Donnerstag, 11. Dezember 2008

Österreich ist pleite!

Der Pleitegeier zieht schon seine Runden. Laut einem Artikel von Friedrich Roming steht Österreich kurz vor der Staatspleite. Das ist auch an den Spreads der AT-Bonds ersichtlich (Link zum Artikel weiter unten). Fast alle Banken nehmen derzeit das Rettungspaket in Anspruch, tägliche Krisensitzungen sind normal geworden ... denn der Markt in Osteuropa bricht dramatisch ein. Die letzte Auktion von Bundesanleihen wurde - angeblich wegen ausgeglichenem Budget - abgeblasen. Tatsache ist, dass es keine Bieter gab. Das heisst, es investiert niemand mehr in einen Staat, der offensichtlich kurz vor der Pleite steht!

Warum liest man darüber nichts in den Medien? Warum gibt es von seitens der neuen Regierung kein Statement oder Aufklärung? Bisher waren wir im Glauben, eines der reichsten Länder der Welt zu sein. Ja, uns geht es gut (noch) und die Auswirkungen der Krise halten sich verdammt in Grenzen. Ausser ein "paar" Arbeitslose, vorwiegend aus der Autozulieferindustrie, sind tatsächlich nicht so dramatisch. Bisher wurde unsere tatsächliche Lage beschönigt und bewusst falsch dargestellt. Noch verteilt diese Regierung ihre Wahlversprechen in Form von Unmengen Geld ... das sie eigentlich nicht hat, extreme teuer dafür Kredite aufnehmen muss. Und niemand sagt, wer das wie lange zurückzahlen soll! Dabei kann sie nicht einmal mehr Bundesanleihen, einst ein sicheres Geschäft, verkaufen. Was, zum Teufel läuft da ab? Warum werden wir, das Volk, nicht informiert? Die halten uns für vollkommen blöd!

Ich hatte während der Koalitionsgespräche immer wieder betont, Österreich braucht keine Regierung, sondern ein Krisenmanagement. Jetzt ist es soweit. Faymann wird zum Konkursverwalter ...

Die österreichischen Banken, allen voran die Erste und Raiffeisen samt ihren Töchtern, sind überdurchschnittlich in Osteuropa engagiert. Noch im Sommer wurde betont, die "Finanzkrise" kann uns nichts antun, wir haben wenig in den USA investiert. Doch jetzt kollabiert gerade Osteuropa. Gigantische Ausfälle sind zu erwarten ... in den nächsten Tagen und Wochen. Christian Konrad hatte noch kürzlich arrogant gemeint: "Die Raiffeisen Gruppe braucht keine staatliche Hilfe. Nur über meine Leiche!" Jetzt sollte der liebe Herr Konrad nicht mehr unter den Lebenden weilen, denn auch die Raiffeisen Gruppe hat um das staatliche "Kleingeld" angesucht! Eigenkapitalaufstockung wurde dieser Schritt unisono von den Bankern genannt. Tatsächlich scheinen sie die Milliarden verdammt gut wegen der Ostausfälle zu brauchen. Warum tagt derzeit fast ständig eine Krisengruppe in den grossen Banken?

Österreich ist pleite - gut! Was jetzt? Wir sind im EURO-Verbund und werden dadurch sicher nicht fallen gelassen (noch nicht - genauso wie Griechenland, Spanien, Italien, ...) - dadurch ist eine gewisse Sicherheit gegeben. Allerdings ist diese Sicherheit nur temporär, für einige Wochen oder Monate, bis der EURO halt komplett kollabiert! Der Internationale Währungsfond wird mit einigen Milliarden aushelfen, viele Subventionen, vor allem in Bereichen, in denen man jetzt sparen muss (z.B. Kultur, Soziales, Sport, ... ) werden gestrichen. Und wir müssen den Gürtel sehr, sehr viel enger schnallen!

Und in dieser Situation werden die Revolten angeblicher Anarchos in Griechenland auch für uns interessant. Ist der Österreicher wirklich so lethargisch, faul und obrigkeitsabhängig, dass etwaige Demonstrationen, Aufstände, Revolten nicht möglich sind? Ich bezweifle das. Solange man ihm die Gemütlichkeit, Sicherheit und den Stolz lässt, was auf einen ländlichen, eher konservativen Charakter hindeutet (das ist nicht abwertend gemeint, sondern das zeichnet uns Österreicher aus!), geht er nicht auf die Strasse ... aber wehe man nimmt ihm das, dann revoltiert auch der Österreicher!

... es werden bewegende Zeiten, Gute Nacht Faymann, Pröll & Konsorten!

Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:

Schwere Unruhen in Athen - Was deutsche Medien Ihnen verschweigen (kopp-verlag.de)
Krawalle stürzen Griechenland in tiefe Demokratie-Krise (spiegel.de)
USA: Zinsen Null (mmnews.de)
FED mit neuer Geldidee (
mmnews.de)
Morgan Stanley wütet im Autosektor (mmnews.de)
Kondratieff und die aktuelle Krise (zeitenwende.ch)

Wissen:
Kondratieff Zyklus (wikipedia.org)


Österreich ist pleite! Was Generationen aufgebaut, wurde im Welt-Casino verspielt
(von Friedrich Romig)
LESEN!
(zeit-fragen.ch)


Alarm in der Metall- und Elektroindustrie. Der Metall- und Elektroindustrie brechen die Aufträge weg. Im Oktober lagen die Auftragseingänge 20 Prozent unter denen des Vorjahres, wie der Branchenverband Gesamtmetall laut Medienbericht mitteilt. Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser hält einen Stellenabbau für unvermeidlich – und warnt vor einer Kreditkrise. (handelsblatt.com)

IT-Branche geht die Luft aus. Der Optimismus der IT-Branche, ungeschoren durch die Krise zu kommen, löst sich in Luft auf. Die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass die Umsätze der IT-Anbieter in Deutschland im kommenden Jahr preisbereinigt so stark wie die Gesamtwirtschaft schrumpfen werden. (handelsblatt.com)

Was in Griechenland abgeht ist von oben gewollt. Die wahren Hintergründe, was in Griechenland mit den Demonstrationen abgeht, zu informieren. Es sieht aus, wie wenn die Gewalt bewusst vom Staat oder einer gewissen Gruppe im Machtapparat, geschürt und inszeniert wird. Nur so lässt sich erklären, dass die Gewalttäter fast ungehindert seit Tagen agieren können. Die Absicht damit ist, die Bevölkerung von anderen Problemen und Skandalen abzulenken und sie nach einer „Lösung“ rufen zu lassen. Dieser Trick wird sehr oft von der Politik verwendet, um das eigentlich Ziel zu erreichen, nach der bekannten Formel: Problem – Aktion – Lösung. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Im Finanzmarkt gehts bergauf - aber wie! Die falschen Produkte gehen nach oben! Das letzte Aufblähen der Derivaten-Blase. (politikglobal.blogspot.com)

Austria-Bond-Spread auf 0.80%: Leserkommentar auf hartgeld.com zu Bond-Spread: in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe gibt es einen Spread von 0,87 auf die Sätze für Deutschland (3,20 %). Ich glaube, vielen ist gar nicht bewußt, dass dies einen Aufschlag von immerhin mehr als 27 % (!!!) bedeutet - und in den österreichischen Massenmedien läuten nirgends die Alarmglocken. Auf der Homepage der Bundesfinanzierungsagentur findet sich der Hinweis, dass der Staat Österreich heuer zwischen 12 und 15 Mrd. EUR an Anleihen begeben wird. Wenn dafür jetzt (ok, ein wenig Milchmädchenrechnung, weil für die bisherigen Anleihen im Jahr der Spread nicht so hoch war, aber wenn man naiverweise mal so tut als wäre das 2009 ungefähr gleich hoch - ein wenig Humor muss sein - es geht um die Größenordnung) einen 0,87 % höheren Zinssatz ansetzt, so heißt das pro Jahr schlappe 130,5 Mio. EUR mehr an Zinsen, immerhin rund 16 EUR für jeden der rund 8,3 Millionen Österreich. (markets.ft.com)
Leserzuschrift: wenn das wahr ist, was der Autor in diesem Artikel schreibt, dann geschieht dem Volk recht, dass es zum "Aderlass" geführt wird. Die "Finanzmanager und Politiker" stecken unter einer Decke und nehmen das "dumme" Volk (Jemand muss ja arbeiten und die notwendigen Dinge des Lebens erzeugen) aus. Das "dumme" Volk interessiert sich nicht für politische und finanzielle Vorgänge hinter den Kulissen so lange es "Hamburger essen, Cola trinken, Auto fahren, Urlaub gehen, Freizeitvergnügen", etc. nachgehen kann. Es ist wie ein Rausch, der Kater kommt am Morgen.

Der globale Kreditmarkt kollabiert: BIS warns of collapse in global lending. The City of London has suffered a dramatic collapse in its core business as global lending falls at the steepest rate since records began, according to new figures from the Bank for International Settlements. (telegraph.co.uk)

Rettungsgeld bleibt US-Autofinanzierer versagt. General Motors und Chrysler ringen um Milliardenhilfen. Die Zeit drängt, denn die Finanztochter bereitet den Unternehmen Probleme: Die Verhandlungen von GMAC mit seinen Gläubigern über eine Umschuldung scheiterten, die Pleitegefahr wächst. (ftd.de)

Russland auf Ramschniveau. Die russische Wirtschaft steckt in der Krise: Der Ölpreis fällt, das Wachstum schwächt sich ab. Diese Woche wurde das Kreditrating des Landes herabgestuft. Doch Bondanleger sind noch kritischer: Sie schätzen das Ausfallrisiko Russlands größer ein als das Vietnams. (ftd.de)



Tipp zum Bunkern:
Fleisch- & Wurstkonserven - von der Jagdwurst über Leberaufstrich, Fleischschmalz bis hin zu gekochtem Schinken - Fleisch- und Wurstkonserven sind ungekühlt sehr lange haltbar. Einlagern! (Erhältlich in allen Supermärkten)



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