gestrigen Angaben des Census Bureau auf 309.000 Wohneinheiten aufs Jahr hochgerechnet (SAAR) bzw. um -10,2% zum Vormonat und um unglaubliche -48,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen. Sie markieren damit den tiefsten Stand seit Erhebung der Daten im Jahr 1963! Seit dem Hoch mit 1,371 Millionen verkaufter Wohneinheiten im Juli 2005 sind die Neubauverkäufe um fulminante -77,46% gefallen! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

EZB bleibt auf Milliardenforderungen sitzen. Drohender Verlust für die Europäische Zentralbank: Wegen der Finanzkrise bleibt die EZB erstmals seit ihrem Bestehen auf Milliardenforderungen aus ihren Refinanzierungsgeschäften mit Geschäftsbanken sitzen. (ftd.de)

Lehman-Pleite belastet EZB-Bilanz in Milliardenhöhe - Die Pleiten der amerikanischen Lehman Brothers und isländischer Kreditinstitute belasten einem Pressebericht zufolge die Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Schaden für das Geschäftsjahr 2008 belaufe sich auf mehr als eine Milliarde Euro, berichtete die französische Tageszeitung "Le Monde" am Donnerstag ohne Angabe von Quellen. Dafür müssten alle 16 Notenbanken des Währungsystems geradestehen. (reuters.com)

Fannie Mae bittet um Staatsmilliarden - Der schwer angeschlagene US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat im vierten Quartal einen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar angehäuft. (derstandard.at)

Jim Rogers: Schafft den IWF und die Weltbank ab. Veteran unter den Investoren sagt, das Stimulus-Paket von Obama mache die Wirtschaftskrise nur schlimmer. (infokrieg.tv)

Ausgesaugt und kahl gefressen. Fast alle Länder nutzen zur Bewältigung der Krise dasselbe Rezept: Auf Pump finanzieren sie Programme, die den Absturz auffangen sollen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen. Die ersten Nationen stehen vor der Pleite. Eine Reise ins Imperium der Schulden. (merkur.de)

Staatshilfe für alle. Im Akkord pumpen Staaten Milliarden in die Wirtschaft. Das Geld dafür besorgen sie sich von Anlegern, die sich mit mickrigen Zinsen zufrieden geben. Staatsanleihen sind Fluchtburg Nummer eins in der Krise. (tagesspiegel.de)



Sachen zum Lachen (... wenn sie nicht so ernst wären!):


Leserbrief auf hartgeld.com:

Reporterfrage: Finden Sie es berechtigt, dass Sie solche hohe Bonizahlungen erhalten?

Banker: Aber selbstverständlich. Natürlich hätte ich nichts erhalten, wenn die Bank Pleite gegangen wäre. Ich hatte in den letzten Jahren zum Glück jedoch genügend Politiker auf meiner Gehaltsliste, die jetzt dafür Sorgen das die Bank nicht Pleite geht. Da ist es doch mehr als gerecht, dass die Steuerzahler jetzt dafür bezahlen. Denn ich bin Banker von Beruf und ich scheiß auf meinen Ruf.



1 Kommentar:

AMOR FATI hat gesagt…

Lieber Johannes,

wie am Samstag im City Park versprochen besuchte ich heute deine Blog-Seite und möchte es mir nun nicht nehmen lassen, auf deine Einladung hin, (m)einen kleinen unbedeutenden (übergeordneten)Kommentar über deine publizierten Inhalte zu verfassen:

Tendenziell erschreckt mich die Radikalität deiner Wortwahl in deinen vorgeschlagenen Lösungsansätzen, im Versuch die auch von meiner Wenigkeit ähnlich wahrgenommenen tagtäglichen und existenzbedrohenden "Schweinereien"zur Systemunterhöhlung der "Lenker und Denker" der meistens demokratisch gewählten "Elite" auf der Jagd nach - oft genug nur persönlichem - "Erfolg" aufzuzeigen.

