Donnerstag, 19. Februar 2009

Die Schweiz wird nervös!

Was sich derzeit in der Schweiz abspielt, lässt nur den Schluss zu, die Eidgenossenschaft ist wegen der finanziellen Entwicklung der zwei grössten Banken, Credit Suisse und UBS, ziemlich nervös geworden. Denn die Schweiz, Finanzplatz Nr. 1 weltweit und das Land mit dem strengsten Bankgeheimnis, verkauft sich selbst! Ein kleines Land mitten in Europa, das durch seine Neutralität und sein Bankwesen weitgehend unbeschadet durch Jahrhunderte gekommen ist. Selbst die Nazis haben die Schweiz "nur" als Depot für ihr Vermögen benutzt. Rund um die Schweiz wurde gekämpft und erobert. Jetzt geben die Schweizer urplötzlich ihre Prinzipien auf!

Der US-Justiz werden Kundendaten von Kontoinhabern der UBS in Amerika übergeben und ab 1. März gibt es an den schweizer Grenzen Kapitalverkehrskontrollen (obwohl die Schweiz dem Schengenabkommen beigetreten ist!). Beides ist höchst ungewöhnlich und dafür muss es schwerwiegende Gründe geben! Denn bisher war das schweizer Bankgeheimnis unantatstbar. Natürlich wurde das von vielen Machthabern ausgenutzt, die auf privaten schweizer Konten abgezweigtes Volksvermögen deponierten (die Liste ehemaliger und noch aktiver Diktatoren und höchster Politiker ist sehr lange und ist ein Who-is-Who der finsteren Menschheitsgeschichte ... Marcos, Idi Amin, Baby Doc, etc.). Sie wussten, in der Schweiz war ihr Vermögen sicher! Auch viele Steuersünder und Kriminelle aus allen Herren Ländern unterhalten oder unterhielten in der Schweiz eines der berühmten Nummernkonten.

Bald wird dies allerdings nicht mehr möglich sein, denn die Übergabe von Bankdaten der UBS an die US-Justiz wird Beispiel machen und nicht nur Steinbrück´s Fantasie mit Sicherheit beflügeln, ebenfalls an Kundendaten zu kommen. Dass die Schweizer nun auch ab 1. März den Bargeldverkehr (auch Wertpapiere, Schecks, etc.) in das eigene Land kontrollieren werden, war bisher nicht denkbar. Damit wird die Schweiz ihren weltweiten Status als Finanzplatz verlieren!

Doch was können die Gründe dafür sein, die eigene Identität und bisher den grössten Vorteil kampflos aus der Hand zu geben? Es gibt zwei Gründe und die heissen Credit Suisse und UBS! Beide Banken sind angeschlagen, haben bereits einige "Rettungsmilliarden" eingesackt und werden vermutlich mit der Krise in Osteuropa sehr viele Milliarden Franken abschreiben können. Vermutlich wird die nötige Hilfe die Möglichkeiten des kleinen Staates bei weitem übersteigen. Also wird man die EU und/oder die USA um Hilfe bitten müssen. Dafür müssen die Schweizer Konzessionen eingehen. Ob allerdings der Franken gehalten werden kann, kann erst gesagt werden, wenn annähernd das wahre Ausmass der Verluste bekannt wird. Es schaut aber nicht gut aus für Franken und Rappen ...


UBS lüftet Bankgeheimnis – mit Okay des Bundes. Der Steuerstreit mit den USA ist beendet: Die UBS zahlt 913 Millionen Franken an die Justiz und ist auch bereit, den US-Behörden Kundendaten auszuhändigen. Das ist für die Schweiz beispiellos. (bernerzeitung.ch)

UBS verrät Geheimdaten Hunderter Kunden an US-Justiz. Drastische Entscheidung im Steuerhinterzieher-Streit: Die Schweizer Großbank UBS muss den USA 780 Millionen Dollar Strafe zahlen - und in einem Bruch mit dem Bankgeheimnis Angaben zu rund 300 reichen Verdächtigen herausrücken. Offenbar stand die Bank wegen des Konflikts am Abgrund. (spiegel.de)

