Mittwoch, 7. Januar 2009

Der Gigant schwankt bereits bedrohlich

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, es kommt, wie man an der heutigen, langen Linkliste sehen kann, wieder Fahrt auf. Wenig hat sich während der letzten zwei Wochen getan, sieht man von den üblichen Rückblicken und Neujahrsprognosen einmal ab. Am Kapitalmarkt war es ruhig, fast zu ruhig. Jahresendrally an den Börsen gab es keine, im Neuen Jahr überwiegen (wie alljährlich) die positiven Tendenzen. War es die Ruhe vor dem Sturm? Ich glaube schon. Jeder wartet auf die Amtsübernahme von Barack Obama und wie er die prekäre Situation vorhat zu lösen. Erst dann wird der Sturm beginnen ...

Eine Meldung war allerdings bedenklich und überraschend. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück sagte: „Diejenigen, die mit Blick auf die Finanzkrise voreilig vom Licht am Ende des Tunnels gesprochen haben, müssen nun feststellen, dass das in Wirklichkeit der entgegenkommende Zug war.“

Wir müssen uns jetzt darauf einstellen, dass Katastrophenmeldungen aus allen Teilen der Welt in Massen eintrudeln werden ... vor allem aus den USA, trotz Obama. Es zeigt auch die Hilflosigkeit der Politiker. Ausser dass Geld in Riesenmengen gedruckt wird und auf den Markt geworfen wird - wobei es meist nicht dort ankommt, wo es benötigt wird - sind die Rettungsversuche fast ausschliesslich kosmetischer Art. Das Volk erwartet entschlossenes, schnelles und effizientes Handeln. Dabei vergessen aber alle, dass bei den massenhaften Einschätzungen und Prognosen nicht nur die Politiker, sondern auch die Ökonomen und Finanzexperten zum grössten Teil falsch gelegen sind. Wie kann man Rettung erwarten, wenn die Lage nicht richtig eingeschätzt werden kann? Und auch heute noch gehen die Beurteilungen ziemlich an der Realität vorbei. Jede in Bedrängnis geratene Branche schreit nach staatlicher Hilfe. Doch woher das Geld nehmen? Soll man überhaupt zu Retten versuchen, was nicht zu Retten ist? Kapitalistische Dogmen werden über den Haufen geworfen. Der Markt hat sich selbst überholt und zerschellt an einer starken Mauer. War man früher der Meinung, möglichst wenig Staat in den Markt einzubringen, weil dies wettbewerbsverzerrend war, so verlangt man eben dies jetzt lauthals. Der Markt hat seine Selbstregulierungskräfte verloren. Oder ist die Krise eine gigantische, globale Selbstregulierung um Ballast abzuwerfen? Bleibt nur das übrig, was Bestand hat und gebraucht wird?

Ich denke schon! Dieser Prozess wird allerdings sehr schmerzhaft sein. Es war einfach viel zu viel Ballast vorhanden. Das bietet aber aucch die einzigartige Chance, neu zu beginnen ... es besser zu machen, aus der Katastrophe zu lernen! Doch bis es soweit ist, wird noch viel passieren. Das Neue Jahr wird eine Riesenwelle aus Insolvenzen und Massenarbeitslosigkeit bringen. Die Versorgung wird zusammenbrechen, die Inflation galoppieren und der Mob wird aufbegehren ...

Doch warten wir, was der neue amerikanische Präsident machen wird. Eines glaube ich mit Sicherheit, so schwer wie es die USA treffen wird, wird es uns (hoffentlich) nicht treffen. Dort brauen sich die "dunklesten Gewitterwolken" zusammen, im Land, wo der Kapitalismus primäre Lebensanschauung war, im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten".

Ich könnte jetzt eine Wette anbieten: Was fällt als erstes in den USA? Die Rentenfonds? Die Automobilindustrie? Die einzelnen Bundesstaaten? Der US-Dollar? Das Bankenwesen? Das Kreditkartensystem? Das Gesundheitswesen? ... Die Lage ist zum Zerreissen angespannt und es braucht nur einen Klaps und das Kartenhaus bricht zusammen. Die Auswirkungen werden weltweit spürbar sein. Der Gigant schwankt bereits bedrohlich!

... Lebensmittel und Wasser eingelagert? Bargeld und Sparbücher in Gold gewechselt? ... dann wird der Aufprall nicht ganz so hart werden!

