Montag, 19. Januar 2009

Barack Obama und der Patient USA

Heute um 12 Uhr Mittags (Ortszeit) ist es soweit. Barack Obama wird als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Noch nie wurde so viel Hoffnung in einen neuen Präsidenten gesteckt, und wahrscheinlich waren die Vereinigten Staaten noch nie in einem solch desaströsen Zustand. Jetzt werden von dem ersten schwarzen US-Präsidenten wahre Wunder erwartet. Viele allerdings sprechen davon, wem oder welche Gruppe Obama wohl als erste enttäuschen wird. Die Arbeit, die auf ihn zukommt, ist gewaltig, die Probleme noch grösser und die knappe Zeit ist wohl das schlimmste Übel. Er hat ein erfahrenes Regierungsteam zusammengestellt und die Akzeptanz und Hoffnung ist weltweit ziemlich gross. Doch kann er und seine Mannschaft das Ruder noch herumreissen? Kann er binnen kürzester Zeit die Lage stabilisieren (von normalisieren traut sich eh niemand sprechen!). Es müsste wirklich alles zusammenspielen und eine enorme Portion Glück dabei sein, den Karren aus dem Dreck zu bringen. Denn wir dürfen bei aller Euphorie eines nicht vergessen. Bisher hatten wir quasi den Vorabend erlebt, das Vorspiel, die Ouvertüre.

Warum?
Das meiste an faulen, giftigen Papieren ist noch unterwegs! In den nächsten Wochen und Monaten werden noch Milliardenverluste offengelegt, wenn nicht Billionen! Bisher konnte man Geld drucken, Banken verstaatlichen, Staatsgarantien abgeben. Doch jetzt kommen wir in so unglaubliche Regionen, wo das nicht mehr so einfach möglich sein wird. Das heisst Banken werden sterben, auch wenn sie vor Kurzem noch gerettet wurden. Und auch eines hat sich gezeigt, je grösser eine Bank ist, umso wahrscheinlicher ist eine Schieflage oder Bankrott.

Die Kreditkrise ist auch eine Konsumkrise. Wenn, so wie jetzt, die Amerikaner plötzlich draufkommen, dass dieses ewige auf Pump leben nicht mehr geht und sie jetzt den Gürtel enger schnallen müssen, das heisst weniger einkaufen, weniger Schulden machen und mehr sparen, fehlt dieses Geld im Kreislauf. Die Wirtschaft verdient weniger und zahlt damit auch weniger Steuern. Vor allem grössere private Investitionen werden verschoben, so wie der Neuwagenkauf. Fazit: der Autohandel bricht um sagenhafte 48% ein. Doch gerade jetzt sollte das amerikanische Volk amerikanische Autos kaufen. Denn sonst müssen General Motors, Ford und Chrysler zusperren. Doch das geht nicht, denn die Amerikaner haben weder Geld, noch bekommen sie den bisher üblichen Kredit. Das Auto bleibt auf der Halde, die Produktionsbänder stehen still. Trotz Rettungsmilliarden wird wohl nur einer der "Big Three" überleben. Ford hat die besten Karten. Allerdings, wenn zwei der "Big Three" zumachen, werden bis zu drei Millionen Arbeitsplätze in den USA vernichtet, rechnet man die Infrastruktur der Autowirtschaft ebenfalls mit ein (
also Autozulieferer, Händler, Werkstätten, Versicherungen, etc.). Dazu kommt, dass bei den Autoproduzenten wie auch den meisten Autozulieferern die firmeneigenen Rentenfonds platzen. Greift der Staat wiederum ein?

Die Lage bei der Stahl- und Aluminiumindustrie sieht nicht besser aus. Potential: ebenfalls drei bis fünf Millionen Arbeitslose.
Wenn die Menschen weniger verdienen, kaufen sie klarerweise auch weniger ein. Ergo wird auch im Handel, wie schon jetzt ersichtlich, ein Massensterben zu erwarten sein. Was kann Obama dagegen tun? Die Rettungsmilliarden für die Banken sind irgendwo in internen Kanälen verschwunden, bei den Konsumenten sind sie nicht angekommen. Da wird sich wahrscheinlich nicht viel ändern. Jedem ist sein Hemd am nächsten. Auch die Autoindustrie kann zwar staatlich unterstützt bzw. gerettet werden, doch alle Autos die gebaut werden, müssen auch verkauft werden! Ebenso muss der Stahl und das Aluminium verkauft werden. Stockt der Verkauf, wird die Produktion eingestellt. Doch das allergösste Problem werden die Rentenfonds werden. Altersvorsorgen, mit denen jahrelang spekuliert wurde. Ob Aktien, Immobilien oder Hedge Fonds, derzeit verliert man an fast allen Ecken. Nur, wenn die Pensionen nicht mehr ausbezahlt werden können, gehen die Menschen auf die Strasse ...