Ich stimme dir grundsätzlich zu, dass das momentan gelebte, global kapitalistisch und profitorientiert ausgerichtete Gesellschaftssystem zweifellos in seinen letzten Atemzügen liegt. Die Menschheit als Körperorgan verstanden, einen als lebensgefährlich anmutenden Herzinfarkt erleidet.

Ob jedoch Polarität, Populismus und punktuell ausgerichtete "Information" im Blogform die geeigneten Mittel sind, eine aufrechte(!) Reform einzuläuten, die basisbezogen die notwendige Nachhaltigkeit einer "zukunftsträchtigen" Systemänderung herbeiführt (bei gleichzeitiger Minimierung von Menschenopfern), wage ich als bekennender Humanist(!) zumindest zu bezweifeln. Wiewohl ich hier zugebe, dass mein behaupteter Humanismus im krassen Gegensatz zum real gelebten, systemerzwungenen Alltag (in der Politik UND der Wirtschaft) steht, deren Systemfehler schließlich zum drohenden Globalbankrott führten... Eine Diskussion in Blogform wäre bei Umsetzung deiner Lösung eines generellen Bankenbankrottes auch nur schwerlich möglich - wär hätte dann das Geld, deine Blogs im (noch?) zu kaufenden, oder zu reparierenden Computer zu lesen???

Es konnte zu dieser humanen katastrophalen Suizidgefahr aber mMn nur dadurch kommen, dass der nur vor/bei Wahlen "mündige" Staatsbürger seit Generationen mit der Marketing-Flasche vom Baby- bis ins Rentenalter im angelsächsischen Uniformitätsprinzip gefüttert wurde - beschützt, behütet und geführt, wie es Politiker und sonstige Opinionleader und nicht zuletzt "Experten" doch alltäglich verkünde(te)n. Eine Uniformität, die in vorgegaukelter sozialer Sicherheit und einer versprochenen "Belohnung" im Falle eines (noch näher zu definierenden) "Erfolges", der leider immer auf Kosten anderer gehen muss, praktisch auf eine Unmündigkeit, Politikverdrossenheit und nicht zuletzt aufgrund reduzierter Bildungsmittel zu einer (ungebildeten) fast schon an Lethargie erinnernden Gleichgültigkeit des einzelnen (Wahl)Entscheidungsträgers führte. Dies politisch durchaus gewollt und sorgfältig (nicht einfältig!) kalkuliert, weil logisch, denn je mehr Staatsbürger auf "bisher Erreichtem" stolz sind, je mehr Staatsbürger dem "Patriotismus" huldigen, desto weniger Unwägbarkeiten bei den Wahlzählungen zu erwarten sind und desto etablierter sich das Establishment in jede Stunde eines einzelnen (individuellen?) Alltags einer Krake gleich durchdringen kann.

Propaganda ist das Zauberwort unserer Tage! Propaganda in Form medial zielgruppengerichteter Informationspolitik, Infotainment vom Mainstreamern aufbereitet, welches Thema auch immer betreffend - Quoten für Werbebudgets - DAS IST REALITÄT - und nicht die tatsächlich stattfindete Tragödie unserer denaturierten Menschheit inmitten und doch gegen globaler Natur...

Eine wirklich getragene und lernfähige Reformation kann mMn folglich nur im Ansatz eines diskutierbaren, ein- UND durchzuführenden, unabhängigen Ethikunterrichtes über Generationen hin stattfinden, was jedoch Meinungsbildner aller Staaten Kopfweh bereiten wird, würde doch das manipulierte Herdenschaf Mensch vom Kanonenfutter plötzlich zum "Individuum" heranreifen, Bürger werden und damit gefährlich mündig, oder im schlimmsten Fall sogar "unkontrollierbar" kritisch wirklich demokratisch denkend agieren - DAS WÄRE DEIN GEDACHTER SYSTEMKOLLAPS. (Stell dir vor: 1% der Menschheit hätte Vermögen, und die anderen 99% wollen das nicht erwerben...)

Mehr von mir vielleicht später wieder einmal...(so es dich denn überhaupt interessieren sollte)

LG vom AMOR FATI