Johannes (schnittpunkt2012.blogspot.com)


Meldungen:

Automobilkrise: Am Rande des Abgrundes (arboe.at)
Autoverkäufe fallen weltweit in den Keller (welt.de)
Kollaps der Staatseinnahmen in Irland (nzz.ch)
US-Finanzsystem ohne Kontrolle (mmnews.de)
US-Rezession verschärft sich (wiwo.de)
Zinsspekulationen lassen Euro einbrechen (ftd.de)
Russen gehören zu den grössten Verlierern (welt.de)
US-Konsumenten bleiben auf der Strecke (zeitenwende.ch)
Banken droht in Italien Skandal um Kommunalfinanzierung (faz.net)
Notenbanken bitten Politik um Beistand (ftd.de)
Die Kapitalismus-Krise (mmnews.de)

Deutscher Milliadär Merckle tot (derstandard.at)
Chef von führendem Immobilienauktionshaus erchiesst sich (tagesanzeiger.ch)


AKUT-Gefahr für Ihr Geld - Retten Sie Ihre Reste! Jetzt! „Diejenigen, die mit Blick auf die Finanzkrise voreilig vom Licht am Ende des Tunnels gesprochen haben, müssen nun feststellen, dass das in Wirklichkeit der entgegenkommende Zug war.“ (crashinvestor.de)

Die nächste Katastrophe bahnt sich an. Die Ausfallraten bei Kreditkartenforderungen nehmen dramatisch zu. Ein Kreditkartenkollaps scheint unausweichlich. Nächste riesige Finanzblase droht zu platzen, nach der Immobilienkrise droht nun eine Kreditkartenkrise. (kopp-verlag.de)

Neuemissionen belasten die Bondkurse. An den Anleihemärkten in den USA und im Euroraum sind die Kurse gestern weiter gefallen. Abgabedruck ging von dem neuen Angebot an Staatspapieren aus, das diese Woche an den Markt kommt. Den Reigen eröffneten die USA gestern mit einer zehnjährigen inflationsgeschützten Anleihe (TIPS) im Volumen von acht Mrd. Dollar. Im Euroraum wollen Deutschland, Frankreich und Spanien diese Woche den Anleihemarkt anzapfen. (handelsblatt.com)

Zu viele Red Adairs. In den Abgrund blickt die Weltwirtschaft scheinbar mit Beginn des Jahres 2009. Politiker halten mit Konjunkturprogrammen dagegen in dem Glauben, sie könnten nicht nur Brände löschen, sondern auch die Wirtschaftszyklen dauerhaft steuern. Diese Grundhaltung könnte die Krise und ihre Folgen sogar weiter verschärfen. (manager-magazin.de)

Säumige Pächter - Was für ein schreckliches Jahr. Und es sieht nicht so aus, als würde das Jahr 2009 irgendwie besser werden. Mein Nachbar Pierre beschrieb den Zustand der Agrarindustrie in Europa... und indirekt erklärte er auch, warum er seine Miete nicht bezahlen kann. Er hat Land bei mir gepachtet, für 150 Dollar pro Morgen. Er ist mit seinen Pachtzahlungen heute weit im Rückstand. Elizabeth hatte um ein Treffen gebeten, um zu versuchen, die Miete einzutreiben. Ich selber saß nur dabei und hörte zu. (zeitenwende.ch)

Kommt es jetzt zur Hyperinflation? Auf immer neuen Kanälen pumpen die Währungshüter Geld in die Wirtschaft, um sie am Laufen zu halten. Doch auch das birgt erhebliche Gefahren. (bernerzeitung.ch)

Erster EU-Mitgliedsstaat stand kurz vor dem Bankrott. Nur durch massive finanzielle Hilfe ist Ungarns Staatsbankrott verhindert worden, aber vier weiteren EU-Mitgliedsstaaten droht ebenfalls die Pleite. (baltische-rundschau.eu)

Blut in den Straßen, überall. Der Bärenmarkt geht zu Ende und ein neuer zyklischer Bullenmarkt beginnt, da der 6-Jahre-Zyklus seine Talsohle erreicht hat. Dennoch sehen wir die Spätfolgen der diesjährigen, seismischen Volatilität - und das fast täglich. Auch wenn das Tief am Aktienmarkt mit großer Sicherheit schon hinter uns liegt und der 6-Jahre-Zyklus sich nun auch positiv auswirken wird, so haben doch in den vergangenen Monaten immer mehr Anleger aufgrund der emotionalen Zerrüttung, der sie ausgesetzt waren, kapituliert. (goldseiten.de)



Tipp zum Bunkern:
Medikamente - neben einigen Packungen Schmerzmittel und Asprin sollest du auch einen Vorrat aller notwendigen Medikamente, die du und deine Familie benötigen, zulegen. Denn in einer Versorgungskrise sind auch Medikamente betroffen. Bei Fragen solltest du mit dem Arzt deines Vertrauen sprechen. Eine Erste Hilfe-Haushaltsapotheke mit Verbandszeug, Pflaster, etc. sollte ohnehin vorhanden sein. Fehlende Artikel ersetzen! (Erhältlich in Apotheken)



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