Schweiz macht dicht: Kapitalverkehrskontrollen ab März - Schweiz führt Kapitalverkehrskontrollen ein. Kontrolle des grenzüberschreitenden Barmittelverkehrs schon ab 1.März 2009! (mmnews.de)

Schweiz und Franken vor Untergang? Ein Ökonom sieht schwarz für die Schweiz. Überall, wo auf der Welt Kredite notleidend sind, ist die Schweiz mit dabei - so auch in Osteuropa. Der Schweiz droht das Schicksal Islands, der Franken geht unter und der Euro wird eingeführt - nur eine These? (mmnews.de)



Übrigens, gestern klopfte Gold ganz leicht an die 1.000$ Marke! Es sieht aus, als würde diese Marke in den nächsten Tagen überschritten werden. Eine gewaltige Kursexplosion könnte folgen. Für die Wirtschaftskrise bedeutet ein ausser Kontrolle geratener Goldpreis eine exorbitante Beschleunigung nach unten! So, als würden die Nachbrenner gezündet werden. Jetzt heisst es festhalten!


Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)


Meldungen:


Hausdurchsuchungen bei Meinl-Bank (derstandard.at)
GM zeigt sich zum Verkauf von Opel bereit (derstandard.at)
Der grösste Fehler war, die Banken nicht in Konkurs zu schicken (dasgelbeforum.de.org)
Grossbritannien wirft die Notenpresse an (welt.de)
Alt-Europa lässt den Osten im Stich (zeit.de)
USA als Industriestaat am Ende (ftd.de)



GEAB N°32 ist angekommen! 4. Quartal 2009 – Beginn der fünften Phase der umfassenden weltweiten Krise: Die öffentliche Ordnung zerfällt (leap2020.eu)

Gold visiert 1000-Dollar-Marke an. Die weltweite Rezession treibt die Anleger zu massiven Goldkäufen. Der Preis für das Edelmetall ist in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen und peilt wieder die Marke von 1000 $ an. (ftd.de)

Der Milliarden-Wahnsinn - An den Aktienmärkten gehen Angst und Unsicherheit um. Mit den Wiener Kursen kann es kurzfristig weiter abwärts gehen. (kurier.at)

GM braucht weitere Staatshilfen - Der krisengeschüttelte amerikanische Autokonzern General Motors (GM), de facto schon lange pleite (2005-Q3 2008 mit Verlusten von -72,391 Mrd. Dollar), legte gestern Abend dem US-Kongress seinen Restrukturierungsplan vor. GM fordert auf Grundlage von 2 Szenarien weitere Staatshilfen und droht ansonsten mit Insolvenz nach Chapter 11! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

US-Baubeginne wieder mit neuem Allzeittief. Immer weiter abwärts - auch im Januar 2009 fallen die US-Baubeginne (Housing Starts) auf den tiefsten Stand seit Beginn der Datenermittlung im Jahr 1959! Ein unvorstellbarer Niedergang der privaten Wohnungsbauinvestitionen! (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)

Welle von Verstaatlichungen steht bevor. Deutsche Regierung beschließt Enteignungen - USA: Republikaner für Nationalisierung. Immer mehr westliche Regierungen bereiten die Vollverstaatlichung maroder Großbanken vor. Die deutsche Regierung hat am Mittwoch durch ein Enteignungsgesetz der Nationalisierung der Hypo Real Estate auch gegen den Willen der Aktionäre den Weg bereitet. In Österreich ist die Enteignung von Banken bereits gesetzlich möglich. (derstandard.at)

Eldorado der Millionäre und Filmstars ist pleite. Kalifornien leidet unter einem Defizit von 42 Milliarden Dollar. Gouverneur Arnold Schwarzenegger muss den Staat umkrempeln. (bernerzeitung.ch)



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