Ich wünsche ihm viel Glück, dem äusserst mutigen neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama! ... er wird es brauchen!

Johannes (schnittpunkt2012.blogspot.com)



Meldungen:

Wiener Börse auf Talfahrt
(kurier.at)
Auslandsinvestitionen in Österreich brechen ein (derstandard.at)
US-Banken im Tal der Tränen (wirtschaftquerschuss.blogspot.com)
UK erklärt Bankrott - Hyperinflation in vollem Gange (dasgelbeforum.de)
Fass ohne Boden - Bankaktien in Not (handelsblatt.com)
Die Schuldenspirale dreht sich immer schneller (diepresse.com)
USA und China bevorraten sich (ftd.de)


Obama - Nur ein Traum? Die Welt im Obama-Taumel. Folgt der Riesenparty bald ein Mega-Absturz? Der neue Präsident übernimmt die US-Wirtschaft als Scherbenhaufen. Heisst es am Ende: "No, we couldn't" ? (mmnews.de)

Obama: Ruhm auf Kredit - Kann kann der neue US-Präsident den Erwartungen überhaupt gerecht werden? (mmnews.de)

Zeitenwende sagt Adieu - Nach gut fünf Jahren ist der Zeitpunkt gekommen, adieu zu sagen. Die nötige Reichweite wurde nicht erreicht, um www.zeitenwende.ch mit Werbung wirtschaftlich betreiben zu können. Auch der Versuch, mit einem Abo weiterhin Informationen in gewohnter Qualität anzubieten, ist fehlgeschlagen. Selbstverständlich werden alle bereits einbezahlten Abo-Gebühren vollumfänglich zurückerstattet. (zeitenwende.ch)

Weltwirtschaftskrise - Transfusionen für Tote. In den USA wird die Bank of Amerika verstaatlicht und die Citybank zerschlägt sich selbst. Beide werden viele Geldtransfusionen vom amerikanischen Steuerzahler brauchen und am Ende doch immer noch tot sein. Transfusionen an Tote sind sinnlos. Aber es geht ja nicht um Sinn und Verstand, sondern darum, das Großkapital und das neoliberale System des Raubtierkapitalismus zu retten. Nur ja nicht umdenken. Denken könnte weh tun. (duckhome.de)

Der Kurssturz des Josef Ackermann - Massiver Wertverlust bei der Deutschen Bank: Die Aktie fällt auf den tiefsten Stand seit 21 Jahren. Deutschlands Primus gerät in den Sog globaler Verwerfungen, nachdem die Royal Bank of Scotland den historisch größten Verlust der britischen Geschichte meldete. (sueddeutsche.de)

RBS mit historischem Milliardenverlust. Die verstaatlichte britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) ist 2008 wegen der Finanzkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Ein Verlust von bis zu 31 Milliarden Euro sei möglich. Nun strebt die Bank eine Kapitalerhöhung an. Die Börse reagiert mit deftigen Abschlägen. (handelsblatt.com)

GB: Der nächste Staatsstreich - Die britische Regierung hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Kreditkrise in den Griff zu bekommen - zur Not mit Gewalt. (mmnews.de)

S&P senkt Spanien - Ratingagentur S&P stuft Spanien herab. Spanische Regierungskreise: Entscheidung unfair. (mmnews.de)



Tipp zum Bunkern:
Asien-Woche bei Hofer - der österreichische Discounter hat ein breites und vor allem günstiges Angebot lagerfähiger Asiengerichte: Suppen, Nudel, Reis, Fertiggerichte, etc. (Erhältlich in allen Hofer-Filialen)




Keine Kommentare: