Mittwoch, 10. Dezember 2008

Es weihnachtet!

Bald ist Weihnachten. Die Medien berichten, dass der Konsumrausch die Erwartungen des Handels erfüllt. Es wird (noch) fest gekauft. Weihnachten ist in unserem Kulturkreis eben ein besonderes Fest. Vielleicht sogar in dieser Konsumrauschform die letzten Weihnachten. Darum bekommen sie heute einen Vorschlag von mir: Versuchen sie heuer sinnvolle Geschenke zu kaufen. Dinge, die die Menschen um sie herum benötigen. Nicht das 15te Computerspiel, die xte MusikCD, die obligate Flasche Wein ... sondern erfüllen sie tatsächliche Bedürfnisse der Menschen um sie herum!

Derzeit, wie wir schon lesen konnten, bricht der internationale Warenverkehr zusammen. Die Auswirkungen werden bald, in ein, zwei Monaten sichtbar. Noch sind die Lagerhäuser voll, doch wenn kein und nur spärlicher Nachschub kommt, fehlen plötzlich Artikel in den Regalen. Seien es die Ananas aus Costa Rica, Lachs aus Kanada, Shiraz aus Australien oder Bananen aus Nicaragua. Immer mehr werden diese Waren ersatzlos aus den Regalen verschwinden ... dann, lieber Freund, solltest du dir bereits grosse Sorgen machen, denn dann hat uns alle die Krise "voll erwischt". Wusstest du, dass viele Kleinigkeiten des täglichen Bedarfes aus irgendwelchen asiatischen Fabriken kommen, seien es Einwegrasierer, Toilettartikel, Sonnenbrillen, etc. Man muss sich verdammt einschränken, um ohne asiatische Produkte auskommen zu wollen (in Zukunft müssen). Österreich könnte sich, nach einer Umstellungsphase wahrscheinlich selbst ernähren. Wir sind nicht auf Importe angewiesen. Allerdings für Dinge des täglichen Bedarfs benötigen wir Importe. Doch diese brechen gerade ein ...

Ich hatte einmal eine kleine Dachwohnung in Wien. Dort war im Vorraum ein Glasschrank aufgestellt, indem ich all den überflüssigen, sinnlosen, halblustigen und hässlichen Geschenken ein schönen Platz zur Präsentation verlieh. Ich nannte diesen Schrank "Varieté der Peinlichkeiten". Achten sie in den nächsten zwei Wochen was sie kaufen, denn sie würden nicht sehr erbaut sein, ihr Geschenk nach Weihnachten in diesem Glasschrank sehen zu wollen. Oder?

Leisten sie sich jetzt noch Dinge, die immer gerne gehabt hätten. Verwöhnen sie sich mit Dienstleistungen, die sie noch einmal erleben möchten. Spätestens im März 2009 geht nichts mehr (wahrscheinlich sogar früher). Alles wartet auf die Übergabe der Amtsgeschäfte an Barack Obama. Aber er kocht auch nur mit Wasser, ist kein Wunderheiler und im Grunde kann er vieles nicht ändern oder retten. Nur mit Geld herumzuwerfen ist nicht die Lösung! Nicht marktgerechte Unternehmen retten zu wollen, kann ebenfalls nicht funktionieren. Die USA als weltweiter Konsummotor Nummer 1 ist die Rezession gefallen. Der nächste Schritt ist, dass der US-Dollar kollabiert und der Goldpreis explodiert. Wir Europäer werden ebenfalls in diesen Strudel mit hineingezogen, die Asiaten übrigens auch. Und sollte es nicht eine "wundersame Weltwirtschaftsheilung" geben, die allerdings äusserst unwahrscheinlich ist, dann sind das gerade jetzt, die letzten Konsum-Rausch-Weihnachten ...

... denk´ daran, wenn du ins Shopping Center gehst!

Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com)



Meldungen:

Die Unruhen in Griechenland sind erst der Anfang (welt.de)
Spekulant reitet Los Angeles Times in den Abgrund (tagesanzeiger.ch)
Warenverkehr bricht ein (mmnews.de)
Der Baltic Dry Index (
mmnews.de)
In Australien macht sich die Angst breit (ftd.de)



Financial Times: Und jetzt die Weltregierung. Es ist nicht zu glauben, die Financial Times hat auf ihrer Titelseite einen Artikel mit der Überschrift “And now for a world government - Und jetzt die Weltregierung” publiziert. Darin gibt die Zeitung öffentlich zu, es gibt eine Agenda, um eine einheitliche Weltregierung zu schaffen, die auf antidemokratische Prinzipien basiert. (alles-schallundrauch.blogspot.com)

Exportwirtschaft leidet. China steckt tiefer im Sog als erwartet. Chinas Exportwirtschaft fährt mit voller Wucht gegen die Wand. In den letzten fünf Jahren waren die Exporte Monat für Monat um regelmäßig mehr als 20 Prozent gewachsen – doch seit November schrumpfen die Ausfuhren im Vorjahresvergleich. (handelsblatt.com)

"God's Bailout" - Zehntausende in Detroit zittern um Job und Zukunft. Das Zittern und Bangen um die Zukunft der drei großen US-Autokonzerne hat auch - zumindest vordergründig - kuriose Auswirkungen: In der Autozentrale der USA, Detroit, wurde am Wochenende in einer Kirche mit SUVs (Sport Utility Vehicles) im Altarraum für die Rettung von General Motors (GM), Ford und Chrysler durch den Kongress gebetet. (orf.at)

Sechs Konzerne überleben. Weltweit werden nach Einschätzung des Vorstandschefs von Fiat, Sergio Marchionne, nur sechs Automobilkonzerne die gegenwärtige Wirtschaftskrise überleben. (n-tv.de)

Gefahr für gesunde Firmen. Kreditklemme führt 2009 zu Konzernpleiten. Die Kreditklemme wird in Verbindung mit dem Konjunktureinbruch eine Pleitewelle in Deutschland auslösen. Dabei wird es auch zur Insolvenz von international tätigen Großkonzernen mit Zehntausenden Beschäftigten kommen. (ftd.de)

US-Konjuntkur im freien Fall. Die Entscheidung über eine staatliche Rettungsaktion für die US-Autoindustrie zieht sich quälend in die Länge. Während der Kongress seit Wochen debattiert, ob Konzernchefs in Krisenzeiten noch Privatjet fliegen dürfen und ob Regierungsbeamte künftig jeden größeren Materialeinkauf von General Motors absegnen sollen, ist die weltgrößte Volkswirtschaft in den freien Fall übergegangen. Unternehmen aus immer mehr Branchen klagen darüber, dass ihnen in rasanter Geschwindigkeit Aufträge wegbrechen. Eine Entlassungswelle jagt die nächste, Pleiten häufen sich. (handelsblatt.com)




Tipp zum Bunkern:
Medikamente - neben einem aufgefüllten Erste Hilfe Pakets, sollte für den Notfall Schmerzmittel und Aspirin eingelagert werden - natürlich sollte man auch einen grösseren Bestand bei allen Medikamenten, die eingenommen werden müssen, besorgen (sprechen sie mit ihrem Arzt!)



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