Mittwoch, 25. Februar 2009

Ein notwendiger, weltweiter Reinigunsprozess

Eine bezaubernde Bekannte wirft mir vor "overnewsed & underinformed" zu sein und die Menschen um mich herum ziemlich verrückt zu machen, so dass einige tatsächlich in kurzzeitige Depressionen verfallen. Alles in allem, meint sie, eine gefährliche Sache, da ich Menschen mit Negativem konfrontiere und durch mein Gelaber die Krise herbeirede.

Ich kann keine Krise herbeireden, dazu bin ich zu unbedeutend! Ich kann aber, und das versuche ich, die Menschen zu interessieren, was tatsächlich vorgeht in dieser Welt. Ich möchte verhindern, dass - so wird es kommen - urplötzlich der Crash uns überrollt und keine Zeit mehr ist, sich darauf vorzubereiten.

Dass die Systeme schon gefährlich wanken, ist unübersehbar. Und dass viele, vor allem Politiker, in ihren Einschätzungen und Prognosen falsch gelegen sind, ist Tatsache! Selbst Experten sind über die Geschwindigkeit und Intensität überrascht worden. Nur wenige, die die Zusammenhänge frühzeitig erkannt haben, wussten, was auf uns zukommt.

Ja, richtig, noch hat die Krise das Leben des Normalbürgers in Österreich nicht beeinträchtigt - wie gesagt, noch nicht. Bei uns funktioniert der Alltag noch so wie immer. Doch die Normalbürger sind in dieser Kette auch die letzten, die davon betroffen werden. Erst wenn es zu Massenentlassungen kommt, wenn die Rentenfonds pleite sind und wenn viele der heute selbstverständlichen Sozialleistungen ausgesetzt werden, dann wird die Krise jeden betreffen. Doch zu diesem Zeitpunkt hat sich die Krise schon zu einem Systemcrash aufgebaut! Dann beginnt für viele das grosse Wehklagen ... warum hat uns niemand davor gewarnt?

Sogar die Mainstreammedien berichten immer offener über die Krise. Man schliesst plötzlich Staatsbankrotte und Währungszusammenbrüche nicht mehr aus. Neben der sogenannten "europäischen Südschiene" (Griechenland, Italien, Spanien und Portugal) werden auch Irland, Grossbritannien, Schweiz und Österreich als mögliche Pleitekanditaten gehandelt. Und es sieht tatsächlich katastrophal aus!

Die bisherigen Rettungsversuche haben relativ wenig zu einer Stabilisierung beigetragen. Der Abwärtstrend scheint dadurch nur beschleunigt worden zu sein. Bald gehen allerdings die Mittel aus, dann bricht das System zusammen. Und mit ihm auch die Infrastruktur. Das heisst, so wie es GEAB in seiner 32. Ausgabe prognostiziert, die öffentliche Ordnung zerfällt!

In der Tat ist es undenkbar, dass all die Strukturen und der Wohlstand unserer Gesellschaft dahin sein werden. Dass anstelle dessen Chaos und Volksaufstände treten werden. Ja, die Menschen werden revoltieren ... eben weil viele ALLES verloren haben! Die Sicherheit und Stabilität war offenbar nur eine scheinbare!

Trotzdem WOLLEN viele Menschen nicht hinsehen und nicht wissen wollen, was kommen wird. Die Angst macht blind! Und die Hoffnung, dass es nicht so schlimm werden wird ...

Selbst Barack Obama, noch vor einem Monat der Messisas für die Welt, steht mit dem Rücken zur Wand. Ausser noch mehr Dollars drucken und verteilen, kann auch er nicht. Rein rechnerisch müssten nach dem derzeitigen Stand Generationen die Schulden zurück zahlen. Dazu wird es allerdings nicht kommen. Die Welt und damit auch die USA und Europa werden durch einen extremen Zusammenbruch ALLER Systeme und Strukturen entschuldet! Es wird keine andere Möglichkeit geben, als den Reset-Knopf zu drücken und gemeinsam wieder bei Null anzufangen. Die wirklich berechtige Hoffnung besteht darin, es dann besser zu machen, ein menschenwürdigeres Finanzsystem zu installieren, das nicht nur wenige Gewinner und viele Verlierer kennt!

Sollten wir es schaffen, was sicher nicht leicht werden wird, die Systeme neu aufzubauen und schlussendlich für eine gerechtere und bessere Welt sorgen, dann kann dieser bevorstehende Crash nicht als "das Ende der Welt" angesehen werden, sondern als notwendiger, weltweiter Reinigungsprozess. Dass dieser allerdings von jedem Opfer verlangen wird, muss klar sein! Denn wenn solche Ereignisse wie die beiden Weltkriege die Menschen nicht verändern konnten, muss die Katastrophe dieses Mal noch grösser werden, damit wir alle wachgerüttelt werden. Wir können uns demnach auf ziemliche Begleiterscheinungen gefasst machen - wie ich auch schon des öfteren schrieb, ist Krieg nicht auszuschliessen.

Wir stehen vor einem Neuen Zeitalter und müssen das Alte abschliessen. daran werden wir nicht vorbeikommen. Zu viel Zeit ist nicht genutzt worden. Wir waren Gefangene in unseren Systemen, die jetzt aufbrechen wie eitrige Wunden!

Nehmen wir die Krise und den baldigen Crash als unabdingbares Ereignis, das Voraussetzung für eine bessere Welt ist. Wir konnten nichts verändern, wir wollten auch nicht! Jetzt werden wir dazu gezwungen ... und das sollten wir als riesengrosse Chance sehen! ... für das steht die symbolische Jahreszahl 2012!

Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



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Sachen zum Lachen (... wenn sie nicht so ernst wären!):


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